Was bedeutet es, Lehrerin oder Lehrer zu sein?

Dienstag, 29. November 2016 | Autor/in: und 

wtp_assetDas Kompetenznetzwerk Studierendenmentoring hebt sein neues Baby aus der Taufe: Das Programm „Mentoring für Lehramtsstudierende“.

Was dieses Programm ausmacht und warum es ein wunderbarer Weg zur gezielten Nachwuchsförderung ist, davon berichtet in diesem Blog-Beitrag Heike Elisabeth Kapp, Koordinatorin Kompetenznetzwerk Studierendenmentoring.

Was ist das Besondere am Mentoring für Lehramtsstudierende?

Seit 2012 koordiniert das Kompetenznetzwerk Studierendenmentoring zahlreiche Mentoringprogramme mit unterschiedlichen Zielgruppen. Das Mentoring für Lehramtsstudierende ist unser neuestes Programm und, soweit ich weiß in dieser Form einzigartig in Deutschland. Es bietet Lehramtsstudierenden die Möglichkeit, Kontakte zu erfahrenen Lehrkräften zu knüpfen. Die Studierenden sollen schon früh Einblick in den Schulalltag erhalten und sich mit dem Schulberuf identifizieren, so wie andere Studierende über ihre Fächer zusammenfinden.

Im Schulpraxissemester werfen die Studierenden doch auch einen Blick in den Schulalltag. Worin unterscheidet sich Ihr Mentoringprogramm?

Ein ganz wesentlicher Unterschied sind unsere Qualitätsstandards wie z.B. Freiwilligkeit und Hierarchiefreiheit. Im Schulpraxissemester erwerben die Studierenden praktische Kompetenzen, werden im Anschluss aber bewertet. Kritische Momente wie z.B. Zweifel an der Studien- oder Fächerwahl, Probleme im Umgang mit Schülern oder einer Klasse werden daher von Natur aus meist nur vorsichtig oder gar nicht thematisiert, um eine schlechte Bewertung zu vermeiden. Unser Programm hingegen lässt neben fachbezogenen Themen auch Raum für persönliche Anliegen, da es zwischen den Beteiligten kein Abhängigkeitsverhältnis gibt. Ein weiterer Aspekt ist die zeitliche Dauer. Während das Schulpraxissemester innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens erfolgt, kann eine Mentoringbeziehung auch über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden und begünstigt damit den Aufbau eines Vertrauensverhältnisses.

Gibt es schon erste Erfahrungen oder Rückmeldungen?

Die vergangenen Monate waren arbeitsintensiv aber erfolgreich. Wir haben mit Hochdruck daran gearbeitet, engagierte Lehrkräfte und geeignete Studierende zu gewinnen und können deshalb jetzt mit der ersten Staffel starten. In persönlichen Gesprächen haben wir herausgefunden, welche Teilnehmerinnen und Teilnehmer zueinander passen – hier bewähren sich Fingerspitzengefühl und unsere langjährige Erfahrung. Im Rahmen einer feierlichen Auftaktveranstaltung werden sich die Tandempartner am 07.12.2016 im Rahmen unserer Auftaktveranstaltung erstmals persönlich kennenlernen. Mit den ersten Rückmeldungen zum beiderseitigen Erfahrungsaustausch rechnen wir im ersten Quartal 2017.

Geben Sie uns einen kleinen Einblick: Was motiviert Lehrkräfte, sich ehrenamtlich zu engagieren? Was versprechen sich die Studierenden?

Ich habe mit jeder Lehrkraft ausführlich gesprochen. Mein Eindruck ist, dass viele von ihrem Beruf begeistert sind und künftigen Kolleginnen und Kollegen ein Verständnis für die Komplexität des Lehrberufs vermitteln möchten. Sie sind stolz darauf, fachliche und persönliche Erfahrungen weitergeben zu können und damit den Nachwuchs zu fördern. Da viele Lehrkräfte einer großen zeitlichen Belastung ausgesetzt sind, freue ich mich umso mehr über dieses Engagement. Die Spanne reicht von Lehrkräften an Realschulen über berufliche Schulen bis hin zu Gymnasien im Stadtgebiet und der Umgebung.

Mit den Studierenden wurden intensive Bewerbungsgespräche geführt, da wir nur diejenigen auswählen, die die größte Motivation mitbringen und das aus unserer Sicht größte Potential, um eine Mentoringbeziehung mit den Lehrkräften zum Erfolg zu führen. Die Studierenden kennzeichnet, dass sie schon früh, auch außerhalb des Praxissemesters, lernen möchten, was neben dem Unterricht in der Schule wichtig ist und was es bedeutet, Lehrerin oder Lehrer zu sein. Sie möchten ihre persönlichen und fachlichen Kompetenzen stärken, suchen Beratung bei der Gestaltung zum Studium, wünschen sich Tipps zum Bewerbungsprozess oder Referendariat oder suchen konkrete Hilfe bei Fragen zum Berufseinstieg.

Wie werden die Lehrerinnen/Lehrer und Studierenden von Ihnen unterstützt?

Zu unseren Qualitätsstandards gehört auch die professionelle Begleitung: Wir stellen ein Mentoring-Handbuch sowie umfangreiches Material bereit. Parallel zu den persönlichen Treffen von Mentorin/Mentor und Mentee bieten wir verschiedene Veranstaltungen und Workshops an. Gerne stehen wir auch telefonisch, persönlich oder vertraulich in der Sprechstunde bei (üblicherweise selten) auftretenden Konflikten mit unserem Beratungsangebot zur Verfügung. Uns ist wichtig, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer so viel wie möglich aus dem Mentoring mitnehmen und ihren fachlichen und persönlichen Horizont erweitern können.

https://www.mentoring.uni-freiburg.de/Lehramtmentoring

Das Lehramtsspezifische Mentoring findet im Rahmen des Freiburg Advanced Centers of Education (FACE) statt. Freiburg Advanced Center of Education (FACE) ist ein Kooperationsnetzwerk der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Pädagogischen Hochschule Freiburg.

Für weitere Informationen:
www.face-freiburg.de

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Kompetenznetzwerk Studierendenmentoring auf der BMBF-Fachkonferenz zur Studieneingangsphase

Donnerstag, 12. Juni 2014 | Autor/in:

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Viele Projekte im Qualitätspakt Lehre zielen auf die Optimierung der Studieneingangsphase, also den Übergang ins Studium und das erste Studienjahr. Weil in dieser Phase entscheidende Weichen für ein erfolgreiches Studium gestellt werden, haben zahlreiche Projekte im Qualitätspakt Lehre zu diesem Thema bereits konkrete Maßnahmen entwickelt und umgesetzt – genau wie unser Kompetenznetzwerk Studierendenmentoring, das zahlreiche Mentoringmaßnahmen betreut, die junge Menschen am Anfang ihres Studiums unterstützen.
Deshalb fuhren wir (Harald Wohlfeil für die Abteilung Lehrentwicklung und ich für das Kompetenznetzwerk Studierendenmentoring) motiviert nach Köln, um uns gemeinsam mit ca. 200 Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland vom 22.05. – 23.05.2014 auf der Fachtagung des Qualitätspakts Lehre zum Themenbereich „Übergang ins Studium und Studieneingangsphase“ intensiv mit den konkreten Herausforderungen, der Wirksamkeit der eingesetzten Instrumente und den künftigen Anforderungen auseinanderzusetzen.
IMG_20140523_110426_400Und natürlich folgten wir gerne der Einladung des BMBF, unser Kompetenznetzwerk bei der Posterausstellung und im Tagungsreader vorzustellen und darüber miteinander ins Gespräch zu kommen.
Nach einleitenden Worten und Impulsvorträgen ging es dann zur intensiven Gruppenarbeit in einzelne Workshops. Sehr schön war in meinem ersten Workshop „Wir probieren`s miteinander – Orientierung in der ersten Studienphase“, dass es neben mir weitere Mentoring-Aktive gab, die Studierende in dieser zentralen Erfahrungsstufe unterstützen. Moderiert von Dr. Asta von Schröder (Leuphana Universität Lüneburg) diskutierten wir in Kleingruppen verschiedene Konzepte und Einzelmaßnahmen, die Studierende an der Hochschule bei der fachlichen Orientierung und akademischen Sozialisation unterstützen, mit folgenden Leitfragen:  weiter…

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Gruppen lieber heterogen oder homogen zusammensetzen?

Mittwoch, 12. Februar 2014 | Autor/in:

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Heute interessiert mich Ihre Meinung zum Thema Gruppenzusammensetzung. Egal, ob es sich um Arbeitskreise, Teilnehmende eines Lehrangebots oder um Mentoringgruppen handelt, sobald mehrere Menschen zusammenkommen, bringen diese auch ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit.

Häufig gibt es die Möglichkeit, durch gezielte Ansprache, Teilnahmebeschränkungen oder auch Einteilung nach bestimmten Kriterien Gruppen zu bilden, die recht einheitlich sind, manchmal auch nicht. Und – unabhängig von der Möglichkeit: ist es überhaupt immer sinnvoll, eine homogene Gruppe zusammenzustellen? Oder bietet nicht sogar die Vielfalt unserer potentiellen Teilnehmenden eine wunderbare Gelegenheit, nicht nur von einer lehrenden Person, sondern auch von einander zu lernen?

Welche Erfahrungen haben Sie als Lehrende bzw. Lernende gemacht?

Abstimmungsergebnisse

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Bilder-20647-19383-800_Sebastian_Bender_300Vor einigen Wochen bin ich erstaunt gewesen, wie befruchtend eine sehr gemischte Gruppe sein kann. Zum Angebot des Kompetenznetzwerk Studierendenmentoring gehören Schulungen – nicht nur für potentielle (studentische) Mentorinnen und Mentoren, sondern auch für diejenigen, die an der Basis die Mentoringaktivitäten koordinieren und früher habe ich stark auf möglichst homogene Gruppen geachtet.
Häufig „doodle“ ich die Wunschtermine, häufig wünschen sich aber Fakultäten mit einigen potentiellen Teilnehmenden eine „eigene“ Schulung. Diesen Wunsch erfülle ich immer gern, wenn es möglich ist, weil ich dann besonders individuell auf die Hintergründe und Bedürfnisse eingehen kann. Aber in letzter Zeit hatte ich mehrere ganz kunterbunt gemischte Schulungen, an denen so unterschiedliche Menschen teilnahmen wie studentische Hilfskräfte aus technischen Studiengängen oder promovierte GeisteswissenschaftlerInnen. Und meine Erfahrung: Bei genügend Raum für Gemeinsamkeiten und durch Eingehen auf die Situation entstanden so die konstruktivsten Diskussionen und vor allem das tolle Gefühl “Mentoring kann ja so viele Facetten haben“.

Je nach Gruppendynamik kann es meines Erachtens sinnvoll sein, entweder bewusst Gruppenarbeiten mit etwas mehr Gemeinsamkeiten anzuleiten oder im Plenum die ganz unterschiedlichen Sichtweisen herauszukitzeln.

Ihre Meinung

Wenn Sie es aussuchen bzw. gestalten können, bevorzugen Sie dann eher homogene oder heterogene Gruppen? Gibt es Tipps und Tricks, wie Sie in Ihren eigenen Veranstaltungen mit dem Thema Vielfalt umgehen?

Ich bin sehr neugierig auf Ihre Meinung!

Lesetipps zum Thema

Thema: News & Ausschreibungen | Ein Kommentar

Wie funktioniert Studierendenmentoring an der Uni Freiburg?

Mittwoch, 17. Juli 2013 | Autor/in:

Das Kompetenznetzwerk Studierendenmentoring schließt für die Studierenden der Universität die Lücke des Übergangs zwischen den zentralen Studierendenservices und dem Bereich der akademischen Lehre: Es ist ein begleitendes und unterstützendes Angebot mit dem Ziel, Abbruchquoten zu verringern, die Studienattraktivität und -zufriedenheit zu steigern, das Lehrpersonal zu entlasten und die Persönlichkeits- und Potentialentwicklung von Studierenden zu fördern. Das Kompetenznetzwerk Studierendenmentoring wird aus Mitteln des Qualitätspakts Lehre finanziert.

Seit März 2012 haben wir die Aufgabe wahrgenommen, Unterstützungsmaßnahmen und Netzwerke aufzubauen, die direkt an den Fakultäten angesiedelt und auf deren Bedürfnisse zugeschnitten sind. Das Gesamtkonzept entspricht den von den Fakultäten in einer Bedarfserhebung genannten Wünschen nach Hilfestellung einerseits und andererseits einer maximalen Flexibilität in der Ausgestaltung und Durchführung.

Als zentrale Anlaufstelle (Kontakt) bieten wir den Fakultäten: Vorstellung des Projekts, Bedarfserhebung, Beratung bei Konzeptentwicklung und Antragsstellung, Mittelvergabe und -kontrolle, Erstellung von Materialien/Internetauftritt, Schulungen, Konfliktberatung, Netzwerktreffen und Qualitätssicherung. Die Koordination und Organisation der einzelnen Maßnahmen sowie die Mentoringtreffen hingegen erfolgen direkt an den Fakultäten.

Die ersten Ergebnisse können sich sehen lassen:

Infografik_Mentoring5_1

weiter…

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