Zentrale Modulevaluation – Aufbruch in neue Weiten der Evaluation

Freitag, 17. April 2015 | Autor/in:

„Modularisierung ist die Zusammenfassung von Stoffgebieten zu thematisch und zeitlich abgerundeten, in sich abgeschlossenen und mit Leistungspunkten versehenen abprüfbaren Einheiten.“*

214 Bild von Monika InselDie Umstellung der Studiengänge im Sinne der Modularisierung ist an der Universität Freiburg erfolgreich abgeschlossen. Aber ist uns die Modularisierung gelungen und konnten `thematisch und zeitlich abgerundete` Einheiten gebildet werden? Sind unsere Modulabschlussprüfungen dazu geeignet, die Modulinhalte abzuprüfen? Wie kann eine Überprüfung erfolgen und wie können Verbesserungspotentiale identifiziert werden? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigten sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe Modulevaluation im vergangen Wintersemester unter der Leitung der Zentralen Evaluationsbeauftragten Monika Schiffert.

Ziel der AG war es ein Konzept zu entwickeln, um durch studentisches Feedback Antworten auf diese Fragen zu erhalten. Vertreter/innen von interessierten Fakultäten haben sich zu einer AG zusammengefunden, um ein solches Konzept für eine Modulevaluation in einem standardisierten Verfahren unter Einsatz eines passgenauen Evaluationsinstruments zur Umsetzung der Evaluation mit EvaSys zu entwickeln. Die Modulevaluation soll dazu dienen, Stärken und Schwächen der im Rahmen der Bologna-Umstellung eingeführten Modulen zu identifizierten und passgenaue Verbesserungsmaßnahmen zu entwickeln. Diese Verbesserungsmaßnahmen können sich auf verschiedene Bereiche beziehen, wie beispielsweise die Anpassung des Lehrangebots, die Veränderung von Modul- und Lehrveranstaltungsinhalten, inhaltliche und organisatorische Abstimmungen zwischen Lehrveranstaltungen, studentische Arbeitsbelastung oder Prüfungsmodalitäten. Somit geht die Modulevaluation über eine klassische Lehrveranstaltungsevaluation hinaus, da sie sowohl Studienbedingungen als auch curriculare Aspekte erfasst. Die Arbeitsgruppe bestand aus einer bunten Mischung verschiedener Disziplinen: Theologie, Rechtswissenschaften, Psychologie, Chemie, Pharmazie, Biologie, Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen sowie Vertretungen der Technischen und der Philosophischen Fakultät. Bereichert wurde die AG auch durch eine Vertretung der Studierendenschaft, die auch immer wieder den Blickwinkel der Studierenden einbringen konnte.
Ende Februar sollte sowohl ein Verfahren als auch ein Evaluationsinstrument vorliegen, sodass es im Sommersemester 2015 in den Routinebetrieb übergehen kann. Ein ambitionierter Zeitplan! Allen Fakultätsvertreter/innen in der AG wurde zu Beginn Gelegenheit gegeben die Anforderungen und Vorstellungen für ihren Fachbereich sich gegenseitig darzustellen – dabei zeigten sich schon einige Unterschiede in der Umsetzung der Modularisierung: Beispielsweise in der Dauer, Größe und Zusammensetzung von Modulen. Auch zeigten sich verschiedene Vorstellungen bezüglich der Umsetzung sowie der Inhalte einer Modulevaluation, die verschiedene Differenzierungen des Fragebogens erfordern würden: In einigen Einheiten soll die Modulevaluation im Wechsel zu einer Lehrveranstaltungsevaluation durchgeführt werden d. h. in zwei getrennten Verfahren. Andere möchten die Lehrveranstaltungsevaluation (v. a. dozentenspezifische Aspekte) in die Modulevaluation integrieren, um nur noch ein Evaluationsverfahren anzuwenden. Teilweise sollte die Evaluation bereits vor der Modulabschlussprüfung durchgeführt werden, bei anderen jedoch erst danach. Bei allen Unterschieden wurden in den Sitzungen aber auch immer wieder viele Gemeinsamkeiten deutlich, wie beispielsweise, dass für alle die inhaltliche und organisatorische Kohärenz der Module ein sehr zentraler Aspekt einer Modulevaluation sein sollte.
Die oft sehr lebhaften Diskussionen und Kleingruppenarbeiten innerhalb der AG ermöglichten den Mitgliedern einen Erfahrungsaustausch unter Kolleg/innen mit Einblicken in andere Fachbereiche. So konnte beispielsweise ein anfangs sehr umfangreicher Pool an Fragen durch die gemeinsame Diskussion der zentralen und gemeinsamen Aspekte deutlich reduziert werden. So steht nun zu Beginn des Sommersemesters ein Konzept zur Modulevaluation mit einem Evaluationsinstrument in zwei Varianten des Verfahrens zur Verfügung: Einerseits eine Modulevaluation, welche die Lehrveranstaltungsevaluation und somit dozentenspezifische Items integriert und andererseits eine Modulevaluation, welche keinen dozentenspezifischen Teil enthält. Der Grundbogen zur Modulevaluation kann nun ähnlich wie beim Kernfragebogen zur Lehrveranstaltungsevaluation mit weiteren (fakultäts-) spezifischen Items ergänzt werden.
Das neue Evaluationsverfahren wurde nun bereits in 4 Modulen getestet. Zusätzlich wird der Fragebogen noch im Rahmen einer Masterthesis analysiert und validiert.
Die Arbeit der Arbeitsgruppe ist damit nun erfolgreich abgeschlossen. Die Motivation der Mitglieder in dieser AG war immer sehr hoch und sehr engagiert. Trotz der zusätzlichen Arbeit, wie Arbeitsaufträge zur Vorbereitung von Sitzung, verliefen die Treffen immer sehr produktiv und engagiert – auch der Spaß kam dabei nicht zu kurz. Diese fakultätsübergreifende Arbeitsform wurde von allen Mitgliedern als sehr bereichernd beurteilt und für die Zukunft sowohl zum regelmäßigen Austausch von Erfahrungen als auch zum gemeinsamen Erarbeiten von weiteren Konzepten angeregt.

Herzlichen Dank allen Beteiligten, die zum Gelingen dieser Arbeitsgruppe beigetragen haben!!

Weitere Informationen zur Zentralen Modulevaluation finden Sie auf www.rz.uni-freiburg.de/services/zes

*Quelle: Rahmenvorgaben für die Einführung von Leistungspunktsystemen und die Modularisierung von Studiengängen (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 15.09.2000)

Thema: News & Ausschreibungen | Beitrag kommentieren