Von der Theorie in die Praxis: Wie beurteilen Lehramtsabsolvent_innen rückblickend ihr Studium?

Dienstag, 15. Mai 2018 | Autor/in: , und 

Die Befragung der Absolventinnen und Absolventen der Universität Freiburg findet in regelmäßigen Abständen statt, zuletzt im Herbst 2012, 2015 und 2017. Sie ermöglicht es, von ehemaligen Studierenden zu erfahren, wie die Beschäftigungssuche verlief, welche Beschäftigung derzeit ausgeübt wird und ob das Studium zum Erfolg im Berufsleben beigetragen hat. In diesem Artikel werden nun einige Ergebnisse von Lehramtsabsolvent_innen präsentiert.

Foto: Joachim Hirschfeld

An der Befragung der Absolvent_innen 2017 nahmen 113 ehemalige Lehramtsstudierende (Staatsexamen) teil. Dies entspricht einem Viertel aller angeschriebenen Lehramtsabsolvent_innen des Prüfungsjahrs 2016.

Für knapp 40 % der heutigen Lehramtsabsolvent_innen war das Profil ihres jeweiligen Studiengangs wichtig oder gar sehr wichtig für die Entscheidung, ein Studium genau an der Universität Freiburg aufzunehmen. Die Erwartungen der Lehramtsabsolvent_innen wurden offenkundig übertroffen, denn gut drei von vier sind aus heutiger Sicht zufrieden (55 %) oder sehr zufrieden (22 %) mit ihrem Studium an der Universität Freiburg.

Bezüglich der inhaltlichen Verknüpfungen zwischen den Lehrveranstaltungen aus den Fachwissenschaften, Fachdidaktiken und Bildungswissenschaften weisen die Antworten der Lehramtsabsolvent_innen auf Verbesserungspotential hin. Mehrheitlich werden weder zwischen fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Studienanteilen noch zwischen Fachdidaktik und Bildungswissenschaft oder zwischen fach- und bildungswissenschaftlichen Veranstaltungen inhaltliche Verbindungen erkannt. Besonders die letztgenannte Verknüpfung zwischen Fachwissenschaften und Bildungswissenschaften wird hierbei kritisiert. Die Befragten bewerten die Vermittlung von Inhalten der fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Ausbildung für das 1. Hauptfach im Vergleich zum 2. Hauptfach als relevanter. Tendenziell schätzen die Befragungsteilnehmer_innen den Anteil an Fachdidaktik, Bildungswissenschaft und Schulpraxis im Studium als eher zu gering und den Anteil an Fachwissenschaft als eher zu hoch ein.

In der zusammenfassenden Betrachtung geben die Lehramtsabsolvent_innen an, dass die praxis- und berufsbezogenen Elemente des Studiums nur mäßig auf das Berufsleben vorbereiten. Dennoch ist eine deutliche Mehrheit der Lehramtsabsolvent_innen mit der beruflichen Situation, in der sie sich ca. ein Jahr bis anderthalb Jahre nach Studienabschluss befinden, zufrieden (siehe Grafik).

Es bleibt abzuwarten, wie sich die erste Abschlusskohorte des polyvalenten 2-Hauptfächer-Bachelor mit Lehramtsoption und anschließendem Master of Education bezüglich ihrer Zufriedenheit äußert. Die Reformierung des Lehramtsstudiums könnte Verbesserungen bezüglich der Vorbereitungen auf das Berufsleben mit sich bringen. Weitere Informationen zur Befragung der Absolventinnen und Absolventen 2017 finden Sie auf der Homepage (www.uni-freiburg.de/go/abs).

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Wieso brechen Studienanfänger_innen ihr Studium ab?

Montag, 7. Mai 2018 | Autor/in: , und 

Im Wintersemester 17/18 führte das Team der Zentralen Befragungen eine Umfrage unter den Exmatrikulierten (Studienabbrecher_innen, Hochschulwechsler_innen und Studienfachwechsler_innen) durch, in der die Studierenden unter anderem zu den Gründen des Abbruchs bzw. Wechsels sowie nach Verbesserungsmöglichkeiten seitens der Universität gefragt wurden. Somit sind die Zentralen Befragungen ein wichtiger Baustein des Qualitätsmanagementprozesses in Studium & Lehre an der Universität Freiburg.

Wer bricht das Studium ab?

Die Studieneingangsphase stellt sich bei vielen Studierenden als eine besonders wichtige Phase heraus, die den weiteren Studienverlauf besonders beeinflusst. Bachelorstudierende aus dem 1. und 2. Semester brechen nach der Zentralen Befragung häufiger ihr Studium ab als Bachelorstudierende aus höheren Semestern.

Daher folgt eine Auswahl der Ergebnisse der Zentralen Befragung des WS 17/18, die sich auf die Bachelorabbrecher_innen der ersten beiden Fachsemester (n = 53) konzentriert.

Woran kann es liegen, dass Studierende aus den ersten beiden Semestern das Studium abbrechen?

Zu den Hauptgründen des Studienabbruchs von Bachelorabbrecher_innen aus dem ersten und zweiten Semester zählen die persönlichen Gründe, wie Krankheit oder familiäre Gründe. Ebenfalls spielen die nicht erfüllten Erwartungen an das Studium und die fehlende Orientierung zum Studienbeginn eine Rolle. In diesem Zusammenhang werden ergänzend der fehlende Berufs- und Praxisbezug und der Wunsch nach mehr praktischer Tätigkeit im Curriculum als Grund für die Exmatrikulation in der Studieneingangsphase angegeben.

Sind Studierende, deren Eltern keinen Hochschulabschluss besitzen oder deren Eltern zugewandert sind, häufiger von der Exmatrikulation betroffen?

Foto: Sebastian Bender

Es lassen sich, bezogen auf die hier untersuchte Gruppe, keine Aussagen über den Bildungsabschluss der Eltern auf die Exmatrikulation der Studierenden ableiten. Studierende von Eltern mit einem Hochschulabschluss brechen zu gleichen Teilen ihr Studium ab wie Studierende von Eltern ohne Hochschulabschluss. Auch lassen sich, aufgrund der kleinen Fallzahl, keine Aussagen über Unterschiede bezüglich der Nationalität treffen.

Wie belastet fühlten sich die Studienanfänger_innen im Entscheidungsprozess für den Studienabbruch?

Den Entscheidungsprozess, der zum Abbruch des Studiums führte, empfinden die meisten Studienanfänger_innen der ersten beiden Semestern, als eine hohe Belastung. Bachelorabbrecher_innen aus den höheren Semestern bewerten die Entscheidung jedoch als noch belastender. Trotzdem geben die Bachelorabbrecher_innen im 1. und 2. Fachsemester insgesamt an, mit dem Studium an der Universität Freiburg zufrieden gewesen zu sein.

Was hätte die Universität tun können, um den Studienabbruch zu verhindern?

Foto: Sebastian Bender

Abbrecher_innen in den ersten zwei Semestern nennen eine strukturiertere Studieneingangsphase und bessere Möglichkeiten, sich im Vorfeld über das Studium informieren zu können, als wichtige Einflussfaktoren gegen die Entscheidung zum Abbruch. Ebenso sehen Studierende Potenzial bei jeglichen Beratungs- und Serviceangeboten der Universität Freiburg, das durch mehr Hilfsbereitschaft seitens der Mitarbeitenden und vereinfachte bürokratische Prozesse ausgeschöpft werden könnte. Jedoch fast die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass die Universität nichts hätte tun können, um ihre Entscheidung zu revidieren.

Wo finde ich weitere Informationen zu den Zentralen Befragungen?

Weitere Informationen zum Thema Zentrale Befragungen sowie den ausführlichen Ergebnisbericht der Befragung der Exmatrikulierten finden Sie auf der Homepage www.uni-freiburg.de/go/exma.

 

 

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Vom Studium zum Arbeitsmarkt: Wie gut sind die Absolvent_innen dafür vorbereitet?

Montag, 30. April 2018 | Autor/in: , und 

Foto: Linda Kratschmayr

Die Befragung der Absolventinnen und Absolventen der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg findet in regelmäßigen Abständen statt, zuletzt im Herbst 2017. Alle Absolvent_innen, die im Wintersemester 2015/16 oder im Sommersemester 2016 ihren Abschluss gemacht haben, wurden zu der Befragung eingeladen. Die zentralen Aspekte der Befragung waren die derzeitigen Tätigkeiten und Berufe der ehemaligen Studierenden und deren Rückblick auf das Studium.

Die Befragung der Absolvent_innen der Universität Freiburg ist Teil des Kooperationsprojektes „Baden-Württembergische Absolventenstudie“, welches 2013 durch die Initiative von fünf Universitäten des Landes angestoßen wurde. Der eingesetzte Fragenbogen wurde in enger Kooperation aller an der „Baden-Württembergische Absolventenstudie“ beteiligten Hochschulen entwickelt. Die Befragungsergebnisse werden an der Universität Freiburg für interne Akkreditierungsverfahren und gesamtuniversitäre sowie fachspezifische Qualitätsmanagementprozesse genutzt. Ein Gesamtbild über die Studienzufriedenheit kann erst in Kombination mit anderen Erhebungen, wie zum Bespiel die Befragung der Studierenden oder der Exmatrikulierten im „Student-Life-Cycle“ entstehen.

Die Befragung 2017 fand online statt. Der Fragebogen konnte in deutscher und englischer Sprache abgerufen werden. Die Absolvent_innen wurden per E-Mail angeschrieben. Von 3618 erfolgreich kontaktierten Absolventen und Absolventinnen haben insgesamt 972 daran teilgenommen. Der Rücklauf beträgt damit 26,8 %.

Die Befragung zeigt überwiegend positive Ergebnisse. Die Mehrheit der ehemaligen Studierenden ist mit ihrem Studium zufrieden.

Abb. 1: Befragung der Absolvent_innen 2017 (Zufriedenheit mit dem Studium insgesamt)

Die meisten Absolventinnen und Absolventen haben bereits den Weg in die Berufstätigkeit gefunden. Zwei Drittel von denjenigen, die berufstätig sind, haben eine reguläre Beschäftigung. Sie betrachten ihr Studium im Rückblick als gute Vorbereitung auf das Berufsleben. Und auch wenn niemals sämtliche im Studium erworbenen Kompetenzen Eingang in den Beruf finden, verwenden über die Hälfte der Absolventinnen und Absolventen ihre Studienkenntnisse in nennenswertem Umfang zur Bewältigung ihrer beruflichen Arbeitsaufgaben. Eine relative Mehrheit der Absolvent_innen ist im Bereich Wissenschaft und Forschung tätig.

Foto: Dhruv Khattar

Kompetenzen wie selbständiges Arbeiten, Kommunikations-, Problemlösungs-, Organisationsfähigkeit und die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, werden in der derzeitigen Tätigkeit der ehemaligen Studierende in hohem Maße gefordert. Gerade hinsichtlich des selbständigen Arbeitens stellen die Absolvent_innen der Universität ein sehr gutes Zeugnis aus, fast neun von zehn Befragten geben an, über diese Kompetenz bei Studienabschluss zu verfügen. Für Problemlösung, Organisation und Kommunikation gilt das jeweils für bemerkenswerte drei Viertel.

 

Als Hochschule kommt zudem der Vermittlung von Wissen größte Bedeutung zu. Hier äußern die befragten Absolvent_innen jeweils mit deutlichen Mehrheiten, nach Abschluss des Studiums sowohl über ein breites Grundlagenwissen als auch über spezielles Fachwissen und Kenntnisse wissenschaftlicher Methoden zu verfügen.

Abb. 2: Befragung der Absolvent_innen 2017 („Wenn Sie – rückblickend – noch einmal die freie Wahl hätten, würden Sie…“)

Erfreulich ist, dass ein Großteil der Absolvent_innen nochmals die Universität Freiburg wählen würde, wenn sie erneut die Wahl eines Studiums hätten. Fast die Hälfte der Absolvent_innen hat nach ihrem Abschluss im Jahr 2016 ein weiteres Studium aufgenommen, davon hat sich jede_r Zweite nochmals für die Universität Freiburg entschieden.

Dies sind ausgewählte Ergebnissen der Befragung der Absolventinnen und Absolventen 2017. Aufschlussreiche Antworten auf viele weitere interessante Fragen sowie zur Demographie der Befragten finden Sie im Gesamtbericht der Befragung. Auf der Homepage des Teams der Zentralen Befragungen sind zudem die Ergebnisse aus den Vorjahren sowie Berichte auf Fachebene abrufbar.

Im weiteren Verlauf werden die Ergebnisse der Befragung den Fakultäten, den Studiendekan_innen, den zentralen Einheiten und dem STURA vorgestellt, um auf Verbesserungspotentiale in den einzelnen Fachbereichen/Zentralen Einheiten aufmerksam zu machen. Die Interpretation der Ergebnisse liegt bewusst bei den Serviceeinheiten und Fächern direkt.

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Aktuell laufende Befragungen – Teilnahme immer noch möglich!

Mittwoch, 14. Februar 2018 | Autor/in: , und 

Befragung der Absolventinnen und Absolventen
und Befragung der Exmatrikulierten

Beginn der Feldphase

Im November 2017 begann die Feldphase der Befragung der Absolventinnen und Absolventen sowie der Befragung der Exmatrikulierten. Beide Befragungen sind Teil der Qualitätsmanagementprozesse der Uni Freiburg. Die Ergebnisse sollen Anreize für Änderungen und Verbesserungen im Bereich Studium und Lehre seitens der Universität geben. Dennoch unterscheiden sich die Befragungen in ihrer Zielgruppe und ihrem inhaltlichen Fokus: Die Befragung der Absolventinnen und Absolventen richtet sich an Studierende, die ihr Studium an der Universität Freiburg im akademischen Jahr 2015/2016 erfolgreich abgeschlossen haben und sich nun primär im Beruf oder weiterführenden Studium befinden.
Die Befragung der Absolventinnen und Absolventen beschäftigt sich mit Themen wie allgemeiner Zufriedenheit im Studium, Auslandsaufenthalten, aktueller beruflicher Situation sowie Kompetenzanforderungen im Studium. Die Befragung der Exmatrikulierten thematisiert hauptsächlich die Gründe für den Abbruch des Studiums oder Studienfachwechsels sowie die Nutzung von Beratungs- und Serviceangeboten an der Universität Freiburg. Sie wird dieses Jahr erstmals als Pilotprojekt durchgeführt und richtet sich an (ehemalige) Studierende, die sich aufgrund eines Wechsels oder Studienabbruchs im Zeitraum zwischen Oktober 2016 und Oktober 2017 exmatrikuliert oder einen Antrag auf Fachwechsel gestellt haben. An beiden Befragungen können die persönlich eingeladenen (ehemaligen) Studierenden noch bis Februar 2018 teilnehmen.

Befragung der Absolventinnen und Absolventen

An der Befragung der Absolventinnen und Absolventen beteiligten sich bisher bereits fast 900 ehemalige Studierende. Sie konnten ihre Meinung zu verschiedenen Themen abgeben, eine Teilnahme ist nach wie vor über einen personalisierten Link, der per Mail an die Absolventinnen und Absolventen verschickt wurde, möglich.
Ein Thema in der Befragung ist unter anderem, ob die Ehemaligen in Regelstudienzeit studiert haben, und wenn nein, was die Gründe für die Abweichung waren. Das können beispielsweise Abschlussarbeiten, Erwerbstätigkeit und Auslandsaufenthalte sein. Wie lange gehen Studierende eigentlich im Schnitt ins Ausland? Und welche Gründe haben Studierende, nicht ins Ausland zu gehen?
Weiterhin sind die allgemeine Zufriedenheit mit dem Studium an der Uni Freiburg und die aktuelle berufliche Situation wichtige Themen. Zum einen ist es von Interesse, in welchem Sektor die Absolventinnen und Absolventen nun tätig sind und ob sie sich in einem befristeten oder unbefristeten Arbeitsverhältnis befinden; zum anderen, welche Art von Tätigkeit sie ausüben und in welchem Berufsfeld sie arbeiten. Auch wird gefragt, welche Kompetenzen im jetzigen Beruf hauptsächlich gefordert sind und über welche Kompetenzen man nach dem Studium verfügte beziehungsweise ob die im Studium erworbenen Kompetenzen überhaupt verwendet werden. In Kombination mit Fragen zur allgemeinen Zufriedenheit mit der beruflichen Situation und zum Abschlussniveau können so später Aussagen darüber getroffen werden, inwieweit das Studium laut der Meinung der Befragten zum späteren beruflichen Erfolg beigetragen hat.

Befragung der Exmatrikulierten

Es haben bereits mehr als 300 StudienwechslerInnen sowie StudienabbrecherInnen an der Befragung der Exmatrikulierten teilgenommen und auch hier ist noch immer eine Teilnahme möglich! Dies geht online (potenzielle Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben einen Link per Mail bekommen) oder im Papierformat im Studierendensekretariat (Service Center Studium). Im Fokus der Befragung stehen überwiegend Gründe, die zu der Entscheidung geführt haben, das Studium abzubrechen oder den Studiengang zu wechseln. Wurde diese Entscheidung als belastend empfunden? Auch ist von Interesse, wie sich die (ehemaligen) Studierenden im Vorfeld über ihr Studium informiert haben und wie hilfreich die unterschiedlichen Informationskanäle waren. Die Betreuungs- und Beratungsangebote der Universität Freiburg sind ebenfalls ein wichtiges Thema bei der Befragung der Exmatrikulierten. Um Beratungsangebote nutzen zu können, müssen diese den Studierenden bekannt sein. Deshalb gibt es die Möglichkeit, bei den einzelnen Angeboten anzugeben, ob man diese kennt und wenn ja, ob sie bereits in Anspruch genommen wurden.

Weitere Informationen

Beide Befragungen befinden sich aktuell noch bis Ende Februar in der Feldphase. Ausführliche Ergebnisberichte, wenn aufgrund der Fallzahlen möglich auch auf Fachebene, werden zum Sommer erstellt.
In einem Beitrag von UniCross geht das Team der Zentralen Befragungen sowohl genauer auf die Auswertung als auch darauf ein, dass für die Befragung der Exmatrikulierten wohl eine qualitative Analyse der ausführlichen Freitextkommentare zu erwarten ist. Der Artikel findet sich unter folgendem Link: https://www.unicross.uni-freiburg.de/2018/02/meinung-sagen/.
Weitere Informationen und Anregungen erhalten Sie beim Team der Zentralen Befragungen (befragung@uni-freiburg.de) oder auf der Homepage www.uni-freiburg.de/go/befragungen).

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Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden: Auswertung der 21. Sozialerhebung für den Hochschulstandort Freiburg

Dienstag, 28. November 2017 | Autor/in: , und 

Die Sozialerhebung ist eine Langzeituntersuchung zur wirtschaftlichen und sozialen Lage Studierender in Deutschland. Sie wird alle drei Jahre vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) im Verbund mit dem Deutschen Studentenwerk und mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durchgeführt. Die aktuelle 21. Erhebung fand im Sommersemester 2016 statt, im Sommer dieses Jahres wurden die Ergebnisse veröffentlicht.[1] Für die Universität Freiburg liegt ein gesonderter Bericht vor.[2] 335 Studierende aus Freiburg haben sich an der Sozialerhebung beteiligt, es nahmen 174 Frauen und 158 Männer teil[3], die sich in Bachelor-, Staatsexamens-, und Masterstudiengängen befinden. 95% der befragten Studierenden besitzen die deutsche Staatsbürgerschaft. Die Sozialerhebung zielt auf die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden, wozu u.a. die Wohnsituation, die Finanzierung des Lebensunterhalts, aber auch die Essgewohnheiten gehören.

Der Wohnungsmarkt in Freiburg gehört deutschlandweit zu den angespanntesten. Von den Studierenden, die die langwierige Suche hinter sich haben, wohnen mehr als vier Fünftel direkt am Hochschulort. Die häufigste Wohnform bilden hierbei die Wohngemeinschaften (35%). Ebenso viele Studierende wohnen gemeinsam mit ihrem bzw. ihrer Partner_in (18%) oder allein (17%) in einer eigenen Wohnung. Jeder Fünfte gibt an, in einem studentischen Wohnheim zu leben. 

Abb.1: Wohnform der Studierenden am Hochschulort (Auszählung Uni Freiburg)

Die Entscheidung für die gewählte Wohnsituation wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. In Freiburg sind die wichtigsten Entscheidungsgründe die Nähe zur Hochschule (64%), eine angemessene Größe des Wohnraums (64%), eine gute Verkehrsanbindung (59%) sowie eine günstige Miete (55%). Nicht unterschätzt werden darf die brisante Situation am Freiburger Wohnungsmarkt, die den Auswahlrahmen der Studierenden merklich einschränkt: 45% stimmen der Aussage zu, sie hätten letztlich nichts anderes gefunden – im Bundesschnitt äußert sich nur jeder Vierte entsprechend.

Abb. 2: Gründe für gegenwärtige Wohnsituation (Auszählung Uni Freiburg)

Die Wohnsituation wird – erkennbar an der überdurchschnittlichen Zustimmung zum Einfluss des Mietpreises (35% stimmen „voll und ganz zu“) – auch durch die finanzielle Ausstattung der Studierenden determiniert. Die Sozialerhebung erfasst daher Art und Höhe der Einnahmen[4], mit denen Studierende ihre Lebenshaltungskosten bestreiten. Den Freiburger Studierenden stehen durchschnittlich 953 € im Monat zur Verfügung, etwas mehr als der deutschlandweite Mittelwert (918 €). Der größte Teil der Studierenden wird finanziell durch die Eltern unterstützt (92%), die in barer und/oder unbarer Form durchschnittlich 628 EUR im Monat an ihre Kinder weitergeben. Knapp zwei Drittel der Studierenden (63%) haben einen eignen Verdienst aus Tätigkeiten während des Studiums und erwirtschaften auf diese Weise durchschnittlich 328 EUR pro Monat. Für viele Studierende besteht eine typische Woche während der Vorlesungszeit damit nicht nur aus wissenschaftlicher Lektüre, Forschung und Diskussion, sondern auch aus durchschnittlich 7 Stunden Erwerbsarbeit. Auffällig ist der Verdienstunterschied zwischen den Geschlechtern: Studenten erhalten im Schnitt 100 EUR mehr im Monat als Studentinnen.

Abb. 3: Inanspruchnahme von Finanzierungsquellen (Auszählung Uni Freiburg)

Die Lebenshaltungs- und Studienkosten der Studierenden sind ein weiterer Betrachtungsgegenstand der Sozialerhebung. Den mit Abstand höchsten monatlichen Betrag wenden Freiburger Studierende für Miete einschließlich Nebenkosten auf, die Mietausgaben belasten die Studierenden im Schnitt mit 352 EUR pro Monat. Damit liegt Freiburg auf dem 11. Platz der deutschlandweiten Rangfolge der Hochschulstädte nach Höhe der monatlichen Ausgaben für Miete und Nebenkosten.[5] Auf die Mietausgaben folgen an zweiter Stelle die Ausgaben für Ernährung, in die die Freiburger Studierenden im Mittel 193 EUR pro Monat investieren. Direkt mit dem Studium hängen die Ausgaben für Lernmittel zusammen, die durchschnittlich 21 EUR betragen.

Abb. 4: Ausgewählte Ausgabepositionen (Auszählung Uni Freiburg)

Der Großteil der Freiburger Studierenden scheint mit den zur Verfügung stehenden Finanzmitteln zurecht zu kommen: Sieben von zehn Befragten geben an, dass die Finanzierung ihres Lebensunterhalts während des Studiums sichergestellt sei (71%); drei Viertel der Befragten äußern, sie verfügten über ausreichend finanzielle Mittel, um ihre monatlichen Ausgaben zu decken (75%). Dessen ungeachtet sei auch auf die 15% der Freiburger Studierenden verwiesen, die anführen, zurzeit finanzielle Schwierigkeiten zu haben. Die Auswertung der bundesweiten Ergebnisse der Sozialerhebung zeigt, dass sich die Bewertung der finanziellen Situation in Abhängigkeit des höchsten Bildungsstands der Eltern erheblich unterscheidet. So offenbart beispielweise der Zustimmungsgrad zur Aussage, die Finanzierung des Lebensunterhalts während des Stu­diums sei sichergestellt, „merkliche herkunftsspezifische Differenzen“[6]: Während Studierende aus einem niedrig gebildeten Elternhaus ihre Finanzierungssituation zu 51% als gesichert bewerten, gilt dies für Studierende der Herkunftsgruppe „hoch“ zu 81%.

Das Budget, das die Studierenden für Ernährung ausgeben, fließt in Teilen in das Angebot der verschiedenen Mensen in Freiburg. Vier von fünf Studierenden (81%) geben an, die Mensa im Laufe einer typischen Woche während des Semesters zu nutzen. Die Hälfte der Mensagänger und Mensagängerinnen können dabei als Stammgäste gelten, nehmen sie doch mindestens drei Mittagsmahlzeiten in der Woche in einer der Mensen zu sich. Die Freiburger Mensen überzeugen die Studierenden vor allem durch das Preis-Leistungs-Verhältnis: 77% sind damit (sehr) zufrieden, im bundesweiten Schnitt antworten nur 63% entsprechend. Knapp die Hälfte der Studierende (48%) stellt die Auswahl- und Kombinationsmöglichkeiten der Mensagerichte positiv heraus. Dem Mensen oft anhaftenden (Vor-)Urteil, geschmacklich ausbaufähig zu sein, kann sich eine relative Mehrheit der Freiburger Studierenden nicht anschließen: 43% sind (sehr) zufrieden mit dem Geschmack des Essensangebots der Mensen.

Abb. 5: Zufriedenheit mit Aspekten des Mensaangebots (Auszählung Uni Freiburg)

Den „grünen Ruf“, der Freiburg und seinen Studierenden nachgesagt wird, kann die Sozialerhebung bestätigen. Ein Drittel der Studierenden ist vegetarisch orientiert (34%), worunter auch das Fünftel der Freiburger Studierenden fällt, das sich voll und ganz vegetarisch ernährt (20%). Weiter bleibt sich die „Fahrradstadt Freiburg“ auch in der Sozialerhebung treu: Für den Weg zwischen Wohnung und Universität nehmen im Sommer 60%, im Winter immerhin noch 42% das Rad. Bemerkenswert ist die Fahrradquote nicht nur absolut, sondern auch im bundesweiten Vergleich: Deutschlandweit ist der Anteil der Rad fahrenden Studierenden im Sommer nur halb so groß (31%) wie in Freiburg und umfasst im Winter gerade einmal 14% der Studierenden.

Weitere Ergebnisse und Hintergründe der Sozialerhebung können hier eingesehen werden:

Das Team der Zentralen Befragungen der Universität Freiburg ist für verschiedene hochschulweite Befragungsprojekte, wie die Befragung der Studierenden und die Befragung der Absolventinnen und Absolventen[7], verantwortlich. Kontakt zur Abteilung sowie weitere Informationen zu den Befragungen unter: www.uni-freiburg.de/go/befragungen.

 

Quellen:

[1] Middendorff, E., Apolinarski, B., Becker, K., Bornkessel, P., Brandt, T., Heißenberg, S. & Poskowsky, J. (2017). Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in Deutschland 2016. 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks – durchgeführt vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung. Berlin: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

[2] Diesselben (FN 1), Randauszählung zur 21. Sozialerhebung für deutsche und bildungsinländische Studierende für die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau.

[3] Differenzierung nach Geschlecht: Die Antwortoption „möchte/kann mich keinem der beiden Geschlechter zuordnen“ wird aufgrund zu geringer Fallzahlen nicht ausgewiesen. Entsprechend errechnet sich aus den Fallzahlen für die Antwortoptionen „weiblich“ und „männlich“ nicht die Gesamtfallzahl.

[4] Um nun die Einnahmesituation der Studierenden anhand vergleichbarer Kennziffern darstellen zu können, werden ausschließlich Studierende in die Analyse einbezogen, die alleine wohnen bzw. wirtschaften und hinsichtlich ihrer Studiensituation miteinander vergleichbar sind. Vgl. Middendorff, E. et al. (FN 1), S. 39.

[5] Vgl. Middendorff, E. et al. (FN 1), S. 51. Die 21. Sozialerhebung weist Hochschulstandorte mit Angaben von mindestens 100 Studierenden und einer Einwohnerzahl >10.000 aus, in der Summe 60 Hochschulstandorte.

[6] Für Zitat und Daten vgl. Middendorff, E. et al. (FN 1), S. 47.

[7] Die Befragung der Absolventinnen und Absolventen befindet sich derzeit in der Feldphase (November 2017 bis Februar 2018). Informationen zur Absolvent_innenbefragung unter http://blog.lehrentwicklung.uni-freiburg.de/2017/11/befragung-der-absolventinnen-und-absolventen-im-verbundprojekt-baden-wuerttembergische-absolventenstudie/.

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Befragung der Absolventinnen und Absolventen im Verbundprojekt „Baden-Württembergische Absolventenstudie“

Dienstag, 14. November 2017 | Autor/in: und 

Der berufliche Verbleib der Absolventen und Absolventinnen ist von großem Interesse sowohl für die Hochschulforschung als auch für jede einzelne Hochschule. Insbesondere die Intensivierung der Qualitätssicherungs- bzw. Qualitätsmanagementmaßnahmen der Hochschulen führte zu einer stärkeren Fokussierung auf die Situation der Absolventinnen und Absolventen, fordert doch beispielsweise der Akkreditierungsrat in den Regeln für die Akkreditierung von Studiengängen u.a. „Untersuchungen (…) des Absolventenverbleibs“[1]. Die Befragungen der Absolventinnen und Absolventen nehmen entsprechend die ehemaligen Studierenden in den Blick, um (neben weiterem) zu erfahren, welcher Beschäftigung sie nachgehen und inwieweit das Studium aus eigener Perspektive zum Erfolg im Berufsleben beigetragen hat.

Im Jahr 2013 gaben fünf Universitäten des Landes den Anstoß für das Kooperationsprojekt „Baden-Württembergische Absolventenstudie“, seit dem Sommer 2017 nehmen alle neun baden-württembergischen Universitäten (vgl. Tab. 1) an dem Verbund teil. Die Hochschulen befragen ihre Absolventinnen und Absolventen mit dem Ziel der Gewinnung derjenigen Informationen, die die Regelkreise der jeweiligen Qualitätsmanagementsysteme erfordern. Dafür wird ein gemeinsam abgestimmtes Fragebogeninstrument genutzt; die Verantwortung für Fragebogenprogrammierung und Umfragedurchführung obliegt auch im Verbundprojekt weiterhin der jeweiligen Hochschule. Nach Abschluss der einzelnen Erhebungsphasen ermöglicht die Kooperation ein Benchmarking im baden-württembergischen Universitätsraum.

 

 

 

 

 

 

Tab. 1: Beteiligte Hochschulen der „Baden-Württembergischen Absolventenstudie“

Die Universität Freiburg befragt ihre Absolventinnen und Absolventen seit 2012. Verantwortlich für die Organisation ist die Abteilung Lehrentwicklung. Die vergangenen beiden Absolvent_innenbefragungen der Jahre 2012 und 2015 wurden in Zusammenarbeit mit dem INCHER (Kassel) durchgeführt. Zur Nutzung inhaltlicher und technischer Synergieeffekte sowie von Vergleichsdaten naher Hochschulstandorte partizipiert die Universität Freiburg seit diesem Jahr an der Absolventinnen- und Absolventenbefragung Baden-Württembergs. Dabei gilt es, Kernkriterien und für interne Qualitätssicherungsprozesse relevante Fragebogeninhalte aus den Vorjahren weiterzuführen und um den Mantelfragebogen des Verbunds zu ergänzen.

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 1: Freiburger AbsolvEnte

Zu den zentralen Themen des Fragebogens gehören die Situation der Absolventinnen und Absolventen nach dem Studienabschluss sowie die derzeitige Beschäftigungssituation. Ebenfalls wird die Adäquanz von Studium und Beruf abgebildet. Darüber hinaus enthält der Fragebogen Aspekte zur retrospektiven Bewertung des Studiums. Es werden sowohl Fragen zur Ausstattung als auch zur Bewertung der Studienorganisation und zu den Lerninhalten gestellt. Dargelegt wird, wie zufrieden die Absolventinnen und Absolventen mit der Wahl ihres Studienfaches und mit ihrem Studium an der Universität Freiburg waren (vgl. Abb. 2).

 

 

 

Abb. 2: Zufriedenheit mit dem Studium (Quelle: Absolvent_innenbefragungen 2015 und 2012)

Im November 2017 ist – nun erstmals im baden-württembergischen Verbund – die aktuelle Erhebungswelle gestartet, die die Absolventinnen und Absolventen anspricht, die vor 1-1,5 Jahren das Studium abgeschlossen haben. Die Befragung wird bis Februar 2018 laufen. Zusätzlich und mit einem ähnlichen Zeitrahmen wird eine speziell entwickelte Befragung der Abbrecherinnen und Abbrecher bzw. der Studiengangswechslerinnen und -wechsler durchgeführt. Beide Erhebungen zählen neben der Befragung der Studierenden und der Studienanfängerinnen und Studienanfänger zu den Zentralen Befragungen der Universität Freiburg. Die Einladungen zur Teilnahme an den Befragungen erfolgen per Mail mit personalisiertem Zugangslink zur On-linebefragung. Die Fragebögen sind sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache abrufbar. Eine SSL-Verschlüsselung garantiert, dass die Onlineübertragung der Daten geschützt wird. Die Ergebnisse der Befragungen dürfen nur in anonymisierter Form veröffentlicht werden.

Weitere Informationen können der Homepage der Zentralen Befragungen entnommen werden (uni-freiburg.de/go/befragungen).

[1] Akkreditierungsrat (2013): Regeln für die Akkreditierung von Studiengängen und für die Systemakkreditierung, Drs. AR 20/2013, Bonn, S. 13.

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Die Fachschaft – eine Institution, die in deinem Fach vieles schafft

Montag, 29. Mai 2017 | Autor/in: , und 

Über das reine Angebot an Lehrveranstaltungen hinaus bieten die Fachschaften in den verschiedenen Fächern den Studierenden Möglichkeiten zum hochschulpolitischen Engagement, Diskussionsrunden oder weiterführende Vorträge an. Die Fachschaften können damit zu einer Erweiterung und Steigerung der Qualität der Lehre und des Lehrangebots an der Universität beitragen. In der Studierendenbefragung 2016 wurden die Studierenden um eine Einschätzung der Fachschaftsarbeit gebeten. Diese Einschätzungen werden hier in die Fachschaftsarbeit während des Semesters und in die Vertretungsfunktion der Fachschaft für die Studierenden aufgeteilt.

 

Fachschaftsarbeit während des Semesters                                       

Im ersten Semester ist für die Studienanfänger_innen vieles neu: Freiburg mit seinen Bächle und Gässle, die Universität mit ihren (manchmal) hogwartsähnlichen Gängen und natürlich die Kommilitonen und Kommilitoninnen, die vielleicht zu Freunden und Freundinnen fürs Leben werden. Um deswegen nicht schon in den ersten Wochen den Kopf zu verlieren, bieten die Fachschaften eine Ersti-Betreuung an. Vier von fünf der befragten Studierenden (Quelle: Zentrale Befragung der Studierenden aus dem Sommersemester 2016 (www. uni-freiburg.de/go/stu) empfanden diese Angebote als (sehr) gut. Dies spricht zum einen für die Qualität der Betreuungsangebote durch die Fachschaft, zum anderen aber auch für einen solchen Bedarf, wird doch die Erstsemesterbetreuung in jedem Jahr aufs Neue sehr stark nachgefragt (siehe Abb. 1).

Abb. 1: Studierendenbefragungen 2016, Fragen 3.23, 3.25, 3.28: In welchem Bereich haben Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft bereits in Anspruch genommen? Wie bewerten Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft in diesen Bereichen?

Neben der einführenden Betreuung veranstalten die Fachschaften regelmäßig Fachschaftspartys, damit die Studienanfänger_innen (und auch alle höheren Semester) ins Freiburger Nachtleben eintauchen können. Dreiviertel der befragten Studierenden und Partygänger_innen erfuhren diese Partys als (sehr) gut.

Eine wahre Institution in Freiburg ist der Kaffeeverkauf durch die Fachschaften. An verschiedenen Ecken an der Universität wird Kaffee gekocht, getratscht, die Welt verändert oder – insbesondere montags oder am Tag nach der Fachschaftsparty – einfach versucht, mit offenen Augen durch den Tag zu kommen. Der Kaffeeverkauf hat eine jahrzehntelange Tradition und wird von den Studierenden dankbar angenommen: Über zwei Drittel der Studierenden sind damit zufrieden und hielten das Angebot für (sehr) gut.

Nicht nur beim Kaffeetrinken verbringen einige Studierende ihre Zeit mit Reportagen, Interviews und Berichten über alle Belange der Studierendenschaft: Sie lesen berta – das Magazin für die Studierendenschaft (siehe Abb.2) . Zwei von fünf befragten Studierenden halten das Magazin für (sehr) gut, jedoch bewertete es auch knapp jeder Dritte als (sehr) schlecht. Allerdings wurde die Frage nach dem Studierendenmagazin von vergleichsweise wenigen Studierenden beantwortet, was für einen geringen Bekanntheitsgrad des Magazins spricht.

Abb. 2: Studierendenbefragung 2016, Fragen 3.24, 3.30, 3.32: In welchem Bereich haben Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft bereits in Anspruch genommen? Wie bewerten Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft in diesen Bereichen?

Damit die Studierenden bei dem breiten Angebot an Lehrveranstaltungen nicht den Überblick verlieren und ihr Studium auch nach eigenen Interessen planen können, geben die Fachschaften ein kommentiertes Vorlesungsverzeichnis (siehe Abb. 2) heraus. Drei von fünf befragten Studierenden bewerteten diesen Service, der nicht nur den Inhalt der Vorlesungen und Seminare beschreibt, sondern auch Empfehlungen zur Belegung, zur Literatur und wichtige Hinweise zu Studien- und Prüfungsleistungen enthält, als (sehr) gut.

Wenn der Kaffee für viele zum Überlebenselixier wird, die verschiedenen Bibliotheken gefüllt sind und die Köpfe rauchen, dann ist wieder Klausurphase. Auch hier unterstützen die Fachschaften die Studierenden. Durch Vorhalten von Altklausuren, Skripten und Übungen stehen die Fachschaften den Prüflingen zur Seite. Das wird von den Studierenden stark nachgefragt und sehr geschätzt, 70% der Studierenden empfanden die Prüfungsvorbereitung (siehe Abb. 2) als (sehr) gut.

Die Fachschaft als Vertretung der Studierenden                                 

Einführung der Studiengebühren, Inklusion, Chancengleichheit oder hochschulpolitisches Engagement: Für solche Anliegen der Studierenden sind die Fachschaften die Ansprechpartner. Denn die Fachschaft kann jedem Studierenden eine Stimme geben und vertritt die (hochschul-)politischen Anliegen der Studierendenschaft (siehe Abb.3). In Belangen der Studierendenvertretung zeigt sich ein gemischtes Meinungsbild bei den Befragten: Drei von fünf Studierenden fanden die Vertretung in hochschulpolitischen Angelegenheiten (sehr) gut, 18% bewerteten die Vertretung als (sehr) schlecht und jeder fünfte enthielt sich.

Um den Studierenden den Weg zur Fachschaftssitzung zu erleichtern, soll die die Website der Studierendenvertretung  (siehe Abb. 3) erste Informationen über Termine, Treffpunkte, politische Standpunkte und geplante Aktionen der Studierendenvertretung geben. Hiermit sind die befragten Studierenden unterschiedlich zufrieden: die Hälfte der Befragten bewertete die Website als (sehr) gut, jeder fünfte hingegen als (sehr) schlecht.

Abb. 3: Studierendenbefragung 2016, Fragen 3.29, 3.31: In welchem Bereich haben Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft bereits in Anspruch genommen? Wie bewerten Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft in diesen Bereichen?

Wer sich aktiv in die Hochschulpolitik einbringen oder sich über Belange der eigenen Fachschaft informieren will, hat die Möglichkeit, die Fachschaftssitzungen  (siehe Abb. 4) zu besuchen. Dort wird diskutiert, Tagesordnungspunkte besprochen oder eine Stellungnahme zu bestimmten Themen erarbeitet. Den Ertrag dieser Sitzungen ordneten drei von fünf der befragten Studierenden als (sehr) gut ein.

Außerdem haben die Fachschaften ein offenes Ohr für die Studierenden, wenn sich während des Studiums Probleme mit Dozent_innen oder Regelungen des jeweiligen Instituts oder Seminars (siehe Abb. 4) ergeben. Auch in diesen Fällen stehen die Fachschaften mit Rat und Tat zur Seite, um das Problem zu benennen und zu lösen. Knapp 60% der Studierenden sind damit zufrieden und empfanden diese Hilfe als (sehr) gut.

Abb. 4: Studierendenbefragung 2016, Fragen 3.26, 3.27: In welchem Bereich haben Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft bereits in Anspruch genommen? Wie bewerten Sie die Arbeit Ihrer Fachschaft in diesen Bereichen?

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass die Arbeit der Fachschaften in den verschiedenen Bereichen überwiegend positiv angenommen wird. Leicht unterdurchschnittlich schneiden das Magazin der Studierendenschaft, die Website der Studierendenvertretung und die Unterstützung bei Problemen mit dem Seminar ab. Besonders zufrieden sind die Studierenden dagegen mit der Ersti-Betreuung, der Versorgung mit Altklausuren und dem Kaffeeverkauf durch die Fachschaften.

Anmerkung:

Sämtliche Zahlen sind der Studierendenbefragung 2016 entnommen. Alle Werte stammen aus einer fünfstufigen Skala, die von „sehr gut“ bis „sehr schlecht“ reichte.

Die kompletten Befragungsergebnisse sind auf der Homepage der Abteilung Lehrentwicklung (www.uni-freiburg.de/go/befragungen) einsehbar. Weitere Informationen können bei den Projektkoordinatorinnen Natalie Boros und Stefanie Haas (befragung@uni-freiburg.de) eingeholt werden. Die nächsten Befragungen der Studierenden sowie der Studieneingänger_innen finden im Sommersemester 2019 statt.

Weitere Ergebnisse und News zu den Befragungen auf Facebook.

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Viel Prüfungsstoff, Balance zwischen Studium und Job und der Wunsch nach Praxis – Studienabbruch an der Universität Freiburg

Montag, 17. April 2017 | Autor/in: , und 

Im Durchschnitt beenden 23% der Studierenden in Deutschland ihr Studium nicht, in Freiburg waren es 2015 über ein Viertel (26%). Dabei brechen Studierende ihr Studium aus den verschiedensten Gründen ab. Diese finden sich auf persönlicher Ebene als auch auf institutioneller Ebene der Hochschule bzw. des Hochschulsystems (z.B. mangelnde Studieneignung oder -motivation des/der Studierenden, Abbruch als Folge unzureichender Studienbedingungen oder individueller Probleme bei der Studienfinanzierung). Eine Exmatrikuliertenbefragung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) von 2014 beleuchtet diese Gründe genauer. Sie umfasste die Themenbereiche „Zeitpunkt des Abbruchs“ (und betonte dabei die Wichtigkeit der Studieneingangsphase), die „Studienentscheidung und Fachwahl“, die „schulischen Voraussetzungen“, „Studienanforderungen und –bedingungen“, sowie Details zur „finanziellen Lage“, der „Wohnsituation“ und „demografischen Hintergrund“ der Befragten.

 

Die wichtigsten Abbruchgründe an der Universität Freiburg

Ausschlaggebende Abbruchgründe von ehemaligen Studierenden der Universität Freiburg (n=64). Angaben in Prozent. Datenquelle DZHW, eigene Darstellung.

 

Die ausschlaggebenden Abbruchsgründe können sich je nach Fach stark unterscheiden. In der Grafik sind die Angaben aus der DZHW-Studie der Abbrecher_innen der Universität Freiburg (n=64) dargestellt. Es wird deutlich, dass besonders das Themenfeld Praxisbezug/Berufsvorbereitung wichtig ist. Oft wird das Studium als theoretisch und wenig praxisbezogen kritisiert. Weiterhin scheint die Studieneingangsphase bedeutend zu sein, da viele Befragte angeben, den Einstieg in das Studium nicht geschafft zu haben oder mit falschen Erwartungen herangegangen zu sein. Abbrecher_innen beklagen eine Unvereinbarkeit von Studium und Nebenjob oder eine Überforderung durch zu viel Studien- und Prüfungsstoff oder zu hohe Studienanforderungen. Weiterhin spielen individuelle, persönliche Gründe und unzureichende Studienbedingungen eine Rolle.

Diese Gründe finden sich auch in den Antworten aus der Studierendenbefragung 2016 (n=7168) wieder. Hier gibt 1% der Befragten die Absicht, das Studium abzubrechen, an. Die Freitextantworten spiegeln vor allem den Wunsch nach mehr Praxisbezug wieder: „Die Tätigkeiten, die man nach dem Studium offen hat, sind nicht das, was ich machen möchte“ – „Hätte mehr interessante Inhalte und v.a. mehr Praxisbezug erwartet.“ – „Extreme Verschultheit des Studienganges“. Doch auch die Unvereinbarkeit von Nebenjob und Studium wird deutlich („Durch meine Arbeit, um meine Wohnung zu bezahlen, war es mir nicht möglich, meine Prüfungen mit den entsprechenden Noten zu erbringen.“) sowie eine Überforderung durch die Leistungsanforderungen im Studium („Erbringe nicht die erforderlichen Leistungen“).

Allerdings geht aus der Befragung des DZHW auch hervor, dass ein hoher Anteil der Abbrecher_innen wieder studieren würde, oft sogar an derselben Hochschule und das gleiche Fach. Weiterhin bezeichnen 34% der Abbrecher_innen das Studium (trotz Abbruch) als sinnvolle Zeit, im Vergleich zu 73% der ebenfalls befragten Gruppe der Absolvent_innen. Alles in allem sind Absolvent_innen mit ihrer jetzigen Lebenssituation zufriedener (76%), allerdings ist mit 49% der Abbrecher_innen ein hoher Anteil ebenfalls zufrieden.

Wie geht es jetzt weiter?

Da die Teilnehmerzahlen dieser Studie sehr gering waren, ist die Aussagekraft der Ergebnisse beschränkt. Sie zeigen trotzdem interessante Tendenzen auf. Um aber Abbruchsgründe nach Fachsemestern, Fächergruppen und Abschlussarten unterscheiden zu können, muss eine separate Befragung vorgenommen werden. Die Abteilung Lehrentwicklung plant zurzeit eine Exmatrikuliertenbefragung, die im Wintersemester 2017/2018 starten soll. Zweck der Befragung ist die genaue Identifikation von Motiven und Lebensumständen der Studienabbrecher_innen und Studienwechsler_innen an der Uni Freiburg sowie die Analyse der unterschiedlichen Formen und Folgen des Abbruchs um von Seiten der Universität mögliche Ansatzpunkte für weitere und spezifischere Unterstützungsmöglichkeiten zu finden.

Eine detailliertere Analyse der DZHW-Befragung zu den Abbrecher_innen an der Uni Freiburg ist hier zu finden: Bericht Abbrecherbefragung DZHW

Weitere Informationen zu den Zentralen Befragungen der Studierenden und Absolvent_innen finden Sie unter: www.uni-freiburg.de/go/befragungen

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Welchen Mehrwert generieren Zentrale Befragungen?

Mittwoch, 12. April 2017 | Autor/in: , und 

In den letzten Jahren entwickelte sich ein Trend hin zu kontinuierlichen und umfassenden Befragungen der unterschiedlichen Akteure in verschiedenen universitären Bereichen. Auch an der Universität Freiburg werden durch das Team Zentrale Befragungen der Abteilung Lehrentwicklung universitätsweite Befragungen unter Einbeziehung aller Studiengänge durchgeführt. Befragungen der gesamten Studierendenschaft, der Absolvent_innen ausgewählter Abschlussjahrgänge sowie der Lehrenden wurden bereits realisiert und werden in den kommenden Jahren kontinuierlich wiederholt. Studieneingangsbefragungen wie auch Befragungen der Exmatrikulierten befinden sich in der Vorbereitung. Somit kann der gesamte Student Life Cycle abgebildet werden (siehe Abb. 1).

Abb. 1: Zentrale Befragungen der Universität Freiburg im Student-Life-Cycle

Doch welchen Nutzen haben diese Befragungen?

Die Ergebnisse werden einerseits genutzt, um Verbesserungspotenziale in den einzelnen Studiengängen aufzudecken und Veränderungen anzustoßen. Als Beispiele von vielen sind Veränderungen in den Fachbereichen Jura und Biologie zu nennen: Im Bereich Biologie fand die Einführung einer Veranstaltung zu möglichen Berufsfeldern statt, womit darauf reagiert wurde, dass Studierende das mangelnde Angebot an Career Aktivitäten kritisierten. In der juristischen Fakultät folgte eine Reform bzgl. des Schwerpunktbereichsstudiums auf die Ergebnisse der zentralen Befragungen, da hier eine Überforderung eines Teils der Studierenden ersichtlich wurde. Weitere Beispiele für die erfolgreiche Umsetzung der aus den Ergebnissen gewonnenen Daten können im Blogeintrag der Abteilung Lehrentwicklung „Evaluationen bringen nichts? So wurden die Kritikpunkte aus den zentralen Befragungen bereits aufgenommen“ entnommen werden.

Andererseits wird durch die Befragungen ein zusätzlicher Mehrwert generiert, indem neben objektiven Kennzahlen wie bspw. der durchschnittlichen Abschlussnote weitere Indikatoren zur Erfassung von Qualität in Studium und Lehre erhoben werden. Gegenüber den Lehrveranstaltungsevaluationen ergibt sich der Zusatznutzen, dass Aussagen sowohl auf Universitätsebene (z.B. über zentrale Einrichtungen und Strukturen) als auch auf Ebene der einzelnen Lehreinheiten (z.B. bzgl. Curriculum und Ausstattung) getroffen werden und in das Qualitätsmanagement einfließen können. Die verschiedenen Indikatoren werden dabei nicht isoliert, sondern im Kontext als verschiedene, zu integrierende Perspektiven auf das Phänomen Qualität angesehen. So können objektive Kennzahlen mit den Informationen, die in den Befragungen gewonnenen wurden, angereichert werden, wodurch sich neue Interpretationsspielräume ergeben.

Durch die Befragung der unterschiedlichen Akteursgruppen kann zudem ein Großteil der drei hochschulrelevanten Qualitätsbereiche (Prozess-, Struktur- und Zielqualität) abgedeckt werden. Bei den verschiedenen Akteur_innen liegen aufgrund ihrer jeweiligen Rolle unterschiedliche Auffassungen zur Definition und Operationalisierung von „Qualität“ vor. Hieraus ergibt sich die Chance, alle Perspektiven im Sinne des Stakeholderansatzes einzuholen und somit neue Ansatzpunkte für Verbesserungen aufzudecken, die sich erst durch die verschiedenen Verständnisse einer qualitativ hochwertigen Lehre ergeben. Studierende können erfahrungsgemäß als Expert_innen für die Prozessqualität der Universität angesehen werden. Sie können bspw. die Studien- und Lehrorganisation, die Arbeitslast sowie Vermittlungsformen in der Lehre sehr genau beurteilen. Durch die Studieneingangsbefragungen können insbesondere das Bewerbungsverfahren sowie die Beratungsangebote im Vorfeld bewertet werden. Anhand der Exmatrikuliertenbefragungen ist bspw. ersichtlich, ob hohe Abbruchsquoten eines Studiengangs eher auf persönliche Gründe der Abbrecher_innen (z.B. Umorientierung) oder eher auf strukturelle Gründe, die einen Handlungsbedarf aufzeigen (bspw. defizitäre Studierbarkeit und Organisation des Studiengangs) zurückzuführen sind. Der Befragung von Absolvent_innen ist ein besonderer Stellenwert einzuräumen, da diese die aussagekräftigste Bewertung zur Ergebnisqualität der Universität, wie bspw. Aussagen über die Employability, d.h. darüber, wie gut Absolvent_innen nach dem Abschluss für die Berufswelt und den Arbeitsmarkt gerüstet sind, ermöglicht. Die Studienzufriedenheit kann sowohl allgemein als auch bezogen auf verschiedene Teilaspekte wie z.B. der Betreuung durch Lehrende, in allen vier Gruppen (Studieneingänger_innen, Studierende, Absolvent_innen und Exmatrikulierte) erhoben und somit über den gesamten Student Life Cycle hinweg abgebildet werden.

Um die Ergebnisse in Zukunft noch stärker zu nutzen, wird in der Abteilung Lehrentwicklung im Rahmen des Pilotprojekts „Freiburger Forum Dialogkultur“ seit 2017 ein begleiteter Folgeprozess entwickelt, der zu einer langfristigen Evaluationskultur beitragen soll. Auf zentraler Ebene wurde als Folge der Erhebungen 2014 eine Klausurtagung in Abstimmung mit der Senatskommission Studium und Lehre abgehalten, in der unerwartete Ergebnisse und Good-Practice-Beispiele vorgestellt sowie Verbesserungsmöglichkeiten angeregt wurden. Durch die Anwesenheit von Vertretern beinahe aller Fakultäten, Mitgliedern der Senatskommission für Studium und Lehre sowie der Prorektorin Frau Prof. Dr. Besters-Dilger wurde deutlich, dass die Ergebnisse von hohem Interesse für die verschiedenen am Qualitätsprozess beteiligten Akteure sind.

Weitere Informationen zu den Zentralen Befragungen erhalten Sie unter http://www.uni-freiburg.de/go/befragungen.

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Wie ergeht es unseren Absolvent_innen eineinhalb Jahre nach dem Abschluss?

Dienstag, 13. Dezember 2016 | Autor/in: , und 

Foto: Julia Müller

Die Abteilung Lehrentwicklung der Universität Freiburg führte 2015 zum dritten Mal die Befragung der Absolvent_innen im Rahmen des Kooperationsprojekts Absolventenstudien (KOAB) durch. Dies geschah in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Zentrum für Hochschulforschung (INCHER), sowie dem Institut für angewandte Statistik (ISTAT). Neben der Befragung der Studierenden stellt die Befragung der Absolvent_innen einen wichtigen Bestandteil der Zentralen Befragungen dar, weil die Absolvent_innen die einzige Zielgruppe ist, die ihr Studium bereits retrospektiv und vor allem mit dem Fokus auf die Beschäftigungssuche und dem Beginn des Berufslebens beurteilen kann.

Die Befragung der Absolvent_innen fand als Vollerhebung statt, d.h. alle knapp 4.000 Absolvent_innen des Abschlussjahres 2014 (Wintersemester 2013/2014 und Sommersemester 2014) waren zur Teilnahme aufgerufen. Dieses Abschlussjahr wurde gewählt, weil die Absolvent_innen zum Befragungszeitpunkt gerade mindestens ein bzw. maximal zwei Jahre die Universität verlassen hatten und sich somit einerseits noch gut an das Studium erinnern können, andererseits aber bereits erste Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt machen konnten.

Insgesamt wurde der Fragebogen von 1783 Absolvent_innen komplett ausgefüllt, was einer beachtlichen Rücklaufquote von 48% entspricht. Unter den Teilnehmer_innen waren jeweils genügend Absolvent_innen jeder Abschlussart (Bachelor, Master, Lehramt, Staatsexamen, Diplom, Magister Artium und Promotion) vertreten, um gesonderte Auswertungen durchzuführen. Ebenfalls wurden die Daten nach 31 einzelnen Lehreinheiten der Universität ausgewertet, die restlichen 11 Lehreinheiten wurden aus Datenschutzgründen unter „Sonstige“ zusammengefasst. Dies ermöglicht es in vielen Bereichen, fachbezogene Rückschlüsse zu ziehen und damit verbunden gegebenenfalls Handlungsbedarf zu identifizieren. Durch die Befragung der Absolvent_innen soll das Studium vor allem im Hinblick auf die Qualität der Vorbereitung auf das Berufsleben evaluiert werden, wodurch wertvolle Ansätze für Entwicklungspotenziale aufgedeckt werden können.

Nachfolgend werden einige zentrale Ergebnisse dargestellt. Hierbei werden entweder Prozentzahlen oder gerundete Werte der Antwortkategorien „sehr gut“ und „gut“ (der verwendeten fünfstufigen Skala) zusammengefasst.

Studienverlauf

Im Durchschnitt wurden alle Studienabschlüsse im (sehr) guten Notenbereich abgelegt (1,8). Abgesehen von Diplom- und Magisterabsolvent_innen (11% bzw. 31%) hat knapp die Hälfte aller Absolvent_innen (45%) ihr Studium in der vorgesehenen Regelstudienzeit beendet.

Mehr als ein Drittel (38%) aller Absolvent_innen kann bereits auf Auslandserfahrungen (sowohl Studiensemester als auch Praktika) zurückblicken, welche ausnahmslos während des Studiums gesammelt wurden. Der Verzicht auf Auslandserfahrung (62% der Teilnehmenden) wird vor allem durch die Verlängerung des Studiums (43%), finanzielle Gründe (36%) sowie das nicht vorhandene persönliche Interesse (35%) begründet (Mehrfachantwort möglich).

Retrospektive Bewertung des Studiums

Da die Befragten ihr Studium zum Befragungszeitpunkt bereits abgeschlossen hatten, können sie rückblickend das Studium als Ganzes bewerten.
Zwei Drittel (64%) aller Absolvent_innen bewertet die Ausstattung der Universität sowie die Studienorganisation als (sehr) gut. Auffällig ist hierbei, dass sich bei Diplomstudierenden im Vergleich zu allen anderen Abschlussarten der größte Anteil für eine (sehr) gute Ausstattung (77%), gleichzeitig aber der geringste Anteil für eine (sehr) gute Studienorganisation (47%) ausspricht.
Knapp zwei Drittel (61%) der Absolvent_innen bescheinigt ihrem abgeschlossenen Studium (sehr) gute Lehrinhalte, die Hälfte (51%) (sehr) gute Betreuung bzw. Beratung durch die Lehrenden. Eine starke Abweichung zeigt sich jedoch bezüglich der Betreuung im Staatsexamen (ohne Lehramt), die nur von gut einem Viertel (27%) als (sehr) gut bewertet wird.
Weniger überzeugt sind die Absolvent_innen von der Praxisorientierung: lediglich ein gutes Viertel der Befragten (28%) bewertet diese als (sehr) gut. Die Career Aktivitäten der Universität wurden nur von 9% aller Absolvent_innen als (sehr) gut bewertet.
In der Gesamtbetrachtung ergeben sich gute Ergebnisse: Drei Viertel aller Absolvent_innen der Uni Freiburg (75%) gaben eine (sehr) hohe Zufriedenheit mit ihrem Studium an.

Abb. 1: Frage D9: Wie zufrieden sind Sie aus heutiger Sicht mit Ihrem Studium an der Universität Freiburg insgesamt?

Rückblickend würden sich gut zwei Drittel (69%) wieder für denselben Studiengang und gut drei Viertel (79%) wieder für die Universität Freiburg entscheiden.

Abb. 2: Frage D10: Wenn Sie – rückblickend – noch einmal die freie Wahl hätten, würden Sie denselben Studiengang wählen?; Frage D10: Wenn Sie – rückblickend – noch einmal die freie Wahl hätten, würden Sie dieselbe Hochschule wählen?

Neben der  Bewertung der Studienqualität sind Aussagen über die Beschäftigungssuche nach dem Studium sowie die anschließende Erwerbsarbeit Themen, die nur über die Zielgruppe der Absolvent_innen erhoben werden können.

Beschäftigungssuche

Nach dem Abschluss begab sich mit Ausnahme der Bachelor-Absolvent_innen (41%) ein Großteil der Absolvent_innen der anderen Abschlussarten (68%-93%) auf Beschäftigungssuche, wovon wiederum knapp die Hälfte (49%) innerhalb von ein bis drei Monaten die erste Stelle erhielt. Bei lediglich 4% dauerte die Suche länger als ein Jahr.

Abb. 3: Frage F02: Wie viele Monate hat Ihre Suche nach einer ersten Beschäftigung insgesamt gedauert (mit Beschäftigung sind keine vorübergehenden, studienfernen Jobs zum Geldverdienen gemeint; allerdings zählen bezahlte berufliche Ausbildungen wie Referendariat, Facharztausbildung u. Ä. auch als Beschäftigungsverhältnis)?

Erwerbsarbeit

Zum Befragungszeitpunkt, ungefähr eineinhalb Jahre nach Studienabschluss sind etwa ein Drittel (35%) aller Absolvent_innen (n= 1.466) ausschließlich erwerbstätig, bei den Master- und Diplomabsolvent_innen sogar knapp die Hälfte (je 49%). Allerdings befindet sich beinahe die Hälfte der Bachelorabsolvent_innen (47%) ausschließlich in Ausbildung, weitere 27% sind gleichzeitig erwerbstätig und in Ausbildung. Somit bemühen sich drei Viertel der Bachelorabsolvent_innen um einen höheren Abschluss, um ihre Berufschancen zu erhöhen.

Von der Untergruppe derjenigen Absolvent_innen, die ausschließlich erwerbstätig sind (35% von n=1466; entspricht 461 Absolvent_innen), d.h. nicht gleichzeitig eine weitere Ausbildung erlangen, sind mehr als zwei Drittel (69%) in Vollzeit beschäftigt, etwa die Hälfte (49%) konnte eine unbefristete Arbeitsstelle finden. Der Großteil der rein erwerbstätigen Absolvent_innen (77%) schätzt ihre Beschäftigung zum Befragungszeitpunkt als niveauadäquat ein; Beinahe ebenso viele (75%) übernehmen in ihrem Beruf studienfachnahe berufliche Aufgaben.

Abb. 4: Frage I05: Inwieweit sind Sie mit Ihrer beruflichen Situation insgesamt zufrieden?

Je klarer die spätere Erwerbsarbeit auf das Studium zugeschnitten zu sein scheint, desto höher ist die Berufszufriedenheit: Knapp zwei Drittel (62%) gaben an, (sehr) zufrieden mit ihrem Beruf zu sein, wobei dieser Wert bei Lehramtsabsolvent_innen und Absolvent_innen, die mit dem Staatsexamen abgeschlossen haben, besonders hoch ist (81% bzw. 71%), während er bei Magister- und Bachelorabsolvent_innen vergleichsweise gering ist (44% bzw. 50%). Bei den beiden ersten Abschlussarten ist bereits bei Studienbeginn das spätere Berufsfeld vergleichsweise klar, während bei einem Master-, Bachelor oder Magisterstudium häufig sehr viele verschiedene Berufe in Frage kommen.

Über alle Lehreinheiten hinweg ist knapp die Hälfte (49%) aller Absolvent_innen im öffentlichen Bereich beschäftigt, ein geringer Anteil (9%) bei Organisationen ohne Erwerbscharakter und der Rest (42%) im (privat-)wirtschaftlichen Bereich.

Die Abteilung Lehrentwicklung arbeitet seit dem Ende der Feldphase an der ausführlichen Auswertung der Ergebnisse, die teilweise sogar noch bis auf die Ebene einzelner Studiengänge erfolgte. Somit kann in den einzelnen Studienbereichen und –fächern nun eine detaillierte Analyse und Interpretation der Ergebnisse erfolgen, wodurch dort Handlungsbedarfe und Entwicklungspotenziale aufgedeckt werden können. Die nächste Befragung der Absolvent_innen findet voraussichtlich 2018 statt, vermutlich gepaart mit der erstmaligen Befragung der Studienabbrecher_innen bzw. Exmatrikulierten.

Den Tabellenband (beinhaltet alle Ergebnisse in Tabellenform) der Befragung der Absolvent_innen 2015 nach Abschlussart oder Lehreinheit und weitere Informationen können Sie aus dem Universitätsnetz (IP-Filter) herunterladen: http://www.uni-freiburg.de/go/befragungen

Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Absolvent_innen, die an der Studie teilgenommen haben und uns somit eine so genaue Auswertung ermöglicht haben!

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