Die Fachschaft – eine Institution, die in deinem Fach vieles schafft

Montag, 29. Mai 2017 | Autor/in: , und 

Über das reine Angebot an Lehrveranstaltungen hinaus bieten die Fachschaften in den verschiedenen Fächern den Studierenden Möglichkeiten zum hochschulpolitischen Engagement, Diskussionsrunden oder weiterführende Vorträge an. Die Fachschaften können damit zu einer Erweiterung und Steigerung der Qualität der Lehre und des Lehrangebots an der Universität beitragen. In der Studierendenbefragung 2016 wurden die Studierenden um eine Einschätzung der Fachschaftsarbeit gebeten. Diese Einschätzungen werden hier in die Fachschaftsarbeit während des Semesters und in die Vertretungsfunktion der Fachschaft für die Studierenden aufgeteilt.

 

Fachschaftsarbeit während des Semesters                                       

Im ersten Semester ist für die Studienanfänger_innen vieles neu: Freiburg mit seinen Bächle und Gässle, die Universität mit ihren (manchmal) hogwartsähnlichen Gängen und natürlich die Kommilitonen und Kommilitoninnen, die vielleicht zu Freunden und Freundinnen fürs Leben werden. Um deswegen nicht schon in den ersten Wochen den Kopf zu verlieren, bieten die Fachschaften eine Ersti-Betreuung an. Vier von fünf der befragten Studierenden (Quelle: Zentrale Befragung der Studierenden aus dem Sommersemester 2016 (www. uni-freiburg.de/go/stu) empfanden diese Angebote als (sehr) gut. Dies spricht zum einen für die Qualität der Betreuungsangebote durch die Fachschaft, zum anderen aber auch für einen solchen Bedarf, wird doch die Erstsemesterbetreuung in jedem Jahr aufs Neue sehr stark nachgefragt (siehe Abb. 1).

Abb. 1: Studierendenbefragungen 2016, Fragen 3.23, 3.25, 3.28: In welchem Bereich haben Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft bereits in Anspruch genommen? Wie bewerten Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft in diesen Bereichen?

Neben der einführenden Betreuung veranstalten die Fachschaften regelmäßig Fachschaftspartys, damit die Studienanfänger_innen (und auch alle höheren Semester) ins Freiburger Nachtleben eintauchen können. Dreiviertel der befragten Studierenden und Partygänger_innen erfuhren diese Partys als (sehr) gut.

Eine wahre Institution in Freiburg ist der Kaffeeverkauf durch die Fachschaften. An verschiedenen Ecken an der Universität wird Kaffee gekocht, getratscht, die Welt verändert oder – insbesondere montags oder am Tag nach der Fachschaftsparty – einfach versucht, mit offenen Augen durch den Tag zu kommen. Der Kaffeeverkauf hat eine jahrzehntelange Tradition und wird von den Studierenden dankbar angenommen: Über zwei Drittel der Studierenden sind damit zufrieden und hielten das Angebot für (sehr) gut.

Nicht nur beim Kaffeetrinken verbringen einige Studierende ihre Zeit mit Reportagen, Interviews und Berichten über alle Belange der Studierendenschaft: Sie lesen berta – das Magazin für die Studierendenschaft (siehe Abb.2) . Zwei von fünf befragten Studierenden halten das Magazin für (sehr) gut, jedoch bewertete es auch knapp jeder Dritte als (sehr) schlecht. Allerdings wurde die Frage nach dem Studierendenmagazin von vergleichsweise wenigen Studierenden beantwortet, was für einen geringen Bekanntheitsgrad des Magazins spricht.

Abb. 2: Studierendenbefragung 2016, Fragen 3.24, 3.30, 3.32: In welchem Bereich haben Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft bereits in Anspruch genommen? Wie bewerten Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft in diesen Bereichen?

Damit die Studierenden bei dem breiten Angebot an Lehrveranstaltungen nicht den Überblick verlieren und ihr Studium auch nach eigenen Interessen planen können, geben die Fachschaften ein kommentiertes Vorlesungsverzeichnis (siehe Abb. 2) heraus. Drei von fünf befragten Studierenden bewerteten diesen Service, der nicht nur den Inhalt der Vorlesungen und Seminare beschreibt, sondern auch Empfehlungen zur Belegung, zur Literatur und wichtige Hinweise zu Studien- und Prüfungsleistungen enthält, als (sehr) gut.

Wenn der Kaffee für viele zum Überlebenselixier wird, die verschiedenen Bibliotheken gefüllt sind und die Köpfe rauchen, dann ist wieder Klausurphase. Auch hier unterstützen die Fachschaften die Studierenden. Durch Vorhalten von Altklausuren, Skripten und Übungen stehen die Fachschaften den Prüflingen zur Seite. Das wird von den Studierenden stark nachgefragt und sehr geschätzt, 70% der Studierenden empfanden die Prüfungsvorbereitung (siehe Abb. 2) als (sehr) gut.

Die Fachschaft als Vertretung der Studierenden                                 

Einführung der Studiengebühren, Inklusion, Chancengleichheit oder hochschulpolitisches Engagement: Für solche Anliegen der Studierenden sind die Fachschaften die Ansprechpartner. Denn die Fachschaft kann jedem Studierenden eine Stimme geben und vertritt die (hochschul-)politischen Anliegen der Studierendenschaft (siehe Abb.3). In Belangen der Studierendenvertretung zeigt sich ein gemischtes Meinungsbild bei den Befragten: Drei von fünf Studierenden fanden die Vertretung in hochschulpolitischen Angelegenheiten (sehr) gut, 18% bewerteten die Vertretung als (sehr) schlecht und jeder fünfte enthielt sich.

Um den Studierenden den Weg zur Fachschaftssitzung zu erleichtern, soll die die Website der Studierendenvertretung  (siehe Abb. 3) erste Informationen über Termine, Treffpunkte, politische Standpunkte und geplante Aktionen der Studierendenvertretung geben. Hiermit sind die befragten Studierenden unterschiedlich zufrieden: die Hälfte der Befragten bewertete die Website als (sehr) gut, jeder fünfte hingegen als (sehr) schlecht.

Abb. 3: Studierendenbefragung 2016, Fragen 3.29, 3.31: In welchem Bereich haben Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft bereits in Anspruch genommen? Wie bewerten Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft in diesen Bereichen?

Wer sich aktiv in die Hochschulpolitik einbringen oder sich über Belange der eigenen Fachschaft informieren will, hat die Möglichkeit, die Fachschaftssitzungen  (siehe Abb. 4) zu besuchen. Dort wird diskutiert, Tagesordnungspunkte besprochen oder eine Stellungnahme zu bestimmten Themen erarbeitet. Den Ertrag dieser Sitzungen ordneten drei von fünf der befragten Studierenden als (sehr) gut ein.

Außerdem haben die Fachschaften ein offenes Ohr für die Studierenden, wenn sich während des Studiums Probleme mit Dozent_innen oder Regelungen des jeweiligen Instituts oder Seminars (siehe Abb. 4) ergeben. Auch in diesen Fällen stehen die Fachschaften mit Rat und Tat zur Seite, um das Problem zu benennen und zu lösen. Knapp 60% der Studierenden sind damit zufrieden und empfanden diese Hilfe als (sehr) gut.

Abb. 4: Studierendenbefragung 2016, Fragen 3.26, 3.27: In welchem Bereich haben Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft bereits in Anspruch genommen? Wie bewerten Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft in diesen Bereichen?

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass die Arbeit der Fachschaften in den verschiedenen Bereichen überwiegend positiv angenommen wird. Leicht unterdurchschnittlich schneiden das Magazin der Studierendenschaft, die Website der Studierendenvertretung und die Unterstützung bei Problemen mit dem Seminar ab. Besonders zufrieden sind die Studierenden dagegen mit der Ersti-Betreuung, der Versorgung mit Altklausuren und dem Kaffeeverkauf durch die Fachschaften.

Anmerkung:

Sämtliche Zahlen sind der Studierendenbefragung 2016 entnommen. Alle Werte stammen aus einer fünfstufigen Skala, die von „sehr gut“ bis „sehr schlecht“ reichte.

Die kompletten Befragungsergebnisse sind auf der Homepage der Abteilung Lehrentwicklung (www.uni-freiburg.de/go/befragungen) einsehbar. Weitere Informationen können bei den Projektkoordinatorinnen Natalie Boros und Stefanie Haas (befragung@uni-freiburg.de) eingeholt werden. Die nächsten Befragungen der Studierenden sowie der Studieneingänger_innen finden im Sommersemester 2019 statt.

Weitere Ergebnisse und News zu den Befragungen auf Facebook.

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Welchen Mehrwert generieren Zentrale Befragungen?

Mittwoch, 12. April 2017 | Autor/in: , und 

In den letzten Jahren entwickelte sich ein Trend hin zu kontinuierlichen und umfassenden Befragungen der unterschiedlichen Akteure in verschiedenen universitären Bereichen. Auch an der Universität Freiburg werden durch das Team Zentrale Befragungen der Abteilung Lehrentwicklung universitätsweite Befragungen unter Einbeziehung aller Studiengänge durchgeführt. Befragungen der gesamten Studierendenschaft, der Absolvent_innen ausgewählter Abschlussjahrgänge sowie der Lehrenden wurden bereits realisiert und werden in den kommenden Jahren kontinuierlich wiederholt. Studieneingangsbefragungen wie auch Befragungen der Exmatrikulierten befinden sich in der Vorbereitung. Somit kann der gesamte Student Life Cycle abgebildet werden (siehe Abb. 1).

Abb. 1: Zentrale Befragungen der Universität Freiburg im Student-Life-Cycle

Doch welchen Nutzen haben diese Befragungen?

Die Ergebnisse werden einerseits genutzt, um Verbesserungspotenziale in den einzelnen Studiengängen aufzudecken und Veränderungen anzustoßen. Als Beispiele von vielen sind Veränderungen in den Fachbereichen Jura und Biologie zu nennen: Im Bereich Biologie fand die Einführung einer Veranstaltung zu möglichen Berufsfeldern statt, womit darauf reagiert wurde, dass Studierende das mangelnde Angebot an Career Aktivitäten kritisierten. In der juristischen Fakultät folgte eine Reform bzgl. des Schwerpunktbereichsstudiums auf die Ergebnisse der zentralen Befragungen, da hier eine Überforderung eines Teils der Studierenden ersichtlich wurde. Weitere Beispiele für die erfolgreiche Umsetzung der aus den Ergebnissen gewonnenen Daten können im Blogeintrag der Abteilung Lehrentwicklung „Evaluationen bringen nichts? So wurden die Kritikpunkte aus den zentralen Befragungen bereits aufgenommen“ entnommen werden.

Andererseits wird durch die Befragungen ein zusätzlicher Mehrwert generiert, indem neben objektiven Kennzahlen wie bspw. der durchschnittlichen Abschlussnote weitere Indikatoren zur Erfassung von Qualität in Studium und Lehre erhoben werden. Gegenüber den Lehrveranstaltungsevaluationen ergibt sich der Zusatznutzen, dass Aussagen sowohl auf Universitätsebene (z.B. über zentrale Einrichtungen und Strukturen) als auch auf Ebene der einzelnen Lehreinheiten (z.B. bzgl. Curriculum und Ausstattung) getroffen werden und in das Qualitätsmanagement einfließen können. Die verschiedenen Indikatoren werden dabei nicht isoliert, sondern im Kontext als verschiedene, zu integrierende Perspektiven auf das Phänomen Qualität angesehen. So können objektive Kennzahlen mit den Informationen, die in den Befragungen gewonnenen wurden, angereichert werden, wodurch sich neue Interpretationsspielräume ergeben.

Durch die Befragung der unterschiedlichen Akteursgruppen kann zudem ein Großteil der drei hochschulrelevanten Qualitätsbereiche (Prozess-, Struktur- und Zielqualität) abgedeckt werden. Bei den verschiedenen Akteur_innen liegen aufgrund ihrer jeweiligen Rolle unterschiedliche Auffassungen zur Definition und Operationalisierung von „Qualität“ vor. Hieraus ergibt sich die Chance, alle Perspektiven im Sinne des Stakeholderansatzes einzuholen und somit neue Ansatzpunkte für Verbesserungen aufzudecken, die sich erst durch die verschiedenen Verständnisse einer qualitativ hochwertigen Lehre ergeben. Studierende können erfahrungsgemäß als Expert_innen für die Prozessqualität der Universität angesehen werden. Sie können bspw. die Studien- und Lehrorganisation, die Arbeitslast sowie Vermittlungsformen in der Lehre sehr genau beurteilen. Durch die Studieneingangsbefragungen können insbesondere das Bewerbungsverfahren sowie die Beratungsangebote im Vorfeld bewertet werden. Anhand der Exmatrikuliertenbefragungen ist bspw. ersichtlich, ob hohe Abbruchsquoten eines Studiengangs eher auf persönliche Gründe der Abbrecher_innen (z.B. Umorientierung) oder eher auf strukturelle Gründe, die einen Handlungsbedarf aufzeigen (bspw. defizitäre Studierbarkeit und Organisation des Studiengangs) zurückzuführen sind. Der Befragung von Absolvent_innen ist ein besonderer Stellenwert einzuräumen, da diese die aussagekräftigste Bewertung zur Ergebnisqualität der Universität, wie bspw. Aussagen über die Employability, d.h. darüber, wie gut Absolvent_innen nach dem Abschluss für die Berufswelt und den Arbeitsmarkt gerüstet sind, ermöglicht. Die Studienzufriedenheit kann sowohl allgemein als auch bezogen auf verschiedene Teilaspekte wie z.B. der Betreuung durch Lehrende, in allen vier Gruppen (Studieneingänger_innen, Studierende, Absolvent_innen und Exmatrikulierte) erhoben und somit über den gesamten Student Life Cycle hinweg abgebildet werden.

Um die Ergebnisse in Zukunft noch stärker zu nutzen, wird in der Abteilung Lehrentwicklung im Rahmen des Pilotprojekts „Freiburger Forum Dialogkultur“ seit 2017 ein begleiteter Folgeprozess entwickelt, der zu einer langfristigen Evaluationskultur beitragen soll. Auf zentraler Ebene wurde als Folge der Erhebungen 2014 eine Klausurtagung in Abstimmung mit der Senatskommission Studium und Lehre abgehalten, in der unerwartete Ergebnisse und Good-Practice-Beispiele vorgestellt sowie Verbesserungsmöglichkeiten angeregt wurden. Durch die Anwesenheit von Vertretern beinahe aller Fakultäten, Mitgliedern der Senatskommission für Studium und Lehre sowie der Prorektorin Frau Prof. Dr. Besters-Dilger wurde deutlich, dass die Ergebnisse von hohem Interesse für die verschiedenen am Qualitätsprozess beteiligten Akteure sind.

Weitere Informationen zu den Zentralen Befragungen erhalten Sie unter http://www.uni-freiburg.de/go/befragungen.

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Befragungsinstrumente der Abteilung Lehrentwicklung

Freitag, 31. März 2017 | Autor/in:

Die Abteilung Lehrentwicklung bearbeitet Grundsatzfragen zur Weiterentwicklung von Studium und Lehre an der Universität Freiburg – so weit, so gut. Aber was bedeutet das im Detail? Um einige der zentralen Tätigkeiten der Abteilung genauer zu skizzieren, liegt nun ein Informationsblatt vor.

Neben einem Aufriss über die grundsätzlichen Zuständigkeiten des Arbeitsbereichs liegt der Fokus des Faltblatts auf den Befragungsinstrumenten, die der Universität Freiburg über die Abteilung Lehrentwicklung zur Verfügung stehen: die Zentralen Befragungen, der Zentrale Evaluationsservice und das Projekt FORUM. Das Faltblatt unterscheidet die Anwendungsbereiche, Inhalte und Ziele dieser Befragungsinstrumente klar, um einen schnellen Überblick über die Bandbreite der Verfahren zu geben. So werden sowohl die gemeinsame Stoßrichtung als auch insbesondere die spezifischen Nutzwerte der Instrumente deutlich.

Hier finden Sie das Informationsblatt!

Für weitergehende Informationen über die Abteilung Lehrentwicklung besuchen Sie gerne unsere Website.

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Über kritisches Denken, Lernenthusiasmus und Wohnen in Freiburg

Mittwoch, 16. November 2016 | Autor/in: , und 

ZentraleBefragungen20160307Im Sommersemester 2016 hat die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg die immatrikulierten Studierenden aller Fachrichtungen erneut zu deren Meinung über ihre Universität, ihre Dozent_innen, sowie über Aspekte rund um ihr Studium befragt. 31% (n=7168) der Studierenden nahmen an der Befragung teil. Wie die Stimmung in Freiburgs Universität wahrgenommen wird, zeigen folgende Daten.

Betreuung

Wie steht es beispielsweise um die Qualität der Betreuung der Studierenden durch die Lehrenden? Studentenstädte sind oft Schmelztiegel junger Menschen unterschiedlichster Heimatstädte in und außerhalb von Deutschland. Für 65% (gerundeter Prozentsatz der Befragten, die die Stufen eins und zwei einer fünfstufigen Skala ankreuzten) der Befragten fiel die Studienortwahl unter anderem deshalb auf Freiburg, weil ihnen der gute Ruf der Hochschule bzw. der Dozent_innen (sehr) wichtig ist. Nun stellt sich die Frage, ob jene Erwartungen enttäuscht wurden? Mitnichten sagen 59% aller Befragten, dass die Betreuung der Studierenden durch die Lehrenden an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (sehr) gut ist. 77% der Befragten geben an, dass die Erreichbarkeit der Lehrenden in Sprechstunden (sehr) gut ist. 85% sind (sehr) zufrieden mit dem Ertrag aus Sprechstundenbesuchen, 87% mit dem Ertrag aus Gesprächen mit ihren Dozent_innen außerhalb ihrer Sprechstunde und 84% mit dem Ertrag aus Emailkonversationen.

Kritisches Denken

Die Fähigkeit, kritisch zu denken, ist in Zeiten der Informationsflut durch die Möglichkeiten neuer digitaler Medien unerlässlich. Sie befähigt dazu, selbstständig zu denken, Informationen zu prüfen und kognitive Fehlschlüsse zu minimieren. Auch 93% der Befragten geben an, dass ihnen die Förderung kritischen Denkens (sehr) wichtig ist. 51% der Befragten beurteilen, dass sie in ihrem bisherigen Studium an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg in ihrem kritischen Denken (sehr) stark gefördert worden sind (siehe Abb. 1).

Abb.1: Fragen 7.13, 7.20, 7.21 „Bitte geben Sie an, inwieweit Sie durch Ihr bisheriges Studium in den folgenden Aspekten gefördert worden sind.“

Sozialleben

Welche Schwierigkeiten die Studierenden haben, auch dem wollte die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg auf den Grund gehen. Tatsächlich zeigt sich jedoch, dass es um das soziale Leben in der Universität Freiburg recht gut steht: 72% der Befragten haben  (eher) keine Schwierigkeiten, Kontakt zu anderen Studierenden aufzubauen (siehe Abb. 2). 70% macht auch eine eventuelle Konkurrenz unter den Studierenden  (eher) keine Schwierigkeiten. Auch bereitet eine eventuelle Benachteiligung von Studierenden durch Lehrende 77% der Befragten (eher) kein Kopfzerbrechen. 64% empfinden zudem eventuell überfüllte Lehrveranstaltungen als unproblematisch. Den Daten zufolge bereitet das Sozialleben in der Uni den Freiburger Studierenden kaum Schwierigkeiten.

Abb. 2: Fragen 7.25, 7.26, 7.32, 7.33, 7.36 „Die Studiensituation wird von Studierenden unterschiedlich erlebt. Was bereitet Ihnen persönlich Schwierigkeiten?“

Begeisterung versus Belastung

53% aller Befragten geben allerdings an, dass die Arbeitsbelastung durch die Stoffmenge (zu) hoch ist. 42% empfinden ihn als befriedigend hoch. Demgegenüber steht jedoch, dass 65% angeben, dass sie (eher) keine Schwierigkeiten haben, sich für ihr Fach zu begeistern und sich mit ihm zu identifizieren.

Auslandsaufenthalte

Wie realitätsgetreu ist die mit dem Bologna-Prozess intendierte Mobilität innerhalb Europas? Die Beratung zu Auslandsaufenthalten empfinden zwar 53% als (sehr) zufriedenstellend. 57% haben jedoch (eher) große Schwierigkeiten damit, dass Auslandsaufenthalte nicht ohne zeitliche Verzögerung möglich sind. Tatsächlich wählen 21% den Weg ins Ausland nicht, weil es eine Studienzeitverlängerung mit sich bringt. 20% scheuen ihn, weil es eine zu hohe finanzielle Belastung bedeutet.

Wahlmöglichkeiten

Flexibilität kann nicht nur räumlich von Vorteil sein, sondern auch, was die Wahl der Module angeht. Diesbezüglich zeigen die Befragungsergebnisse, dass es Unterschiede in den Bewertungen der Wahlmöglichkeiten der Module bezüglich unterschiedlicher Studierendengruppen gibt. So beurteilen Medizin- und Pharmaziestudierende mit dem Abschlussziel Staatsexamen die Wahlmöglichkeiten ihrer Module im Schnitt sehr viel kritischer als Bachelor-, Lehramts- und Masterstudierende. Im Durchschnitt bewerten sie die Wahlmöglichkeiten auf einer fünfstufigen Skala mit einer 4,1 (1=sehr gut, 5=sehr schlecht), während Master- und Lehramtsstudierende sie im Schnitt mit einer 2,7 bewerten, Bachelorstudierende mit einer 2,8.

Praxisbezug

Studieren um des Studierens Willen? 45% geben an, dass ihre praktische Fähigkeiten, sowie die Fähigkeit, eine Beschäftigung zu erlangen und zu behalten, in ihrem Studium bisher gar nicht bzw. nicht gefördert worden sind. 24% meinen dagegen, dass jene Beschäftigungsfähigkeit (sehr) stark gefördert worden ist. Dass sich die Studierenden über den Praxisbezug ihres Studiums nicht ganz einig sind, zeigen die nahezu gleich großen blauen Säulen in der folgenden Grafik (siehe Abb. 3).

Abb. 3: Frage 4.36 „Wie sind diese Aspekte in Ihrem Studiengang bzw. ersten Hauptstudienfach / Kernfach umgesetzt?“

Wohnsituation

Zu guter Letzt ist interessant zu wissen, ob das allseits bekannte Klischee, dass die Wohnungssituation in Freiburg den Studierenden so große Probleme bereitet, wahrheitsgetreu ist. Tatsächlich geben 61% der Befragten an, mit der Wohnungssituation, wie beispielsweise mit den Mietkosten, (überhaupt) nicht zufrieden zu sein. Nur 21% empfinden die Wohnungssituation als befriedigend,  18% sind (sehr) zufrieden.

Kontakt

Die kompletten Befragungsergebnisse sind auf der Homepage der Abteilung Lehrentwicklung (www.uni-freiburg.de/go/befragungen) einsehbar. Weitere Informationen können gerne bei den Projektkoordinatorinnen Natalie Boros und Katharina Schneijderberg (befragung@uni-freiburg.de) eingeholt werden. Die nächsten Befragungen der Studierenden, sowie der Studieneingänger_innen finden im Sommersemester 2019 statt.

 

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Feldphase der Zentralen Befragungen endet mit dem Sommersemester „und was passiert mit den Ergebnissen?“

Mittwoch, 10. August 2016 | Autor/in: , und 

Im vergangenen Winter- und Sommersemester fanden erneut Zentrale Befragungen zum Thema Studium und Lehre an der Albert-Ludwigs-Universität statt. Befragt wurden Absolvent_innen und alle eingeschriebenen Studierenden.

Das Befragungsteam Bild: Oliver Hafner

Das Befragungsteam
Bild: Oliver Hafner

Die Beteiligung an den Umfragen war außerordentlich hoch, hierfür bedankt sich das Befragungsteam der Abteilung Lehrentwicklung herzlich bei allen Teilnehmenden! Die Rücklaufquote bei der Absolvent_innenbefragung lag bei 48 % und bei der Studierendenbefragung erreichte sie 31%. Somit konnten wieder detaillierte Ergebnisauswertungen auf Fachebene erstellt werden. Weil bei den Teilnehmenden häufig die Frage aufkam, was denn nun mit den Ergebnissen geschehe, werden im Folgenden Antworten auf diese Frage gegeben.

Erste Ergebnisse aus den Befragungen

Dank der vielen Rückmeldungen ist jetzt der Grundstein für eine detaillierte Auswertung der Ergebnisse gelegt. Diese Auswertung erfolgt derzeit auf Hochtouren in der Abteilung Lehrentwicklung. Das Befragungsteam stellt die Ergebnisse zeitnah und so detailliert wie möglich den verantwortlichen Gremien und Personen in den Fachbereichen sowie der universitären Öffentlichkeit – und damit auch den Befragten – zur Verfügung. Bei der Ergebnispräsentation behält die Anonymität der Befragten oberste Priorität.
Bei den Auswertungen zeichnet sich beispielsweise ab, dass knapp über die Hälfte der Absol-vent_innen ihre im Studium erworbenen Qualifikationen bei den beruflichen Aufgaben in „sehr hohem“ oder „hohem Maße“ einbringen können. Hohe Zufriedenheit mit dem Studium gaben retrospektiv 75% der Absolvent_innen und 72% der Studierenden an. Knapp 60% der Studierenden schätzten das Engagement der Lehrenden als sehr gut bis gut ein. Jedoch beurteilten 16% der Teilnehmenden der Befragung der Studierenden ihre Arbeitsbelastung im Studium als „zu hoch“. Über ein Drittel der Studierenden kritisierte die Verfügbarkeit von Räumen für eigenständiges Lernen und äußerte, dass Auslandaufenthalte oft nur mit zeitlicher Verzögerung des Studiums durchführbar sind.

Der Analyseprozess auf Universitätsebene

Nach der Aufbereitung der Ergebnisse werden diese zuerst den Studiendekan_innen der jeweiligen Fächer überreicht, damit die Ergebnisse fachnah in den Studienkommissionen analysiert und bewertet werden können. In den Studienkommissionen sind Vertreter_innen aller für die Lehre relevanten Akteur_innen versammelt. Sie sind in der Regel am besten über die Lehre in den entsprechenden Fächern informiert und sind verantwortlich für die Qualitätssicherung und -entwicklung in den jeweiligen Fachbereichen. Aus diesen Gründen soll eine Bewertung der Ergebnisse auf dieser Fachebene (und nicht etwa zentral) erfolgen und im Anschluss Handlungsoptionen aufgezeigt werden. Die universitätsweiten Gesamtberichte der Befragung der Absolvent_innen und der Studierenden können ab September auf der Homepage der Abteilung Lehrentwicklung im PDF-Format heruntergeladen werden.

Das Team der Zentralen Befragungen erhofft sich mit dem hier skizzierten Weg einen konstruktiven Analyseprozess, der einen Austausch über die Qualität der Lehre an der Universität anstößt, zur Weiterentwicklung anregt und mittelfristig für noch mehr zufriedene Universitätsmitglieder sorgt.

Herzlichen Glückwunsch

Abschließend herzlichen Glückwunsch an alle per Email informierten Gewinner_innen unserer vielen Preise beim Gewinnspiel der Befragung der Studierenden. Die Hauptpreise (iPhone und Tandemsprung) wurden – wie auf den Fotos abgebildet – bereits von Julia Müller und Natalie Boros überreicht.
PreisBefragungen1Tandemsprung

Weitere Informationen:
https://www.lehrentwicklung.uni-freiburg.de/projekte/befragungen

Kontakt:
Natalie Boros und Katharina Schneijderberg
Abteilung Lehrentwicklung
Tel.: 0761/203-67578
E-Mail: befragung@uni-freiburg.de

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Was sagt eigentlich der StuRa zur Befragung der Studierenden? Wir haben nachgefragt!

Mittwoch, 1. Juni 2016 | Autor/in: , und 

Quelle: Vorstand des Studierendenrats der Uni Freiburg

Quelle: Vorstand des Studierendenrats der Uni Freiburg

Anfang Mai begann die zentrale Befragung aller Studierenden der Universität Freiburg. In dieser Onlinebefragung werden die Studierenden gebeten, Rückmeldung zur Zufriedenheit mit der Lehrqualität sowie den Rahmenbedingungen an der Universität zu geben. Durchgeführt wird die Vollerhebung vom Befragungsteam der Abteilung Lehrentwicklung, die dem Prorektorat für Studium und Lehre unterstellt ist. Vorab haben wir, das Befragungsteam, neben der Prorektorin Frau Prof. Dr. Besters-Dilger auch dem Studierendenrat der Uni Freiburg ein paar Fragen zu den Erwartungen an die Befragung der Studierenden gestellt.

Können Sie sich und ihren Arbeitsbereich kurz vorstellen?

Die Studierendenvertretung beschäftigt sich mit den Belangen der Studierenden gegenüber der Uni und auch der Politik. Dabei kann es um soziale Probleme wie die Wohnsituation gehen, oder um Dinge wie Anwesenheitspflicht in Veranstaltungen. Zudem arbeiten wir an gesamtgesellschaftlichen Problemen, die somit auch Probleme an der Uni darstellen, z.B. Sexismus oder die Situation von Geflüchteten. Der StuRa, der aus Vertreter*innen der Fachschaften und Initiativen besteht, beschließt dabei die inhaltliche Richtung der Arbeit während der AStA diese Inhalte umsetzt. Als Vorstand kümmern wir uns dabei darum, die verschiedenen Aktionen zu koordinieren und außerdem treffen wir uns regelmäßig mit dem Rektorat oder anderen Stellen, um die Probleme der Studierenden direkt anzusprechen.

Warum ist es wichtig, dass viele Studierende den Fragebogen ausfüllen?

Die Studierenden kennen nicht immer ihre Möglichkeiten zur Beteiligung an der Uni, bzw. können sie aus zeitlichen oder anderen Gründen nicht nutzen. Deshalb ist es eine gute Gelegenheit, mal kurz einen Fragebogen auszufüllen und damit kundzutun, was für Ideen man für die Uni hat. Denn ohne Feedback ist es sehr schwierig, etwas zu verändern und zu verbessern.

Was erhoffen Sie sich von der Befragung?

Damit wir wissen, was die Studierenden bewegt, und damit wir was verändern können, ist es gut, auf den Ergebnissen der Befragung der Studierenden aufbauen zu können. Und natürlich schaffen solche Ergebnisse eine solide Debattengrundlage. Zudem gibt es auch einen Teil über die Studierendenvertretung direkt. Für uns ist es diesbezüglich besonders interessant zu erfahren, wie gut die Studierenden uns und unser Angebot kennen und bewerten, um darauf aufbauen zu können und eventuell nötige Verbesserungen einzuleiten, damit möglichst viele Studierende auch was von ihrer Vertretung haben.

Wie sieht die Uni in 10 Jahren aus?

Naja, wenn es nach uns geht, haben in 10 Jahren die Studierenden mehr Beteiligungsmöglichkeiten z.B. in Unigremien und können damit ihre Interessen hoffentlich direkt vertreten und von vornherein in Entscheidungsprozesse einbinden. Außerdem ist wichtig, dass Benachteiligungsformen möglichst abgebaut werden. Außerdem sollte sich die Lehre kontinuierlich verbessern und an die aktuellen Bedürfnisse der Studierenden anpassen. Ein wichtiger Schritt dahin ist, dass kontinuierlich evaluiert wird und mit diesen Ergebnissen gearbeitet wird.

 

Das Befragungsteam bedankt sich vielmals für die ausführlichen und offenen Antworten. Mehr Informationen zur Befragung der Studierenden finden Sie hier. Für Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne per Email befragung@uni-freiburg.de zur Verfügung.

 

 

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Evaluationen bringen nichts? So wurden die Kritikpunkte aus den zentralen Befragungen bereits aufgenommen

Freitag, 13. Mai 2016 | Autor/in: , und 

Wer davon ausgeht, dass sich das Mitmachen an der Befragung der Studierenden nicht lohnt, weil dadurch nichts bewirkt wird, liegt falsch! Die Resultate wurden sowohl auf zentraler Seite, als auch bei den Fachbereichen intensiv diskutiert und aufgezeigte Schwächen in Angriff genommen. Generell findet der Befragungsprozess in enger Abstimmung zwischen dem Rektorat und den Fachbereichen statt.

Befragungsprozess

Auf zentraler Seite wurde neben der Veröffentlichung der Ergebnisberichte durch das Befragungsteam, auch eine große Klausurtagung organisiert. Hier wurden Good-Practice-Beispiele vorgestellt, überraschende Ergebnisse berichtet und Verbesserungsvorschläge gemacht.

Weiterhin werden die Ergebnisse aus der Befragung in Strategiegesprächen des Rektorats mit den einzelnen Fakultäten aufgegriffen, um aufgezeigte Schwächen zu beheben. Auch bei Akkreditierungen und Reakkreditierungen werden die Befragungsergebnisse genutzt.

Was sich aufgrund der Ergebnisse der letzten Befragungen (Absolvent_innen 2012 und Studierende 2013) und den anschließenden Klausurtagungen mit Studiendekann_innen und Studiengangskoordinator_innen auf Seiten der Fachbereiche geändert hat, kann in diesem Beitrag in Auszügen nachgelesen werden.

Career-Aktivitäten und Statistikkurse

Die Biologiestudierenden (http://www.bio.uni-freiburg.de/) kritisierten in der letzten Befragung das geringe Angebot an Career-Aktivitäten und Berufsberatung. Daraufhin wurde gemeinsam mit der Fachschaft die Veranstaltung „B³ – Berufsfelder für Biologen“ initiiert, die seitdem jährlich am Ende des Wintersemesters angeboten wird. Weitere Veranstaltungen sind geplant.

Um gegen Defizite in Statistikkenntnissen vorzugehen, wird nun seit zwei Jahren ein Statistikkurs für diese Lehreinheit angeboten.

Es wurde auch auf Verbesserungspotential in der inhaltlichen Abstimmung zwischen den Lehrveranstaltungen und Modulen hingewiesen. In Klausursitzungen wurden daraufhin die Inhalte der Pflichtmodule im Bachelorstudiengang transparent gemacht und diskutiert, um unnötige Redundanzen und Lücken zu vermeiden.

Fächerübergreifendes Denken und entzerrte Praktika

Auch der Fachbereich Chemie (http://www.cup.uni-freiburg.de/) hat sich seine Schwachstellen, die bei der Befragung der Studierenden 2013 deutlich wurden, vorgeknüpft:

Der Bereich „Methoden und Konzepte“ wird ausgebaut und das Angebot in kleinen fachübergreifenden Seminaren erweitert, um das fächerübergreifende Denken zu fördern. Ebenso soll das ethische Verantwortungsbewusstsein durch entsprechende Vorlesungen geschult werden.

Da die Studierenden dieses Fachbereiches angaben, Schwierigkeiten mit mangelndem Freiraum zur Ausarbeitung von Wissenslücken und der Bewältigung des Stoffumfanges im Semester zu haben, wird nun frühzeitige Unterstützung durch Seminare und entsprechende Kurse angeboten.

Es wurden außerdem im ersten Semester unbenotete Kenntnisprüfungen eingeführt, um den Studierenden ohne Folgen für den weiteren Studienverlauf ihren Wissenstand aufzuzeigen.

Auch bei den Praktika wurden Änderungen vorgenommen: Die zeitlich gedrängten Praktika wurden entzerrt, zusätzliche Übungsstunden zu den Vorlesungen wurden angeboten und für die interfakultären Studiengänge wurden Einführungspraktika durchgeführt, um einheitliche Sicherheits- und allgemeine Laborkenntnisse zu Beginn der Praktika zu garantieren.

Insgesamt fanden in allen Studiengängen mehr Informationsveranstaltungen zu Organisation und Inhalten statt.

Bessere Berufsvorbereitung

Das Fach Europäische Ethnologie (https://www.eu-ethno.uni-freiburg.de/) hat nach der letzten Befragung die Möglichkeiten zur Berufsvorbereitung verbessert. Im Rahmen von Orientierungsveranstaltungen und Diskussionsrunden mit Alumni, können sich Studierende zu potentiellen Berufsfeldern informieren. In der Eingangsphase werden die Studierenden durch das Studierendenmentoring intensiver betreut.

Die Vielfalt der Lehre konnte durch eine neue Prüfungsordnung, welche mehr Wahlmöglichkeiten bei der Leistungserbringung lässt, verbessert werden. Auslandsaufenthalte ohne zeitliche Verzögerung, lassen sich nun durch noch bessere curriculare Abstimmungen leichter verwirklichen.

Ebenso wurden räumliche und technische Verbesserungen wie weitere Seminarräume und mehr Arbeitsplätze mit Computern vorgenommen.

Erweiterung der E-Learningangebote

Die juristische Fakultät (https://www.jura.uni-freiburg.de/) hat an einer Verbesserung der Formate des E-Learning gearbeitet und bietet jetzt beispielsweise einen „Examensklausurenkurs online“ an.

Zur Qualitätsverbesserung der Klausurkorrekturen tragen eine bessere Vergütung der Korrekturentlohnung und eine Schulung der Korrekturassistenten bei. Auch werden regelmäßige Studienarbeitsschulungen angeboten, um die Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens besser zu vermitteln.

Durch die Eröffnung des „Examenshauses“ haben die Studierenden mehr Möglichkeiten in Kleingruppen und eigenständig zu lernen. Da viele Studierenden über Überforderungen im Schwerpunktbereichsstudium klagten, wurde hier eine Reform durchgeführt.

Vermittlung der Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens

Dem Wunsch der Studierenden der Lehreinheit Geographie (http://www.geographie.uni-freiburg.de/) nach einem erweiterten Fach- und Lehrveranstaltungsangebot im fachfremden Bereich konnte mit der Bachelorprüfungsordnung 2013 realisiert werden. Auch die Masterprüfungsordnung wird derzeit überarbeitet, um den Studierenden ein umfangreicheres Angebot zu bieten. Diese Neufassungen der Studienordnungen tragen also zur Erhöhung der Breite und Vielfalt des Lehrangebots bei.

Mehr Praxis und Informationen

Der Fachbereich der Mathematik (http://www.math.uni-freiburg.de/) ist nun dazu übergegangen, alle Vorlesungen zu evaluieren.

Auch wurden Diskussionen über den Praxisbezug des Mathematikstudiums geführt und als Folge davon, das vorgesehen Programmierpraktikum umstrukturiert.

Zudem werden die Webseiten mit den Informationen zu den Studiengängen beständig verbessert und das WLAN im Institut wurde ausgebaut.

Betreuung und Beratung

Die Studierenden des Romanischen Seminars (http://www.romanistik.uni-freiburg.de/rs-web/) berichteten über Orientierungsprobleme im Studium und sahen Verbesserungsbedarf im Bereich der individuellen Beratung. Diese Kritikpunkte wurden als Anlass für folgende Änderungen genommen:

  • Es wurde ein Studierenden-Newsletter, der über wichtige studienorganisatorische Vorgänge, aber auch über Vorträge, kulturelle Veranstaltungen mit Romanistikbezug, Praktikumsangebote und Stellenausschreibungen informiert, eingerichtet.
  • Ein Mentor_innenprogramm zur Studieneingangsphase und zur Studienausgangsphase wurde entwickelt und evaluiert. Dieses Angebot wird sehr gut angenommen.
  • Auch das Vertrauensdozent_innenprogramm wurde ins Leben gerufen. Dieses Angebot ersetzt nicht die bisherige Studiengangskoordination, sondern erlaubt zusätzliche Beratungsmöglichkeiten in Form von ausführlichen Gesprächen mindestens einmal im Semester.
  • Seit dem SoSe 2016 gibt es die allgemeine Studienberatung täglich.
Größere Auswahl fachspezifischer Seminare

Die Lehreinheit VWL (http://portal.uni-freiburg.de/vwl/ ) hat die Ergebnisse der Evaluation intensiv analysiert und arbeitet aktiv daran, durch eine geeignete Wahl von Maßnahmen die Qualität der Lehre zu verbessern.

Die Studierenden äußerten zudem den Wunsch, in ihren Fähigkeiten des wissenschaftlichen Arbeitens und Forschens stärker gefördert zu werden. Als Maßnahmen hierfür wurde die Auswahl fachspezifischer Seminare ausgebaut und die Möglichkeit eingeräumt, ein Seminar im Bereich der berufsorientierenden Kompetenzen einzubringen.

Zur Förderung der Veranstaltungen im kleinen Kreis wurden zusätzliche freiwillige Tutorate angeboten, die den Stoff der Vorlesung nicht nur ausführlich nachbehandeln, sondern auch durch praktische Aufgaben zum Verständnis von komplexen theoretischen Inhalten beitragen.

Den in der Evaluation aufgezeigten Bedarf der Studierenden an E-Learning-Angeboten wurde bisher im kleinen Rahmen, durch einzelne Lehrstühle, entgegen gekommen. Die Verankerung von Studieninhalten wird dabei durch Medien wie beispielsweise E-Learning, Webcast, Blogs und Apps gestützt.

Um noch mehr Bachelorabsolvent_innen für ein weiterführendes Studium an der eigenen Universität zu halten, wurden zusätzliche Informationsangebote eingeführt. So findet regelmäßig eine Einführung in die verschiedenen wirtschaftswissenschaftlichen Masterprogramme statt.

Hohes Weiterentwicklungspotenzial wiesen spezielle Betreuungsangebote in der Studieneingangsphase auf. Zur Reduktion bzw. Vermeidung von Schwierigkeiten, mit denen Schulabsolvent_innen zu Beginn des Studiums konfrontiert werden, startete im Wintersemester 2014/15 das Mentoring-Projekt.

Um den gewachsenen Betreuungs- und Beratungsanforderungen durch Erweiterung des Studienangebots und den zusätzlichen Serviceinitiativen für Studieninteressenten und Studierende Rechnung zu tragen, wurde im Wintersemester 2015/16 die Studienkoordination und Studienfachberatung personell verstärkt und im Zuge dessen, separate Ansprechpartner für Bachelor- und Masterstudierende definiert.

Über 40 Ergebnisberichte für die Fächergruppen erstellte das Befragungsteam der Abteilung Lehrentwicklung. Auch der universitätsweite Gesamtbericht ist auf der Befragungshomepage als pdf erhältlich.

Über 40 Ergebnisberichte für die Fächergruppen erstellte das Befragungsteam der Abteilung Lehrentwicklung.

Weitere Informationen

Wenn Sie mehr zu den fachspezifischen Ergebnissen der letzten Befragungen erfahren wollen, können Sie sich uniintern hier die Berichte downloaden. Für spezifische Veränderungen in Ihrem Fach, fragen Sie bitte dort an entsprechender Stelle nach. Spannend wird vor allem an der Befragung der Studierenden 2016, wie sich die Ergebnisse im Vergleich zur letzten Befragung darstellen. Für diese Vergleiche ist es von sehr hoher Wichtigkeit einen hohen Rücklauf zu erzielen, denn nur so können die Ergebnisse datenschutzkonform auf Fächerebenen ausgewertet werden. Also: Bitte alle mitmachen, es lohnt sich.

Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an:
befragung@uni-freiburg.de

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Du kannst uns wieder … die Meinung sagen

Mittwoch, 4. Mai 2016 | Autor/in: , und 

Foto: Julia Müller

Foto: Julia Müller

Es ist soweit! Nachdem im Frühjahr 2013 erstmalig alle Studierenden der Universität Freiburg befragt wurden, ist es nun, drei Jahre später, wieder Zeit für eine Gesamtevaluation. Mit der Versendung der Einladungsbriefe hat heute die Feldphase der Befragung aller 25 000 immatrikulierten Studierenden der Universität Freiburg begonnen.

Foto: Julia Müller

Foto: Julia Müller

Für die logistische Meisterleistung, die Briefe zeitgenau zu kuvertieren und zur Post zu bringen seien die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Werkstätten der Caritas hier dankend erwähnt.

Dieses Mal führt die Abteilung Lehrentwicklung die Befragung selbst mit der Evaluationssoftware EvaSys durch. Mitgemacht werden kann über ILIAS, dort befindet sich der Link zur Befragung.

Der Fragebogen bietet, neben Frageblöcken zum Studienverlauf, zur Betreuungssituation und zur Lehrqualität im jeweiligen Studienfach, auch freiburgspezifische Fragen zur Arbeit der zentralen Einrichtungen, des Studierendenwerks und des StuRa. Ergänzend zur Lehrveranstaltungsevaluation in den einzelnen Fächern werden weitere, über die einzelne Lehrveranstaltung hinausreichende Inhalte abgefragt.  Die Ergebnisse sollen dann den einzelnen Fachbereichen und administrativen Stellen zur konstruktiven Weiterentwicklung des eigenen Studien- und Betreuungsangebots zur Verfügung gestellt werden. Um eine fachbereichsspezifische Auswertung der Ergebnisse zu ermöglichen, hoffen wir auf eine rege Teilnahme und einen dementsprechend hohen Rücklauf an ausgefüllten Fragebögen. Um möglichst viele Studierende dazu zu bewegen, den Fragebogen auszufüllen, sind wir im Besonderen auf die Unterstützung derjenigen Kolleginnen und Kollegen angewiesen, die im laufenden Semester regelmäßige Lehrveranstaltungen durchführen. Wir möchten Sie bitten, in Ihren Lehrveranstaltungen auf die laufende Befragung hinzuweisen, eine Informationsfolie hierzu erhalten Sie per Mail. Falls Sie keine erhalten sollten, wenden Sie sich gerne an uns: befragung@uni-freiburg.de.

Foto: Johanna Keck

Foto: Johanna Keck

Das Befragungsteam arbeitet schon seit Monaten auf Hochtouren, um die Akzeptanz und den Bekanntheitsgrad der Befragung unter den Studierenden zu erhöhen. Da viele Studierende auf Facebook aktiv sind, gibt es auch eine Facebook-Seite zur Befragung. Bestimmt sind Ihnen auch schon unsere Plakate aufgefallen.

Als Motivation zum Mitmachen bei der Befragung gibt es tolle Preise zu gewinnen: Die Hauptgewinne sind ein Tandemsprung und ein iPhone 6S. Alle weitere Preise sind auf unserer Homepage aufgelistet.

Die in den Befragungen  geäußerten Erfahrungen wurden ernst genommen: Beispielsweise wurden  die Modulhandbücher der Studiengänge angepasst und das International Office arbeitet an einer Verbesserung der Auslandsaufenthalte. Die ausführlichen Berichte zur letzten Befragung, sowie die dazugehörigen Stellungnahmen der Fakultäten sind aus dem universitätsinternen Netz abrufbar:

http://www.lehrentwicklung.uni-freiburg.de/projekte/befragungen/ZBArchiv/Berichte

Das Befragungsteam will die Ergebnisse der letzten Befragung mit aktuellen Zahlen vergleichen, um zu überprüfen, was sich geändert hat. Und natürlich geht es auch um neue Anstöße, um die Lehrqualität an der Universität Freiburg stetig weiterzuentwickeln und die Situation für die Studierenden passgenauer zu gestalten.

Anregungen und weitere Informationen erhalten Sie direkt beim Befragungsteam der Abteilung Lehrentwicklung (www.uni-freiburg.de/go/stu)

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Interview mit der Prorektorin für Studium und Lehre Prof. Dr. Juliane Besters-Dilger zur Befragung der Studierenden der Universität Freiburg

Mittwoch, 20. April 2016 | Autor/in: , und 

Prorektorin Prof. Dr. Juliane Besters-Dilger

Prorektorin Prof. Dr. Juliane Besters-Dilger

Im Mai 2016 beginnt die zentrale Befragung aller Studierenden der Universität Freiburg.  In dieser Onlinebefragung werden die Studierenden gebeten, Rückmeldung zur Zufriedenheit mit der Lehrqualität sowie den Rahmenbedingungen an der Universität zu geben. Durchgeführt wird die Vollerhebung vom Befragungsteam der Abteilung Lehrentwicklung, die dem Prorektorat für Studium und Lehre unterstellt ist. Vorab haben wir, das Befragungsteam, Prof. Dr. Juliane Besters-Dilger, Prorektorin für Studium und Lehre, einige Fragen zu den Hintergründen und Erwartungen an die Befragung der Studierenden gestellt.

Frau Besters-Dilger, warum ist es wichtig, dass viele Studierende den Fragebogen ausfüllen?

Ich halte die Repräsentativität der Ergebnisse für wichtig. Das heißt: Wenn nur wenige bei der Studierendenbefragung mitmachen, kann man bei ungünstigen Ergebnissen leicht sagen: Da waren nur einzelne unzufrieden, und das sind genau die, die bei der Befragung mitgemacht haben. Wenn aber eine hohe Rücklaufquote erzielt wird, kann diese Argumentation nicht mehr überzeugen. Zudem garantiert nur eine gleichmäßig hohe Rücklaufquote über alle Fakultäten und Fächer hinweg, dass die Auswertung für ein einzelnes Fach überhaupt sinnvoll und aussagekräftig ist. Gerade Aussagen über einzelne Fächer sind wertvoll, solche über die Gesamtuniversität hingegen weniger informativ für die Fakultäten.

Was wird mit den Ergebnissen gemacht?

Die Ergebnisse der Studierendenbefragung 2016 sind auf zwei Ebenen sehr wichtig: Sie können mit den Resultaten der Befragung 2013 verglichen werden und zeigen, ob sich die Lehrsituation (Lehrangebot, Erwerb von Kompetenzen, Betreuung, Ausstattung usw.) in dem betreffenden Fach verbessert oder verschlechtert hat. Das gibt den Fachvertreterinnen und -vertretern Anhaltspunkte, wo es „hakt“ und wo nachgebessert werden muss.
Diese Ergebnisse werden aber auch in den Strategiegesprächen des Rektorats mit den einzelnen Fakultäten aufgegriffen. Hier steht die Frage im Mittelpunkt, ob die Fakultäten bzw. die Fächer sich bemüht haben, Schwächen, die durch die Studierendenbefragung deutlich wurden, zu beheben.
Damit liefert die Befragung den Fachvertretern und dem Rektorat in zweifacher Hinsicht eine Grundlage für kontinuierliche Qualitätsverbesserung.

Welche Möglichkeiten haben Studierende, die Lehrqualität in ihren Fächern zu verbessern?

Möglichkeiten für Studierende, zur Verbesserung der Lehrqualität beizutragen, sehe ich an mindestens drei Stellen:
1.    in der Lehrevaluation, die die Möglichkeit bietet, eine konkrete Lehrveranstaltung zu kritisieren und so zu ihrer Optimierung beizutragen;
2.    durch die Befragung der Studierenden und der Absolventinnen und Absolventen, die den gesamten Studiengang aus zwei verschiedenen Perspektiven in den Blick nehmen;
3.    durch die Mitarbeit in den Gremien, von der Fachschaft bis zum Studierendenrat, von der Studienkommission über den Fakultätsrat bis hin zum Senat.
Eine weitere Möglichkeit sollte man aber ebenfalls intensiv nutzen: die Sprechstunden der Lehrkräfte. Hier kann man am besten Feedback zu inhaltlichen und methodischen Gesichtspunkten einer Lehrveranstaltung geben.

Frau Besters-Dilger, was denken Sie, wie die Universität Freiburg in zehn Jahren aussehen wird?

Ich kann für den Bereich Lehre sprechen. Die Universität Freiburg wird in den nächsten Jahren ein Qualitätsmanagement für Studium und Lehre aufbauen. Dazu gehören Elemente, die bereits vorhanden sind: Lehrevaluation, Befragungen von Studierenden und Absolventinnen und Absolventen, Hochschuldidaktik. Der Vergleich mit anderen Universitäten zeigt aber, dass es noch Nachholbedarf in Bereichen wie Workload-Erhebungen, Überarbeitung der Modulhandbücher und vor allem Folgeprozesse von Evaluationen und Befragungen gibt. Zu einem sinnvollen Qualitätsmanagement gehört meines Erachtens auch die Systemakkreditierung, die es der Universität erlaubt, ihre Studiengänge selbst zu akkreditieren, anstatt damit externe Agenturen zu beauftragen. Der Weg zur Systemakkreditierung ist aber recht mühsam und wird die gesamte Universität, falls wir ihn beschreiten wollen, noch eine ganze Weile beschäftigen.

Wir bedanken uns vielmals für die ausführlichen und offenen Antworten. Wir hoffen, dass diese unsere Studierenden genauso überzeugen wie uns und freuen uns auf eine rege Teilnahme an der Befragung. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Befragung 2016. Für Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne per E-Mail befragung@uni-freiburg.de oder unter der Telefonnummer 0761/203-67578 zur Verfügung.

 

 

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Studienzufriedenheit – Empirische Untersuchung über Prädiktoren

Mittwoch, 21. Oktober 2015 | Autor/in: , und 

­Felix 2Felix Bittmann ist Absolvent des Bachelorstudiengangs Soziologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und hat in den letzten Monaten erfolgreich seine Bachelorarbeit verfasst. In seiner vorrangig auf quantitative Methoden zurückgreifenden Arbeit hat Herr Bittmann Ergebnisse der Zentralen Studierendenbefragung genutzt, um genauer zu untersuchen, welche Rahmenbedingungen die Zufriedenheit der Studierenden besonders beeinflussen. Für die Impulswerkstatt Lehrqualität hat er die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst:

Wie zufrieden sind Freiburger Studierende mit ihrem Studium und welche Faktoren beeinflussen diese Zufriedenheit am stärksten? In meiner Bachelorarbeit habe ich versucht, diese Fragen zu beantworten und konnte dafür, in Zusammenarbeit mit der Abteilung Lehrentwicklung, die Daten der Studierendenbefragung 2013 genauer analysieren. Auf Basis von mehr als 7000 Teilnehmern und Teilnehmerinnen ist klar: die Studierendenschaft ist mit ihrer Universität im Großen und Ganzen recht zufrieden. Knapp 80 % aller Studierenden geben an, zufrieden oder sehr zufrieden zu sein, was für die Qualität der Universität zu sprechen scheint. Zudem konnte festgestellt werden, dass die Studienzufriedenheit am deutlichsten durch das Verhältnis zwischen Lehrenden und Studierenden bestimmt wird und andere Faktoren, wie beispielsweise die Leistungsfähigkeit und Intelligenz der Studierenden, quasi keine Bedeutung für die Studienzufriedenheit haben. Die Zufriedenheit zwischen Frauen und Männern unterscheidet sich nicht. Auch zwischen MigrantInnen und NichtmigrantInnen lassen sich keine signifikanten Unterschiede nachweisen. Die zufriedensten Studierenden finden sich in den Fächern Liberal Arts and Sciences, Sportwissenschaften und angewandten Politikwissenschaften.

Der theoretische Ansatz der Untersuchung basiert auf den Arbeiten des Soziologen Talcott Parsons und dem von ihm entwickelten AGIL-Schema, das ein Modell darstellt, um beliebige Systeme in Untersysteme zu gliedern und so nach strukturfunktionalistischen Merkmalen genauer zu analysieren. Auf diese Weise wurde das Konstrukt „Studienzufriedenheit“ in feinere Analyseeinheiten aufgetrennt, um diese gesondert betrachten zu können. Mit dem Ziel, die Stärke des Einflusses der jeweiligen Subsysteme ausmachen zu können, wurden die Fragen der zugrunde liegenden Befragung nach Plausibilitätsgründen dem passendsten Untersystem zugeordnet. Anschließend wurde eine Faktorenanalyse durchgeführt, um mehrere Fragen auf einige wenige Dimensionen reduzieren zu können. Als Grundlage dieses Vorgehens diente eine Studie über die Zufriedenheit an der Universität Mainz von Cornelia Damrath aus dem Jahr 2006.

Nachdem die vier bedeutendsten Dimensionen (Studienrelevante Werteorientierung, Fach, Studienziele und kognitive Leistungsressourcen) aus den Daten extrahiert wurden, konnten diese für Korrelations- und Regressionsanalysen herangezogen werden. Dabei wurde deutlich, dass diese vier Dimensionen über 40 % der Gesamtvarianz der Studienzufriedenheit erklären konnten, was für die Güte des Modells spricht. Die dabei wichtigsten Faktoren waren die Akademische Gemeinschaft, sprich das Verhältnis zwischen Lehrenden und Studierenden, der Wissenserwerb, also die Fokussierung der Studierenden auf das Ziel, neues Wissen zu erlangen, sowie dem Wert des Studierens an sich, der misst, wie hoch Studierende das Studierendenleben an sich einschätzen.

Über anschließende Subgruppenanalysen konnte gezeigt werden, dass beispielsweise für GeisteswissenschaftlerInnen die Akademische Gemeinschaft einen wichtigeren Faktor darstellt als für NaturwissenschaftlerInnen, für die der Wissenserwerb deutlicher im Vordergrund zu stehen scheint. Insgesamt erweckt es den Eindruck, als konnten durch die Untersuchung bestimmte Fundamentalzusammenhänge aufgedeckt werden, die geeignet sind eine Basis für weitere Forschungsarbeiten darzustellen.

Wer jetzt Lust bekommen hat, eine Rückmeldung über seine eigene Zufriedenheit abzugeben, hat demnächst wieder Gelegenheit: die nächste Studierendenbefragung findet im Sommersemester 2016 statt. Die komplette Arbeit von Felix Bittmann ist unter folgender Adresse abzurufen: http://www.felix-bittmann.de

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