Instructional Development Award Preisträger Schreurs-Morét, Hubert und Gebert – Teil 2

Mittwoch, 15. Januar 2014 | Autor/in: , , und 

Vor Kurzem haben uns die IDA Preisträger Prof. Dr. Anna Schreurs-Morét, Prof. Dr. Hans W. Hubert und Prof. Dr. Bent Gebert einen ersten Einblick in ihr Projekt „Wissen im Prozess – Kollaborativ erstellte Online-Publikationen von Studierenden“ ermöglicht (Blogbeitrag). In einem zweiteiligen Interview lassen uns die Professoren jetzt an der Entstehung der Projektidee Anteil haben und erzählen von persönlichen Überzeugungen und Erfahrungen in der Lehre (Teil 1).

Wodurch zeichnet sich für Sie gute Hochschullehre aus?

Hans W. Hubert: Inhaltlich ist für mich wichtig die enge Verzahnung von aktueller Forschung und Lehre. Hierbei können die Studierenden in der Regel besonders gut merken, was sich eigentlich in einem Fach tut und wie sie selbst als Wissenschaftler zur Weiterentwicklung eines Gebietes beitragen können. Natürlich sollte der Stoff und die methodische Auseinandersetzung mit ihm auf einem Niveau vermittelt werden, das dem Wissen und dem Kenntnisstand der Teilnehmer entspricht. Gut ist es, wenn man in die Lehre Elemente einbauen kann, die didaktische Abwechslung bringen oder die die Studierenden direkt involviert.

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Bent Gebert: Gute Hochschullehre zeichnet sich in meinen Augen besonders dadurch aus, dass sie intensive Motivation weckt, Wissen zu entwickeln und zu verändern. Lehrveranstaltungen gelingen, wenn Studierende nicht nur mit Fachinhalten konfrontiert werden, sondern deren Relevanz erkunden, prüfen und sich aktiv mit den Diskussionen auseinandersetzen, die solches Wissen hervorbringen. Für Lehrende kann Motivation im besten Fall bedeuten, Unterricht als wichtigen Teil der Arbeit zu erleben, der auch für die eigene Forschung fruchtbar ist – und nicht nur als sekundäre Weitergabe oder Test von Forschungsergebnissen. Natürlich motivieren Übungen, Seminare, Vorlesungen, Praktika etc. in unterschiedlicher Weise. Grundsätzlich aber ist zu fragen: Was können Lehrveranstaltungen bieten, das sich nicht durch Lesen eines Lehrbuchs, Hören eines Podcast oder Ansehen eines MOOC-Videos erfahren lässt? Gut ist Hochschullehre, die nicht nur abrufbare Informationen bietet, sondern persönlich involviert, wissen zu wollen.  weiter…

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Instructional Development Award Preisträger Schreurs-Morét, Hubert und Gebert – Teil 1

Montag, 13. Januar 2014 | Autor/in: , , und 

Vor Kurzem haben uns die IDA Preisträger Prof. Dr. Anna Schreurs-Morét, Prof. Dr. Hans W. Hubert und Prof. Dr. Bent Gebert einen ersten Einblick in ihr Projekt „Wissen im Prozess – Kollaborativ erstellte Online-Publikationen von Studierenden“ ermöglicht (Blogbeitrag). In einem zweiteiligen Interview lassen uns die Professoren jetzt an der Entstehung der Projektidee Anteil haben und erzählen von persönlichen Überzeugungen und Erfahrungen in der Lehre (Teil 2).

Was hat Sie zu der Projektidee inspiriert?

uni'lernen-2012_Mediae_WikiAnna Schreurs-Morét: Eigene erste Erfahrungen mit einem Wiki in einer Übung: Begeisterung über die hohe Motivation und die deutlich gesteigerten Leistungen, Verzweiflung über Manches, das dabei nicht so rund lief. Und dann – in einem Artikel im uni’lernen-Magazin (s. links) – der Hinweis auf Bent Gebert mit seinem ähnlichen, aber sehr viel avancierteren Projekt. Wir konnten uns zunächst über unsere Erfahrungen austauschen und gerieten dann schnell in das Fahrwasser der Antragstellung zu einem ausgeweiteten Projekt …

Bent Gebert: In Vorgesprächen stellten Anna Schreurs-Morét und ich fest, dass wir trotz unterschiedlicher Fachdisziplinen gemeinsame Ziele verfolgen: Wir suchten in kunstgeschichtlichen und literaturwissenschaftlichen Seminarveranstaltungen kooperatives Lernen, Forschen und Schreiben zu stimulieren, indem wir mit den Teilnehmern/innen Wiki-Artikel erarbeiteten und diskutierten. Wir hatten ähnliche Erfahrungen gesammelt und bemerkt, welche Leistungsanreize und Leistungssteigerungen diese Pilotveranstaltungen freisetzten. Ähnlich hatten wir aber auch die Herausforderungen erlebt, die mit den technischen Anforderungen der Wiki-Arbeit, der didaktischen Planung von forschenden Lernprozessen und natürlich der wissenschaftlichen Qualitätssicherung von kollaborativem Wissen verbunden sind. Der Erfolg der Probeversuche ermutigte uns, hier weiter zu gehen. weiter…

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Gemeinsam öffentliche Ressourcen in und für die Geisteswissenschaften erstellen

Mittwoch, 18. Dezember 2013 | Autor/in: , , und 

Im Rahmen des IDA-Projekts „Wissen im Prozess – Kollaborativ erstellte Online-Publikationen von Studierenden“ führen Prof. Dr. Anna Schreurs-Morét und Prof. Dr. Bent Gebert derzeit an den Universitäten Freiburg und Konstanz in ihren jeweiligen Fachgebieten Seminare durch, in denen Studierende mithilfe von Wikis und Etherpads gemeinsam Texte erstellen, diskutieren und weiterentwickeln.
Was genau im Rahmen dieses Projekts erarbeitet wird und welche Ziele dahinter stehen, wird in diesem Beitrag von den beteiligten Professoren vorgestellt.

Materialien zur Nachnutzung durch andere Studierende (Zeichnung Nora Bergner)

Materialien zur Nachnutzung durch andere Studierende (Zeichnung Nora Bergner)

In dem Projekt „Wissen im Prozess“ beschäftigen wir uns mit kollaborativ erstellten Artikeln von Studierenden, die in eine Online-Publikation münden sollen. Virtuelle Kollaborationswerkzeuge wie z.B. Wikis bieten neue Arbeitsformen auch für die Hochschullehre an, deren Fokus auf der gemeinsamen Leistung eines Personenkreises – in unserem Fall Studierenden – liegt. Diese Leistungen landen hierbei nach Abschluss des Seminars nicht irgendwo in einer Schublade, sondern sollen im Internet für definierte Personenkreise, unter Umständen auch für die gesamte Welt, zugänglich sein. Daraus ergibt sich ein ganz besonderer Anreiz für die Studierenden, sich aktiv an den Erarbeitungs- und Schreibprojekten zu beteiligen. Dies bedeutet aber auch, dass das  gemeinsam erarbeitete Wissen gesichert, bewertet und ggfs. weiterentwickelt werden muss, um den wissenschaftlichen Kriterien einer Online-Publikation zu genügen.

Projekt-Wiki der Germanistik (SoSe 2013)

Projekt-Wiki der Germanistik (SoSe 2013)

Wir verfolgen in unserem Projekt demnach mehrere Fragen. Zum einen interessiert uns, welche Auswirkungen der Einsatz von virtuellen Kollaborationswerkzeugen auf das didaktische Konzept einer Lehrveranstaltung hat. Wie binde ich beispielsweise die Arbeit in einem Wiki gewinnbringend in meine Seminarplanung ein? Werden kollaborative Arbeiten in der Leistungsbeurteilung berücksichtigt, wenn ja, wie? Zum anderen stellt sich die Frage, welche Kriterien ein Text bzw. ein Artikel erfüllen muss, um der Wissenschaftlichkeit gerecht zu werden, die sich je nach Fachkontext in verschiedenen Standards bzw. Gewichtungen ausprägt. weiter…

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