„Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum…oder ist es doch eine Fichte?“

Donnerstag, 4. Dezember 2014 | Autor/in: und 

DeerminationAppAuch wenn man im Advent lieber in der warmen Stube sitzt: Die Zeit der Geländelehrveranstaltungen und Freilandpraktika in den Umwelt-, Forst- und Geowissenschaften beginnt schon in wenigen Monaten und mit ihr die Herausforderung für Lehrende wie auch Studierende, wie man die Aneignung biologischer Artenkenntnisse erleichtern kann. Eine Pflanze identifizieren zu können und zu wissen, warum sie dort wächst, wo man sie gefunden hat, ist ein unersetzliches Hilfsmittel bei der Beurteilung von Standorten und den vorliegenden Prozessen an den biotisch-abiotischen Schnittstellen der Ökosysteme. Im Zuge der Verkürzung von Studienzeiten, der Modularisierung von Studiengängen und einer eigenständigen Profilbildung der Studierenden kann eine solche durchgängige Wissensbasis in diesem Bereich, deren Vermittlung und Erwerb sich so zeitintensiv für Lehrende wie Studierende darstellt, heutzutage leider nicht mehr erwartet werden. Zwar gibt es eine Vielzahl von Büchern zur Pflanzenbestimmung, doch sind diese entweder in ihrer Anwendung kompliziert und damit abschreckend (dichotome Bestimmungsschlüssel) oder umfassen nur ein eingeschränktes Artenspektrum an Pflanzen (Laienfachbücher, wie z.B. Bild-Bestimmungsbücher). Ein erweitertes Informationsangebot im Internet ist zwar vorhanden, doch dies steht dem Studierenden mitten im Wald aufgrund der oft eingeschränkten Signalstärke auf Smartphones und Tablets vor Ort nicht zur Verfügung. Dabei verfügt ein hoher Anteil Studierender heute über ein solches mobiles elektronisches Endgerät und ist routiniert in dessen Anwendung.

An dieser Stelle setzt nun die Entwicklung der „DeterminationApp“ an, welche 2014 mit dem Instructional Award (IDA) der Albert-Ludwigs-Universität ausgezeichnet wurde. Durch die Bereitstellung eines intuitiv zu benutzenden Programms für mobile elektronische Endgeräte, wie z.B. einem Tabletcomputer oder einem Smartphone soll eine nebenläufige Vermittlung einer begrenzten Artenkenntnis möglich werden. „Nebenläufig“ heißt dabei, dass es mit der Anwendung möglich sein sollte, die an einem Standort vorkommenden Arten ohne separaten Lehrbeitrag und bei begrenzter zusätzlicher eigenständiger Trainingszeit zu bestimmen und dabei auch nachhaltig kennen zu lernen. Die besondere Innovation ist dabei die Trennung zwischen einer benutzerfreundlichen Bedienungsoberfläche und der in Standarddatenbanken gespeicherten Bestimmungsinformation. Dadurch können Bestimmungsschlüssel im Rahmen studentischer Praktika oder Abschlussarbeiten erweitert werden. Die Eigenbeiträge zur Weiterentwicklung beginnen mit dem Austausch von Bildmaterial oder dem Zufügen von Arten bis hin zur völligen Neugestaltung für andere Tier- und Pflanzengruppen bzw. Phänomene (wie z.B. bodenbildende Gesteine, Tierspuren, Bodentypen, usw.). Mit der „DeterminationApp“ wird ein zeitgemäßes Werkzeug zum selbstbestimmten und autodidaktischen Erwerb von Artenkenntnis bereit gestellt und so zu einer Verbesserung der Wissensbasis bei den Studierenden und auch interessierten Laien führen.
An der Entwicklung der DeterminationApp sind die Professur für Bodenökologie (Prof. Dr. Friederike Lang), der Arbeitsbereich für Vegetations- und Standortkunde (Prof. Dr. Albert Reif) sowie die Servicestelle E-Learning (Dr. Nicole Wöhrle) als auch die Fakultät für Biologie, Geobotanik (Prof. Dr. Michael Scherer-Lorenzen) beteiligt.

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Thema: IDA-Projekte, News & Ausschreibungen

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