Und was fragst Du so?

Freitag, 24. Oktober 2014 | Autor/in:

Ich glaube, wir waren uns am Schluss alle einig: SocialSIM war ein einmaliges und fantastisches Erlebnis. Ich habe als eine von 26 Studierenden am Seminar zur Gesellschaftssimulation teilgenommen und bin begeistert, wie nachhaltig ich dieses Seminar erfahren habe.

Über den Tellerrand schauen

Bild_1Da sich die Veranstaltung auf einen disziplinären und einen interdisziplinären Teil verteilt hat, konnte ich im disziplinären Soziologie-Seminar einen eigenen Zugang zum Gegenstand Simulation und der damit gegebenen Forschungsumgebung finden. Andererseits hatte ich in den interdisziplinären Seminaren Einblick in die Sichtweisen und Methoden der Politikwissenschaft und Ethnologie.  Durch das Projekt hatte ich die Möglichkeit zu einer starken und absolut konstruktiven interdisziplinären Zusammenarbeit, die ich sonst in meinem Studium durch die starke Bindung an die Fachrichtung oder den engen Rahmen von Vorlesungen und Seminaren so nicht bekommen hätte. Es macht einen großen Unterschied, ob man nur an einer Vorlesung oder einem Seminar einer anderen Disziplin teilnimmt oder ob man sich mit Studierenden der anderen Fächer in ein Problem einarbeitet, Fragestellungen diskutiert und ein eigenes kleines Forschungsprojekt auf die Beine stellt.

BIld2Anfangs hatte ich noch Probleme mich von der eigenen Fachgebundenheit zu lösen und zu erkennen, wie stark mein Blick durch die Soziologie geprägt ist. Im Austausch mit anderen TeilnehmerInnen wurde mir aber klar, dass ich dieses Hindernis nicht alleine zu bewältigen hatte. Durch die Diskussionen in den interdisziplinären Sitzungen habe ich gemerkt, wie sich die Blickwinkel und Betrachtungsweisen unterscheiden. Dadurch bin ich offener geworden in der Art, wie ich Fragestellungen betrachte. Ich weiß nun, dass ich mir meiner eigenen disziplinären Verankerung bewusst werden muss, wenn ich Fragestellungen bearbeite und Phänomene betrachte, und mir daher auch immer die Frage stellen sollte „Was und wie würden die anderen Fächer jetzt fragen?“.

Allen, die mich am Anfang des Semesters gefragt haben, was SocialSIM eigentlich ist, habe ich irgendetwas geantwortet wie „Das ist ´ne Gesellschaftssimulation“. Aber so einfach und reduziert lässt sich das SocialSIM nicht beschreiben. Inzwischen würde ich SocialSIM aus meiner Sicht als Seminarteilnehmerin als Seminar und Forschungsprojekt beschreiben, als Lehrform, Workshop und Lernerlebnis zwischen und in verschiedenen Fachrichtungen, als ernsthaftes und mitreißendes Simulationsspiel. Obwohl ich am eigentlichen Simulationstag in der Mensa nur einen begrenzten Ausschnitt des Spiels mitbekommen habe, habe ich unglaublich viele Eindrücke mitgenommen, die wir im Austausch mit den anderen SeminarteilnehmerInnen untereinander nun immer weiter ergänzen und vervollständigen.

Die Frage, ob Simulationen für die sozialwissenschaftliche Lehre geeignet sind, kann ich nur mit einem klaren „Absolut!“ beantworten.

Weitere Infomationen zu den Forschungsprojekten und dem Simulationsspiel unter socialsim.uni-freiburg.de.

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Thema: IDA-Projekte, News & Ausschreibungen

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2 Kommentare

  1. 1
    Jan 

    Da haben Sie sich aber was sehr Gutes und Vorteilhaftes aufgebaut. Weiter so!

  1. […] http://blog.lehrentwicklung.uni-freiburg.de/2014/10/und-was-fragst-du-so/ […]

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