Instructional Development Award Preisträger Prof. Dr. Boris Paal

Montag, 30. Juni 2014 | Autor/in: und 

Praxiserfahrung für Jurastudierende durch karitative Rechtsberatung – für diese Idee wurde Prof. Dr. Boris Paal dieses Jahr mit dem Instructional Development Award ausgezeichnet. Lesen Sie hier mehr über das Projekt und die Auftaktveranstaltung, über die wir bereits berichtet haben. Im Folgenden Interview gibt der IDA-Preisträger Einblicke in die Hintergründe, Ziele und Weiterentwicklungsmöglichkeiten des Projekts.

IDA-Projekt

Herr Paal, was hat Sie zu der Projektidee inspiriert?
Die Kritik am fehlenden Praxisbezug des Jurastudiums ist altbekannt: Studierende der Rechtswissenschaft setzen sich zwar jahrelang mit Recht und Gesetz in theoretischer Hinsicht und vorgefertigten Sachverhalten auseinander. Das Erlernen von praktischen Fähigkeiten für die künftige Berufswirklichkeit einer Mehrzahl der Jurastudierenden kommt dabei aber, so heißt es vielfach, ebenso zu kurz wie die praktische Rechtsanwendung in konkreten Lebenssachverhalten. Als das Rechtsdienstleistungsgesetz geändert und eine Laienberatung damit unter bestimmten Voraussetzungen gesetzlich zugelassen wurde, dachte ich mir: ein solches Konzept könnte uns in Freiburg helfen, mehr Praxisbezug in die universitäre Ausbildung zu bringen.

Welches Team steht hinter Ihnen? 

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Von links nach rechts: Christoph Cordes, Isabel Kienzle, Prof. Dr. Boris P. Paal, M.Jur. (Oxford), Julia Elixmann, Jakob Rüder, Niklas Wais, Lukas Mengestu. Es fehlt Maximilian Roser.

Was erhoffen Sie sich auf lange Sicht von Ihrem Projekt? 
Eine noch stärkere Anbindung der Rechtswissenschaftlichen Fakultät an das gesellschaftliche und soziale Leben in Freiburg und Umgebung, insbesondere ein noch engerer Kontakt zur lokalen Anwaltschaft und die Möglichkeit, der Freiburger Bevölkerung durch die karitative Rechtsberatung das von den Studierenden erlernte Fachwissen zugute kommen zulassen.

Persönliches

Warum setzen Sie sich für die Lehrentwicklung ein?
An der Ausbildung unserer Jura-Studierenden bin ich in höchstem Maße interessiert. In Anbetracht des Umstandes, dass die überwältigende Mehrheit der Jurastudierenden später als Rechtsanwalt/Rechtsanwältin arbeiten wird, gehört die praktische Ausbildung in der Rechtsberatung für mich als wichtiger Baustein zu einer umfassenden rechtswissenschaftlichen Ausbildung unbedingt dazu.

Was mögen Sie an der Lehre?
Den unmittelbaren Austausch mit den Studierenden, die mit ihrer unbefangenen und unverstellten Sichtweise neue Impulse geben sowie die hiermit verbundene Erfahrung, im wissenschaftlichen Dialog ein vertieftes Interesse wecken zu können für die großen (nicht nur juristischen) Fragen des digitalen Zeitalters, in dem wir leben.

Hochschullehre

Wodurch zeichnet sich für Sie gute Hochschullehre aus?
Gute Hochschullehre vermittelt nicht nur die nötigen spezialisierten Kenntnisse und Fähigkeiten für das spätere Berufsleben, sondern macht darüber hinaus neugierig auf das Geschehen jenseits der eigenen Lern- und Lebenswirklichkeit. Besonders gefördert werden sollen die Entwicklung eines reflektierten Selbstverständnisses und die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen für sich selbst sowie das Wohlergehen seiner Umwelt. Die weitgehend eigenverantwortlich organisierte karitative, unentgeltliche Rechtsberatung von unseren Jura-Studierenden für Hilfsbedürftige leistet zur Erreichung all dieser Ziele meines Erachtens einen wichtigen Beitrag.

Wie könnte die Lehrentwicklung an der Universität weiter vorangetrieben werden?
Die Freiburg Legal Clinics sind nicht zuletzt auch entwicklungsoffen für weitere Fachkliniken; denkbar sind z.B. Fachkliniken für Arbeitsrecht oder Sozialrecht.

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Thema: IDA-Projekte

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