SocialSIM: Die Simulation in der sozialwissenschaftlichen Lehre

Freitag, 27. Juni 2014 | Autor/in: und 

Die Gesellschaftssimulation SocialSIM ist ein interdisziplinär angelegtes Lehr- und Lernprojekt, an dem die Fächer Ethnologie, Soziologie und Politikwissenschaft beteiligt sind. Das Projekt basiert auf der Frage, wie sich Simulationen für die sozialwissenschaftliche Lehre nutzen lassen. Diese Frage steht vor allem im Mittelpunkt des interdisziplinären Seminars und wird außerdem von dem Workshop Simulation als innovative Lehrmethode? am 2. Juli aufgegriffen. Der Workshop findet in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung statt, die langjährige Erfahrungen mit Planspielen hat.

Simulationen bieten als innovative Lehrmethode neue Möglichkeiten für Lehrende und Lernende, mit denen viele methodische und didaktische Chancen aber auch Herausforderungen verbunden sind. Des Weiteren bietet das Projekt SocialSIM neue Chancen für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Fächerübergreifendes Lernen – Die Simulation als gemeinsames Forschungsfeld

SocialSIM bietet durch sein interdisziplinäres Konzept sowohl Lernenden als auch Dozierenden methodischen und theoretischen Austausch und Erfahrung. Das wöchentliche Seminar zum Projekt ist dual in Form einer disziplinären und einer interdisziplinären, gemeinsamen Sitzung der beteiligten Fächer gestaltet. Im disziplinären Seminarteil bearbeiten die TeilnehmerInnen fachspezifische Fragestellungen zum Thema Ressourcennutzung und Gemeingüter sowie eigene spezifische und projektbezogene Fragestellungen, die sie später im Simulationsspiel erforschen. Die Ergebnisse dieser fachspezifischen Sitzungen werden in die interdisziplinäre Sitzung in Form eines Inputs eingebracht und diskutiert. So gewinnen die TeilnehmerInnen Einblick in die Methodik, Fragestellungen und Schwerpunkte der anderen beteiligten Disziplinen. Durch die gemeinsame Diskussion sowie Zusammenarbeit in den einzelnen Forschungsprojekten wird klar, welche Stärken und Schwächen die einzelnen Fächer haben. Studierende lernen dabei ihren eigenen Blickwinkel kritisch zu hinterfragen und zu erweitern. 

Das Simulationsspiel am 2. August bietet ein gemeinsames Forschungsfeld für die Beteiligten aller Disziplinen. Studierende können mit den Forschungsmethoden ihrer Fächer Daten zu eigenen Fragestellungen erheben. In interdisziplinären Forschungsgruppen können sie ihre Forschungsfragen in einer intermethodischen Herangehensweise bearbeiten.

Simulation als didaktisches Mittel

Im Vergleich zu anderen didaktischen Mitteln bietet die Simulation zusätzliche Möglichkeiten des Erfahrungsgewinns. Eine dieser Möglichkeiten ist beispielsweise die zeitlich und räumliche Straffung. So können im Simulationsspiel zwischen dem Dasein als Jäger und Sammler und der „Industriellen Revolution“ nur wenige Minuten verstreichen. Das Spielfeld und die konkrete Forschungsumgebung stellen für die Teilnehmenden ein “Bildungserlebnis” – wie es Manfred Geuting bezeichnen würde – dar, das durch seine Konzeption über die bisherigen Verknüpfungen von Theorie und Praxis hinausgeht.

Die Teilnehmenden erfahren bisher diskutierte Theorien “im Kleinen”. Die Simulation ermöglicht die emotionale Erfahrbarkeit der behandelten Thematik und macht Zusammenhänge erfassbar. Beispiele dafür sind der Umgang mit Ressourcen und Nachhaltigkeit, politische Entscheidungsprozesse und das Einfinden in eine Rolle im gruppendynamischen Spielprozess. Während und nach der Simulation werden die Teilnehmenden zur Reflektion darüber angeregt, was zu einer Gesellschaft dazugehört und warum wir so handeln, wie wir handeln.

Herausforderungen der Simulation

Bei der Durchführung von Simulationen stellen sich aber auch Herausforderungen. Als manuelles Simulationsspiel erfordert das Projekt eine detaillierte Planung des organisatorischen und inhaltlichen Rahmens durch Projektleitung und Dozierende. Aufgaben wie beispielsweise die Wahl geeigneter Fragestellungen, Methoden, ihrer Verknüpfung und Anwendungen oder aber die Reflexion in und nach der Simulation erfordern das Engagement und Interesse der TeilnehmerInnen.

Innovative Lehrmethode

Die Gesellschaftssimulation findet bisher als didaktisches und methodisches Mittel im universitären Bereich nur selten Anwendung. Wesentlich mehr Erfahrung hat die Landeszentrale für politische Bildung, die Planspiele im Unterricht einsetzt. Alle Interessierten laden wir ganz herzlich zum Workshop Die Simulation als innovative Lehrmethode? – Chancen und Herausforderungen des Projekts SocialSIM am Mittwoch 02.07.2014 um 18.00 Uhr ein. Die Veranstaltung findet im Seminarraum der Landeszentrale für politische Bildung in der Bertholdstraße 55 im 1.Stock statt. Im Gespräch über das methodische und didaktische Mittel der Simulation werden wir die Stärken und Schwächen der Methode beleuchten und Einblicke in die Praxis geben.

Alle Termine und Veranstaltungen auf einen Blick:

Die Simulation als innovative Lehrmethode – Chancen und Herausforderungen des Projekts SocialSIM

Mittwoch 02.07.2014

18:00 Uhr

Seminarraum der Landeszentrale für politische Bildung, Bertholdstraße 55, 1.Stock

 

SocialSIM – Bau dir deine Gesellschaft!

Das Simulationsspiel

Samstag 02.08.2014

9:00 Uhr bis 23:00 Uhr

Mensa Rempartstraße

 

Ticketverkauf bei der Badischen Zeitung und Reservix

Weitere Informationen zu SocialSIM auf: socialsim.uni-freiburg.de, Facebook und Twitter!

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Thema: IDA-Projekte, News & Ausschreibungen

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