Wissen im Prozess – Impressionen aus zwei Projektseminaren

Mittwoch, 9. April 2014 | Autor/in: , und 

Im Rahmen des IDA-Projekts „Wissen im Prozess – Kollaborativ erstellte Online-Publikationen von Studierenden“ führten Prof. Dr. Anna Schreurs-Morét und Prof. Dr. Bent Gebert an den Universitäten Freiburg und Konstanz in ihren jeweiligen Fachgebieten Seminare durch, in denen Studierende mithilfe von Wikis und Etherpads gemeinsam Texte erstellen, diskutieren und weiterentwickeln.

Die Inhalte und Ziele des Projekts wurden bereits in der Impulswerkstatt Lehrqualität vorgestellt. In diesem Beitrag soll es darum gehen, Impressionen aus den Seminaren einzufangen. Hierzu wurden Studierenden vor Beginn des Sommersemesters 2013 zu ihren Vorerfahrungen und Erwartungen bezüglich der Seminarinhalte und -form befragt. In Feedbackrunden wurde zum Abschluss der Seminare evaluiert, was erreicht wurde, was gut gelungen ist, was eher ungewohnt und vielleicht auch schwierig war.

In der Kunstgeschichte erstellten Studierende gemeinsam ein Glossar zu den Schlüsselbegriffen der Kunstgeschichte, in der Germanistik wurde historisches, kulturelles und literaturwissenschaftliches Wissen zum „Ich-Erzählen“ im Mittelalter in Wiki-Artikeln abgebildet. Für beide Seminare gilt, es gibt nicht nur einen Autor je Artikel, sondern alle Teilnehmer/innen sind dafür verantwortlich, dass am Ende ein Gruppenergebnis vorliegt und erarbeitete Themen und Ergebnisse für weitere Studierendengenerationen verfügbar sind.

In den folgenden zwei Videobeiträgen erfahren Sie, mit welchen Vorerfahrungen und Erwartungen die Studierenden in Freiburg und in Konstanz in das Sommersemester 2013 starteten. (Die Zeichnungen wurden von Nora Bergner erstellt.)

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Wie in den Interviews zu hören ist, wurden die Seminare mit viel Neugier begonnen, sowohl in Bezug auf inhaltliche Aspekte als auch in Hinblick auf die kollaborative Arbeitsform. Während vereinzelt schon Vorerfahrungen vorhanden waren, war für die meisten die Arbeit mit virtuellen Kollaborationswerkzeugen sowie das gemeinsame Schreiben recht neu. Im Verlauf der Seminare beeindruckte in beiden Seminaren die Aufmerksamkeit und Intensität mit der die Studierenden bei der Sache waren. Es wurde intensiv diskutiert und kontrovers geschrieben. Texte bzw. Bilder wurden genauestens analysiert und hinterfragt und diese Analysen sind wieder in eigene Texte eingeflossen. Herausfordernd war es, neben der inhaltlichen Arbeit auch die redaktionellen Arbeiten organisatorisch unter einen Hut zu bringen. Es zeigte sich, – auch in den Seminaren des vergangenen Wintersemesters – dass es durchaus Redebedarf gibt, einerseits konkret über die entstandenen Artikel, andererseits generell über Zuständigkeiten und über die Autorenfrage an sich:

Wer darf wann, wo und was ergänzen?
Wie geht man damit um, dass eigene Textpassagen potenziell von allen korrigiert und überarbeitet werden können?

Den Studierenden war es sehr wichtig, dass diese Aspekte geklärt wurden und Abmachungen über Korrekturabläufe und Texterweiterungen getroffen wurden, die dann von allen einzuhalten waren. Nach Aussagen der Studierenden im Rahmen der Feedbackrunden waren die Seminare im Vergleich zu regulären Veranstaltungen mit einem deutlichen Mehraufwand verbunden. Dieser ergab sich durch die kontinuierliche Arbeit an den Wiki-Artikeln, die vorwiegend in der Vorlesungszeit durchgeführt wurde und nicht erst in der vorlesungsfreien Zeit, wie das für Hausarbeiten die Regel ist. Trotz des hohen Arbeitsaufwandes wurde das kontinuierliche Arbeiten von den Studierenden jedoch vorwiegend positiv wahrgenommen, da es dazu führte, dass alle vorbereitet zu den Seminarsitzungen kamen und somit intensivere Diskussionen geführt werden konnten. Die Studierenden fanden es attraktiv, aktiv am Seminar beteiligt zu sein, selbst die Expertenrolle einnehmen zu können und nicht nur passiv die Lehrinhalte zu konsumieren.

In der abschließenden Audiosequenz zu diesem Artikel fassen die Studierenden des Konstanzer „Ich-Erzählen“-Seminars nochmals Aspekte zusammen, die sie im Rahmen des Seminars erreicht haben – aber auch Erfahrungen, die sie zu Beginn des Semesters gar nicht erwartet hatten.

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Thema: IDA-Projekte

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