Evaluation des zweiten Durchlaufs des neuen Orientierungspraktikums (OSP) im Lehramtsstudium: Ein Beitrag zur Professionalisierung der Lehrer/innenausbildung

Mittwoch, 9. August 2017 | Autor/in:

Für alle Lehramtsstudierenden, die im WS 2016/17 mit dem polyvalenten Zwei-Fächer-Bachelorstudiengang gestartet haben, wurde im Zeitraum vom  Oktober 2016 bis April 2017 zum zweiten Mal das neue dreiwöchige OSP durchgeführt. Das OSP zielt auf eine bessere Verzahnung von universitärer Ausbildung und Praxisphasen in der Lehrer/innenausbildung ab und soll darüber hinaus den Studierenden frühzeitig die Möglichkeit geben, ihre Studien- und Berufswahlentscheidung zu reflektieren bzw. zu überprüfen. Fast 400 Studierende haben das OSP in diesem Jahr erfolgreich absolviert. Das OSP ist Bestandteil des Moduls Bildungswissenschaften und besteht aus einer Vorlesung („Einführung in die Bildungswissenschaften“), dem Praktikum sowie einem Vor- und Nachbereitungsworkshop. Inhaltlich wird es durch das Institut für Erziehungswissenschaft verantwortet und vom Zentrum für Schlüsselqualifikationen umgesetzt.  Das Konzept wurde in enger Kooperation mit den Staatlichen Seminaren für Didaktik und Lehrerbildung Freiburg (Abteilung Gymnasien, Abteilung Berufliche Schulen) und der Pädagogischen Hochschule Freiburg entwickelt.

Bereits nach dem ersten Durchlauf im WS 2015/16 gab es im Rahmen einer aufwändigen Evaluation für alle Beteiligten (Studierende, Workshopleiter/innen und praktikumsgebende Schulen) die Möglichkeit, Rückmeldungen und Anregungen zu geben. Deshalb war es nun im zweiten Durchlauf des OSP sehr interessant zu sehen, wie sich die Überarbeitungen und Optimierungen ausgewirkt haben (z.B. Reduzierung des Umfangs der Aufgabenstellungen, verstärkte Verknüpfung bildungswissenschafllicher Inhalte mit schulpraktischen Erfahrungen, Verbesserung der organisatorischen Abläufe)
Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Studierenden das Praktikum als sehr hilfreich und gewinnbringend für ihre Orientierung im Kontext des Lehramtsstudiums einschätzen. Bei den meisten Studierenden hat das OSP zu eine Bestätigung der Entscheidung für die Lehramtsoption geführt und ihre Motivation gestärkt. Einzelne denken aufgrund der Einblicke im OSP über einen Fachwechsel nach. Das OSP hat dazu beigetragen, dass Schule und Unterricht ganz konkret erleb- und erfahrbar wurden. Das Praktikum an einer der fast 200 teilnehmenden Schulen wurde sehr positiv eingeschätzt, besonders positiv fanden die Studierenden:

  • der Kontakt und die Gespräche mit den Lehrkräften in den Schulen.
  • die Möglichkeit, eigene Unterrichtseinheiten durchzuführen.
  • die Interaktion mit Schülern und Schülerinnen.
  • die Möglichkeit, einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Aufgaben und Tätigkeiten des Lehrer/innenberufs zu erhalten.
  • die gute und sehr hilfreiche Betreuung durch die Lehrkräfte an den Schulen

Optimierungsanregungen kamen von den Studierenden zum Beispiel zur Gestaltung des E-Portfolios und zum Umfang des angeleiteten Unterrichtens.
Von den 90 Schulen, die an der Online-Umfrage zur Evaluation teilgenommen haben, kam die Rückmeldung, dass fast alle Studierenden sehr motiviert und zielgerichtet in das Praktikum kamen, also deutlich besser vorbereitet waren, als dies in früheren Orientierungspraktika oftmals der Fall war. Eine Herausforderung für die Studierenden besteht aus Sicht der befragten Schulen zum Teil in der Fähigkeit zum Wechsel von der (ehemalige) Schüler/innenrolle zur neuen Lehrer/innenrolle.

Die Zusammenfassung aller Evaluationsbereiche ergibt auch für den zweiten Durchlauf des OSP in der Gesamtschau wieder ein sehr positives Bild. Erneut wurden die wesentlichen Zielsetzungen des OSP erreicht, nämlich die Reflexion und Überprüfung der Studien- und Berufswahl und die Verknüpfung von bildungswissenschaftlichen Befunden mit schulpraktischen Erfahrungen. Nicht zuletzt war auch das zweite OSP auch deshalb wieder erfolgreich, weil es die Kompetenzen vieler verschiedener Akteure in der Lehrer*innenausbildung bündelt und in einem abgestimmten Vorgehen umsetzt. Und weil die inhaltlich und organisatorisch enorm umfangreichen Abstimmungsbedarfe bzw. Absprachen sowie der Informations- und Kommunikationsfluss zwischen allen beteiligten Institutionen und Akteuren im Großen und Ganzen sehr gut funktioniert haben.

Das OSP ist aus unserer Sicht auf einem sehr guten Weg, es ist weiterhin ein innovatives Modell, das in hohem Maße zu einer Professionalisierung in der Lehrer*innenausbildung beiträgt. Genau das haben uns viele Lehrkräfte zurückgemeldet: Die Studierenden starten auf einem ganz anderen Niveau, als dies oftmals früher der Fall war, ins Praktikum: gut vorbereitet, meistens hoch motiviert, sehr zielstrebig und mit ersten bildungswissenschaftlichen Kenntnissen ausgestattet. Gerne möchten wir auch bei dem kommenden OSP Gestaltungspielräume nutzen, kontinuierlich an Optimierungen arbeiten, neue Formate entwickeln und im Gespräch und im Austausch mit allen Beteiligten bleiben.

Auf der Homepage des ZfS ist der Evaluationsbericht veröffentlicht. Für Fragen steht Ihnen gerne Herr Michael Thimm (Fachbereichsleitung OSP) zur Verfügung (Tel.: 0761-203-6894).

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Die Fachschaft – eine Institution, die in deinem Fach vieles schafft

Montag, 29. Mai 2017 | Autor/in: , und 

Über das reine Angebot an Lehrveranstaltungen hinaus bieten die Fachschaften in den verschiedenen Fächern den Studierenden Möglichkeiten zum hochschulpolitischen Engagement, Diskussionsrunden oder weiterführende Vorträge an. Die Fachschaften können damit zu einer Erweiterung und Steigerung der Qualität der Lehre und des Lehrangebots an der Universität beitragen. In der Studierendenbefragung 2016 wurden die Studierenden um eine Einschätzung der Fachschaftsarbeit gebeten. Diese Einschätzungen werden hier in die Fachschaftsarbeit während des Semesters und in die Vertretungsfunktion der Fachschaft für die Studierenden aufgeteilt.

 

Fachschaftsarbeit während des Semesters                                       

Im ersten Semester ist für die Studienanfänger_innen vieles neu: Freiburg mit seinen Bächle und Gässle, die Universität mit ihren (manchmal) hogwartsähnlichen Gängen und natürlich die Kommilitonen und Kommilitoninnen, die vielleicht zu Freunden und Freundinnen fürs Leben werden. Um deswegen nicht schon in den ersten Wochen den Kopf zu verlieren, bieten die Fachschaften eine Ersti-Betreuung an. Vier von fünf der befragten Studierenden (Quelle: Zentrale Befragung der Studierenden aus dem Sommersemester 2016 (www. uni-freiburg.de/go/stu) empfanden diese Angebote als (sehr) gut. Dies spricht zum einen für die Qualität der Betreuungsangebote durch die Fachschaft, zum anderen aber auch für einen solchen Bedarf, wird doch die Erstsemesterbetreuung in jedem Jahr aufs Neue sehr stark nachgefragt (siehe Abb. 1).

Abb. 1: Studierendenbefragungen 2016, Fragen 3.23, 3.25, 3.28: In welchem Bereich haben Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft bereits in Anspruch genommen? Wie bewerten Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft in diesen Bereichen?

Neben der einführenden Betreuung veranstalten die Fachschaften regelmäßig Fachschaftspartys, damit die Studienanfänger_innen (und auch alle höheren Semester) ins Freiburger Nachtleben eintauchen können. Dreiviertel der befragten Studierenden und Partygänger_innen erfuhren diese Partys als (sehr) gut.

Eine wahre Institution in Freiburg ist der Kaffeeverkauf durch die Fachschaften. An verschiedenen Ecken an der Universität wird Kaffee gekocht, getratscht, die Welt verändert oder – insbesondere montags oder am Tag nach der Fachschaftsparty – einfach versucht, mit offenen Augen durch den Tag zu kommen. Der Kaffeeverkauf hat eine jahrzehntelange Tradition und wird von den Studierenden dankbar angenommen: Über zwei Drittel der Studierenden sind damit zufrieden und hielten das Angebot für (sehr) gut.

Nicht nur beim Kaffeetrinken verbringen einige Studierende ihre Zeit mit Reportagen, Interviews und Berichten über alle Belange der Studierendenschaft: Sie lesen berta – das Magazin für die Studierendenschaft (siehe Abb.2) . Zwei von fünf befragten Studierenden halten das Magazin für (sehr) gut, jedoch bewertete es auch knapp jeder Dritte als (sehr) schlecht. Allerdings wurde die Frage nach dem Studierendenmagazin von vergleichsweise wenigen Studierenden beantwortet, was für einen geringen Bekanntheitsgrad des Magazins spricht.

Abb. 2: Studierendenbefragung 2016, Fragen 3.24, 3.30, 3.32: In welchem Bereich haben Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft bereits in Anspruch genommen? Wie bewerten Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft in diesen Bereichen?

Damit die Studierenden bei dem breiten Angebot an Lehrveranstaltungen nicht den Überblick verlieren und ihr Studium auch nach eigenen Interessen planen können, geben die Fachschaften ein kommentiertes Vorlesungsverzeichnis (siehe Abb. 2) heraus. Drei von fünf befragten Studierenden bewerteten diesen Service, der nicht nur den Inhalt der Vorlesungen und Seminare beschreibt, sondern auch Empfehlungen zur Belegung, zur Literatur und wichtige Hinweise zu Studien- und Prüfungsleistungen enthält, als (sehr) gut.

Wenn der Kaffee für viele zum Überlebenselixier wird, die verschiedenen Bibliotheken gefüllt sind und die Köpfe rauchen, dann ist wieder Klausurphase. Auch hier unterstützen die Fachschaften die Studierenden. Durch Vorhalten von Altklausuren, Skripten und Übungen stehen die Fachschaften den Prüflingen zur Seite. Das wird von den Studierenden stark nachgefragt und sehr geschätzt, 70% der Studierenden empfanden die Prüfungsvorbereitung (siehe Abb. 2) als (sehr) gut.

Die Fachschaft als Vertretung der Studierenden                                 

Einführung der Studiengebühren, Inklusion, Chancengleichheit oder hochschulpolitisches Engagement: Für solche Anliegen der Studierenden sind die Fachschaften die Ansprechpartner. Denn die Fachschaft kann jedem Studierenden eine Stimme geben und vertritt die (hochschul-)politischen Anliegen der Studierendenschaft (siehe Abb.3). In Belangen der Studierendenvertretung zeigt sich ein gemischtes Meinungsbild bei den Befragten: Drei von fünf Studierenden fanden die Vertretung in hochschulpolitischen Angelegenheiten (sehr) gut, 18% bewerteten die Vertretung als (sehr) schlecht und jeder fünfte enthielt sich.

Um den Studierenden den Weg zur Fachschaftssitzung zu erleichtern, soll die die Website der Studierendenvertretung  (siehe Abb. 3) erste Informationen über Termine, Treffpunkte, politische Standpunkte und geplante Aktionen der Studierendenvertretung geben. Hiermit sind die befragten Studierenden unterschiedlich zufrieden: die Hälfte der Befragten bewertete die Website als (sehr) gut, jeder fünfte hingegen als (sehr) schlecht.

Abb. 3: Studierendenbefragung 2016, Fragen 3.29, 3.31: In welchem Bereich haben Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft bereits in Anspruch genommen? Wie bewerten Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft in diesen Bereichen?

Wer sich aktiv in die Hochschulpolitik einbringen oder sich über Belange der eigenen Fachschaft informieren will, hat die Möglichkeit, die Fachschaftssitzungen  (siehe Abb. 4) zu besuchen. Dort wird diskutiert, Tagesordnungspunkte besprochen oder eine Stellungnahme zu bestimmten Themen erarbeitet. Den Ertrag dieser Sitzungen ordneten drei von fünf der befragten Studierenden als (sehr) gut ein.

Außerdem haben die Fachschaften ein offenes Ohr für die Studierenden, wenn sich während des Studiums Probleme mit Dozent_innen oder Regelungen des jeweiligen Instituts oder Seminars (siehe Abb. 4) ergeben. Auch in diesen Fällen stehen die Fachschaften mit Rat und Tat zur Seite, um das Problem zu benennen und zu lösen. Knapp 60% der Studierenden sind damit zufrieden und empfanden diese Hilfe als (sehr) gut.

Abb. 4: Studierendenbefragung 2016, Fragen 3.26, 3.27: In welchem Bereich haben Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft bereits in Anspruch genommen? Wie bewerten Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft in diesen Bereichen?

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass die Arbeit der Fachschaften in den verschiedenen Bereichen überwiegend positiv angenommen wird. Leicht unterdurchschnittlich schneiden das Magazin der Studierendenschaft, die Website der Studierendenvertretung und die Unterstützung bei Problemen mit dem Seminar ab. Besonders zufrieden sind die Studierenden dagegen mit der Ersti-Betreuung, der Versorgung mit Altklausuren und dem Kaffeeverkauf durch die Fachschaften.

Anmerkung:

Sämtliche Zahlen sind der Studierendenbefragung 2016 entnommen. Alle Werte stammen aus einer fünfstufigen Skala, die von „sehr gut“ bis „sehr schlecht“ reichte.

Die kompletten Befragungsergebnisse sind auf der Homepage der Abteilung Lehrentwicklung (www.uni-freiburg.de/go/befragungen) einsehbar. Weitere Informationen können bei den Projektkoordinatorinnen Natalie Boros und Stefanie Haas (befragung@uni-freiburg.de) eingeholt werden. Die nächsten Befragungen der Studierenden sowie der Studieneingänger_innen finden im Sommersemester 2019 statt.

Weitere Ergebnisse und News zu den Befragungen auf Facebook.

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Viel Prüfungsstoff, Balance zwischen Studium und Job und der Wunsch nach Praxis – Studienabbruch an der Universität Freiburg

Montag, 17. April 2017 | Autor/in: , und 

Im Durchschnitt beenden 23% der Studierenden in Deutschland ihr Studium nicht, in Freiburg waren es 2015 über ein Viertel (26%). Dabei brechen Studierende ihr Studium aus den verschiedensten Gründen ab. Diese finden sich auf persönlicher Ebene als auch auf institutioneller Ebene der Hochschule bzw. des Hochschulsystems (z.B. mangelnde Studieneignung oder -motivation des/der Studierenden, Abbruch als Folge unzureichender Studienbedingungen oder individueller Probleme bei der Studienfinanzierung). Eine Exmatrikuliertenbefragung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) von 2014 beleuchtet diese Gründe genauer. Sie umfasste die Themenbereiche „Zeitpunkt des Abbruchs“ (und betonte dabei die Wichtigkeit der Studieneingangsphase), die „Studienentscheidung und Fachwahl“, die „schulischen Voraussetzungen“, „Studienanforderungen und –bedingungen“, sowie Details zur „finanziellen Lage“, der „Wohnsituation“ und „demografischen Hintergrund“ der Befragten.

 

Die wichtigsten Abbruchgründe an der Universität Freiburg

Ausschlaggebende Abbruchgründe von ehemaligen Studierenden der Universität Freiburg (n=64). Angaben in Prozent. Datenquelle DZHW, eigene Darstellung.

 

Die ausschlaggebenden Abbruchsgründe können sich je nach Fach stark unterscheiden. In der Grafik sind die Angaben aus der DZHW-Studie der Abbrecher_innen der Universität Freiburg (n=64) dargestellt. Es wird deutlich, dass besonders das Themenfeld Praxisbezug/Berufsvorbereitung wichtig ist. Oft wird das Studium als theoretisch und wenig praxisbezogen kritisiert. Weiterhin scheint die Studieneingangsphase bedeutend zu sein, da viele Befragte angeben, den Einstieg in das Studium nicht geschafft zu haben oder mit falschen Erwartungen herangegangen zu sein. Abbrecher_innen beklagen eine Unvereinbarkeit von Studium und Nebenjob oder eine Überforderung durch zu viel Studien- und Prüfungsstoff oder zu hohe Studienanforderungen. Weiterhin spielen individuelle, persönliche Gründe und unzureichende Studienbedingungen eine Rolle.

Diese Gründe finden sich auch in den Antworten aus der Studierendenbefragung 2016 (n=7168) wieder. Hier gibt 1% der Befragten die Absicht, das Studium abzubrechen, an. Die Freitextantworten spiegeln vor allem den Wunsch nach mehr Praxisbezug wieder: „Die Tätigkeiten, die man nach dem Studium offen hat, sind nicht das, was ich machen möchte“ – „Hätte mehr interessante Inhalte und v.a. mehr Praxisbezug erwartet.“ – „Extreme Verschultheit des Studienganges“. Doch auch die Unvereinbarkeit von Nebenjob und Studium wird deutlich („Durch meine Arbeit, um meine Wohnung zu bezahlen, war es mir nicht möglich, meine Prüfungen mit den entsprechenden Noten zu erbringen.“) sowie eine Überforderung durch die Leistungsanforderungen im Studium („Erbringe nicht die erforderlichen Leistungen“).

Allerdings geht aus der Befragung des DZHW auch hervor, dass ein hoher Anteil der Abbrecher_innen wieder studieren würde, oft sogar an derselben Hochschule und das gleiche Fach. Weiterhin bezeichnen 34% der Abbrecher_innen das Studium (trotz Abbruch) als sinnvolle Zeit, im Vergleich zu 73% der ebenfalls befragten Gruppe der Absolvent_innen. Alles in allem sind Absolvent_innen mit ihrer jetzigen Lebenssituation zufriedener (76%), allerdings ist mit 49% der Abbrecher_innen ein hoher Anteil ebenfalls zufrieden.

Wie geht es jetzt weiter?

Da die Teilnehmerzahlen dieser Studie sehr gering waren, ist die Aussagekraft der Ergebnisse beschränkt. Sie zeigen trotzdem interessante Tendenzen auf. Um aber Abbruchsgründe nach Fachsemestern, Fächergruppen und Abschlussarten unterscheiden zu können, muss eine separate Befragung vorgenommen werden. Die Abteilung Lehrentwicklung plant zurzeit eine Exmatrikuliertenbefragung, die im Wintersemester 2017/2018 starten soll. Zweck der Befragung ist die genaue Identifikation von Motiven und Lebensumständen der Studienabbrecher_innen und Studienwechsler_innen an der Uni Freiburg sowie die Analyse der unterschiedlichen Formen und Folgen des Abbruchs um von Seiten der Universität mögliche Ansatzpunkte für weitere und spezifischere Unterstützungsmöglichkeiten zu finden.

Eine detailliertere Analyse der DZHW-Befragung zu den Abbrecher_innen an der Uni Freiburg ist hier zu finden: Bericht Abbrecherbefragung DZHW

Weitere Informationen zu den Zentralen Befragungen der Studierenden und Absolvent_innen finden Sie unter: www.uni-freiburg.de/go/befragungen

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Welchen Mehrwert generieren Zentrale Befragungen?

Mittwoch, 12. April 2017 | Autor/in: , und 

In den letzten Jahren entwickelte sich ein Trend hin zu kontinuierlichen und umfassenden Befragungen der unterschiedlichen Akteure in verschiedenen universitären Bereichen. Auch an der Universität Freiburg werden durch das Team Zentrale Befragungen der Abteilung Lehrentwicklung universitätsweite Befragungen unter Einbeziehung aller Studiengänge durchgeführt. Befragungen der gesamten Studierendenschaft, der Absolvent_innen ausgewählter Abschlussjahrgänge sowie der Lehrenden wurden bereits realisiert und werden in den kommenden Jahren kontinuierlich wiederholt. Studieneingangsbefragungen wie auch Befragungen der Exmatrikulierten befinden sich in der Vorbereitung. Somit kann der gesamte Student Life Cycle abgebildet werden (siehe Abb. 1).

Abb. 1: Zentrale Befragungen der Universität Freiburg im Student-Life-Cycle

Doch welchen Nutzen haben diese Befragungen?

Die Ergebnisse werden einerseits genutzt, um Verbesserungspotenziale in den einzelnen Studiengängen aufzudecken und Veränderungen anzustoßen. Als Beispiele von vielen sind Veränderungen in den Fachbereichen Jura und Biologie zu nennen: Im Bereich Biologie fand die Einführung einer Veranstaltung zu möglichen Berufsfeldern statt, womit darauf reagiert wurde, dass Studierende das mangelnde Angebot an Career Aktivitäten kritisierten. In der juristischen Fakultät folgte eine Reform bzgl. des Schwerpunktbereichsstudiums auf die Ergebnisse der zentralen Befragungen, da hier eine Überforderung eines Teils der Studierenden ersichtlich wurde. Weitere Beispiele für die erfolgreiche Umsetzung der aus den Ergebnissen gewonnenen Daten können im Blogeintrag der Abteilung Lehrentwicklung „Evaluationen bringen nichts? So wurden die Kritikpunkte aus den zentralen Befragungen bereits aufgenommen“ entnommen werden.

Andererseits wird durch die Befragungen ein zusätzlicher Mehrwert generiert, indem neben objektiven Kennzahlen wie bspw. der durchschnittlichen Abschlussnote weitere Indikatoren zur Erfassung von Qualität in Studium und Lehre erhoben werden. Gegenüber den Lehrveranstaltungsevaluationen ergibt sich der Zusatznutzen, dass Aussagen sowohl auf Universitätsebene (z.B. über zentrale Einrichtungen und Strukturen) als auch auf Ebene der einzelnen Lehreinheiten (z.B. bzgl. Curriculum und Ausstattung) getroffen werden und in das Qualitätsmanagement einfließen können. Die verschiedenen Indikatoren werden dabei nicht isoliert, sondern im Kontext als verschiedene, zu integrierende Perspektiven auf das Phänomen Qualität angesehen. So können objektive Kennzahlen mit den Informationen, die in den Befragungen gewonnenen wurden, angereichert werden, wodurch sich neue Interpretationsspielräume ergeben.

Durch die Befragung der unterschiedlichen Akteursgruppen kann zudem ein Großteil der drei hochschulrelevanten Qualitätsbereiche (Prozess-, Struktur- und Zielqualität) abgedeckt werden. Bei den verschiedenen Akteur_innen liegen aufgrund ihrer jeweiligen Rolle unterschiedliche Auffassungen zur Definition und Operationalisierung von „Qualität“ vor. Hieraus ergibt sich die Chance, alle Perspektiven im Sinne des Stakeholderansatzes einzuholen und somit neue Ansatzpunkte für Verbesserungen aufzudecken, die sich erst durch die verschiedenen Verständnisse einer qualitativ hochwertigen Lehre ergeben. Studierende können erfahrungsgemäß als Expert_innen für die Prozessqualität der Universität angesehen werden. Sie können bspw. die Studien- und Lehrorganisation, die Arbeitslast sowie Vermittlungsformen in der Lehre sehr genau beurteilen. Durch die Studieneingangsbefragungen können insbesondere das Bewerbungsverfahren sowie die Beratungsangebote im Vorfeld bewertet werden. Anhand der Exmatrikuliertenbefragungen ist bspw. ersichtlich, ob hohe Abbruchsquoten eines Studiengangs eher auf persönliche Gründe der Abbrecher_innen (z.B. Umorientierung) oder eher auf strukturelle Gründe, die einen Handlungsbedarf aufzeigen (bspw. defizitäre Studierbarkeit und Organisation des Studiengangs) zurückzuführen sind. Der Befragung von Absolvent_innen ist ein besonderer Stellenwert einzuräumen, da diese die aussagekräftigste Bewertung zur Ergebnisqualität der Universität, wie bspw. Aussagen über die Employability, d.h. darüber, wie gut Absolvent_innen nach dem Abschluss für die Berufswelt und den Arbeitsmarkt gerüstet sind, ermöglicht. Die Studienzufriedenheit kann sowohl allgemein als auch bezogen auf verschiedene Teilaspekte wie z.B. der Betreuung durch Lehrende, in allen vier Gruppen (Studieneingänger_innen, Studierende, Absolvent_innen und Exmatrikulierte) erhoben und somit über den gesamten Student Life Cycle hinweg abgebildet werden.

Um die Ergebnisse in Zukunft noch stärker zu nutzen, wird in der Abteilung Lehrentwicklung im Rahmen des Pilotprojekts „Freiburger Forum Dialogkultur“ seit 2017 ein begleiteter Folgeprozess entwickelt, der zu einer langfristigen Evaluationskultur beitragen soll. Auf zentraler Ebene wurde als Folge der Erhebungen 2014 eine Klausurtagung in Abstimmung mit der Senatskommission Studium und Lehre abgehalten, in der unerwartete Ergebnisse und Good-Practice-Beispiele vorgestellt sowie Verbesserungsmöglichkeiten angeregt wurden. Durch die Anwesenheit von Vertretern beinahe aller Fakultäten, Mitgliedern der Senatskommission für Studium und Lehre sowie der Prorektorin Frau Prof. Dr. Besters-Dilger wurde deutlich, dass die Ergebnisse von hohem Interesse für die verschiedenen am Qualitätsprozess beteiligten Akteure sind.

Weitere Informationen zu den Zentralen Befragungen erhalten Sie unter http://www.uni-freiburg.de/go/befragungen.

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Befragungsinstrumente der Abteilung Lehrentwicklung

Freitag, 31. März 2017 | Autor/in:

Die Abteilung Lehrentwicklung bearbeitet Grundsatzfragen zur Weiterentwicklung von Studium und Lehre an der Universität Freiburg – so weit, so gut. Aber was bedeutet das im Detail? Um einige der zentralen Tätigkeiten der Abteilung genauer zu skizzieren, liegt nun ein Informationsblatt vor.

Neben einem Aufriss über die grundsätzlichen Zuständigkeiten des Arbeitsbereichs liegt der Fokus des Faltblatts auf den Befragungsinstrumenten, die der Universität Freiburg über die Abteilung Lehrentwicklung zur Verfügung stehen: die Zentralen Befragungen, der Zentrale Evaluationsservice und das Projekt FORUM. Das Faltblatt unterscheidet die Anwendungsbereiche, Inhalte und Ziele dieser Befragungsinstrumente klar, um einen schnellen Überblick über die Bandbreite der Verfahren zu geben. So werden sowohl die gemeinsame Stoßrichtung als auch insbesondere die spezifischen Nutzwerte der Instrumente deutlich.

Hier finden Sie das Informationsblatt!

Für weitergehende Informationen über die Abteilung Lehrentwicklung besuchen Sie gerne unsere Website.

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Let’s talk! Qualitative Evaluation von Studium & Lehre

Dienstag, 21. Februar 2017 | Autor/in: und 

In der Abteilung Lehrentwicklung hat ein neues qualitatives Evaluationsprojekt begonnen. Dieses Projekt heißt FORUM und zielt auf die Entwicklung von Folgeprozessen aus Evaluationen im Bereich Studium und Lehre. Derzeit suchen wir interessierte Fachbereiche, die am Projekt teilnehmen wollen.

Bild: Joachim Hirschfeld

Oft werden quantitative Evaluationsmethoden (z.B. Zentrale Befragungen, Zentraler Evaluationsservice) angewendet, um eine solide Datenbasis des Status quo der Qualität von Studium und Lehre zu ermitteln. Hierbei tritt immer deutlicher eine qualitative Lücke zu Tage: Die Möglichkeit in die Tiefe zu blicken und komplexe Sachverhalte und Zusammenhänge zu diskutieren ist oft bei quantitativen Fragebogendesigns nicht möglich. Hier setzen wir beim Projekt FORUM an, nutzen diese solide Datenbasis und setzen gemeinsam den Fokus.

Das Projekt FORUM zielt auf die Weiterentwicklung der Lehr- und Studienqualität. Quantitative und qualitative Daten werden in einem strukturierten Verfahren analysiert und miteinander in Beziehung gesetzt, um Handlungsoptionen mit allen Evaluationsbeteiligten zu erarbeiten.

Wir führen Interviews und Gruppendiskussionen mit Studierenden, Lehrenden und Studiengangverantwortlichen durch und werten diese anschließend aus. Die Ergebnisse fassen wir (mit quantitativen Befragungsdaten) in einem Bericht zusammen und stellen sie allen Beteiligten zur Verfügung. Nun findet ein informiertes Gespräch mit allen Interessierten des Fachbereichs statt, bei dem gemeinsam Handlungsoptionen erarbeitet werden.

Der Mehrwert für die teilnehmenden Fächer ist, dass

  • Themen in ihrer Komplexität erfasst und differenziert diskutiert werden können,
  • Aussagen in einen Kontext gebettet werden (Hintergründe, Erklärungen und Motive werden diskutiert),
  • bei der Evaluation eine Fach- und gruppenorientierte Multiperspektivität gewährleistet wird und
  • die Evaluation in einer offenen Interaktion stattfindet, d.h. eigene Themen können eingebracht werden.

Oft sind qualitative Evaluationsmethoden mit einem hohen Arbeitseinsatz verbunden, was durch die Zusammenarbeit mit der Abteilung Lehrentwicklung deutlich abgefedert wird. Mittels der Finanzierung des Projekts aus dem Qualitätspakt Lehre stehen wir den Teilnehmer_innen als Projektteam für die Projektlaufzeit bis 2020 als tatkräftige Unterstützung zur Seite. Sprechen Sie uns an!

Kontakt
Abteilung Lehrentwicklung
Katharina Schneijderberg, M.A. (Katharina.Schneijderberg@zv.uni-freiburg.de)
Tel.: 0761 – 203 67578
Oliver Hafner, M.A. (Oliver.Hafner@zv.uni-freiburg.de)
Tel.: 0761 – 203 67576
Homepage: http://www.lehrentwicklung.uni-freiburg.de/projekte/Forum/

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Wie ergeht es unseren Absolvent_innen eineinhalb Jahre nach dem Abschluss?

Dienstag, 13. Dezember 2016 | Autor/in: , und 

Foto: Julia Müller

Die Abteilung Lehrentwicklung der Universität Freiburg führte 2015 zum dritten Mal die Befragung der Absolvent_innen im Rahmen des Kooperationsprojekts Absolventenstudien (KOAB) durch. Dies geschah in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Zentrum für Hochschulforschung (INCHER), sowie dem Institut für angewandte Statistik (ISTAT). Neben der Befragung der Studierenden stellt die Befragung der Absolvent_innen einen wichtigen Bestandteil der Zentralen Befragungen dar, weil die Absolvent_innen die einzige Zielgruppe ist, die ihr Studium bereits retrospektiv und vor allem mit dem Fokus auf die Beschäftigungssuche und dem Beginn des Berufslebens beurteilen kann.

Die Befragung der Absolvent_innen fand als Vollerhebung statt, d.h. alle knapp 4.000 Absolvent_innen des Abschlussjahres 2014 (Wintersemester 2013/2014 und Sommersemester 2014) waren zur Teilnahme aufgerufen. Dieses Abschlussjahr wurde gewählt, weil die Absolvent_innen zum Befragungszeitpunkt gerade mindestens ein bzw. maximal zwei Jahre die Universität verlassen hatten und sich somit einerseits noch gut an das Studium erinnern können, andererseits aber bereits erste Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt machen konnten.

Insgesamt wurde der Fragebogen von 1783 Absolvent_innen komplett ausgefüllt, was einer beachtlichen Rücklaufquote von 48% entspricht. Unter den Teilnehmer_innen waren jeweils genügend Absolvent_innen jeder Abschlussart (Bachelor, Master, Lehramt, Staatsexamen, Diplom, Magister Artium und Promotion) vertreten, um gesonderte Auswertungen durchzuführen. Ebenfalls wurden die Daten nach 31 einzelnen Lehreinheiten der Universität ausgewertet, die restlichen 11 Lehreinheiten wurden aus Datenschutzgründen unter „Sonstige“ zusammengefasst. Dies ermöglicht es in vielen Bereichen, fachbezogene Rückschlüsse zu ziehen und damit verbunden gegebenenfalls Handlungsbedarf zu identifizieren. Durch die Befragung der Absolvent_innen soll das Studium vor allem im Hinblick auf die Qualität der Vorbereitung auf das Berufsleben evaluiert werden, wodurch wertvolle Ansätze für Entwicklungspotenziale aufgedeckt werden können.

Nachfolgend werden einige zentrale Ergebnisse dargestellt. Hierbei werden entweder Prozentzahlen oder gerundete Werte der Antwortkategorien „sehr gut“ und „gut“ (der verwendeten fünfstufigen Skala) zusammengefasst.

Studienverlauf

Im Durchschnitt wurden alle Studienabschlüsse im (sehr) guten Notenbereich abgelegt (1,8). Abgesehen von Diplom- und Magisterabsolvent_innen (11% bzw. 31%) hat knapp die Hälfte aller Absolvent_innen (45%) ihr Studium in der vorgesehenen Regelstudienzeit beendet.

Mehr als ein Drittel (38%) aller Absolvent_innen kann bereits auf Auslandserfahrungen (sowohl Studiensemester als auch Praktika) zurückblicken, welche ausnahmslos während des Studiums gesammelt wurden. Der Verzicht auf Auslandserfahrung (62% der Teilnehmenden) wird vor allem durch die Verlängerung des Studiums (43%), finanzielle Gründe (36%) sowie das nicht vorhandene persönliche Interesse (35%) begründet (Mehrfachantwort möglich).

Retrospektive Bewertung des Studiums

Da die Befragten ihr Studium zum Befragungszeitpunkt bereits abgeschlossen hatten, können sie rückblickend das Studium als Ganzes bewerten.
Zwei Drittel (64%) aller Absolvent_innen bewertet die Ausstattung der Universität sowie die Studienorganisation als (sehr) gut. Auffällig ist hierbei, dass sich bei Diplomstudierenden im Vergleich zu allen anderen Abschlussarten der größte Anteil für eine (sehr) gute Ausstattung (77%), gleichzeitig aber der geringste Anteil für eine (sehr) gute Studienorganisation (47%) ausspricht.
Knapp zwei Drittel (61%) der Absolvent_innen bescheinigt ihrem abgeschlossenen Studium (sehr) gute Lehrinhalte, die Hälfte (51%) (sehr) gute Betreuung bzw. Beratung durch die Lehrenden. Eine starke Abweichung zeigt sich jedoch bezüglich der Betreuung im Staatsexamen (ohne Lehramt), die nur von gut einem Viertel (27%) als (sehr) gut bewertet wird.
Weniger überzeugt sind die Absolvent_innen von der Praxisorientierung: lediglich ein gutes Viertel der Befragten (28%) bewertet diese als (sehr) gut. Die Career Aktivitäten der Universität wurden nur von 9% aller Absolvent_innen als (sehr) gut bewertet.
In der Gesamtbetrachtung ergeben sich gute Ergebnisse: Drei Viertel aller Absolvent_innen der Uni Freiburg (75%) gaben eine (sehr) hohe Zufriedenheit mit ihrem Studium an.

Abb. 1: Frage D9: Wie zufrieden sind Sie aus heutiger Sicht mit Ihrem Studium an der Universität Freiburg insgesamt?

Rückblickend würden sich gut zwei Drittel (69%) wieder für denselben Studiengang und gut drei Viertel (79%) wieder für die Universität Freiburg entscheiden.

Abb. 2: Frage D10: Wenn Sie – rückblickend – noch einmal die freie Wahl hätten, würden Sie denselben Studiengang wählen?; Frage D10: Wenn Sie – rückblickend – noch einmal die freie Wahl hätten, würden Sie dieselbe Hochschule wählen?

Neben der  Bewertung der Studienqualität sind Aussagen über die Beschäftigungssuche nach dem Studium sowie die anschließende Erwerbsarbeit Themen, die nur über die Zielgruppe der Absolvent_innen erhoben werden können.

Beschäftigungssuche

Nach dem Abschluss begab sich mit Ausnahme der Bachelor-Absolvent_innen (41%) ein Großteil der Absolvent_innen der anderen Abschlussarten (68%-93%) auf Beschäftigungssuche, wovon wiederum knapp die Hälfte (49%) innerhalb von ein bis drei Monaten die erste Stelle erhielt. Bei lediglich 4% dauerte die Suche länger als ein Jahr.

Abb. 3: Frage F02: Wie viele Monate hat Ihre Suche nach einer ersten Beschäftigung insgesamt gedauert (mit Beschäftigung sind keine vorübergehenden, studienfernen Jobs zum Geldverdienen gemeint; allerdings zählen bezahlte berufliche Ausbildungen wie Referendariat, Facharztausbildung u. Ä. auch als Beschäftigungsverhältnis)?

Erwerbsarbeit

Zum Befragungszeitpunkt, ungefähr eineinhalb Jahre nach Studienabschluss sind etwa ein Drittel (35%) aller Absolvent_innen (n= 1.466) ausschließlich erwerbstätig, bei den Master- und Diplomabsolvent_innen sogar knapp die Hälfte (je 49%). Allerdings befindet sich beinahe die Hälfte der Bachelorabsolvent_innen (47%) ausschließlich in Ausbildung, weitere 27% sind gleichzeitig erwerbstätig und in Ausbildung. Somit bemühen sich drei Viertel der Bachelorabsolvent_innen um einen höheren Abschluss, um ihre Berufschancen zu erhöhen.

Von der Untergruppe derjenigen Absolvent_innen, die ausschließlich erwerbstätig sind (35% von n=1466; entspricht 461 Absolvent_innen), d.h. nicht gleichzeitig eine weitere Ausbildung erlangen, sind mehr als zwei Drittel (69%) in Vollzeit beschäftigt, etwa die Hälfte (49%) konnte eine unbefristete Arbeitsstelle finden. Der Großteil der rein erwerbstätigen Absolvent_innen (77%) schätzt ihre Beschäftigung zum Befragungszeitpunkt als niveauadäquat ein; Beinahe ebenso viele (75%) übernehmen in ihrem Beruf studienfachnahe berufliche Aufgaben.

Abb. 4: Frage I05: Inwieweit sind Sie mit Ihrer beruflichen Situation insgesamt zufrieden?

Je klarer die spätere Erwerbsarbeit auf das Studium zugeschnitten zu sein scheint, desto höher ist die Berufszufriedenheit: Knapp zwei Drittel (62%) gaben an, (sehr) zufrieden mit ihrem Beruf zu sein, wobei dieser Wert bei Lehramtsabsolvent_innen und Absolvent_innen, die mit dem Staatsexamen abgeschlossen haben, besonders hoch ist (81% bzw. 71%), während er bei Magister- und Bachelorabsolvent_innen vergleichsweise gering ist (44% bzw. 50%). Bei den beiden ersten Abschlussarten ist bereits bei Studienbeginn das spätere Berufsfeld vergleichsweise klar, während bei einem Master-, Bachelor oder Magisterstudium häufig sehr viele verschiedene Berufe in Frage kommen.

Über alle Lehreinheiten hinweg ist knapp die Hälfte (49%) aller Absolvent_innen im öffentlichen Bereich beschäftigt, ein geringer Anteil (9%) bei Organisationen ohne Erwerbscharakter und der Rest (42%) im (privat-)wirtschaftlichen Bereich.

Die Abteilung Lehrentwicklung arbeitet seit dem Ende der Feldphase an der ausführlichen Auswertung der Ergebnisse, die teilweise sogar noch bis auf die Ebene einzelner Studiengänge erfolgte. Somit kann in den einzelnen Studienbereichen und –fächern nun eine detaillierte Analyse und Interpretation der Ergebnisse erfolgen, wodurch dort Handlungsbedarfe und Entwicklungspotenziale aufgedeckt werden können. Die nächste Befragung der Absolvent_innen findet voraussichtlich 2018 statt, vermutlich gepaart mit der erstmaligen Befragung der Studienabbrecher_innen bzw. Exmatrikulierten.

Den Tabellenband (beinhaltet alle Ergebnisse in Tabellenform) der Befragung der Absolvent_innen 2015 nach Abschlussart oder Lehreinheit und weitere Informationen können Sie aus dem Universitätsnetz (IP-Filter) herunterladen: http://www.uni-freiburg.de/go/befragungen

Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Absolvent_innen, die an der Studie teilgenommen haben und uns somit eine so genaue Auswertung ermöglicht haben!

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Über kritisches Denken, Lernenthusiasmus und Wohnen in Freiburg

Mittwoch, 16. November 2016 | Autor/in: , und 

ZentraleBefragungen20160307Im Sommersemester 2016 hat die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg die immatrikulierten Studierenden aller Fachrichtungen erneut zu deren Meinung über ihre Universität, ihre Dozent_innen, sowie über Aspekte rund um ihr Studium befragt. 31% (n=7168) der Studierenden nahmen an der Befragung teil. Wie die Stimmung in Freiburgs Universität wahrgenommen wird, zeigen folgende Daten.

Betreuung

Wie steht es beispielsweise um die Qualität der Betreuung der Studierenden durch die Lehrenden? Studentenstädte sind oft Schmelztiegel junger Menschen unterschiedlichster Heimatstädte in und außerhalb von Deutschland. Für 65% (gerundeter Prozentsatz der Befragten, die die Stufen eins und zwei einer fünfstufigen Skala ankreuzten) der Befragten fiel die Studienortwahl unter anderem deshalb auf Freiburg, weil ihnen der gute Ruf der Hochschule bzw. der Dozent_innen (sehr) wichtig ist. Nun stellt sich die Frage, ob jene Erwartungen enttäuscht wurden? Mitnichten sagen 59% aller Befragten, dass die Betreuung der Studierenden durch die Lehrenden an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (sehr) gut ist. 77% der Befragten geben an, dass die Erreichbarkeit der Lehrenden in Sprechstunden (sehr) gut ist. 85% sind (sehr) zufrieden mit dem Ertrag aus Sprechstundenbesuchen, 87% mit dem Ertrag aus Gesprächen mit ihren Dozent_innen außerhalb ihrer Sprechstunde und 84% mit dem Ertrag aus Emailkonversationen.

Kritisches Denken

Die Fähigkeit, kritisch zu denken, ist in Zeiten der Informationsflut durch die Möglichkeiten neuer digitaler Medien unerlässlich. Sie befähigt dazu, selbstständig zu denken, Informationen zu prüfen und kognitive Fehlschlüsse zu minimieren. Auch 93% der Befragten geben an, dass ihnen die Förderung kritischen Denkens (sehr) wichtig ist. 51% der Befragten beurteilen, dass sie in ihrem bisherigen Studium an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg in ihrem kritischen Denken (sehr) stark gefördert worden sind (siehe Abb. 1).

Abb.1: Fragen 7.13, 7.20, 7.21 „Bitte geben Sie an, inwieweit Sie durch Ihr bisheriges Studium in den folgenden Aspekten gefördert worden sind.“

Sozialleben

Welche Schwierigkeiten die Studierenden haben, auch dem wollte die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg auf den Grund gehen. Tatsächlich zeigt sich jedoch, dass es um das soziale Leben in der Universität Freiburg recht gut steht: 72% der Befragten haben  (eher) keine Schwierigkeiten, Kontakt zu anderen Studierenden aufzubauen (siehe Abb. 2). 70% macht auch eine eventuelle Konkurrenz unter den Studierenden  (eher) keine Schwierigkeiten. Auch bereitet eine eventuelle Benachteiligung von Studierenden durch Lehrende 77% der Befragten (eher) kein Kopfzerbrechen. 64% empfinden zudem eventuell überfüllte Lehrveranstaltungen als unproblematisch. Den Daten zufolge bereitet das Sozialleben in der Uni den Freiburger Studierenden kaum Schwierigkeiten.

Abb. 2: Fragen 7.25, 7.26, 7.32, 7.33, 7.36 „Die Studiensituation wird von Studierenden unterschiedlich erlebt. Was bereitet Ihnen persönlich Schwierigkeiten?“

Begeisterung versus Belastung

53% aller Befragten geben allerdings an, dass die Arbeitsbelastung durch die Stoffmenge (zu) hoch ist. 42% empfinden ihn als befriedigend hoch. Demgegenüber steht jedoch, dass 65% angeben, dass sie (eher) keine Schwierigkeiten haben, sich für ihr Fach zu begeistern und sich mit ihm zu identifizieren.

Auslandsaufenthalte

Wie realitätsgetreu ist die mit dem Bologna-Prozess intendierte Mobilität innerhalb Europas? Die Beratung zu Auslandsaufenthalten empfinden zwar 53% als (sehr) zufriedenstellend. 57% haben jedoch (eher) große Schwierigkeiten damit, dass Auslandsaufenthalte nicht ohne zeitliche Verzögerung möglich sind. Tatsächlich wählen 21% den Weg ins Ausland nicht, weil es eine Studienzeitverlängerung mit sich bringt. 20% scheuen ihn, weil es eine zu hohe finanzielle Belastung bedeutet.

Wahlmöglichkeiten

Flexibilität kann nicht nur räumlich von Vorteil sein, sondern auch, was die Wahl der Module angeht. Diesbezüglich zeigen die Befragungsergebnisse, dass es Unterschiede in den Bewertungen der Wahlmöglichkeiten der Module bezüglich unterschiedlicher Studierendengruppen gibt. So beurteilen Medizin- und Pharmaziestudierende mit dem Abschlussziel Staatsexamen die Wahlmöglichkeiten ihrer Module im Schnitt sehr viel kritischer als Bachelor-, Lehramts- und Masterstudierende. Im Durchschnitt bewerten sie die Wahlmöglichkeiten auf einer fünfstufigen Skala mit einer 4,1 (1=sehr gut, 5=sehr schlecht), während Master- und Lehramtsstudierende sie im Schnitt mit einer 2,7 bewerten, Bachelorstudierende mit einer 2,8.

Praxisbezug

Studieren um des Studierens Willen? 45% geben an, dass ihre praktische Fähigkeiten, sowie die Fähigkeit, eine Beschäftigung zu erlangen und zu behalten, in ihrem Studium bisher gar nicht bzw. nicht gefördert worden sind. 24% meinen dagegen, dass jene Beschäftigungsfähigkeit (sehr) stark gefördert worden ist. Dass sich die Studierenden über den Praxisbezug ihres Studiums nicht ganz einig sind, zeigen die nahezu gleich großen blauen Säulen in der folgenden Grafik (siehe Abb. 3).

Abb. 3: Frage 4.36 „Wie sind diese Aspekte in Ihrem Studiengang bzw. ersten Hauptstudienfach / Kernfach umgesetzt?“

Wohnsituation

Zu guter Letzt ist interessant zu wissen, ob das allseits bekannte Klischee, dass die Wohnungssituation in Freiburg den Studierenden so große Probleme bereitet, wahrheitsgetreu ist. Tatsächlich geben 61% der Befragten an, mit der Wohnungssituation, wie beispielsweise mit den Mietkosten, (überhaupt) nicht zufrieden zu sein. Nur 21% empfinden die Wohnungssituation als befriedigend,  18% sind (sehr) zufrieden.

Kontakt

Die kompletten Befragungsergebnisse sind auf der Homepage der Abteilung Lehrentwicklung (www.uni-freiburg.de/go/befragungen) einsehbar. Weitere Informationen können gerne bei den Projektkoordinatorinnen Natalie Boros und Katharina Schneijderberg (befragung@uni-freiburg.de) eingeholt werden. Die nächsten Befragungen der Studierenden, sowie der Studieneingänger_innen finden im Sommersemester 2019 statt.

 

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Vorlesungszeit ist Evaluationszeit – der ZES startet ins neue Semester

Mittwoch, 19. Oktober 2016 | Autor/in: und 

Mit Beginn des Wintersemesters 2016/17 am 17. Oktober hat auch der Zentrale Evaluationsservice (ZES) der Abteilung Lehrentwicklung seine Vorbereitungen für die Semesterevaluation wieder aufgenommen. Mit diesem zentralen Service bietet die Universität den Fakultäten die Möglichkeit, Evaluationen zeitnah und (teil-)automatisiert durchzuführen. Egal, ob Lehrveranstaltungs- oder Modulevaluation – der ZES unterstützt die Evaluationseinheiten bei der nachhaltigen Weiterentwicklung der Lehr- und Studienqualität. Seit dem Wintersemester 2014/15 durchgängig angeboten, haben im akademischen Jahr 2015/16 bereits 35 Evaluationseinheiten aus 13 Fakultäten – darunter das University College Freiburg (UCF), das Zentrum für Schlüsselqualifikationen (ZfS) sowie das Zertifizierungsprogramm „English Medium Instruction“ (EMI) – am zentralisierten Evaluationsverfahren teilgenommen.

Der Kernfragebogen der Universität Freiburg

Der Kernfragebogen der Universität Freiburg

Der ZES dient der Entlastung und Unterstützung der Fakultäten bei der quantitativen Lehrveranstaltungsevaluation. Der Service umfasst die komplette administrative Durchführung der Lehrveranstaltungsevaluationen – angefangen bei der Umfrageerstellung über die Durchführung bis hin zur Auswertung und Ergebnisberichtserstellung und -bereitstellung. Ausgeführt gemäß der Evaluationsordnung der Universität, kann die Evaluation sowohl papier- als auch onlinebasiert durchgeführt werden – und zwar in Form sowohl einer Teil- als auch einer Vollerhebung. Unterstützt wird die Evaluation von einem universitätsweiten Kernfragebogen, der innerhalb der jeweiligen Fakultät beziehungsweise Evaluationseinheit um bis zu sieben individuelle Fragen und/oder Freitextfeldern ergänzt werden kann.

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Vorbereitungen für die Papierevaluation

Bei einer Papierevaluation werden die Fragebögen – das wird ein Großteil der Lehrenden sowie Studierenden bereits kennen – in den Lehrveranstaltungen ausgegeben und anschließend wieder eingesammelt. Der ZES erstellt und druckt die Fragebögen bei der Universitätsdruckerei. Nach der Evaluation werden diese in der Abteilung Lehrentwicklung mit einem Hochleistungsscanner eingescannt und ausgewertet. Die Evaluationsergebnisse liegen für gewöhnlich zwischen drei und fünf Tagen nach Durchführung der Papierevaluation vor.

Noch schneller gestaltet sich die Onlineevaluation. Sie erfolgt über die E-Mail-Adressen der Studierenden. Per Zeitsteuerung werden die Umfragen geöffnet und – nach Ablauf der Frist – wieder geschlossen. Der Ergebnisbericht wird anschließend sofort (automatisch) verschickt, so dass die Ergebnisse den Lehrenden sowie den Evaluationseinheiten sehr zeitnah vorliegen. Das Ziel: Die Ergebnisse sollen den Studierenden spätestens in der letzten Semesterwoche rückgemeldet und gemeinsam besprochen werden.

Zeitplan für das Wintersemester 2016/17

Zeitplan für das Wintersemester 2016/17

Grundsätzlich sind alle Studentinnen und Studenten der Universität Freiburg zur Teilnahme an der Evaluation eingeladen, um sich auf diese Art und Weise aktiv an der Verbesserung und Weiterentwicklung von Lehre und Studium zu beteiligen. Sorgen um den Schutz ihrer Daten brauchen sie sich hierbei nicht zu machen: Die Anonymität der Angaben ist gewährleistet. Auch der gesamte Datenaustausch mit den Evaluationseinheiten erfolgt über einen geschützten, universitätsinternen Server.

Für das Wintersemester 2016/17 sieht der Zentrale Evaluationsservice einen Evaluationszeitraum vom 11. Januar bis 1. Februar vor. Erstmalig werden im kommenden Semester Sprachkurse des SLI mit dem ZES evaluiert und auch das neu reformierte Lehramt wird mithilfe des ZES genauer unter die Lupe genommen: Bereits zum zweiten Mal werden die Rückmeldungen im Orientierungspraktikum, das alle angehenden Lehrerinnen und Lehrer zu Beginn ihres Studiums durchlaufen, zentral erhoben. So kann der ZES auch im beginnenden Wintersemester zur stetigen Weiterentwicklung der Qualität von Studium und Lehre beitragen und die Fakultäten und Fachbereiche in Ihrer Arbeit nachhaltig entlasten.

 

Mehr Informationen zur Arbeit des ZES finden alle Interessierten Leserinnen und Leser hier.

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Feldphase der Zentralen Befragungen endet mit dem Sommersemester „und was passiert mit den Ergebnissen?“

Mittwoch, 10. August 2016 | Autor/in: , und 

Im vergangenen Winter- und Sommersemester fanden erneut Zentrale Befragungen zum Thema Studium und Lehre an der Albert-Ludwigs-Universität statt. Befragt wurden Absolvent_innen und alle eingeschriebenen Studierenden.

Das Befragungsteam Bild: Oliver Hafner

Das Befragungsteam
Bild: Oliver Hafner

Die Beteiligung an den Umfragen war außerordentlich hoch, hierfür bedankt sich das Befragungsteam der Abteilung Lehrentwicklung herzlich bei allen Teilnehmenden! Die Rücklaufquote bei der Absolvent_innenbefragung lag bei 48 % und bei der Studierendenbefragung erreichte sie 31%. Somit konnten wieder detaillierte Ergebnisauswertungen auf Fachebene erstellt werden. Weil bei den Teilnehmenden häufig die Frage aufkam, was denn nun mit den Ergebnissen geschehe, werden im Folgenden Antworten auf diese Frage gegeben.

Erste Ergebnisse aus den Befragungen

Dank der vielen Rückmeldungen ist jetzt der Grundstein für eine detaillierte Auswertung der Ergebnisse gelegt. Diese Auswertung erfolgt derzeit auf Hochtouren in der Abteilung Lehrentwicklung. Das Befragungsteam stellt die Ergebnisse zeitnah und so detailliert wie möglich den verantwortlichen Gremien und Personen in den Fachbereichen sowie der universitären Öffentlichkeit – und damit auch den Befragten – zur Verfügung. Bei der Ergebnispräsentation behält die Anonymität der Befragten oberste Priorität.
Bei den Auswertungen zeichnet sich beispielsweise ab, dass knapp über die Hälfte der Absol-vent_innen ihre im Studium erworbenen Qualifikationen bei den beruflichen Aufgaben in „sehr hohem“ oder „hohem Maße“ einbringen können. Hohe Zufriedenheit mit dem Studium gaben retrospektiv 75% der Absolvent_innen und 72% der Studierenden an. Knapp 60% der Studierenden schätzten das Engagement der Lehrenden als sehr gut bis gut ein. Jedoch beurteilten 16% der Teilnehmenden der Befragung der Studierenden ihre Arbeitsbelastung im Studium als „zu hoch“. Über ein Drittel der Studierenden kritisierte die Verfügbarkeit von Räumen für eigenständiges Lernen und äußerte, dass Auslandaufenthalte oft nur mit zeitlicher Verzögerung des Studiums durchführbar sind.

Der Analyseprozess auf Universitätsebene

Nach der Aufbereitung der Ergebnisse werden diese zuerst den Studiendekan_innen der jeweiligen Fächer überreicht, damit die Ergebnisse fachnah in den Studienkommissionen analysiert und bewertet werden können. In den Studienkommissionen sind Vertreter_innen aller für die Lehre relevanten Akteur_innen versammelt. Sie sind in der Regel am besten über die Lehre in den entsprechenden Fächern informiert und sind verantwortlich für die Qualitätssicherung und -entwicklung in den jeweiligen Fachbereichen. Aus diesen Gründen soll eine Bewertung der Ergebnisse auf dieser Fachebene (und nicht etwa zentral) erfolgen und im Anschluss Handlungsoptionen aufgezeigt werden. Die universitätsweiten Gesamtberichte der Befragung der Absolvent_innen und der Studierenden können ab September auf der Homepage der Abteilung Lehrentwicklung im PDF-Format heruntergeladen werden.

Das Team der Zentralen Befragungen erhofft sich mit dem hier skizzierten Weg einen konstruktiven Analyseprozess, der einen Austausch über die Qualität der Lehre an der Universität anstößt, zur Weiterentwicklung anregt und mittelfristig für noch mehr zufriedene Universitätsmitglieder sorgt.

Herzlichen Glückwunsch

Abschließend herzlichen Glückwunsch an alle per Email informierten Gewinner_innen unserer vielen Preise beim Gewinnspiel der Befragung der Studierenden. Die Hauptpreise (iPhone und Tandemsprung) wurden – wie auf den Fotos abgebildet – bereits von Julia Müller und Natalie Boros überreicht.
PreisBefragungen1Tandemsprung

Weitere Informationen:
https://www.lehrentwicklung.uni-freiburg.de/projekte/befragungen

Kontakt:
Natalie Boros und Katharina Schneijderberg
Abteilung Lehrentwicklung
Tel.: 0761/203-67578
E-Mail: befragung@uni-freiburg.de

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