Instructional Development Award Preisträgerin Dr. Janina Kirsch

Montag, 3. März 2014 | Autor/in: und 

IDA-Preis_JK_kleinEin neuer interdisziplinärer Ausbildungspfad für die Neurowissenschaften innerhalb des Biologiestudiums – für diese Idee erhielten Dr. Janina Kirsch und Prof. Dr. Stefan Rotter den Instructional Development Award. Vergangenen Mittwoch haben sie ihr Projekt beschrieben; jetzt erfahren wir mehr über die Hintergründe, Erfahrungen und die Preisträger selbst.

IDA-Projekt

Was hat Sie zu der Projektidee inspiriert?
Inspiriert hat uns zu der Projektidee im Prinzip die Umstellung vom Diplomstudium Biologie auf B.Sc./M.Sc. Biologie. Uns war bewusst, dass es ein immenser Kraftakt sein würde, aber uns war klar, dass wir diesen eher ungeliebten Wechsel als Chance sehen sollten, die bisherigen Stukturen und Inhalte auf den Prüfstand zu stellen. Wir wollten natürlich nicht alles verwerfen, was wir im Diplom unterrichtet hatten, aber wir haben uns jede Komponente genau angesehen, diskutiert, und dann verworfen oder in die neue Struktur eingebettet. Dann haben wir analysiert, welche Inhalte unserer Meinung nach noch fehlen, wo noch Lücken sind oder an welchen Stellen wir weiter in die Bereiche der aktuellen Forschung vordringen können. Dann haben wir diese Lücken mit neuen Modulen gefüllt. Nach dem ersten Durchgang haben wir das neue Programm evaluiert, Verbesserungsmaßnahmen geplant, diese implementiert und das wird nun erstmal so weitergehen.

Was erhoffen Sie sich auf lange Sicht von Ihrem Projekt?
Ich erhoffe mir, dass die Ausbildung im Bereich der Neurowissenschaften in Freiburg breit aufgestellt ist und sowohl experimentelle als auch theoretische Forschungsansätze vermittelt. Ein Biologe/eine Biologin kann sich heutzutage weiter…

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Interdisziplinärer Ausbildungspfad in den Neurowissenschaften

Mittwoch, 26. Februar 2014 | Autor/in: und 

Das Ziel der Neurowissenschaftler lässt sich einfach benennen: Sie möchten verstehen, wie das Gehirn funktioniert. Dieses Ziel ist höchst ambitioniert, denn das menschliche Gehirn ist eins der geheimnisvollsten und komplexesten Systeme die wir kennen. Daher sind Wissenschaftler aus vielen Fachbereichen mit ihren spezifischen Kenntnissen gefordert, einen Beitrag zum Verständnis der Funktionsprinzipien unseres Denkorgans zu leisten. Für die Ausbildung des neurowissenschaftlichen Nachwuchses ergeben sich hieraus große Herausforderungen, da die wissenschaftlichen Studiengänge traditionell die Grenzen ihrer Disziplin kaum überschreiten. Daher haben wir uns zum Ziel gesetzt, im Rahmen des IDAs einen strukturierten interdisziplinären Ausbildungspfad für die Neurowissenschaften zu konzipieren und umzusetzen– vom Bachelor über den Master bis hin zum Promotionsstudium.

IDA-Preis_JK_klein

Im Wintersemester 2011/12 haben wir mit der Umsetzung der Maßnahmen im Bachelor und Master begonnen, die inzwischen ein integraler Bestandteil des Biologie-Studiums in Freiburg sind und auch mit anderen Studiengängen (z.B. in der Technischen Fakultät) abgestimmt wurden. Dafür haben wir inhaltliche und didaktische Konzepte weiter entwickelt und um neue Lernmethoden ergänzt. Sie sollen den Studierenden schrittweise zielführend und zielgruppenorientiert Kompetenzen vermitteln, die für moderne neurowissenschaftliche Forschung essentiell sind und berufsqualifizierende Relevanz haben. Jeder dieser Schritte (Module) hat individuelle inhaltliche und methodische Ziele, die wir durch neue didaktische Konzepte umsetzen:

Tabelle_IDA_Neuro2

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Was nicht funktioniert…

Montag, 11. Juni 2012 | Autor/in:

Im Laufe des Mal- und Bastelkurses habe ich auch ein paar Methoden ausprobiert, die sich leider als nicht praktikabel herausgestellt haben. Darüber hinaus stelle ich auch immer wieder fest, dass traditionelle Methoden der Interaktion irgendwie nicht richtig funktionieren. Diese möchte ich hier auch nochmal vorstellen und bitte um ein Feedback dazu. Haben Sie ähnliches erlebt? Wie gehen Sie damit um?
Machen Sie bei den anonymen Umfragen mit und schreiben Sie mir in einem Kommentar von Ihren Erfahrungen!

Handout

Handouts von studentischen Referenten werden von den Studierenden in meinen Kursen stets gut angenommen:

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Ein Instrument zur Wiederholung, mit dem ich experimentiert habe, ist das Erstellen eines Handouts. Leider hat das nie so richtig gut funktioniert. weiter…

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Häufige Wiederholung, aber keine Gebetsmühlen

Montag, 4. Juni 2012 | Autor/in:

Der Mal- und Bastelkurs enthält viele Elemente, durch die die Inhalte aus verschiedenen Blickrichtungen oder mit verschiedenen Herangehensweisen wiederholt werden, ohne ein reines Auswendiglernen zu sein:

  • Am Anfang eines Kurstages machen wir eine Zusammenfassung des vorhergehenden Kurstages.
  • Am Ende eines jeden Kurstages machen wir meist eine interaktive Zusammenfassung. Der Kreativität der Studierenden sind hier keine Grenzen gesetzt. Entweder in Form eines Quiz (mit Süßigkeiten für richtige Antworten), oder anderen Spielchen. weiter…

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Konzentration auf das Wesentliche

Montag, 28. Mai 2012 | Autor/in:

Ich möchte auf jeden Fall vermeiden, dass der Mal- und Bastelkurs inhaltlich überfrachtet wird und die Studierenden überfordert werden. Mir ist es lieber, wir behandeln weniger Stoff, aber davon wird viel erinnert, als viel Stoff durchzunehmen, von dem nur wenig hängen bleibt, weil die Zusammenhänge wieder verloren gehen. Dies versuche ich mit folgenden Mitteln zu erreichen: Wie in Beitrag 2 „Lernen mit Spaß“ erläutert, bereiten jeweils zwei Studierende einen Kurstag vor: Vorstellung der Hirnstruktur und ihres Aufbaus, Anleitung zur Erstellung des Knetmodells, Experimente zur Funktion, Interaktive Übungen zur Vertiefung der Inhalte, Zusammenfassung etc.

Dadurch vermeiden wir, dass die einzelnen Themen inhaltlich überfrachtet werden. Die referierenden Studierenden wirken als Filter und dadurch bleiben wir auf einer Ebene, die die Studierenden verdauen können. weiter…

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Multimodalität: Lernen mit allen Sinnen, aktiv sein

Montag, 21. Mai 2012 | Autor/in:

Besonders wichtig ist mir, dass die Studierenden aktiv am Mal- und Bastelkurs teilnehmen und nicht nur passiv konsumieren. Dies wird durch unterschiedliche Vorgehensweisen erreicht:

Die Gruppentische verführen zum Reden: dadurch tauschen sich die Studierenden untereinander aus.

Professionelle dreidimensionale Plastikmodelle von menschlichen Gehirnen, die in 15 Teile zerlegt werden können sowie ein Schnittmodell des Kopfes stehen in ausreichender Zahl zur Verfügung. Die Studierenden benutzen diese Modelle, um sich ein haptisches Bild von der thematisierten Struktur zu machen.

Basierend auf Abbildungen im Referat und den Plastikmodellen stellen die Studierenden ein Knetmodell der jeweiligen Hirnstruktur her. Dadurch erst verstehen, be“greifen“ sie tatsächlich den Aufbau und die Erinnerungsleistung wird nachhaltig gefördert.

Auf weißen Badekappen zeichnen sich die Studierenden gegenseitig die Lappen des Cortex ein incl. Beschriftung und Funktion der einzelnen Bereiche.

Die Funktion der Gehirnareale verdeutlichen wir durch kleine Experimente (z.B. das Austesten von Reflexen, Motorisches Lernen etc.).

Interaktive Elemente, bei denen weiter…

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Teilziele definieren: Man muss nicht alles auf einmal verstehen

Montag, 14. Mai 2012 | Autor/in:

Das Gehirn ist ein dankbares Studienobjekt für die Definition von Teilzielen, da sich diese nahezu aufdrängen (Substrukturen). Am ersten Tag des Mal- und Bastelkurses bekommen die Studierenden einen groben Überblick über das Gehirn und lernen die Substrukturen schonmal namentlich kennen.

An den folgenden Kurstagen nehmen wir uns dann jeweils eine der Substrukturen im Detail vor und besprechen deren Aufbau und Funktion. Dabei arbeiten wir uns einfach von unten (Rückenmark) nach oben (Cortex) vor. Schritt für Schritt. Die verschiedenen Gehirnteile ergeben am Ende das große Ganze und nehmen dem Lernstoff seine Komplexität. Dies ist wahrscheinlich nicht besonders innovativ, aber ich halte es für eine wichtige Lernmethode, die auch in anderen Zusammenhängen und anderen Fachbereichen einsetzbar ist. weiter…

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Lernen mit Spaß

Montag, 7. Mai 2012 | Autor/in:

Ich bin der Meinung, dass es lernförderlich ist, wenn eine positive Grundstimmung herrscht, die Studierenden Freude haben und wir gemeinsam eine schöne Zeit haben. Ich denke, dass dies eine Situation ist, in der das Gehirn aufnahmebereit ist und automatisch lernt, ohne dass die Studierenden sich extra anstrengen müssen. Daher versuche ich den Fokus im Mal- und Bastelkurs bewusst auf das „gemeinsame Erleben“ zu legen und nicht auf „das wird geprüft“ (eine Klausur gibt es eh nicht). Diese positive Grundstimmung erzeugen wir, indem die Studierenden an drei Gruppentischen sitzen, sich anschauen können, Teams bilden etc. Auf den Tischdecken stehen die Kursmaterialien (Gehirnmodelle, Knete, Malutensilien etc.).

Des Weiteren fungieren die Studierenden selber als Dozenten, weiter…

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Endziel: Rohbau

Montag, 30. April 2012 | Autor/in:

Mit dem Mal- und Bastelkurs möchten wir erreichen, dass die Studierenden eine Vorstellung davon bekommen, wie das menschliche Gehirn im Groben aufgebaut ist, welche Unterstrukturen es hat, wie diese Unterstrukturen aussehen und welche primären Funktionen diese Unterstrukturen haben.

Ein griffiges Beispiel hierfür ist der Rohbau eines Hauses, anhand dessen ich den Studierenden in der Vorbesprechung unsere Vorgehensweise erkläre:
Die Studierenden wissen, welche Räume (=Unterstrukturen) das Gehirn hat und wie diese in Relation zueinander und zum gesamten Organ liegen. weiter…

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Das menschliche Gehirn – ein Mal- und Bastelkurs

Mittwoch, 25. April 2012 | Autor/in:

Das Gehirn ist eines der spannendsten, aber zugleich auch kompliziertesten Organe, die wir kennen. Beim Versuch den Aufbau und die Funktionsweise des Gehirns zu erlernen, erleben Studierende trotz großen Interesses häufig eine gewisse Angst vor der Komplexität, die den Anschein erweckt als könnte man das sowieso nicht lernen. Daraus resultiert eine Vermeidung des Themas, das man „ja sowieso nicht bewältigen kann“.

Ziel der Veranstaltung „Das menschliche Gehirn – ein Mal- und Bastelkurs“ ist es, Studierende im Bachelor-Studiengang Biologie langsam und anschaulich in die Anatomie des Gehirns einzuführen und zudem die Funktionen der einzelnen Hirnareale zu verdeutlichen. Um die Angst vor der Komplexität zu nehmen, haben wir ein Konzept entwickelt, bei dem die Studierenden aktiv die Anatomie des Gehirns erfahren; wir erreichen damit, dass sie die zu lernenden Strukturen tatsächlich be“greifen“ und das Lernen von neurowissenschaftlichen Inhalten positiv und nicht abschreckend erleben.

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Im Laufe der 8 Jahre, weiter…

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