Junior-Fellowship für Innovationen in der Hochschullehre

Mittwoch, 26. November 2014 | Autor/in: und 

Frau Dr. Jessika Nowak überzeugte mit mit Ihrem Konzept für Innovationen in der Hochschullehre. Einen Fellowship der Baden-Württemberg Stiftung erhielt sie für ihr Projekt:

Deutsch-französisches „Networking“ – ‚Junge Mediävistik‘ 2.0
Welche Idee führte zu Ihrem Projekt?
Foto: Dr. Jessika Nowak

Foto: Dr. Jessika Nowak

„Gallica non leguntur“ – wie oft wird doch diese Klage erhoben. Trotz der deutsch-französischen Annährung bleibt die französischsprachige Wissenschaftslandschaft für viele Studierende und sogar noch für manchen Jungwissenschaftler – nicht nur aufgrund der Sprachbarrieren – nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln. An diesem Punkt setzt das innovative Lehrformat des doppelten „Networking“ an, das die Vernetzung der Studierenden nachhaltig vorantreiben und, indem es u. a. den studentischen Bedürfnissen nach neuen Medien und neuen Kommunikationsmöglichkeiten Rechnung trägt, Neugierde und auch Begeisterung für die benachbarten Wissenskulturen und Forschungslandschaften wecken soll.

Wie sieht die Durchführung aus?

Die Vernetzung erfolgt auf zwei Ebenen: zum einen durch die Organisation und das Durchführen von drei deutsch-französischen Forschungsateliers, bei denen die Gäste von ihren laufenden Recherchen berichten und zum Teil noch nicht publizierte oder bislang jenseits der Grenzen wenig rezipierte Forschungsergebnisse vorstellen; zum anderen durch den Aufbau eines deutsch-französischen Forschungsportals.
Das Interessante und Neue an den zweitägigen deutsch-französischen Forschungsateliers, die jeweils eine andere französische Region ins Auge fassen, ist, dass die Studierenden gewissermaßen Tandems mit den französischen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen bilden. Den Studierenden obliegt die Betreuung der französischen Forscher und Forscherinnen, sie stellen diese bei der Tagung vor, moderieren deren Vorträge an und leiten die sich an die Vorträge anschließenden Diskussionen. Auch an der Aufbereitung der Beiträge für die Publikation, die in Printform wie per open access erfolgt, sind die Studierenden maßgeblich beteiligt. Auf diese Weise sammeln sie Redaktionserfahrung und schärfen ihr Sprachempfinden und ihren Blick für potientielle Fehlerquellen, was sich wiederum auf das Verfassen zukünftiger eigener Arbeiten förderlich auswirkt.

Was sind Ihre weiteren Pläne?

Das deutsch-französische Forschungsportal namens „consilium et auxilium“ wiederum soll eine thematische Vernetzung des Nachwuchses ermöglichen, indem es u. a. einseitige Abstracts mediävistisch ausgerichteter, seit 2010 abgeschlossener und derzeit in den deutsch- und französischsprachigen Ländern im Entstehen begriffener Doktorarbeiten liefert. Zudem sollen auf diesem Portal in Form von studentischen Interviews wichtige Informationen zur deutschen und französischen Archiv- und Bibliothekslandschaft gegeben sowie die für die deutsche und französische Forschungslandschaft zentralen Institutionen kurz vorgestellt werden. Außerdem wird ein Überblick über die mediävistischen Lehrstühle in Deutschland und Frankreich geboten. Ein ausführliches Siglenverzeichnis wird angesichts der zahlreichen, in der französischen Forschungslandschaft begegnenden Abkürzungen ebenso wenig fehlen wie ein kleines Wörterbuch für den universitären Alltag. Ferner werden Hinweise von Kommilitonen zu Studienbedingung im Ausland und Ratschläge deutscher und französischer Mediävisten zur Karriereplanung auf diesem Portal zu finden sein, aber auch Informationen zu Praktika, Stipendienmöglichkeiten, Sommerschulen und Tagungen und vieles mehr.

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Thema: News & Ausschreibungen

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