Studierende fördern Impulse für innovative, kompetenzorientierte Lehre

Montag, 9. Mai 2016 | Autor/in:

StuRa Innovatives Studium 2016Die Abteilung Hochschuldidaktik bewarb sich im vergangenen Jahr mit zwei Teilmaßnahmen um die Förderung durch den Innovationsfonds, die beide vom Gremium der Studierendenvertretung positiv beurteilt wurden.
Durch eine der beiden Maßnahme („Innovative Lernformate durch alternative Lehrkonzepte“) soll mit drei Schwerpunktthemen ein spezieller Fokus gelegt und damit dem Desiderat nach einem Höchstmaß der Aktivierung und der Beteiligung von Studierenden sowie dem Kompetenzerwerb in Lehrveranstaltungen Raum gegeben werden.

Problem-Based Learning – A Key to Facilitate Students‘ Learning
Den Auftakt der drei geförderten Veranstaltungen bildet der Workshop zum Konzept des Problembasierten Lernens am 08.05.2016. Mit Prof. Dr. Wim Gijselaers (Universität Maastricht)  konnte ein ausgewiesener Experte als Referent gewonnen werden, der bereits vor zwei Jahren in einem Vortrag an der Universität Freiburg Prinzipien und Chancen problembasierten Lernens diskutierte. Im Workshop wird nun erarbeitet, wie Wissen nicht mehr nur vermittelt, sondern von Studierenden durch authentische und realistischer Problem- und Fragestellungen eigenständig erarbeitet werden kann. Dabei stehen u.a. die Gestaltung einer entsprechenden Lernumgebung, die Entwicklung von angemessenen Lernmaterialien und wie man mit Herausforderungen oder Schwierigkeiten bei der Realisierung umgehen kann.

Alternative Prüfungsformen entwickeln
Nachdem die Kompetenzorientierung in der Lehre an Bedeutung gewonnen hat, richtet sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf die Prüfungspraxis und konkretisiert sich in der Frage, ob tatsächlich das geprüft wird, was als Lernziele in Modulhandbüchern festgelegt und durch entsprechende Lernaktivitäten in Lehrveranstaltungen angeregt wurde. Beim Workshop am 09./10.06.2016 werden Prüfungsformen erarbeitet, die über das Messen von reinem Wissen hinausgehen und sich an den erworbenen Fähigkeiten ausrichten. Ziel der Veranstaltung ist, Sie darin zu unterstützen, Prüfungsaufgaben lernziel-, lernenden- und kompetenzorientiert zu entwickeln und zu gestalten.

Durch reale Projekte Fachinhalte anwenden und Kompetenzen aufbauen
Der Anspruch an ein zeitgemäßes Studium ist es, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch Kompetenzen zu fördern (s.o.), so dass Studierende in der Lage sind, auf der Basis des erworbenen Fachwissens in realen Situationen verantwortungsvoll zu agieren. Das didaktische Konzept des „Service Learning“ verbindet zwei Basisbausteine: Wissenserwerb und gemeinnütziges Engagement. In dem Workshop „Durch reale Projekte Fachinhalte anwenden und Kompetenzen aufbauen“ am 07.07.2016 lernen Sie das Konzept „Service Learning“ kennen, das gesellschaftliches Engagement von Studierenden in die universitäre Lehre einbindet, um neue Erfahrungsräume zu ermöglichen. Durch das projekt- und praxisorientierte Format haben Studierende Gelegenheit, Fachwissen im realen Kontexte in der Gesellschaft anzuwenden.

Wenn Sie Fragen zu diesen Veranstaltungen oder zum hochschuldidaktischen Angebot haben, können Sie sich gerne an uns wenden.

Thema: News & Ausschreibungen | Schreiben Sie den ersten Kommentar

EconRealPlay Innovation & Sustainability Lab

Freitag, 11. März 2016 | Autor/in: , und 

Studierende entwerfen und testen die Simulationen in den Räumen des Instituts für Finanzwesen, Rechnungswesen und Controlling

Studierende entwerfen und testen die Simulationen in den Räumen des Instituts für Finanzwesen, Rechnungswesen und Controlling

Das 2015 mit einem Instructional Development Award (IDA) geförderte Lehrprojekt „ECONREALPLAY Innovation & Sustainability Lab“ durchlief im Wintersemester 2015 in die zweite Runde! Ziel des Lehrprojekts ist es, Kompetenzen zu einem innovativen und nachhaltigen Einsatz von ökonomischen, sozialen und ökologischen Ressourcen bei unseren Teilnehmern zu fördern und somit zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit selbigen anzuregen. Mehr noch sollen die Teilnehmer im Sinne eines forschenden Lernens in die Lage versetzt werden, Problemstellungen aus dem praktischen Arbeitsalltag einer Vielzahl von Organisationen im Rahmen von Simulationen kompakt, aber dennoch hautnah erfahrbar zu machen. Neben der Nutzung der Simulationen im Rahmen der universitären Lehre, zielt das Projekt auch darauf ab, bei Projektpartnern aus der regionalen Wirtschaft Anklang zu finden. Ziel ist hierbei generell die Förderung von Kooperationen und wechselseitigen Transfers mit regional ansässigen Unternehmen.
Als ein regionaler Partner hat sich in diesem Zusammenhang die in Basel ansässige Medartis AG gefunden, ein innovativer Komplettlösungsanbieter für Osteosynthese, der hochspezialisierte Platten- und Schraubensysteme zur Behandlung von Frakturen sowie Halte- und Transportelemente für die Durchführung bereitstellt. Das Unternehmen setzt auf höchste Qualitätsstandards und stetige Innovationen. Zur internen Schulung und Weiterbildung setzt Medartis u.a. auch Prozess-Simulationen ein.
Angeregt durch den steten Austausch und Dialog mit diesem Partner hatten wir bereits im Sommersemester 2015 praxisrelevante Probleme aufgenommen und diese in die Weiterentwicklung von Simulationen einfließen lassen.
Diese Weiterentwicklung unserer Simulationen erfolgte auch in diesem Semester wieder unter Zuhilfenahme des methodischen Baukastens der experimentellen Wirtschaftsforschung bzw. von coachingorientierten Ansätzen. Konkret wurde im Rahmen des aktuell laufenden Semesters eine Weiterentwicklung der bereits im Sommersemester durch die Teilnehmer der ersten Seminarrunde entwickelten Simulationen umgesetzt. Hierzu fanden zu Beginn des Semesters erste Einführungsveranstaltungen statt, in deren Rahmen die Studierenden zunächst eine Auswahl der bis dato vorliegenden Simulationen kennenlernten, um dann anschließend in mehreren Brainstormingsessions in Kleingruppen in die Phase der Weiterentwicklung zu starten.

Manche der bereits vorhandenen Simulationen waren schon recht ausgereift und mussten lediglich an einigen Stellen ausdifferenziert werden, andere hatten noch größeren Weiterentwicklungsbedarf. Die Weiterentwicklung und Verfeinerung dieser Simulationen bis zur ‚Marktreife‘ war Aufgabe der Studierenden im Wintersemester. Einige der Weiterentwicklungen waren und sind unkompliziert, bei anderen stellte sich heraus, dass die zuvor entwickelte Simulationen bzw. die darin erstellten Produkte in größerem Rahmen, d.h. „in Serie“, so nicht umsetzbar waren. Hier wurden und werden durch die Studierenden neue Wege und Lösungen gefunden, auch scheinbar vielversprechende Ideen wieder verworfen, da die Umsetzung sich als doch nicht zielführend erweist. Wesentlich hierbei ist, dass auch diese Wege gegangen werden müssen, um zu wirklich guten Lösungen zu gelangen, d.h. eine verworfene Idee stellt hier nicht ein Scheitern, sondern ein Schritt zur Entwicklung und Realisation einer besseren Idee und Lösung dar. Somit wurde und wird das Entwickeln von Innovationen im Sinne von „marktfähig machen“ von Produkten bzw. Prozessen für die Studierenden unmittelbar erlebbar.
Aktuell werden weitere Kooperationspartner hinzugewonnen, so auch im Bereich der Lean Office Prozess-Simulationen.
Gegen Semesterende verfassen unsere Teilnehmer ihre Seminararbeiten und geben den entwickelten Simulationen den letzten Feinschliff. Anschließend bietet sich bei unseren Projektpartnern die Möglichkeit das erarbeitete Themenfeld Praktikern vorzustellen und von diesen ein Feedback zu erhalten. Auch hierüber werden wir in der kommenden Zeit an dieser Stelle berichten.

Thema: IDA-Projekte | Ein Kommentar Hier wird schon diskutiert

1. Studierendenkongress Bildungswissenschaften

Freitag, 4. März 2016 | Autor/in: und 

Am 18.02.2016 fand in der Aula im KG II der erste Studierendenkongress der Bildungswissenschaften in Freiburg statt. Studierende und Promovierende des Instituts für Erziehungswissenschaft stellten ihre Studienprojekte, Abschlussarbeiten und Promotionsvorhaben vor. Eingeladen waren sowohl Studierende, als auch aktuelle und potentielle Projektpartner/innen des Instituts.

EZW16_DSC4874

Das Institut für Erziehungswissenschaft setzt in der Lehre vielfältige Formen der Projektarbeit ein. Im Master „Bildungswissenschaft – Lehren und Lernen“ bearbeiten die Studierenden Aufträge von verschiedensten Auftraggebern, wie z.B. dem Fraunhofer Institut EMI oder der EDEKA AG & Co. KG. Auch im Bachelor „Bildungswissenschaft und Bildungsmanagement“ werden in vielen Seminare konkrete Projekte z.B. zu E-Learning oder zur Curriculumsentwicklung erstellt. Gleichzeitig werden am Institut nicht nur Abschlussarbeiten der eigenen Studiengänge, sondern auch von Lehramtsstudierenden im Bereich der Pädagogischen Studien erarbeitet. Dadurch entsteht eine große Vielfalt an Themen und Projekten. Ziel des Kongresses war, diese Vielfalt sichtbar zu machen, sowohl für die Studierenden selbst, als auch für mögliche Auftraggeber für weitere Projekte. Dadurch, dass auch Promovierende ihre Forschungsarbeiten vorstellten, konnten sich die Studierenden auch über Promotionsmöglichkeiten informieren. Die besten Arbeiten wurden von einer Jury des Instituts mit Preisen im Gesamtwert von 500€ prämiert in den Kategorien „Instructional Design“, „Personalentwicklung und E-Learning“ und „Schule und Unterricht“.
Mit insgesamt 27 Postern und rund 100 Teilnehmenden war der erste Kongress dieser Art ein großer Erfolg. Die Studierenden empfanden als eine besondere Gelegenheit, die eigenen Arbeiten zu präsentieren zu können und auch gewürdigt zu wissen. Neben der Vielfalt und der Qualität der vorgestellten Projekte trug zum guten Gelingen des Kongresses auch das Catering durch die Fachschaft des Instituts bei.
Mit Sicherheit wird ein ähnlicher Kongress im nächsten Jahr wieder durchgeführt. Aufgrund der positiven Erfahrungen sollen dann auch interessierte Schülerinnen und Schüler angesprochen werden, die sich über ein Studium am Institut informieren wollen.

Thema: News & Ausschreibungen | Schreiben Sie den ersten Kommentar

Start in eine neue IDA-Runde

Donnerstag, 1. Oktober 2015 | Autor/in:

Foto: Peter Mesenholl

Foto: Peter Mesenholl

Heute, am 01.10.2015, beginnen zwei neue Lehrentwicklungsprojekte an der Universität Freiburg. Diese, mit dem Instructional Development Award (IDA) ausgezeichneten Vorhaben, werden mit jeweils 70.000 Euro aus Mitteln des „Qualitätspakt Lehre“ gefördert. Damit stehen die folgenden Projekte mit Anwendung neuer Lernstrategien am Start:

„Adaptive Lernförderung – Adaptives Online-Training zum selbstgesteuerten Lernen“ von Prof. Dr. Alexander Renkl, Tino Endres und Jasmin Leber (Institut für Psychologie, Abteilung für Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie) und

„Finance aus der Praxisperspektive – durch Anwendung motiviertes Lernen“ von Prof. Dr. Eva Lütkebohmert-Holtz (Institut für Allgemeine Wirtschaftsforschung, Abteilung für Quantitative Finanzmarktforschung) und Prof. Dr. Thorsten Schmidt (Mathematisches Institut, Abteilung für Mathematische Stochastik).

Hier finden Sie weitere Informationen über die aktuell geplanten Vorhaben und die bereits durchgeführten Projekte.

Für die Umsetzung der IDAs  stehen nun die nächsten 12 Monate zur Verfügung. Viel Erfolg!

Thema: IDA-Projekte, News & Ausschreibungen | Schreiben Sie den ersten Kommentar

UCF – Learning by Doing

Dienstag, 28. Juli 2015 | Autor/in: und 

las_tour25Dieses Semester ist Wolfgang Giernalczyk aus Maastricht als erster DAAD visiting fellow im University College Freiburg und unterrichtet den Kurs „Argumentation and Critical Reasoning“. In einem kurzen Interview berichtet er über seinen Hintergrund in der Lehre und Vorgehensweisen im Kurs.

Herr Giernalczyk, wie sehen Ihre Schwerpunkte in Maastricht aus und was sind Ihre Aufgaben in Freiburg?

In Maastricht bin ich am dortigen University College als Lecturer tätig. Die Lehre richtet sich dort an ca. 600 Studierende in Liberal Arts and Sciences mit einer breiten Ausrichtung und einem offenen Curriculum in den Geistes-, Gesellschafts- und Naturwissenschaften. Als Ziel wird die Qualifizierung kritischer Akademiker und ebensolcher Bürger gesehen. Ich selbst bin als Politikwissenschaftler tätig und habe, neben der Lehre, auch die Aufgabe die Studierenden u.a. als ‚Academic Advisor‘ in ihrem Studium und ihrer Fächerwahl zu begleiten. Dies bedeutet persönlicher Kontakt und ebenfalls ein Hinterfragen von Interessen und Gründen für die Wahl bzw. das Ablehnen von Kursen. Manchmal hilft hier ein anderer Blickwinkel auf die Thematik. So können fachspezifische Informationen, die sich aus der Betrachtungsweise in einem wissenschaftlichen Feld ergeben, motivierend eingebracht werden und neue Wahloptionen aufgezeigt werden. Wir appellieren hierbei an die Selbstverantwortung der Studierenden für ihre Fächerwahl neben einem Pflichtcurriculum, das sich überwiegend auf ‚Core’-Kurse beschränkt. In den Niederlanden wird dieses Vorgehen als Erfolgsmodell gesehen. Kritische Stimmen sehen zwar die Gefahr einer mangelnden Vertiefung in einem solch breit gefächerten Curriculum, dies steht jedoch konträr zu der enormen Komplexität vieler empirischer Phänomene, die man durch intelligente Fächerkombinationen aus verschiedenen Blickwinkeln analysieren kann. So kann man beispielsweise Physik und Ethik studieren und sich auch in diesen Fachbereichen ausreichend spezialisieren, um Zugang zu attraktiven Masterprogrammen zu haben. In solchen Programmen ist dann eine weitere Vertiefung möglich. Neben der Beratung der Studierenden habe ich auch noch andere Aufgaben, wie z.B. Eingangsinterviews mit Bewerbern auf Studienplätze durchzuführen. Meine Hauptaufgabe besteht jedoch in der Lehre, die sich in der Vermittlung und ganz besonders in der tatsächlichen Anwendung vom unterrichteten Material verfestigt. Mein großes Thema ist das Skills-Training in Argumentation, welches die Analyse und Präsentation von Argumenten umfasst. Dies ist auch meine Aufgabe hier in Freiburg. Ich leite hier am UCF den Kurs „Argumentation and Critical Reasoning“.

Welche Schwerpunkte setzen Sie in ihrem Kurs?

Die Inhalte des Kurses biete ich in Maastricht im Laufe eines Semesters an, hier ist das Programm für ein Semester mit 6-8 Stunden pro Woche ausgelegt. Ein wichtiger Punkt ist die Vermittlung von Methoden-Tools. Das heißt weniger die inhaltliche Fokussierung auf Regeln oder Gesetze (auch wenn diese so weit wie nötig eingebracht werden), sondern die Studierenden erhalten Werkzeuge, um ihr eigenes Denken kritisch zu hinterfragen und einzusortieren. Es geht nicht um das Dozieren von formellen Regeln zur Analyse, sondern um die Fähigkeit Argumente in einzelne Teile runter zu brechen und deren Strukturen zu evaluieren und spezifizieren. In dem Kurs untersuchen wir gemeinsam Texte nach ihrem Argumentationsmuster. Dies fängt erst mit kleinen Texten an, als Ziel ist es dann wissenschaftliche Texte auf ihre Stringenz zu untersuchen. Die Studierenden können anschließend begründen, weshalb der Inhalt überzeugt bzw. nicht überzeugt. Dies hat auch zum Ziel Studierende dazu zu befähigen ihre eigenen Argumentationsmuster zu verbessern.

Wie gehen Sie in Ihrem Kurs vor?

Die Qualität eines Argumentes hängt sowohl von seinen Inhalt, wie auch von seiner Struktur ab. In der Analyse eines Argumentes sollte ich spezifizieren können wo die Stärken und Schwächen des Argumentes liegen – im inhaltlichen oder im strukturellen Bereich. Um das zu können, muss ich das Argument in seine Einzelteile zerlegen. Ein Vergleich mit dem Kochen kann diesen Ansatz veranschaulichen: Bei einem Essen kann ich beurteilen, ob es mir schmeckt oder nicht. Aber woran liegt das? Im ersten Schritt schaue ich mir die Zutaten des Rezeptes an, da weiß ich, dass ich keine schimmeligen Tomaten verwenden werde und auch die Menge an Salz ist bekannt usw.. Verglichen mit den Argumenten zerlege ich den Text ebenfalls in seine Einzelteile und schaue mir deren Inhalt an. Ist der Inhalt glaubwürdig oder nicht? Im zweiten Schritt schaue ich mir die Verbindung zwischen diesen einzelnen Teilen an. Passt die Struktur und ist sie logisch? Das entspricht dem Kochprozess – die besten Zutaten sind nicht viel wert, wenn ich sie falsch koche! So kann ich bewerten lernen, ob ein Text inhaltlich überzeugend ist oder die einzelnen Teile keine Verbindung haben. Um diese Vorgehensweise im akademischen Diskurs anwenden zu können, untersuchen die Studierenden ihre bereits verfassten Hausarbeiten. Dies hat den positiven Nebeneffekt, das die Studierenden nicht nur die im Kurs vermittelten analytischen Methoden anwenden, sondern dabei deren Relevanz für die eigene akademische Arbeit erkennen und zusätzlich noch über diese Arbeit reflektieren.

Welches Anliegen ist Ihnen für die Studierenden von besonderem Interesse?

Die didaktische Philosophie, an der sich mein Kurs ausrichtet, ist auch unter „Constructive alignement“ bekannt. Darin wird unter Lernen der aktive Prozess des Umgangs mit neuen Informationen verstanden. Wissen kann dann zu Änderung der Sichtweisen führen. Die Lehre hat nicht den Fokus auf den Lehrenden, sondern auf den Studierenden, wie es auch im Problem Based Learning der Fall ist. Als zweiter wichtiger Punkt ist in dem Alignement die Begleitung im Sinne der Förderung des richtigen Lernverhaltens zu sehen. Die Studierenden lernen nicht nur auf die Prüfung, sondern es gilt die Kursziele zu erreichen und die dafür notwendigen Lernaktivitäten sollten durch den Kurs getriggert werden – Kursziele, Lernaktivitäten und Prüfungen sollten aufeinander abgestimmt sein, sonst fördere ich ein falsches Lernverhalten. Die Wahl der Prüfungsart ist in diesem Bezug besonders wichtig. Da Lernende ihr Lernverhalten oft auf die erwartete Prüfungsart abstimmen, sollte die gewählte Prüfung den Kurszielen entsprechen. Wenn ich von den Studierenden erwarte, dass sie analysieren, ein logisches Gerüst aufbauen und einen qualitativen Anspruch auf ihre Entwürfe haben und ihre Vorgehensweise kontinuierlich hinterfragen, kann ich diese erworbene Kompetenzen nicht mit einem Multiple Choice Test bewerten. Die Prüfung sollte die Anwendung dieser Kompetenzen testen und nicht nur deren Reproduktion. Es gilt die im Kurs vermittelte Selbstreflexion primär auf wissenschaftlichen Arbeiten anwenden zu können, aber auch ihre Tragweite in der Gesellschaft zu sehen.

Literaturhinweise:

Über ‚Constructive Alignment’:
Biggs, J., & Tang, C. (2011). Teaching for Quality Learning at University: What the Student Does (4th ed.). Maidenhead: Open University Press / Mc Graw-Hill Education.

Über die Struktur von Argumenten und deren Analyse:
Govier, T. (2010). A Practical Study of Argument (7th ed.). Belmont: Wadsworth, Cengage Learning.
Toulmin, S. (2003). The Uses of Argument. Cambridge: Cambridge University Press.

Kontakt:

Wolfgang Giernalczyk
University College Maastricht
wolfgang.giernalczyk@maastrichtuniversity.nl

 

Thema: News & Ausschreibungen | Schreiben Sie den ersten Kommentar

Wirtschaftswissenschaften zum Be-greifen

Freitag, 10. April 2015 | Autor/in: und 

EconRealPlay Bild: Thomas Kunz

EconRealPlay Bild: Thomas Kunz

Das 2015 mit einem IDA (Instructional Development Award) geförderte Lehrprojekt „EconRealPlay Innovation & Sustainability Lab“ startet in diesem Sommersemester in die erste Runde!
Ziel des Lehrprojekts ist es, Kompetenzen zu einem innovativen und nachhaltigen Einsatz von ökonomischen, sozialen und ökologischen Ressourcen bei unseren Teilnehmern und Kooperationspartnern zu fördern, Hürden zur Umsetzung der Ziele zu identifizieren und Lösungsansätze anzustoßen. Insbesondere streben wir in diesem Zusammenhang Kooperationen mit Partnern aus der regionalen Wirtschaft an. Dabei soll ein wechselseitiger Informations- und Forschungstransfer angestoßen werden.
Für Studierenden bietet sich hier die Gelegenheit sowohl Einblicke in die Unternehmenspraxis zu erhalten und ganz nebenbei tiefere Einblicke in die Experimentelle Wirtschaftsforschung, eine Schnittstellendisziplin u.a. der Wirtschaftswissenschaften, Psychologie und Soziologie, zu erhalten.
Seit Ende vergangenen Jahres arbeiten wir am Institut für Finanzwesen, Rechnungswesen und Controlling daher an Unternehmenskooperationen und der Entwicklung neuer Simulationen, um innovative Prozesse für unsere Teilnehmer möglichst praxisnah erlebbar zu machen. Dabei erfragen wir von Mitarbeitern in Unternehmen und Wirtschaftsverbänden auch interessante Fragestellungen, die wir im Rahmen von Entscheidungs- und Prozesssimulationen, entsprechend dem Grundkonzept von EconRealPlay, erleb- und erfahrbar machen. Die Teilnehmer an diesen Simulationen können dabei im Rahmen eines problembasierten Lernens aktiv Entscheidungen treffen und diese und ihre Erfolgswirkungen dann am PC oder in Prozess-Simulationen mit Lego®-Bausteinen oder anderen Ressourcen erfahren.
Im Rahmen der im Sommer stattfindenden Seminare werden die Studierenden dabei sowohl Teilnehmer an bereits existierenden sein als auch eigenständig an der Weiterentwicklung neuer Prozess-Simulationen mitwirken.
Wir freuen uns, dass die Nachfrage nach Seminarplätzen groß war und sind gespannt auf die gemeinsamen Erfahrungen bei Einsatz und Weiterentwicklung der Prozesssimulationen mit den Studierenden… und natürlich auf den anschließenden Einsatz der Simulationen bei und mit unseren Kooperationspartnern.

Thema: IDA-Projekte, News & Ausschreibungen | Schreiben Sie den ersten Kommentar

Auf den Zahn fühlen (LongStI – Teil 5)

Montag, 26. Januar 2015 | Autor/in:

Zahnklinik (Foto: Michael Spiegelhalter)

Zahnklinik (Foto: Michael Spiegelhalter)

Die Zahnmedizin beteiligt sich mit zwei Teilprojekten am Gesamtprojekt LongStI. Innovativ ist hierbei das Ziel, die Schnittstellen zwischen Humanmedizin, Pflegewissenschaften und Zahnmedizin aufzuzeigen. Viele PatientInnen, die in intensiver medizinischer und/oder pflegerischer Betreuung sind, sehen den/die ZahnarztIn nur selten – bspw. stationäre PatientInnen oder solche in Pflegeheimen. Hier ist es umso wichtiger, dass auch die anderen beteiligten Professionen umfassende Grundlagenkenntnisse der oralen Erkrankungen mitbringen. weiter…

Thema: News & Ausschreibungen | Schreiben Sie den ersten Kommentar

Interprofessionelle Begleitung in der Diagnosemitteilung (LongStI – Teil 4)

Dienstag, 9. Dezember 2014 | Autor/in: , und 

Seit Februar 2014 bieten die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und der Studiengang Pflegewissenschaft erstmalig eine Lehreinheit für Studierende der Pflegewissenschaft und der Humanmedizin an. Diese bereitet die TeilnehmerInnen auf die gemeinsame Begleitung schwerkranker PatientInnen im Rahmen der Diagnosemitteilung vor.

Ist eine solche Lehre denn notwendig? – Wir denken: Ja!

Missverständnisse und daraus resultierende Konflikte gehören zur alltäglichen Zusammenarbeit von Pflegenden und ÄrztInnen. Besonders herausfordernd ist die Betreuung von PatientInnen, denen eine schwere bedrohlichen Diagnose mitgeteilt und ein Therapieangebot gemacht werden soll. Gerade hier ist die funktionierende interprofessionelle Zusammenarbeit jedoch von zentraler Bedeutung: Wie kann ein Team in derartig belastenden Situationen so zusammenarbeiten, dass PatientInnen emotional aufgefangen werden und eine optimale Betreuung erfahren?

LongStI CIHCIn der Praxis ist dies oft schwer zu beantworten: Die Mitteilung von Diagnose und Therapie ist eine zentrale ärztliche Aufgabe. Pflegende sind bei diesen Gesprächen i.d.R. nicht involviert, kommunizieren jedoch aufgrund ihrer Nähe und Aufgaben oft auf informeller Ebene mit PatientInnen und ihren Familien. Sie spielen somit eine moderierende, emotional stabilisierende Rolle im Versorgungsprozess. Ihre Aufgaben müssen mit der Diagnostik und Therapie koordiniert werden. In funktionierenden Teams können Missverständnisse zwischen allen Beteiligten vermieden, fehlende Informationen nachgereicht, Ängste reduziert und dem Patienten einzelne Behandlungsschritte verstehbar gemacht werden. weiter…

Thema: News & Ausschreibungen | Schreiben Sie den ersten Kommentar

„Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum…oder ist es doch eine Fichte?“

Donnerstag, 4. Dezember 2014 | Autor/in: und 

DeerminationAppAuch wenn man im Advent lieber in der warmen Stube sitzt: Die Zeit der Geländelehrveranstaltungen und Freilandpraktika in den Umwelt-, Forst- und Geowissenschaften beginnt schon in wenigen Monaten und mit ihr die Herausforderung für Lehrende wie auch Studierende, wie man die Aneignung biologischer Artenkenntnisse erleichtern kann. Eine Pflanze identifizieren zu können und zu wissen, warum sie dort wächst, wo man sie gefunden hat, ist ein unersetzliches Hilfsmittel bei der Beurteilung von Standorten und den vorliegenden Prozessen an den biotisch-abiotischen Schnittstellen der Ökosysteme. weiter…

Thema: IDA-Projekte, News & Ausschreibungen | Schreiben Sie den ersten Kommentar

Neurologie interprofessionell (LongStI – Teil 3)

Mittwoch, 5. November 2014 | Autor/in:

Moderne Lehre in der Humanmedizin sollte patientenzentriert und kompetenzorientiert sein, aber auch verschiedene Prinzipien wie z.B. Interprofessionalität vermitteln. Im Fach Neurologie spiegelt die komplexe alltägliche und interprofessionelle Versorgung von Patienten mit der akuten Erkrankung Schlaganfall und der chronischen Erkrankung Morbus Parkinson diese Konzepte sehr gut wider, so dass diese Erkrankungen eine ideale inhaltliche Basis für die Entwicklung neuer Lehrformate darstellen.

Foto: Rüdiger Buhl

Foto: Rüdiger Buhl

Im Rahmen des „LongStI“-Projektes wurden insgesamt 4 neue Seminare á 90 Minuten entwickelt: „Der Schlaganfall-Patient“ (Teil 1 und 2) und „Der Parkinson-Patient“ (Teil 1 und 2). Die Patientenzentrierung erfolgte in beiden Teilen mit Hilfe von integrierten Fallbeispielen. Durch die Darstellung der krankheitsspezifischen Stadien und damit verbundenen Probleme sollten den Studierenden neue Blickwinkel eröffnet werden. Durch die zusätzliche Vorstellung „echter“ Patienten im zweiten Teil, die sehr persönliche Schilderungen ihrer Erkrankung vermittelten und sich für Fragen der Studierenden zur Verfügung stellten, sollte neben einer Wiederholung der theoretischen Inhalte auch ein besseres Verständnis für die betroffenen Patienten und deren Belange gefördert werden. Interprofessionalität sollte durch die aktive Einbindung hochspezialisierter Pflegekräfte („Stroke-“ und „Parkinson-Nurses“) erreicht werden und eine realitätsnahe und modellhafte Darstellung der Vorteile und kritischen Punkte einer interprofessionellen Versorgung an zwei sehr unterschiedlichen Erkrankungen ermöglichen. Eine kompetenz-orientierte Ausbildung sollte neben der inhaltlichen Vermittlung von kompetenzbasierten Lernzielen auch durch eine explizite Darstellung der unterschiedlichen ärztlichen Rollen erfolgen. weiter…

Thema: News & Ausschreibungen | Schreiben Sie den ersten Kommentar