Qualitätsoffensive Lehrerbildung

Montag, 11. Mai 2015 | Autor/in: , und 

Vor dem Hintergrund der Lehramtsreform des Landes wurde in Freiburg das FACE (Freiburg Advanced Center of Education) etabliert. In diesem Rahmen erfolgte die Einrichtung des Praxiskollegs. Die Vorbereitungen für die Einführung  des neuen Lehramtsstudienganges zum Wintersemester laufen auf Hochtouren. Herr Professor Holzäpfel und Herr Professor Hochbruck geben in einem kurzen Interview einen kleinen Einblick in die aktuellen Entwicklungen.
Kooperation Lehrerbildung

Was ist unter Praxiskolleg zu verstehen/ Wer sind da die Akteure?

Als Teil der Maßnahmen, die im Zusammenhang mit der Umstellung der Lehramtsstudiengänge ab Wintersemerster 2015/16 auf Bachelor und Master of Education geplant sind, soll es in Zukunft das ‚Praxiskolleg‘ zur Förderung der Kohärenz von Theorie und Praxis über alle drei Phasen der Lehrerbildung (Hochschule, Referendariat und Weiterbildung) hinweg geben. Die Leitung des Praxiskollegs teilen sich PH (Prof. Dr. Lars Holzäpfel) und Uni (Prof. Dr. Wolfgang Hochbruck). Wir waren uns von Anfang an einig, dass wir möglichst alle „stakeholder“ im Bereich der Lehrerbildung mit im Boot haben wollten. Das Praxiskolleg wird deshalb aufgebaut aus dem Zentrum für Lehrerbildung der Universität und dem Zentrum für schulpraktische Studien der Pädagogischen Hochschule sowie weiteren Kooperationspartnern (siehe Bild). Das gemeinsame Praxiskolleg soll zentraler Vernetzungs- und Kommunikationsraum der community of practice der Lehrerbildung werden.

Welche Schritte sind als Nächste zu sehen?

Grundlegend für den Erfolg des Praxiskollegs ist der Dialog mit allen in der Region an der Lehrerbildung beteiligten Akteuren. Wir wollen eine Abstimmung der Ausbildungsinhalte an den Hochschulen, in den Praxisphasen und im Vorbereitungsdienst mit den Staatlichen Seminaren und den Schulen erreichen und dazu z.B. Modellvorhaben der Theorie-Praxis-Vernetzung in der Lehre und in schulpraktischen Studien unterstützen.

Welche Ziele stehen im Vordergrund?

Wichtig ist auch der Aufbau eines Netzwerks von Referenzschulen, die auf Basis eines Kooperationsvertrags in Fortbildung, Forschung und Praxisaustausch aktiv mit den Hochschulen zusammenarbeiten. Dies wird sich insbesondere auch auf die Fort- und Weiterbildung im Lehramt auswirken.

Wie empfinden Sie die Kommunikation zwischen PH und Uni?

Aufgrund der vernetzenden Lehre sehe ich eine Bereicherung in der Zusammenarbeit. Die gegenseitige Wertschätzung und das gemeinsame Ziel die Profession auf einer fundierten Grundlage aufzubauen ist eine bedeutende Triebfeder.

Was können die Studierenden erwarten?

Eine bessere Begleitung in Praxisphasen, das Orientierungspraktikum wird in seiner Bedeutung aufgewertet. In einer engen Zusammenarbeit von PH und Uni wird gerade die Praxis-Begleitung schon ab dem ersten Semester konzeptionell ausgearbeitet. Studierende werden wesentlich mehr bildungswissenschaftliches und fachdidaktisches Wissen als Basis haben.

Worin kann man schon jetzt einen Benefit sehen?

Allein die Darstellung der Vernetzung, wer was macht, ist ein Ausgangspunkt für weiterführende Dialoge und Kooperationen der verschieden Instanzen. Dies ermöglicht die vorhandenen Strukturen zu nutzen und Synergien herzustellen.

Was erhoffen Sie sich auf lange Sicht in der Lehrerbildung?

Eine stärkere Qualifizierung in allen drei Phasen der Lehrerbildung durch eine systematische Theorie-Praxis-Vernetzung. Eine Lehrkompetenz, die durch begleitende Unterstützung zu einer nachhaltigen Arbeitszufriedenheit führt.

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Übersetzen mal anders: Translation on Wikipedia

Mittwoch, 10. April 2013 | Autor/in: , , und 

Im Rahmen des IDA-Projekts „Kombination von Lehrveranstaltungen der universitären Lehrerausbildung für Studierende am Englischen Seminar mit Fortbildungen für Lehrende an Gymnasien“ öffneten Alison Nagel und Kai Woodfin ihre Lehrveranstaltung „Translation on Wikipedia“ für Lehrerinnen und Lehrer. Hier erzählen Sie von ihren Erfahrungen:

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Langfristige Weiterführung des IDA-Projekts
Geplant ist weiterhin die Verbindung eines Moduls des universitär gestützten Teils der Lehrerausbildung am Englischen Seminar der Universität Freiburg mit fachwissenschaftlichen Weiterbildungsangeboten für Lehrer. Es soll regelmäßig zunächst ein (Haupt-) Seminar als Wahlpflichtveranstaltung angeboten werden. In einer zweiten Phase wäre aus unserer Sicht die sinnvollste Lösung die, dass in der Lehrerschaft eine eigene Gruppe Lehrende in der Fortbildung geschaffen wird mit ggf. bis zum völligen Sabbatical reduziertem Deputat, die sich wie etwa in Australien an den Hochschulen für ein ganzes Fortbildungssemester einschreiben und eine entsprechende Anzahl von Veranstaltungen belegten.

Weitere Informationen zu den Ergebnissen des IDA-Projekts

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Lehrerausbildung plus

Montag, 8. April 2013 | Autor/in:

Während das Max Planck Institut für Bildungsforschung vor Jahren bestätigte, dass die Lehrer in Baden-Württemberg besonders wegen der Qualität ihrer fachwissenschaftlichen Ausbildung gut seien, wird dies in der Lehrerfortbildung kaum abgebildet. Faktisch ist die fachwissenschaftliche Ausbildung mit dem Ersten Staatsexamen mehr oder weniger beendet.

Die Grundidee des IDA-Projekts „Kombination von Lehrveranstaltungen der universitären Lehrerausbildung für Studierende am Englischen Seminar mit Fortbildungen für Lehrende an Gymnasien“ war deshalb eine stärkere Einbindung der Universitäten und Pädagogischen Hochschulen in die Lehrerfortbildung, und zwar nicht als zusätzliches oder extrauniversitäres Angebot, sondern in einer in die erste Phase der Lehramtsausbildung integrierten Form.

Aus Sicht der Studierenden sollte eine integrative Behandlung von Lehrerfortbildung und Lehramtsausbildung ebenfalls Vorteile haben. An den aus dem Praxissemester an die Universität zurückkehrenden Studierenden ist zu beobachten, dass sie zwar einerseits im Bezug auf das an den Universitäten bisher wenig berücksichtigte pädagogische und didaktische Wissen Zugewinne gemacht haben, dass sie aber fachwissenschaftlich und methodisch umgekehrt eher negativ beeinflusst worden sind und zum Examen mit Leselisten und Themengebieten aufwarten, die so auch schon vor dreißig Jahren in Umlauf waren. Vernetzung, Transdisziplinarität, Intermedialität und Fragestellungen, die z. B. für den bilingualen Sachfachunterricht sinnvoll wären, werden so nicht gefördert. Die Schüler, die diese Lehramtskandidaten einmal unterrichten sollen, sind aber wiederum die Studierenden von morgen – dass sie weiterhin von Lehrenden mit einem Fachwissensstand von vorgestern unterrichtet werden sollen, ist weder einzusehen noch letztlich im Hinblick auf die Zukunftschancen der Schüler zu verantworten. Fachwissenschaftliche Fortbildung liegt also im Interesse der Lehramtsstudierenden wie der bereits in der Schule etablierten Lehrer.

Bedingungen einer solchen Einbindung mussten sein:

  •  inhaltliche integrale Anbindung an das Studium
  • Sicherung universitärer Qualitätsanforderungen
  • Raum- / zeitliche Integration
  • Abstimmung der Lehr- / Lernmethoden
  • Aufwertung der fachdidaktischen Anteile in der Fachlehre

In mehreren Projektseminaren wurden diverse Interaktions- und Kooperationsformen (Blockformat, Seminarhaus, Wiki, Campus Online, EduPad) experimentell eingesetzt. Alison Nagel und Kai Woodfin (Englisches Seminar) erzählen am Mittwoch im Videointerview von ihren Erfahrungen mit einem dieser Projektseminare.
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Instructional Development Award Preisträger Prof. Dr. Wolfgang Hochbruck

Freitag, 5. April 2013 | Autor/in: und 

Drei verschiedene Varianten erprobte Professor Hochbruck in seinem Projekt „Kombination von Lehrveranstaltungen der universitären Lehrerausbildung für Studierende am Englischen Seminar mit Fortbildungen für Lehrende an Gymnasien“ bei dem Versuch, adäquate Veranstaltungsformate zu finden. Wie gelingt es am Besten, die Lehrer mit neuen fachwissenschaftlichen Erkenntnissen in Kontakt zu bringen und gleichzeitig die Studierenden am fachdidaktisch-pädagogischen Wissen der Lehrenden teilhaben zu lassen?

Persönliches

Sitz des Englischen Seminars – Kollegiengebäude IV

Herr Hochbruck, was mögen Sie an der Lehre?
Keine Sitzung ist genau wie die andere – es ist immer eine dramatische und theatrikale Situation, in der alle Beteiligten ihre Rollen spielen; mal mehr, mal weniger gut. Gelungene Seminarsitzungen, eine erfolgreiche Sprechstundenberatung oder ein inspiriertes Referat von Studierenden beflügeln mich den ganzen Tag.

Was konnten Sie schon von Studierenden lernen?
Dass jede und jeder Einzelne von ihnen den Aufwand wert ist, sich ihnen mit vollem Einsatz zuzuwenden, und dass man ihnen ruhig etwas zutrauen kann und sollte. Eine meiner begabtesten Studentinnen ist noch vor ihrem Examen weiter…

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