MOOC „Problem Based Learning“

Freitag, 13. Oktober 2017 | Autor/in: und 

Finden Sie es auch spannender Theorien anhand authentischer Fragestellungen zu bearbeiten? Wünschen Sie sich aktivere Studierende, die sich nicht nur „berieseln“ lassen? Dann könnte „Problem Based Learning“ das Richtige für Sie sein.

In einem am 16.10. 2017 startenden MOOC (Massive Open Online Course) der Maastricht University lernen Sie das Konzept des „Problem Based Learning“ kennen und wie Sie es in Ihrer Lehre umsetzen können. Das Spannende ist, dass Sie in dem MOOC selbst nach den Prinzipien des „Problem Based Learning“ lernen und damit selbst die Erfahrung sammeln, was es für Ihre Studierende bedeuten würde.

Einen ersten Einblick in das Konzept des „Problem Based Learning“ erhalten Sie in einem kurzen Überblicks-Video  der Maastricht University und dem Vortrag von Prof. Dr. Wim Gijselears  an der Universität Freiburg.

Anmeldung und nähere Informationen zum MOOC finden Sie hier .

 

Thema: News & Ausschreibungen | Beitrag kommentieren

Kohärenz durch Vernetzung – das FACEfolio in der Freiburger Lehrerbildung

Dienstag, 19. September 2017 | Autor/in:

Ein Workshop im Rahmen des Kooperationsnetzwerkes FACE  für alle Lehrenden in der Lehrerbildung

Datum:                        24.11.2017, 9:00 – 17:00 Uhr

Ort:                             Bismarckallee 22, Räume 1+2

Organisationsteam:    AG Portfolio[1] der QLB-Maßnahme „Lehrkohärenz“

Zielgruppe:                 Alle in der Lehrerbildung Lehrende der PH und Uni Freiburg

Der Workshop kann auf das Baden-Württemberg Zertifikat für Hochschuldidaktik angerechnet werden.

Konzept und Funktion des FACEfolios

Eine nachhaltige Entwicklung professioneller Kompetenz erfordert kohärente Studienstrukturen und -angebote. Vor diesem Hintergrund haben wir im Rahmen von FACE (Freiburg Advanced Center of Education) das FACEfolio konzipiert, ein hochschul- und studienphasenübergreifendes E-Portfolio für den Standort Freiburg. Es unterstützt die Studierenden durch fächerübergreifende Lernaufgaben darin, zu erkennen, wie fachwissenschaftliche, fachdidaktische und bildungswissenschaftliche Studieninhalte zusammen­hängen und in der schulischen Praxis angewandt werden können. Das FACEfolio dient Studierenden also bei der selbstgesteuerten Konstruktion von Kohärenz.

Den Kern des Portfolios bilden Lernaufgaben, die Studierende dazu anregen, fachwissenschaftliche Studieninhalte mit fachdidaktischen und bildungswissenschaftlichen Konzepten zu verbinden. Eine solche die Wissensbereiche verbindende Lernaufgabe zur zentralen Tätigkeit des „Erklärens“ kann z.B. darin bestehen, dass Studierende eine Erklärung zu einem schulisch relevanten fachlichen Inhalt formulieren (für Schüler*innen als Zielgruppe). Dabei werden die Studierenden aufgefordert, zu beachten, welche Aspekte aus fachwissenschaftlicher Perspektive in der Erklärung erwähnt werden sollten und zugleich, welche Veranschaulichungen (Analogien, Metaphern) fachdidaktisch angemessen und / oder welche allgemeinen Prinzipien der Konstruktion lernförderlicher Erklärungen (z.B. Anknüpfung an das Vorwissen, sprachliche Kohäsion) aus bildungswissenschaftlicher Perspektive zu berücksichtigen sind. Werden die Studierenden zusätzlich aufgefordert, etwa im Orientierungspraktikum oder im Schulpraxissemester (ISP) zu beobachten, inwiefern Lehrkräfte im Unterricht die genannten fachdidaktischen und bildungswissenschaftlichen Prinzipien des Gebens von Erklärungen realisieren, wäre dies eine Theorie und Unterrichtspraxis verbindende Lernaufgabe.

Interdisziplinäre, „vernetzende“ Lernaufgaben zeichnen sich bereits in der Phase ihrer Erstellung durch eine kooperative, fächerübergreifende Konzeption aus. So erfordert die Ausarbeitung der intendierten Aufgabenformate, welche die Studierenden im Sinne des Kohärenzgedankens zur selbstgesteuerten Vernetzung der Wissensbereiche anregen sollen, dass die entsprechenden Lernaufgaben „trilateral“ bzw. mindestens „bilateral“ entwickelt werden, d.h. in Tridems bzw. Tandems aus Bildungswissenschaft, Fachdiaktik und / oder Fachwissenschaft.

Zielsetzungen des Workshops

Nach dem Workshop sind Sie mit den Grundsätzen des Freiburger Portfolio-Ansatzes und den Prinzipien der Konstruktion vernetzender Lernaufgaben vertraut. In einer interdisziplinären Kooperation mit Kolleg*innen aus Fachwissenschaft, Fachdidaktik oder Bildungswissenschaft haben Sie erste Lernaufgaben / Ansätze für Ihren Fachbereich entwickelt.

Agenda des Workshops  

Im Hinblick auf ein gemeinsames Portfolio in der Lehrerbildung möchten wir das FACEfolio-Konzept gerne gemeinsam mit Ihnen diskutieren, Lernaufgaben konzipieren und Umsetzungsprinzipien weiterentwickeln. Die Veranstaltung gliedert sich dementsprechend in drei Phasen:

  • Einführung: Zunächst wird Prof. Dr. Matthias Nückles (Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Freiburg) Sinn und Zweck von Portfolios im Allgemeinen und die Idee des FACEfolios im Besonderen einführend darstellen. Anschließend werden exemplarisch bereits erprobte Portfolioansätze und konkrete Lernaufgaben vorgestellt (Biologie: Dr. A. Liefländer, Romanistik: Jun.-Prof. Dr. K. Zaki / StR‘in L. Lösch, Theorie-Praxis-Verzahnung: Prof. Dr. M. Nückles).
  • Kleingruppenarbeit: Im Rahmen von Tandems bzw. Tridems bestehend aus Vertreter*innen der Fachwissenschaft und/oder Fachdidaktik und/oder Bildungwissenschaft werden Lernaufgaben für das FACEfolio konzipiert.
  • Gemeinsame Diskussion zur Weiterentwicklung und Verankerungen des FACEfolios in den Fachbereichen.

Anmeldung

Das Workshop-Angebot richtet sich an alle interessierten Kolleg*innen der Pädagogischen Hochschule und Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, die an der Lehrerbildung beteiligt sind. Bei Interesse melden Sie sich bitte bis spätestens 07.11.2017 unter  FACEfolio-workshop@face-freiburg.de an. Selbstverständlich können Sie sich auch mit Fragen oder Anregungen jederzeit an die genannte Emailadresse wenden. Falls Sie bereits vorab konkrete Ideen haben, welche Lehrveranstaltungen Sie mittels des FACEfolios vernetzen möchten, können Sie sich gerne im Tandem oder Tridem zum Workshop anmelden. Wenn Sie Ihre Lehrveranstaltung mit einer bildungswissenschaftlichen vernetzen möchten, übernimmt Prof. Dr. Matthias Nückles während des Workshops den entsprechenden „Tandem-Part“.

Umsetzungsbeispiel: Bildungswissenschaft (BiWi) – Romanistik
(Basis: Lehramtsoption im polyvalenten 2-HF-Bachelor)

Maja Muster studiert den polyvalenten 2-Hauptfach-Bachelor mit der Fächerkombination Französisch / Spanisch. Sie möchte Lehrerin werden. Deshalb belegt sie die „Lehramtsoption Gymnasium“ (10 ECTS BiWi + 5 ECTS Fachdidaktik Fach 1 + 5 ECTS Fachdidaktik Fach 2), deren Kurse durch die Abstimmung von Kompetenzzielen und Lehr-Lern-Formaten aufeinander bezogen (und digital verlinkt) sind: Kollegial und interdisziplinär entwickelte Lernaufgaben, die fachdidaktische und bildungswissenschaftliche Facetten aus unterschiedlichen Veranstaltungen verbinden, fördern so die Vernetzung unterschiedlicher Wissensbereiche und -arten:

 

Abb.: Basis des E-Portfolios: Lernaufgaben in der Lehramtsoption des B.A.

Neben den interdisziplinären Lernaufgaben, die den Kern des E-Portfolios bilden, tragen auch damit verbundene Peer Feedback-Ansätze und flexibel einsatzbare Kurstagebuchformate dazu bei, die individuelle Wissensintegration und Reflexion ausgehend vom jeweiligen Vorwissen zu unterstützen. Die entsprechenden Ansätze im Lehramtsoptionsbereich des Bachelors sind dabei als Grundlage für weitere Studien- bzw. Ausbildungsabschnitte zu sehen. Entscheidet sich M. Muster nach Abschluss des Bachelorstudiengangs schließlich für den konsekutiven Master of Education am Standort Freiburg, so wird das E-Portfolio sie auch in den Theorie- und Praxisphasen des M. Ed. mit komplementären Vernetzungsformaten (v.a. kursbezogene und -übergreifende Lernaufgaben, Lerntagebuch) begleiten und als Teil ihrer abschließenden mündlichen Modulprüfung (des Moduls „Integrierter Professionsbereich“ im letzen Semester des M.Ed. ) in ihre Endnote miteinfließen.

[1] Prof. Dr. M. Nückles, C. Klein, C. Burkhart, M. Graichen, Dr. A. Liefländer,  StR’in L. Lösch, Jun.-Prof. Dr. K. Zaki.

Thema: News & Ausschreibungen | Beitrag kommentieren

Die Lehrwerkstatt Lehrerbildung geht in die zweite Runde. Seien Sie mit dabei!

Freitag, 4. August 2017 | Autor/in:

  • Sie möchten Ideen für Ihre eigenen Lehrveranstaltungen diskutieren und Feedback dazu erhalten?
  • Sie wollen Lehrveranstaltungen systematisch im Kollegium planen?
  • Sie sind von innovativen Lehrmodellen begeistert und wollen diese im Lehramtsbereich anwenden?

Dann ist die Lehrwerkstatt Lehrerbildung genau das richtige Format für Sie!

Zielsetzung. Die Lehrwerkstatt Lehrerbildung zielt auf eine kollegiale Planung, Durchführung und Evaluation von Lehrveranstaltungen ab. Dies bedeutet konkret, dass Sie eine Lehrveranstaltung für das Wintersemester 2017/2018 planen und deren Konzeption vor Vorlesungsbeginn im kollegialen Austausch besprochen wird. Während des Semesters werden die jeweiligen Veranstaltungen durchgeführt und Sie werden auch während der Durchführung durch kollegiale Fallberatung und eine strukturierte Form der dialogorientierten Zwischenevaluation (Teaching Analysis Poll) hochschuldidaktisch begleitet. Nach dem Semester werde Evaluationsergebnisse und Erfahrungen gemeinsam reflektiert. Das instruktionspsychologische Modell „First Principles of Instruction“ (Merrill, 2002) dient dabei als Basis der systematischen Entwicklung.

Zielgruppe. Die Lehrwerkstatt Lehrerbildung richtet sich an Lehrende der Universität und Pädagogischen Hochschule Freiburg unterschiedlicher Fachbereiche, die im Lehramtsbereich tätig sind. Interessierte sind herzlich willkommen!

Arbeitsform. In einer festen Kerngruppe wird von jedem*r Teilnehmenden eine eigene Lehrveranstaltung weiterentwickelt, wobei Sie durch thematische Kurz-Inputs, Feedback und Anregungen der Kolleginnen und Kollegen Impulse erhalten. In der Entwicklungsphase spielen vor allem Kurz-Impulse, die leitfragengeleitete Reflexion der eigenen Ideen und der kollegiale Austausch eine wichtige Rolle. In der Durchführungsphase kommen Elemente wie kollegiale Fallberatung und Teaching Analysis Poll (eine dialogorientierte Form der Zwischenevaluation) hinzu. In einer abschließenden Bewertungsphase werden Evaluationsergebnisse diskutiert und reflektiert.

Termine. Die ersten Termine sind:

  • 21. September 2017   10:00 – 12:00 Uhr            Bismarckallee 22, Raum 7
  • 4. Oktober 2017         10:00 – 13:00 Uhr            Bismarckallee 22, Raum 2
  • 9. November 2017     10:00 – 12:00 Uhr           Peterhof (Niemensstr. 10), R 3

Weitere Termine (ca. 3 Sitzungen bis Ende Februar 2018) werden mit den Teilnehmenden vereinbart.

Anmeldung. Für nähere Informationen oder zur Anmeldung (bis einschließlich 15.09.2017) können Sie sich an Christiane Klein (FACE-Projektmitarbeiterin, Abteilung Hochschuldidaktik, Universität Freiburg) wenden.

Literaturhinweis. Merrill, M. D. (2002). First principles of instruction. Educational Technology Research and Development, 50(3), 43–59. https://doi.org/10.1007/BF02505024

Thema: News & Ausschreibungen | Beitrag kommentieren

Kompetenzorientiert prüfen in der Lehrerbildung

Freitag, 7. April 2017 | Autor/in:

Bericht über einen Scientific Retreat im Rahmen vom FACE

Was ist unter Kompetenzorientierung zu verstehen?
Welche Prüfungsformate und Aufgabenstellungen sind kompetenzorientiert?
Wie können gezeigte Leistungen kompetenzorientiert bewertet werden?
Wie kann kompetenzorientiertes Prüfen lernförderlich gestaltet werden?

Diese Fragen treten oft bei Lehrenden im Rahmen kompetenzorientierter Prüfungsgestaltung auf – so auch in der aktuellen Neugestaltung der Lehrerbildung. Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, arbeiteten elf Lehrende der Albert-Ludwigs-Universität und Pädagogischen Hochschule Freiburg in einem Scientific Retreat  am 2. und 3. März 2017 unter Anleitung von Prof. Dr. Niclas Schaper (Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Paderborn und 2. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik) an der konkreten Konzeption kompetenzorientierter Prüfungsformate in Lehrveranstaltungen der Lehrerbildung.

Nach einer Einführung in kompetenzorientiertes Prüfen – bei welcher die Wichtigkeit des Prüfens für den Lernprozess der Studierenden deutlich wurde – warf Herr Schaper die Frage nach den Lernergebnissen auf, sprich „Was soll geprüft werden?“ (im Sinne des Rahmenmodells des Prüfens in der Hochschullehre von Metzger & Nüesch, 2004). Diese Frage wurde von den Teilnehmenden individuell für die eigene Lehrveranstaltung beantwortet, indem sie Lernergebnisse formulierten, die fachbezogene und fachübergreifende Kompetenzaspekte mit einbezogen und Indikatoren beschrieben, die kenntlich machten, inwiefern das Lernergebnis von den Studierenden erzielt wurde.

Im Anschluss diskutierten die Teilnehmenden über die Frage „Wie soll geprüft werden?“. Dabei wurden unterschiedliche Prüfungsformate und Aufgabenstellungen in den Blick genommen und inwiefern diese den Kompetenzerwerbsstand überprüfen können. Bei der Anwendung des Gelernten auf die eigene Lehrveranstaltung wurde deutlich, welche Vielfalt es an Prüfungsszenarios geben kann. Beispielsweise werden in den Sportwissenschaften Kompetenztests eingesetzt, bei denen Studierende bei Kommiliton/-innen Fehler während der Durchführung bestimmter Sportarten identifizieren und diese lernförderlich rückmelden sollen. In den Sprachwissenschaften wenden Studierende ihren gelernten Wortschatz in einem Kompetenztest in Form eines Dialogs mit Kommiliton/-innen an.

Der nächste Schritt bestand darin die Frage „Wie soll bewertet werden?“ zu bearbeiten. Für die jeweiligen Lehrveranstaltungen wurden dazu Kriterien formuliert, die zur Bewertung der gezeigten Leistung im zuvor entwickelten Prüfungsszenario herangezogen werden. Zur präziseren Einschätzung der gezeigten Leistung stuften die Teilnehmenden die Kriterien im Anschluss. In diesem Zusammenhang wurde die Relevanz von Beurteilungsraster (sog. Rubrics) deutlich. Im weiteren Verlauf des Scientific Retreats wurde über die Funktion von Prüfungen und die Wechselwirkung zwischen Prüfen und dem Lernverhalten diskutiert. Abschließend setzten sich die Teilnehmenden unter Anleitung von Herrn Schaper mit der Rückmeldung von Prüfungsergebnissen an Studierende auseinander und erkannten dabei welche essentielle Rolle eine lernförderliche Rückmeldung für den Kompetenzerwerb spielen kann.

Den Teilnehmenden wurde während des Scientific Retreats deutlich, dass eine kompetenzorientierte Prüfung von Anfang an mitzudenken ist und nicht erst kurz vor dem Prüfungszeitraum konzipiert werden sollte, wie es laut einer Studie von Schindler et al. (2015) 71 % der Lehrenden tun. Zudem ist die Entwicklung von kompetenzorientierten Prüfungsformaten ein andauernder Prozess: Bei der ersten Durchführung einer Lehrveranstaltung kann und muss die Prüfung nicht perfekt gestaltet sein. Die Evaluation der Studierenden sowie Qualitätssteigerungsschleifen optimieren Prüfungsformate kontinuierlich. Diese Aussage des Experten entlastet und ließ die Teilnehmenden optimistisch-realistisch ins neue Semester starten.

Alle, die gerne einen Einblick in kompetenzorientiertes Prüfen erhalten möchten, finden in der HRK nexus Broschüre „Kompetenzorientiert prüfen“ Anregungen dazu.

Quellenangaben:
Metzger, Chr. & Nüesch,  Ch. (2004): Fair prüfen. Ein Qualitätsleitfaden für Prüfende an Hochschulen. In: Euler, D.; Metzger, Chr. (Hrsg.): Hochschuldidaktische Schriften Band 6. St.  Gallen.

C. Schindler, N. Schlomske-Bodenstein, A. Strasser et al.: Prüfungen als Indikator für Studienerfolg. In: Berthold/Jorzik/Meyer-Guckel (Hrsg.): Handbuch Studienerfolg, Stifterverband, 2015.

Thema: News & Ausschreibungen | Beitrag kommentieren

Kompetenzorientiert Prüfen in der Lehrerbildung?!? – Workshop mit Prof. Dr. Niclas Schaper am 2./3.3.2017

Freitag, 27. Januar 2017 | Autor/in:

Haben Sie gute Vorsätze für dieses Jahr? – Nein?
Wie wäre es damit, die Prüfungen Ihrer Lehrveranstaltungen in diesem Jahr unter die Lupe zu nehmen und im Sinne der Kompetenzorientierung weiter zu entwickeln?
Wir bieten Ihnen einen Workshop an, der diesen guten Vorsatz Realität werden lassen kann:

Workshop „Kompetenzorientiert Prüfen in der Lehrerbildung“
mit Prof. Dr. Niclas Schaper  (Universität Paderborn)

Datum: 2./3. März 2017, Tag 1: 9:00 – 17:00 Uhr, Tag 2: 9:00 – 13:00 Uhr

Hintergrund: Prüfungen gehören zu den zentralen Elementen in der Lehr- und Studiengangentwicklung, da sie Lernergebnisse von Studierenden ermitteln, Lernstände sichtbar machen und so Lernprozesse gesteuert werden können. Oftmals besteht jedoch Unsicherheit bei Lehrenden und Lehrentwickler/innen, was unter kompetenzorientiertem Prüfen konkret zu verstehen ist und wie es in einer handhabbaren Form unter bestehenden Rahmenbedingungen umgesetzt werden kann. Häufige Fragen sind:

  • Was ist unter Kompetenzorientierung zu verstehen?
  • Welche Prüfungsformate und Aufgabenstellungen sind kompetenzorientiert?
  • Wie können gezeigte Leistungen kompetenzorientiert bewertet werden?
  • Wie kann kompetenzorientiertes Prüfen lernförderlich gestaltet werden?

Insbesondere bei der Neugestaltung eines Studiengangs oder von Studienphasen – wie es durch die Entwicklung des Masters of Education in der Lehrerbildung aktuell der Fall ist – werden oben genannte Fragen häufig aufgeworfen.

Zielsetzung: Ziel des Workshops ist es, die oben aufgeworfenen Fragen zu diskutieren, sodass die Teilnehmenden (1) grundlegende Konzepte und Prinzipien kompetenzorientierten Prüfens in der Lehrerbildung benennen und erörtern, (2) Prüfungsformate und –aufgaben mithilfe von Prinzipien kompetenzorientierten Prüfens gestalten und (3) den Erwerb von Kompetenzen in Lehrveranstaltungen durch kompetenzförderliche Assessmentelemente und Rückmeldung fördern können. Gerne können Sie zu dem Workshop bisher angewendete oder geplante Prüfungsformate und –aufgaben mitbringen.

Zielgruppe: Der Workshop richtet sich an alle Lehrenden, Lehrentwickler/innen sowie Studiengang-koordinator/innen der Lehrerbildung der Pädagogischen Hochschule und der Universität Freiburg und findet im Rahmen des Freiburg Advanced Center of Education „Maßnahme Lehrkohärenz“ statt.

Anmeldung: Bitte beachten Sie, dass die Teilnehmendenzahl begrenzt ist. Melden Sie sich bei Interesse daher bis 23.2.2017 bei christiane.klein@hdz.uni-freiburg.de an.

Ort: Bismarckallee 22, Raum 2 (1. OG)

P.S.: Auch im regulären Workshop-Angebot  der Hochschuldidaktik finden sich weitere spannende Workshops zum Thema Kompetenzorientierung.

Thema: News & Ausschreibungen | Beitrag kommentieren

Kompetenzorientiert Lehren?!? – ein Themendossier für Lehrende und Studiengangentwickler/innen

Freitag, 30. September 2016 | Autor/in:

Das Semester steht vor der Tür und oftmals kehrt die Frage wieder „Wie gestalte ich meine Lehrveranstaltungen?“. Ein Blick in das Modulhandbuch verrät, welche Lernziele und zu erwerbende Kompetenzen mit dem Modul oder einer Lehrveranstaltung verbunden sind. Daraufhin lässt sich die Frage weiter präzisieren: „Wie gestalte ich meine Lehrveranstaltungen so, dass Studierende die Lernziele erreichen und die zu erzielenden Kompetenzen erwerben?“

hd-themendossierDas hochschuldidaktische Themendossier  „Kompetenzorientiert Lehren“   (Download ) gibt Antworten auf diese Frage, indem Prinzipien aufgezeigt werden, die bei der Planung und Durchführung kompetenzorientierter Lehre zu beachten sind.

Das Themendossier soll sowohl Lehrende als auch Studiengangkoordinatoren und –koordinatorinnen bei der Studiengang-, Curriculum- und/oder Lehrveranstaltungsplanung unterstützen und als Orientierungshilfe in dieser Thematik dienen. In einem einführenden Kapitel „Kompetenzorientierung, aber was ist das?“ werden grundlegende Fragen zu Kompetenzorientiertem Lehren beantwortet. Das darauffolgende Kapitel „Kompetenzorientierte Studiengang- und Curriculumentwicklung“ beschreibt ein mögliches Vorgehen, wenn Studiengänge und/oder Curricula kompetenzorientiert gestaltet werden und veranschaulicht dies an einem Beispiel. Im Anschluss werden Prinzipien der „kompetenzorientierten Lehrveranstaltungskonzeption“ erläutert und ebenfalls anhand eines Best-Practice-Beispiels verdeutlicht.

Viel Spaß bei der Lektüre!

Wenn Sie Fragen dazu haben oder gerne Beratung bzw. Rückmeldung zu Ihren Lehrveranstaltungskonzepten hätten, können Sie sich gerne an das Team der Hochschuldidaktik wenden.

P.S.: Auch in unserem Workshop-Angebot finden sich zahlreiche spannende Workshops zum Thema Kompetenzorientierung.

Thema: News & Ausschreibungen | Beitrag kommentieren

Lehrwerkstatt Lehrerbildung

Montag, 23. Mai 2016 | Autor/in:

Systematische kollegiale Lehrentwicklung im Bereich der Lehrerbildung auf Basis des 4-Komponenten-Instruktions-Design Modells

wordle

•    Sie möchten Ideen für Ihre eigenen Lehrveranstaltungen diskutieren und kollegiales Feedback dazu erhalten?
•    Sie wollen Lehrveranstaltungen systematisch im Kollegium planen?
•    Sie sind von innovativen Lehrmodellen begeistert und wollen diese im Lehramtsbereich anwenden?
Dann ist die Lehrwerkstatt genau das richtige Format für Sie!

Zielsetzung. Die Lehrwerkstatt Lehrerbildung zielt auf eine kollegiale Planung, Durchführung und Evaluation von Lehrveranstaltungen ab. Dies bedeutet konkret, dass im Sommersemester 2016 Lehrveranstaltungen der jeweiligen Teilnehmenden kollegial geplant und im darauffolgenden Wintersemester durchgeführt und evaluiert werden (zum Verständnis: jeder Teilnehmende entwickelt eine eigene Lehrveranstaltung, es ist keine gemeinsame Lehrveranstaltung vorgesehen). Das innovative 4-Komponten-Instruktions-Design Modell dient als Basis der systematischen Entwicklung, dessen Kerngedanke die Förderung des Kompetenzerwerbs durch Lernaufgaben, die an beruflichen Handlungssituationen orientiert sind, ist.

Teilnehmende. Die Lehrwerkstatt setzt sich aus Lehrenden der Universität und Pädagogischen Hochschule Freiburg unterschiedlicher Fachbereiche, die im Lehramtsbereich tätig sind, zusammen. Interessierte sind herzlich willkommen!

meeting-1015591_1920Arbeitsweise. In einer festen Kerngruppe werden eigene Lehrveranstaltungen weiterentwickelt, wobei der Weiterentwicklungsmotor Kurz-Impulse, das Feedback und die Ideen der Kolleginnen und Kollegen ist. In der Entwicklungsphase (Sommersemester 2016) stehen Kurz-Impulse, die Reflexion der eigenen Ideen mittels Checklisten und der Austausch anhand von konkreten Fragestellungen im Fokus. In der darauffolgenden Durchführungsphase (Wintersemester 2016/2017) prägen Elemente wie kollegiale Hospitation und Fallberatung die Lehrwerkstatt. Während des gesamten Zeitraums wird die Lehrwerkwerkstatt hochschuldidaktisch begleitet.

Thematische Schwerpunkte.

  • Entwicklung von Lernaufgaben
  • Prüfungsformen
  • Reflexionsprozesse anstoßen
  • Hintergrundinformationen / Handlungshilfen für Studierende
  • Evaluation von Lehrveranstaltungen

Termine. Die ersten Termine sind:
•    8. Juni 2016                  14:15 – 16:15 Uhr     Pädagogische Hochschule, KG 4/206
•    20. Juli 2016                 14:15 – 16:15 Uhr     Bismarckallee 22, Raum 5 im EG
•    14. September 2016     14:15 – 17:15 Uhr     Bismarckallee 22, Raum 2 im 1. OG
Weitere Termine werden vereinbart.

Anmeldung. Für nähere Informationen oder zur Anmeldung (bis einschließlich 7. Juni 2016) können Sie sich gerne an Christiane Klein ([FL]2-Projektmitarbeiterin in der Abteilung Hochschuldidaktik der Universität Freiburg) wenden.

Anmerkung: Die Lehrwerkstatt Lehrerbildung ist Teil des FACE-Projekts „Freiburger Lehramtskooperation in Forschung und Lehre [FL]2 – Kohärenz und Professionsorientierung“.

 

Thema: News & Ausschreibungen | Beitrag kommentieren

Auf dem Weg zu innovativer Lehre – Hochkarätiger Instruktions-Designer zu Besuch in Freiburg.

Dienstag, 5. April 2016 | Autor/in:

Eine innovative Lehrerausbildung, in deren Mittelpunkt Professionsorientierung und Kohärenz stehen, dies ist die Zielsetzung des FACE-Projekts „Freiburger Lehramtskooperation in Forschung und Lehre [FL]2 – Kohärenz und Professionsorientierung“ welches durch das BMBF gefördert wird. Doch wie sieht der Weg zu solch einem hohen Ziel aus?
Das Programm „Lehren Lecturer“ des Stifterverbands ermöglichte im März dieses Jahres den Besuch von einem der bekanntesten Vertreter modernen Instruktions Designs: Jeroen van Merriёnboer (Maastricht University). Während seines drei-tägigen Besuchs diskutierten vor allen Dingen Akteure der aktuellen Lehrerbildungsreform, wie innovative Lehre im Rahmen des Freiburg Advanced Center of Education (FACE) aussehen könnte. Im Zentrum seines Besuchs stand die Frage:

 „Wie muss Lehre gestaltet sein, damit angehende Lehrerinnen und Lehrer nicht nur Wissen erwerben, sondern dies auch im späteren Berufsleben in der Schule anwenden können?“
Abbildung 1: Jeroen van Merriёnboer zu Besuch in Freiburg (Foto Brian Barnhart)

Abbildung 1: Jeroen van Merriёnboer zu Besuch in Freiburg (Foto Brian Barnhart)

Antworten auf diese Frage wurden im Rahmen eines Vortrags und zwei daran anknüpfenden Workshops diskutiert. Die Kernantwort auf die Frage ist simpel und komplex zugleich: Damit Studierende Wissen anwenden können (sprich: Kompetenzen erwerben), ist es wichtig, sie durch authentische und ganzheitliche Lernaufgaben mit Situationen zu konfrontieren, in denen sie die zu erlernenden Kompetenzen benötigen. Damit die Studierenden jedoch mit den Situationen nicht überfordert sind, ist eine, nach und nach abnehmende, Unterstützung und Anleitung notwendig.

Das 4-Komponenten-Instruktions-Design-Modell (4C/ID)

Wie nun konkret vorgegangen werden kann, um solch eine Lehre zu entwickeln, schildert das von Jeroen van Merriёnboer entwickelte 4-Komponenten-Instruktions-Design-Modell (4C/ID-Modell). Wie der Name bereits andeutet, beschreibt das Modell vier Komponenten, aus denen jede Lernumgebung aufgebaut sein sollte:

  1.  Authentische und ganzheitliche Lernaufgaben: Diese Komponente bildet die Basis der Lernumgebung. Die Studierenden arbeiten sich von Lernaufgabe zu Lernaufgabe (anstatt im traditionellen Sinne von Thema zu Thema). Jede Lernaufgabe beruht auf realen Situationen aus dem späteren Berufsleben (z.B. Schule) und umfasst somit mehrere Themen. Daher findet eine Integration von verschiedenen Gegenstandsbereichen statt. Lernaufgaben werden dabei mit steigendem Komplexitätsgrad sequenziert und zeichnen sich durch eine hohe Variabilität untereinander aus. Mit zunehmender Expertise der Studierenden nimmt die Unterstützung bei der Bearbeitung der Lernaufgaben durch die Lehrperson ab.
  2. Unterstützende Informationen: Sie helfen die Lernaufgabe zu bewältigen, indem sie erklären, welche Themen mit der Aufgabe in Bezug stehen, wie die zu erlernende Domäne organisiert ist und wie Probleme in dieser angegangen werden. Für die Studierenden sind sie ständig verfügbar. Die unterstützenden Informationen entsprechen in traditionellen Lernumgebungen typischer ‚der Theorie‘.
  3. Prozedurale Informationen: Diese Komponente ist erforderlich um wiederkehrende Aspekte der Lernaufgabe zu meistern, denn sie gibt durch Schritt-für-Schritt Instruktionen an, wie diese ausgeführt werden müssen. Daher werden prozedurale Informationen ‚just in time‘ während der Bearbeitung der Lernaufgabe bereitgestellt und nehmen ab, sobald die Lernenden mehr Routine erlangt haben.
  4. Üben von Teilaufgaben: Falls bei einigen Aspekten der Lernaufgabe ein hohes Maß an Automatisierung erforderlich ist, kann dies durch das Üben von Teilaufgaben erzielt werden. Vorab müssen die Lernenden den Zusammenhang der Teilaufgabe mit der gesamten Lernaufgabe verstanden haben.
Zusammengefasst: Das 4C/ID-Modell führt zur Anwendung von Wissen (Kompetenzaufbau), indem Studierende mit authentischen Lernaufgaben konfrontiert werden, durch unterstützende und prozedurale Informationen bei der Bearbeitung der Lernaufgaben an- und begleitet werden und mittels Üben von Teilaufgaben einen hohen Automatisierungsgrad erzielen.

Das 4C/ID-Modell als Licht für kohärente und professionsorientierte Lehrerbildung

Neben dem Kompetenzaufbau wird durch die Anwendung des 4C/ID-Modells an den beiden Hauptzielen des FACE-Projekts „Freiburger Lehramtskooperation in Forschung und Lehre [FL]2Kohärenz und Professionsorientierung gearbeitet:
Kohärenz: In jeder beruflichen Situation müssen Lehrkräfte spontan auf ihr fachwissenschaftliches, fachdidaktisches und bildungswissenschaftliches Wissen zurückgreifen und dies anwenden, um professionell agieren zu können. Wenn diese realen beruflichen Situationen als Ausgangspunkt für die Entwicklung authentischer Lernaufgaben genommen werden, muss auch hier eine Integration von fachwissenschaftlichem, fachdidaktischem und bildungswissenschaftlichem Wissen stattfinden.
Professionsorientierung: Die konsequente Orientierung an realen beruflichen Situationen im Schulalltag bei der Entwicklung von Lernaufgaben zieht automatisch eine Professionsorientierung mit sich.

Abbildung 2: Professionsorientierung und Kohärenz in der Lehrerbildung durch das 4C/ID-Modell.

Abbildung 2: Professionsorientierung und Kohärenz in der Lehrerbildung durch das 4C/ID-Modell.

Auf Grund dieser außerordentlich guten Passung zwischen den Hauptzielen des Projekts und dem 4C/ID-Modell, gestalten einige Teilprojekte der Kernmaßnahme Lehrkohärenz im Freiburger Projekt der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ des BMBF ihre Projekte auf Basis des innovativen 4C/ID-Modells. Der Austausch mit dem Experten Jeroen van Merriёnboer war eine optimale Bereicherung und Antriebsmotor für diese Projekte. Sie strahlen als Lichter in die Lehrerbildung von FACE und sollen weitere Lehrprojekte mit dem Kerngedanken des Modells entflammen.

Bei Fragen oder Anregungen zur Anwendung des 4C/ID-Modells in der Lehrerbildung können Sie sich gerne an Christiane Klein (Projektmitarbeiterin in der Abteilung Hochschuldidaktik der Universität Freiburg) wenden.

Weitere Informationen zum 4-Komponenten-Instruktions-Modell:
•   Videoaufzeichnung des Vortrags von Jeroen van Merriёnboer am 14.3.2016 in Freiburg
•   Artikel von Jeroen von Merriёnboer und Paul Kirschner zum 4C/ID-Modell

 

 

 

Thema: News & Ausschreibungen | Beitrag kommentieren

„Vom Wissen zum Handeln 2.0“ – Vortrag (14.3.16) und Workshops (15.3.16 & 16.3.16) mit Jeroen van Merriёnboer

Dienstag, 16. Februar 2016 | Autor/in:

van Merrienboer 1Lehrende sind mit zunehmend anspruchsvollen Situationen in der Lehre konfrontiert: Reformen und Neustrukturierungen, Kompetenzorientierung, Polyvalenz, Kohärenz – um nur einige Schlagworte zu nennen. Impulse, wie diesen Situationen begegnet werden kann, können Sie im Austausch mit Jeroen van Merriёnboer (Universität Maastricht) erhalten – einem Experten für kompetenzorientierte Lehrentwicklung. Er ist einer der erfolgreichsten Pädagogischen Psychologen in Europa und einer der herausragenden Vertreter moderner Instruktionsdesigns. Sein 4-Komponenten-Instruktionsmodell (4C/ID) findet weltweit große Anerkennung und Anwendung.

Sein diesjähriger Aufenthalt an der Universität Freiburg, der erneut durch das Programm „Lehren – Lecturer“ (Stifterverband) möglich gemacht wird, knüpft an seinen Besuch letzten Herbst und die leitende Frage an, wie Lehre gestaltet werden kann, um vom „Wissen zum Handeln“ zu gelangen. Dieses Mal steht die handlungsbasierte Kompetenzentwicklung im Kontext der Lehrerbildungsreform sowie die prinzipielle Bedeutung von Lernaufgaben im Vordergrund.

Wir freuen uns Ihnen die folgenden drei Veranstaltungen ankündigen zu dürfen:

van Merrienboer 2

14.03.2016, 18.00-20.00 Uhr (c.t.)Vortrag von Prof. Dr. van Merriënboer in welchem das Instruktionsmodell „4C/ID“ vorgestellt und daran anknüpfend Chancen für eine polyvalente Curriculumentwicklung aufgezeigt werden. Zur besseren Planung wären wir dankbar, wenn Sie Ihre Teilnahme bis 5.3.16 per Mail anmelden würden.

15.03.2016, 9.00-17.00 Uhr Workshop mit Prof. Dr. van Merriënboer, in dem insbesondere die zentrale Bedeutung von Lernaufgaben bei der Kompetenzentwicklung aufgegriffen wird. Nähere Informationen und Anmeldung finden Sie hier.

16.03.2016, 9.00 – 17.00 UhrWorkshop mit Prof. Dr. van Merriënboer speziell für Akteure der Lehrerbildungsreform mit der Möglichkeit an eigenen Studiengangs-/Curriculum-/Lehrveranstaltungsentwicklung zu arbeiten und darüber zu diskutieren. Für diese Veranstaltung gibt es noch einige wenige Restplätze, für die Sie sich gerne bis 11.3.16 anmelden können.

Keine Zeit?! – der Vortrag wird aufgezeichnet und ist anschließend auf der Hochschuldidaktik-Website jederzeit einzusehen. Außerdem finden Sie hier weitere Informationen zum 4C/ID Modell.

Wir freuen uns auf spannende Diskussionen mit Ihnen und Jeroen van Merriёnboer.

Ihr Team der Abteilung Hochschuldidaktik

Thema: News & Ausschreibungen | Beitrag kommentieren

„Vom Wissen zum Handeln“ konkret – Wie E.T. zum world traveler wird

Freitag, 13. November 2015 | Autor/in:

Quelle: www.flickr.com

Quelle: www.flickr.com

Hochmotiviert und begeistert vom Vortrag des vorherigen Abends, haben sich 10 Lehrende der Universität Freiburg mit Prof. Dr. Jeroen van Merriёnboer in das Abenteuer ‚Das four component instructional design (4C/ID) model zur Förderung komplexen Lernens‘ gestürzt. Dass E.T. während des Seminars zu Besuch kommen wird und von den Teilnehmenden zum world traveler ausgebildet werden möchte, das hatte niemand erwartet.

Nach der Einführung der vier Instructional Design Komponenten (learning task, supportive information, procedural information und part-task-practice) überraschte Prof. van Merriёnboer mit der Aufgabe eine Lernumgebung zu gestalten, die es E.T. ermöglicht zum world traveler zu werden. Hintergrund: E.T. war auf die Erde zurückgekommen, um nun die gesamte Erde zu erforschen und nicht bloß einen amerikanischen Vorort, wie bei seinem letzten Erden-Besuch. Zufälligerweise landete E.T. im Rektorat der Universität Freiburg. Nun hieß es für die Teilnehmenden hands-on, um die vier Instructional Design Komponenten mit Leben zu füllen.

Learning task. Backbone jeder 4C/ID Lernumgebung sind authentische und ganzheitliche Lernaufgaben. Konkret bedeutet dies, dass Lernaufgaben der Dreh- und Angelpunkt jeder Lernumgebung sind, mit denen die drei anderen Komponenten verbunden sein müssen. Was könnten ganzheitliche und authentische Aufgaben eines world travelers sein? Ganz einfach: Reisen. Da Lernaufgaben immer von einfach zu komplex angeordnet sein sollten, startete E.T. ganz simpel: Eine Reise vom Rektorat zum Hauptbahnhof in Freiburg. Alleine wollten die Teilnehmenden ihn aber doch nicht loslaufen lassen und auch das 4C/ID Model sieht zu Beginn viel Unterstützung und Anleitung vor, die nach und nach abnimmt. Daher wollten sie ihn auf dem Weg begleiten.

Supportive information. Prof. van Merriёnboer wies darauf hin, dass bei jeder Lernumgebung unterstützende Informationen über die zu erlernenden Inhalte wichtig seien. Daher sollte in unserem Fall E.T. noch einige Hinweise über Freiburg erhalten bevor er seine erste Reise antrete. Letztlich entschieden sich die Teilnehmenden für einen Stadtplan von Freiburg und erklärten ihm wie sich typischerweise in Freiburg auf der Straße benommen und gekleidet wird. Jetzt konnte E.T. losgehen!

Procedural Information. Während des Ausführens einer Lernaufgabe, insbesondere für routine-mäßige Aspekte, sind prozedurale Informationen wichtig. Deshalb wurde E.T. bei der kleinen Reise auf die Verkehrsregeln für Fußgänger hingewiesen und es wurden ihm just-in-time information wie „Halt, die Ampel ist rot!“ oder „Schaue links-rechts-links, bevor du über die Straße läufst.“ gegeben.

Part-task-practice. Das Üben von Teilaufgaben ist vor allem sinnvoll, wenn langfristig ein hoher Grad an Automatisierung erforderlich ist. Dennoch sollte der Zusammenhang der Teilaufgabe mit der gesamten authentischen Lernaufgabe hergestellt bleiben. Bei ET zeigte sich, dass er Schwierigkeiten hatte, die Sicherheit vor dem Überqueren der Straße zu prüfen. Da dies aber eine sehr wichtig Voraussetzung ist, um in Freiburg sicher zu reisen, bekam E.T. hierfür einen separaten Übungsbereich in einer ruhigen Seitenstraße. Dadurch entwickelten sich automatisierte Routinen (links-rechts-links-Schauen), sodass E.T. dann in der Lage war, sicher über die Straße zu gehen.

Nachdem die erste Lernaufgabe gemeistert war, ging die Reise vom Hauptbahnhof zur neuen Universitätsbibliothek. Doch diesmal war weniger Unterstützung nötig, sodass die Teilnehmenden einige Schritte hinter E.T. gingen. Bei der anschließenden Reise von der UB zurück zum Rektorat brauchte E.T. noch weniger Unterstützung: lediglich ein Smart Phone, sodass er seine Lehrer/innen im Notfall kontaktieren konnte, ansonsten reiste er alleine. Auch diese Lernaufgabe meisterte er mit Bravour.
Als nächste komplexere Lernaufgabe sollte E.T. mit dem Bus auf den Schauinsland reisen (wieder mit viel Begleitung und Unterstützung zu Beginn, die nach und nach weniger werden sollte). Die supportive information beinhaltete eine Landkarte des Schauinsland und einen kurzen Vortag „Öffentlicher Nahverkehr im Breisgau“. Allerdings war E.T. von seiner ersten Reise doch sehr müde, sodass die Lernaufgaben auf den nächsten Tag verschoben wurden.

Fazit. Der Workshop verdeutlichte sehr eindrücklich wie wichtig die Integration von Lernaufgaben in die Lehre ist. Zum einen macht die Einbindung von Lernaufgaben Spaß, noch entscheidender ist aber, dass die Verwendung von ganzheitlichen, authentischen und variierenden Lernaufgaben (kombiniert mit unterstützenden und prozeduralen Informationen sowie dem Üben von Teilaufgaben) das Erlernen von Kompetenzen, den Transfer und damit nachhaltiges Lernen fördert.
Und falls Sie in Zukunft E.T. in Freiburg sehen, seien Sie unbesorgt – E.T. weiß nicht nur wie man reist, er kann es auch!

Für mehr Informationen zum 4C/ID Model siehe hier oder besuchen Sie den nächsten Workshop von Prof. Dr. Jeroen van Merriёnboer im März 2016.  Nähere Informationen dazu im Workshop-Programm der Abteilung Hochschuldidaktik ab dem 16.11.2015.

Thema: News & Ausschreibungen | Beitrag kommentieren