Kompetenznetzwerk Studierendenmentoring auf der BMBF-Fachkonferenz zur Studieneingangsphase

Donnerstag, 12. Juni 2014 | Autor/in:

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Viele Projekte im Qualitätspakt Lehre zielen auf die Optimierung der Studieneingangsphase, also den Übergang ins Studium und das erste Studienjahr. Weil in dieser Phase entscheidende Weichen für ein erfolgreiches Studium gestellt werden, haben zahlreiche Projekte im Qualitätspakt Lehre zu diesem Thema bereits konkrete Maßnahmen entwickelt und umgesetzt – genau wie unser Kompetenznetzwerk Studierendenmentoring, das zahlreiche Mentoringmaßnahmen betreut, die junge Menschen am Anfang ihres Studiums unterstützen.
Deshalb fuhren wir (Harald Wohlfeil für die Abteilung Lehrentwicklung und ich für das Kompetenznetzwerk Studierendenmentoring) motiviert nach Köln, um uns gemeinsam mit ca. 200 Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland vom 22.05. – 23.05.2014 auf der Fachtagung des Qualitätspakts Lehre zum Themenbereich „Übergang ins Studium und Studieneingangsphase“ intensiv mit den konkreten Herausforderungen, der Wirksamkeit der eingesetzten Instrumente und den künftigen Anforderungen auseinanderzusetzen.
IMG_20140523_110426_400Und natürlich folgten wir gerne der Einladung des BMBF, unser Kompetenznetzwerk bei der Posterausstellung und im Tagungsreader vorzustellen und darüber miteinander ins Gespräch zu kommen.
Nach einleitenden Worten und Impulsvorträgen ging es dann zur intensiven Gruppenarbeit in einzelne Workshops. Sehr schön war in meinem ersten Workshop „Wir probieren`s miteinander – Orientierung in der ersten Studienphase“, dass es neben mir weitere Mentoring-Aktive gab, die Studierende in dieser zentralen Erfahrungsstufe unterstützen. Moderiert von Dr. Asta von Schröder (Leuphana Universität Lüneburg) diskutierten wir in Kleingruppen verschiedene Konzepte und Einzelmaßnahmen, die Studierende an der Hochschule bei der fachlichen Orientierung und akademischen Sozialisation unterstützen, mit folgenden Leitfragen: 

  • Wie finden sich Studierende an der Hochschule zurecht?
  • Was leisten Tutorinnen und Tutoren, Mentorinnen und Mentoren, Studiencoaches und Studienberatungen bei der fachlichen Orientierung und akademischen Sozialisation?
  • Sind Studium Generale und Co. eine Erleichterung in der Orientierungsphase?

Im zweiten Workshop „Von überall her“ unter der Leitung von Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, Westfälische Hochschule Gelsenkirchen Bocholt erarbeiteten wir rund um das Thema Heterogenität der Studierenden folgende Fragestellungen:

  • Wie begegnen Hochschulen und Fachbereiche einer zunehmend heterogenen Studierendenschaft?
  • Wirken sich Betreuungs- und Beratungsstellen, Mentoring-Programme und propädeutische Angebote positiv auf die fachlichen, methodischen und soziokulturellen Kompetenzen aus?
  • Wie lässt sich Durchlässigkeit für beruflich Qualifizierte fördern?

Zahlreiche Zielgruppen, die in dem Workshop angesprochen wurden, „bedienen“ wir bereits mit individuell konzipierten Mentoringmaßnahmen (Frauen in MINT-Studiengängen, Internationale Studierende, ältere Studierende, BildungsaufsteigerInnen) und es war befruchtend, mit den Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch zu kommen.
Was mir persönlich an der Tagung, die mit einer Präsentationsrunde der Workshopergebnisse und einer Podiumsdiskussion ihren runden Abschluss fand, im Gedächtnis geblieben ist?
Mein Eindruck ist, dass viel und häufig auf die Mentees geschaut wird, z. B. wie und warum diese vom Mentoring profitieren – und zu wenig auf diejenigen, die das Mentoring anbieten. Da studentische Mentorinnen und Mentoren junge Menschen sind, die für ihr Engagement Anerkennung und Unterstützung verdienen und keine Rollenkonflikte oder Ängste, ist mir nach der Basisschulung vor Beginn des Mentorings eine gute Begleitung wichtig. In den allermeisten Fällen verlaufen Mentoringbeziehungen problemlos und für beide Seiten positiv. „Knirscht“ es allerdings, können alle Beteiligten (Mentees, MentorInnen oder KoordinatorInnen der einzelnen Programme) in meine offene Sprechstunde kommen.
An den zweiten Aspekt bin ich vor allem durch die interessierten Reaktionen der Kolleginnen erinnert worden. Die allermeisten Hochschulen haben – mehr oder weniger flächendeckend – Mentoringprogramme und unterstützen mit diesem hilfreichen Instrument vor allem die Studieneingangs- und Studienausgangsphase. In der Regel gibt es ein Format, das von den beteiligten Fächern verwendet wird – für kleinere Einheiten sicher eine gute und praktikable Lösung.
Wir an der Universität Freiburg, einer Volluniversität mit zahlreichen unterschiedlichen Fächern, Herausforderungen und Bedürfnissen, würden mit einem starren Mentoringformat allerdings das Potential des Instruments überhaupt nicht ausschöpfen können – unser Weg war und ist ein Rahmenkonzept mit Standards und Service, aber viel Flexibilität für die einzelnen Fakultäten.
Das ist zwar manchmal (für alle Beteiligten!) anstrengend, wird sich dafür aber langfristig lohnen, wie bereits aktuell 30 Mentoringmaßnahmen, die den zentralen Service auf der einen und den großzügigen Spielraum auf der anderen Seite gut nutzen, beweisen. Mehr Informationen: www.mentoring.uni-freiburg.de

Lesen Sie auch den Blogbeitrag von Harald Wohlfeil zur Tagung: „Wir kümmern uns! Oder lieber nicht? – Was erwarten wir eigentlich von unseren Studierenden?“

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Thema: Mitbringsel

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