Natur und Kultur mobil – Studierende generieren App-Inhalte nach dem Ansatz Heritage Interpretation für die Öffentlichkeit

Freitag, 3. Juni 2016 | Autor/in: , und 

Chatel_1Ein IDA-Lehrpreis 2015 wurde verliehen für das Projekt Natur und Kultur mobil – Studierende generieren App-Inhalte nach dem Ansatz Heritage Interpretation für die Öffentlichkeit an die Geographie der Universität Freiburg.

App als Lehrmedium?
Das Potential von mobilen, digitalen Endgeräten wie Smartphones und Tablets rückt zunehmend in den Fokus von Bildungs- und Ausbildungsinstitutionen. Ein breites Spektrum von Apps eröffnet beispielsweise in der Geographie vielseitige Anwendungsbereiche wie die Navigation, Orientierung und Tracking.

Apps selbst zu generieren ist ein weiterer innovativer Schritt sich mit diesem Medium intensiv auseinanderzusetzen. Der Schritt von App-Anwendern hin zu Entwicklern von App-basierten Inhalten eröffnet den Lernenden eine ganz neue Perspektive. Die Studierenden kommen aus einer rein rezeptiven Haltung in die Rolle von aktiven Wissensvermittlern und werden in ihren Gestaltungskompetenzen maßgeblich gefördert.

Heritage Interpretation
Der Ansatz Heritage Interpretation lieferte die methodisch-didaktische Methode zur Umsetzung der Apps und ist in Europa, bis auf die englischsprachigen Länder, bislang weitgehend unbekannt, beziehungsweise wurde in Deutschland bisher nur punktuell umgesetzt. Er ist prädestiniert für die didaktische Vermittlung und bietet ein weitreichendes Potential für die erfolgreichere Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse für Zielgruppen außerhalb der jeweiligen Fachdisziplinen.
Bei den Studierenden hat sich die Kombination der beiden didaktischen Ansätze als hochmotivierend erwiesen.

Service Learning
Der Ansatz Service Learning zielt als didaktische Methode darauf ab, erlernte wissenschaftliche Inhalte der universitären Lehre einem breiten Interessenten- und Nutzerkreis zugänglich zu machen. Studierende setzen bei dieser Lernform ihr Wissen aus lokalen Projekten in die Praxis um und die von ihnen erstellten Apps helfen anschließend wissenschaftliche Fragestellungen anschaulich in die Gesellschaft zu tragen und beispielsweise zum Natur-, Denkmal- und Umweltschutz in und um Freiburg beizutragen.
Die Kombination der beiden Ansätze hat sich bei den Studierenden als hochmotivierend herausgestellt.

Appinhalte selbst generieren
Die Studierenden diskutierten und analysierten in der Theoriephase Texte, Schautafeln, Audioguides, Webgeo Applikationen, Apps, sowie interpretative Filme. Sie führten virtuelle Erkundungen anhand einer Recherche im Internet durch und bewerteten die Inhalte hinsichtlich ihrer neuen Erkenntnisse und den Qualitätsskriterien von Heritage Interpretation.

Geländearbeit, Foto: Michael Kuhn 15.04.2014

Geländearbeit, Foto: Michael Kuhn 15.04.2014

Mittels Geländebegehungen, Experteninterviews und Literaturrecherche arbeiteten die Studierenden anhand einer Methodentriangluation die spezifischen Besonderheiten einer Region, Stadt oder einer geographischen Thematik heraus, beispielsweise die Folgen der Klimaerwärmung für Freiburg. Hierbei arbeiteten die Studierenden kooperativ und kollaborativ in 3er Gruppen. Um die Inhalte anschaulich darzustellen, wurden die Studierenden im Medienzentrum im Umgang mit Kameras geschult und die Erstellung von Audiodateien und Kurzfilmen erlernt. Anhand Storytelling wurden diese Bausteine lebendig und anschaulich gestaltet. Sie entwickelten dabei u.a. die Kompetenz wissenschaftlich komplexe Inhalte zu vereinfachen und diese an eine bestimmte Zielgruppe zu vermitteln.

Durch die finanzielle Unterstützung der IDA Mittel wurde für das Wintersemester 15/16 ein Baukastensystem entwickelt, der nach den Kriterien von Heritage Interpretation arbeitet und mit welchem die Studierenden ihre Apps erstellen können. Es wurde ein Framework programmiert, in welchem nach dem Baukastenprinzip einzelne Elemente von den Studierenden selbst ausgewählt und zusammengesetzt werden können. Die einzelnen Bausteine bestehen derzeit aus Texten, Abbildungen, Kurzfilmen, Audiodateien, Slidern, Quiz und Augmented Reality.

Wissenschaft für die Öffentlichkeit
Die Apps liefern für verschiedene Zielgruppen der breiteren Öffentlichkeit wie Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, Studierende oder Bürgerinnen und Bürger einen Mehrwert in Freiburg und Umgebung. Die Bürger können anhand der Apps ihr Umfeld neu erkunden und über gut aufbereitete Hintergrundinformationen und -geschichten zur Stadt Freiburg und Umgebung Fundiertes aus Wissenschaft und Forschung erfahren.

Kontakt: Dr. Anna Chatel und Monika Nethe
Institut für Umweltsozialwissenschaften und Geographie
anna.chatel@geographie.uni-freiburg.de
monika.nethe@geographie.uni-freiburg.de

 

Weitere Online-Veröffentlichung unter:
http://fudder.de/artikel/2016/05/17/mit-dieser-app-koennen-selbst-bobbele-noch-was-ueber-freiburg-lernen/

www.unicross.uni-freiburg.de/2016/06/alma-148-das-unitv-magazin-von-studierenden/

Thema: IDA-Projekte, News & Ausschreibungen | Beitrag kommentieren