Kanadische Universität im Vergleich: Persönlich, flexibel und klar strukturiert

Mittwoch, 14. März 2012 | Autor/in:

Mein Name ist Peter Rodenfels und ich studiere Waldwirtschaft und Umwelt an der Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften in Freiburg im 6. Semester.

Ich hatte die Möglichkeit, im Rahmen des Bachelor Plus Programms mit einem Stipendium des DAAD von September 2010 bis April 2011 zwei Semester an der University of New Brunswick in Fredericton, im Osten Kanadas, zu studieren. In diesem Bericht will ich über einige Erfahrungen schreiben, die ich in meinem Lernalltag an einer kanadischen Universität machen konnte.

Verschultes Lernen
Mein erster Eindruck war, dass das Lernen allgemein sehr verschult war. Unterrichtssäle waren aufgebaut wie Klassenzimmer, Professoren hießen „teacher“ und gaben fast täglich Hausaufgaben. Teilweise kam es mir vor, als ob einem der Lernstoff zum Auswendiglernen vorgekaut wurde, andererseits wurden aber in den überwiegenden Fällen die Studenten gefordert, Informationen eigenständig zu beschaffen.

Kleine Klassen und gute Betreuung
Vorlesungen fanden in kleinen Klassen statt (was allerdings auch am Mangel an Studenten lag) und die Professoren waren bei Fragen fast jederzeit persönlich in ihrem Büro ansprechbar und durchweg sehr offen und engagiert. Außerdem war zumindest in der Forst-Fakultät jeder mit jedem per „Du“. Letzteres war besonders für mich sehr gewöhnungsbedürftig und ich kam mir anfangs sehr komisch vor, ältere teils sehr renommierte Professoren mit ihrem Vornamen anzusprechen.

Allgemein war die Infrastruktur an PCs, Büchereien und Universitätsangestellten, die zum Beispiel bei technischen Fragen oder Literaturrecherchen Unterstützung leisteten, sehr gut.

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