Wissenshungrig?

Mittwoch, 10. September 2014 | Autor/in: , und 

Kategorie_IndiTrack2Es war ein typischer Freitag im Wintersemester 13/14. Wir saßen, hungrig und müde von der überstandenen Uni-Woche, in der IndiTrack-Rahmenveranstaltung „Präsentation und Reflexion“ als es hieß: „Ja, dann fangt mal in den Projektgruppen an und sucht nach möglichen Themen für euere Projektarbeit!“. Doch an sinnvolle Themensuche war nicht zu denken, zu groß war der Hunger und der Wunsch, endlich zum Essen in die Mensa gehen zu können. Aber Moment… Essen? Da steckt doch mehr dahinter! So entstand die Idee, Essen im Rahmen unseres Projekts interdisziplinär zu betrachten. Fachrichtungen fielen uns schnell ein: Geschichte, Kunst, Religion, Umweltwissenschaften, Ernährungsphysiologie, Ethnologie, Psychologie, Medizin – die Liste wurde immer länger. Aber welchen Rahmen sollte unser Projekt bekommen? Einfache Frage: Wenn schon Essen als Thema, dann auch Essen als Rahmen.

Wissenshungrig-EssenAus diesen noch etwas wirren Ideen entstand im Laufe der Arbeitsphase das Projekt „Wissenshungrig?“, ein fünfgängiges Menü mit fünf kurzen Vorträgen aus den Bereichen Ernährungsphysiologie, Geschichte, chinesische Kultur, Kunstgeschichte und Landwirtschaft. Das Menü und die Vorträge wurden passend zueinander geplant. Für Interessierte sollte im Anschluss ein Whiskey-Tasting stattfinden. Wir wollten die TeilnehmerInnen (die anderen IndiTracker und die für uns zuständigen MitarbeiterInnen der Universität) dazu anzuregen, scheinbar selbstverständliche Dinge, wie Essen und Trinken, zu hinterfragen und aus neuen Perspektiven zu betrachten. Durch den ungewöhnlichen Rahmen der Präsentation erhofften wir uns, dass der Abend lange (und hoffentlich gut) in Erinnerung bleiben würde.

Doch wie gestaltet man einen solchen Abend? Eine Idee für die zeitliche Einteilung des Abends war schnell gefunden: Für jeden Gang wurden dreißig Minuten eingeplant, die ersten zehn Minuten davon waren für den Vortrag gerechnet, wobei die Speisen gleichzeitig gereicht werden sollten. Interessante Themen und ein Koch waren schnell gefunden. Etwas schwieriger war es, ReferentInnen für die geplanten Vorträge zu finden. Wir entschieden uns, ReferentInnen aus unserem Freundes- und Bekanntenkreis zu gewinnen, so konnten wir eine lockere und persönliche Atmosphäre ermöglichen.

Essen ist etwas lebensnotwendiges und im Alltag aller verankert. Kein Wunder eigentlich, dass es als Forschungsgegenstand auch in den unterschiedlichsten Fachrichtungen eine Rolle spielt. Aber während des Essens selbst sind solche Fragestellungen wohl für die Wenigsten präsent. Wir waren gespannt, wie unser „Wissenshungrig?“-Abend Kopf und Gaumen der geladenen Gäste anregen würde.

Rückblickend haben sich unsere Hoffnungen und Erwartungen bestätigt. Durch die Kurzvorträge angestoßen entstanden viele interessante Tischgespräche und allem Anschein nach konnte jeder der TeilnehmerInnen etwas Neues lernen. Und auch wir haben viel aus diesem Projekt mitnehmen können: Es muss nicht immer der Zwei-Stunden-Vortrag sein, sondern manchmal reichen auch viele kleine „Appetit-Häppchen“, um ein Thema interdisziplinär betrachten zu können.
Wissenshungrig-Gruppe

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Thema: IndiTrack

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