Blackbox Selbststudium: Aktivierende Lehre in großen Veranstaltungen

Mittwoch, 21. Mai 2014 | Autor/in: , und 

Beitragsreihe_Selbststudium

Irrationale Prokrastination (d.h. das Aufschieben von wichtigen Aufgaben) im universitären Kontext wirkt sich häufig negativ auf den Lernprozess, den Lernerfolg und das Wohlbefinden aus. Im IDA-Projekt Blackbox Selbststudium konnten wir dynamische Zusammenhänge zwischen Prokrastination, Misserfolgserleben und geringer Kompetenzwahrnehmung aufdecken. Im Folgeprojekt (IDA 2012) war es unser Ziel, leicht umsetzbare Interventionsmöglichkeiten abzuleiten und zu evaluieren. Dabei wurden sowohl Interventionen beleuchtet, die bei den Lernenden ansetzen als auch solche, die Veränderungen in der Lehre beinhalteten. In dieser Beitragsreihe stellen wir die verschiedenen Möglichkeiten überblicksartig vor.

Um sich selbst als kompetent zu erleben, sollten Studierende erfahren, dass sie ihre Ziele erreichen können. Hierfür kann man wie in vorigem Beitrag beschrieben Studierende in der Nutzung von Lernstrategien trainieren. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Nutzung lernförderlicher Strategien durch aktivierende Lehre anzuregen. In einem Experiment wurde untersucht, ob Lernstrategien auch durch die Gestaltung einer Vorlesung angeregt werden können. Es zeigte sich, dass Studierende die sich eine aktivierende Vorlesung anhörten, motivierter waren und angaben sich intensiver mit dem Lernstoff zu beschäftigen.

Einige, auch in Großveranstaltungen mit sehr vielen Studierenden, leicht umzusetzende Möglichkeiten Lernstrategien anzuregen sind:

Stellen von Fragen oder Arbeitsaufträgen zum Inhalt, die zur Organisation (Strukturierung) und Elaboration (Verknüpfung mit dem Vorwissen) der Inhalte anregen:

  • Welche Beispiele fallen Ihnen ein, die die Lerninhalte verdeutlichen?
  • Formulieren Sie in eigenen Worten die drei zentralsten Erkenntnisse/Aspekte aus der heutigen Sitzung.
  • Veranschaulichen Sie die Ergebnisse kurz graphisch.
  • Visualisieren Sie die inhaltlichen Beziehungen der wichtigsten Begriffe in einer Concept-Map, die Sie im Laufe der Vorlesung zunehmend erweitern.

Diese Fragen können auch jeweils im Dialog mit dem Sitznachbarn beantwortet werden. Auch das Präsentieren von Schaubildern und Diagrammen in Verbindung mit diesen Fragen kann Lernstrategien aktivieren.

Stellen von Fragen zur Relevanz und zum Verständnis der Inhalte:

  • Inwiefern ist das Thema für Sie persönlich relevant?
  • Wo bzw. bei welchen Aufgabenstellungen können Sie ihr neues Wissen anwenden?
  • Bitte reflektieren Sie kurz, welche offenen Fragen Sie noch haben.
In weiteren Artikeln dieser Beitragsreihe betrachten wir folgende Aspekte:

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Thema: IDA-Projekte

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