Interprofessionelle Begleitung in der Diagnosemitteilung (LongStI – Teil 4)

Dienstag, 9. Dezember 2014 | Autor/in: , und 

Seit Februar 2014 bieten die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und der Studiengang Pflegewissenschaft erstmalig eine Lehreinheit für Studierende der Pflegewissenschaft und der Humanmedizin an. Diese bereitet die TeilnehmerInnen auf die gemeinsame Begleitung schwerkranker PatientInnen im Rahmen der Diagnosemitteilung vor.

Ist eine solche Lehre denn notwendig? – Wir denken: Ja!

Missverständnisse und daraus resultierende Konflikte gehören zur alltäglichen Zusammenarbeit von Pflegenden und ÄrztInnen. Besonders herausfordernd ist die Betreuung von PatientInnen, denen eine schwere bedrohlichen Diagnose mitgeteilt und ein Therapieangebot gemacht werden soll. Gerade hier ist die funktionierende interprofessionelle Zusammenarbeit jedoch von zentraler Bedeutung: Wie kann ein Team in derartig belastenden Situationen so zusammenarbeiten, dass PatientInnen emotional aufgefangen werden und eine optimale Betreuung erfahren?

LongStI CIHCIn der Praxis ist dies oft schwer zu beantworten: Die Mitteilung von Diagnose und Therapie ist eine zentrale ärztliche Aufgabe. Pflegende sind bei diesen Gesprächen i.d.R. nicht involviert, kommunizieren jedoch aufgrund ihrer Nähe und Aufgaben oft auf informeller Ebene mit PatientInnen und ihren Familien. Sie spielen somit eine moderierende, emotional stabilisierende Rolle im Versorgungsprozess. Ihre Aufgaben müssen mit der Diagnostik und Therapie koordiniert werden. In funktionierenden Teams können Missverständnisse zwischen allen Beteiligten vermieden, fehlende Informationen nachgereicht, Ängste reduziert und dem Patienten einzelne Behandlungsschritte verstehbar gemacht werden. weiter…

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„InTensity“ – Das neue Online-Coaching für Medizinstudierende

Mittwoch, 19. November 2014 | Autor/in:

Studieren ist nicht immer leicht – ganz im Gegenteil! Oft leiden Studierende unter einem hohen Maß an Stress, Druck und verschiedenen Ängsten. Eine aktuelle Datenanalyse der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie zeigt, dass sich gerade viele Medizinstudierende durch hohe Anforderungen und Leistungsdruck in ihrem Studium stark belastet fühlen. Auch psychosomatische Symptome treten relativ häufig auf.

Bild: Sebastian Bender

Bild: Sebastian Bender

Wie aber sollten Universitäten auf dieses Problem reagieren? Viele Hilfsangebote wie spezielle psychosoziale Beratungsstellen werden teilweise nur eingeschränkt wahrgenommen – die fehlende Anonymität und die Angst vor einer Stigmatisierung scheinen dabei eine hemmende Rolle zu spielen.

Daher bietet die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie jetzt erstmalig ein onlinebasiertes Coaching für Medizinstudierende aller Semester an. Die Plattform („inTensity“) wurde gemeinsam von Studierenden und Experten konzipiert und umfasst Informationen zu häufigen stressbedingten Belastungssymptomen bei Medizinstudierenden, Selbsthilfetools, ein Forum zum interaktiven Austausch, Expertenkommentare, sowie Links zu weiterführenden Hilfsangeboten im Kreis Freiburg. Die Nutzung ist dabei völlig anonym gestaltet.

Wir möchten hiermit alle Medizinstudierende auf inTensity aufmerksam machen. „Stress“ wird oft lange Zeit nicht als solcher wahrgenommen, bis irgendwann der berühmte Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt. Folgende Fragen mögen daher etwas „plakativ“ wirken, sollten sich dennoch einmal ernsthaft gestellt werden:

  • Wachsen dir dein Medizinstudium und der damit verbundene Leistungsdruck manchmal „über den Kopf“?
  • Vergleichst du dich oft mit anderen, die vermeintlich alles leichter und besser erledigen als du?
  • Hast du das Gefühl, deine Belastungen schlagen sich in körperlichen Symptomen (z. B. Magenbeschwerden, Schlafstörungen, Hautproblemen) nieder?
  • Hast du den Eindruck, das Thema „Essen“ beherrscht  dein Leben zunehmend bzw. beginnt es zu dominieren?
    Oder:
  • Kennst du Kommilitonen, an die du bei diesen Fragen unwillkürlich denken musst?

InTensity greift diese Fragen mit einem vielfältigen Angebot in Form von Filmszenen, Texten und Hörsequenzen auf. Es gibt Medizinstudierenden die Möglichkeit, sich über Themen wie Stress, Burn Out, sowie Ess-, Arbeits- und Somatisierungsstörungen frühzeitig (auch im Sinne einer Prophylaxe) zu informieren und sich anonym mit anderen Betroffenen auszutauschen. Bei Bedarf stehen Experten für individuelle Hilfe zur Verfügung.

Zur Anmeldung auf der InTensity-Plattform wird die Zugangskennung des
Uni-Accounts benötigt.

Wir hoffen auf eine rege Nutzung dieses neuen Angebots und freuen uns über Rückmeldung, Anregungen und einen hilfreichen konstruktiven Austausch im Forum.

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