Spielend Lernen – Simulationen und Planspiele als innovative Lernmethoden

Montag, 28. Juli 2014 | Autor/in:

Wie können Simulationen in der sozialwissenschaftlichen Lehre erfolgreich eingesetzt werden? Welche Herausforderungen stellen sich Lehrenden bei der Planung und der Durchführung dieser Lehrmethode? Über diese Themen tauschten sich etwa 15 TeilnehmerInnen des Workshops Die Simulation als innovative Lehrmethode? – Chancen und Herausforderungen des Projekts SocialSIM Anfang Juli in der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) aus. Thomas Waldvogel, Fachreferent der Landeszentrale für politische Bildung (LpB), Larissa Mogk und Antonio Farafán-Vallespin aus dem Team von SocialSIM stießen mit kurzen Inputs zu Simulationen und Planspielen eine rege Diskussion und einen konstruktiven Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmenden an.

Gamification und Involviertheit

IMG_4799In der Arbeit der LpB stellen Planspiele einen festen Bestandteil der Arbeit dar. Die Planspiele der Landeszentrale zeichnen sich nach Thomas Waldvogel vor allem durch ihren starken Modellcharakter und die Abbildung institutioneller Strukturen aus und sind als Entscheidungsspiele stark auf politische Prozesse fokussiert. Das Simulationsspiel SocialSIM ist im Vergleich dazu offen und weist einen wesentlich höheren Komplexitätsgrad auf. Die TeilnehmerInnen finden bei SocialSIM nur eine Spielrahmung. Das Spielergebnis ist nicht geplant und es gibt keine vordefinierten Rollen, die eingenommen werden müssen. Damit ist SocialSIM auch offen für unvorhergesehene Aktionen. Teilnehmende gründeten in den Testläufen beispielsweise eine NGO, führten Steuern ein und eröffneten ein Kasino. Simulationen haben den Charakter eines Engagementfelds für die Teilnehmenden, die direkt in das Geschehen involviert sind. Der Lerneffekt wird durch das Spielen mit seinen intensiven Erlebnissen und Erfahrungen von hypothetischen Situationen ausgemacht. Antonio Farafán-Vallespin verweist dabei auf die Gamification in der Bildung. Lernen ist ein Teil des Spiels, das Spiel ein Teil des Lernens. Das große Potenzial von Simulationen steckt in der direkten Erfahrung durch vorbereitete Konfliktquellen, die es für die Lernenden zu lösen gilt. Das Alleinstellungsmerkmal von Simulationen und Planspielen liegt im erfahrungsbasierten Lernen. Theorien werden im konkreten und interdisziplinär geprägten Forschungsfeld erlebt, Zusammenhänge erschließen sich den SpielerInnen in dem räumlich und zeitlich begrenzten Rahmen.
Ein weiterer Lerneffekt gründet auch auf der an das Simulationsspiel anschließenden Reflexion. Im Gespräch können die individuell gemachten Erfahrungen rückblickend betrachtet, ausgetauscht und bewertet werden. Wird diese abschließende Reflexion gut moderiert steckt hier großes Lernpotenzial.

Die didaktische Reduktion als größte Herausforderung

IMG_4819Die Simulation fordert von Lehrenden und Lernenden hohes Engagement und Motivation. Sie ist mit einem wesentlich höheren Aufwand verbunden als herkömmlicher Unterricht. Eine der Hauptherausforderungen für Planung und Spieldesign ist das Herunterbrechen von Inhalten für die Simulation. Die didaktische Reduktion muss dem Anspruch gerecht werden eine Abbildung der Realität in der Simulation zu schaffen. Dafür muss eine Auswahl von Themen und Konflikten getroffen werden, die den Lernzielen entspricht.

An dem Simulationsspiel SocialSIM am 2. August kann jeder und jede teilnehmen! Am besten gleich ein Ticket kaufen unter Reservix.de oder bei der Badischen Zeitung (Ticketverkauf nur bis Mittwoch den 30. Juli 2014).

Wir freuen uns auf zahlreiche MitspielerInnen!

Trackback: Trackback-URL | Feed zum Beitrag: RSS 2.0
Thema: IDA-Projekte, News & Ausschreibungen

Diesen Beitrag kommentieren.

3 Kommentare

  1. Wirklich ein tolles Projekt und ich freu mich schon sehr auf die Simulation am Samstag – auch wenn ich immer noch nicht so genau weiß, was da auf mich zukommt…oder wahrscheinlich gerade deswegen!
    Wäre auf jeden Fall super, wenn ganz viele Leute mitmachen, also kauft Euch noch schnell eine Karte!

  2. 2
    Simon 

    Hört sich sehr interessant mit der Simulation an und dahinter steckt auch ziemlich viel Arbeit. Deswegen wünsche ich dem Team weiterhin viel Erfolg.

  1. […] gelungen dem Besucher nahe gebracht. Gleichermaßen begeistert waren Kinder und Erwachsene, so kann Bildung auch interessant gestaltet […]

Kommentar abgeben