Was ich von meinen Freunden lernen kann– die „Critical Friends“-Methode

Dienstag, 25. August 2015 | Autor/in: , , und 

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Klausurtagung zum Evaluationsbericht (Foto: Julia Müller)

Im vergangen Juli wurden alle StudiendekanInnen mit deren StudiengangskoordinatorInnen von der Prorektorin Frau Besters-Dilger zur ganztägigen Klausur eingeladen. Die Veranstaltung sollte der Nachbesprechung der von den Fakultäten geschriebenen Evaluationsberichte dienen. Diese Berichte enthalten Informationen zu der Entwicklung der Studiengänge, der studentischen Veranstaltungskritik sowie eine Stellungnahme der jeweils zuständigen StudiendekanenInnen. Die Abteilung Lehrentwicklung konzipierte im Vorfeld eine Gruppenarbeitsmethode, mit Hilfe derer die TeilnehmerInnen sich mit den Bewertungen und Folgeprozessen ihrer Berichte befassen konnten.
Die Methode basierte auf dem Modell des „Criticial Friend“ und bezeichnet im Wesentlichen eine Feedback-Methode unter Kollegen und Kolleginnen: Ein „Lerner/Präsentator“ präsentiert das Thema, zu dem er/sie Feedback wünscht. Nach einem kurzen Intervall, in dem die „Diskutanten“ klärende Fragen an den „Lerner“ stellen können, diskutieren die „Diskutanten“ die Thematik und geben dabei warmes Feedback (unterstützende Aussagen), kühles Feedback (alternative Sichtweisen/aufgeworfene Fragen) und hartes Feedback (Hinterfragen der präsentierten Thematik/Aufwerfen von Bedenken). Der „Lerner“ nimmt nicht an dieser Diskussion teil und macht sich in dieser Zeit Notizen. Nach Abschluss der Diskussionsrunde gibt der „Lerner“ wiederum Feedback an die Gruppe. Begleitet wird der Prozess von einem „Facilitator“, der die „Critical Friends“-Methode anfangs noch einmal kurz vorstellt und Zeitvorgaben gibt. Der „Facilitator“ leitet außerdem die Abschlussdiskussion zum Prozess. Insgesamt dauert eine Feedback-Runde maximal 35 Minuten.
Im Falle der Klausur gaben sich Kolleginnen und Kollegen (StudiendekanInnen und StudiengangkoordinatorInnen) aus unterschiedlichen Fakultäten gegenseitig Feedback zum Evaluationsbericht. Um die Größe der Feedback-Gruppierungen überschaubar zu halten wurden die Fakultäten von der Abteilung Lehrentwicklung vorab in drei Fakultäten pro Feedbackgruppe aufgeteilt. Jede Fakultät (repräsentiert durch StudiendekanIn und StudiengangkoordinatorIn) war also einmal in der „Learner“-Rolle und erhielt Feedback und zwei Mal in der „Diskutanten“-Rolle. Die „Facilitator-Rolle“ wurde von unabhängigen MitarbeiterInnen zentraler Einrichtungen übernommen.
Klausurtagung_Schmidt_1Umrahmt wurde die Gruppenarbeit von Vorträgen von Frau Besters-Dilger, Harald Wohlfeil und Oliver Hafner, die zu den Rahmenbedingungen der Evaluationsberichte und ergänzenden qualitativen Evaluationsinstrumenten aufklärten. Hauptreferent des Tages war Dr. Uwe Schmidt vom Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung der Universität Mainz. Er gab einen Überblick über das Qualitätsmanagement an Hochschulen, den neusten Stand der Forschung und Impulse für mögliche Weiterentwicklungen der Universität Freiburg.
Insgesamt wurde das Tagesziel erreicht, dass sich die TeilnehmerInnen austauschten, noch stärker mit ihren KollegInnen der anderen Fächer vernetzten, sie ihre Evaluationsberichte reflektierten, neue Impulse aufgriffen und ihre persönlichen lessons learnt zurück in die Fakultäten tragen konnten.

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Thema: News & Ausschreibungen, Werkzeugkasten Lehrevaluation

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