Wie schläft man richtig? Schlaf als interdisziplinäres Projekt

Dienstag, 14. Oktober 2014 | Autor/in: , und 

Kategorie_IndiTrack2Auch dieses Jahr beschäftigten sich die IndiTracker – Studierende des interdisziplinären Studienjahres – nicht nur theoretisch mit unterschiedlichen Disziplinen, sondern haben zudem interdisziplinäre Projekte konzipiert und durchgeführt. Dabei sollten sie wissenschaftliche Inhalte für ausgewählte Zielgruppen aufbereiten und Interdisziplinarität erfahrbar machen. Die hier vorgestellten Projektideen und -ergebnisse möchten Anregungen für die Beschäftigung mit Interdisziplinarität in der Lehre geben.

Alle Menschen müssen Schlafen und tun dies jede Nacht. Und dennoch weiß man selbst so gut wie nichts über den Schlaf. Er ist so fest im menschlichen Leben verankert und automatisiert. Dabei lässt sich das Thema aus vielen Blickrichtungen betrachten. Zum Beispiel biologisch, also warum muss der Mensch schlafen, was passiert während des Schlafs? Oder gesellschaftlich, inwieweit ist unser Schlafrhythmus durch die Gesellschaft vorgegeben, inwieweit ist er natürlich? Oder wodurch werden Schlafstörungen ausgelöst und wie kann ich effektiv schlafen?

flickr_ingrid_eulenfan

Quelle: Flickr, ingrid eulenfan

In unserer Projektgruppe haben wir uns eine Extremform des Schlafes ausgesucht, den sogenannten „Polyphasischen Schlaf“. Bei diesem versuchen Menschen nicht mehr 8 Stunden am Stück zu schlafen, sondern ihren Schlaf über den Tag aufzuteilen. Dabei schlafen sie in festen Abständen fünf Mal am Tag 20 Minuten. Damit soll das wirklich nötige Schlafpensum erfüllt sein und der Körper ausgeschlafen sein und das mit deutlich weniger Schlafzeit. 

An diesem Thema interessierte uns vor allem die Machbarkeit des Polyphasischen Schlafes. Im Internet haben wir viele Blogs gefunden, in denen Menschen versucht haben sich diesen Schlafrhythmus anzueignen. Die meisten dieser Leute haben den Versuch nach einigen Monaten wieder aufgegeben, meistens war der Polyphasische Rhythmus nicht mit dem gesellschaftlich erforderlichen Rhythmus zu vereinen.

Zudem fanden wir sehr wenige wissenschaftliche Publikationen zu diesem Phänomen. Darum wollten wir einen Wissenschaftler zum Polyphasischen Schlaf und dem Schlaf allgemein befragen. Schnell sind wir auf den Schlafforscher Kai Spiegelhalder gestoßen, der in Freiburg das Schlaflabor führt. Er war der perfekte Ansprechpartner für unser Vorhaben, da er ein Schlafspezialist ist und gleichzeitig noch interdisziplinär arbeitet, nämlich psychologisch wie auch medizinisch.

Ein Interviewtermin war schnell gemacht und Herr Spiegelhalder konnte uns viele interessante Dinge erzählen. Aber auch, dass die Wissenschaft über das Thema Schlaf eigentlich weniger weiß, als man annehmen könnte, ist der Schlaf doch Grundbestandteil unseres Lebens. Daran haben wir auch erkannt, dass ein solch interdisziplinäres Thema sehr spannend ist, aber auch eine Herausforderung für die Forschung, da viele verschiedene Aspekte für das Thema eine Rolle spielen, die von einer einzelnen Wissenschaft gar nicht abgedeckt werden können.

Wir haben uns daraufhin dazu entschlossen das Interview auf einem Blog zu veröffentlichen, damit Leute die sich über das Thema im Internet informieren, auf unserer Seite die Expertenmeinung durchlesen können. Aber auch für Studierende oder andere Forschende soll das Interview so zugänglich sein. Dabei ist das Interview sicherlich für viele Fächer interessant, da wir versucht haben die medizinische, psychologische und gesellschaftliche Dimension von Schlaf abzudecken.

Unter dem folgenden Link ist das Interview zu finden: http://polyphasischerschlaf.wordpress.com/

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Thema: IndiTrack

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Ein Kommentar

  1. 1
    Ben 

    Ein interessantes Experiment. Wobei sich mir jedoch eine wichtige Frage stellt: ist es nicht wesentlich entscheidend, welche Schlafgunterlage für den Polyphasischen Schlaf genutzt wird? Es sollte doch ein wesentlicher Unterschied sein, ob man unbequem 20 Minuten im Sitzen schläft, oder auf einer bequemen Unterlage. Das sei nur mal am Rande festgestellt…

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