Gemeinsam öffentliche Ressourcen in und für die Geisteswissenschaften erstellen

Mittwoch, 18. Dezember 2013 | Autor/in: , , und 

Im Rahmen des IDA-Projekts „Wissen im Prozess – Kollaborativ erstellte Online-Publikationen von Studierenden“ führen Prof. Dr. Anna Schreurs-Morét und Prof. Dr. Bent Gebert derzeit an den Universitäten Freiburg und Konstanz in ihren jeweiligen Fachgebieten Seminare durch, in denen Studierende mithilfe von Wikis und Etherpads gemeinsam Texte erstellen, diskutieren und weiterentwickeln.
Was genau im Rahmen dieses Projekts erarbeitet wird und welche Ziele dahinter stehen, wird in diesem Beitrag von den beteiligten Professoren vorgestellt.

Materialien zur Nachnutzung durch andere Studierende (Zeichnung Nora Bergner)

Materialien zur Nachnutzung durch andere Studierende (Zeichnung Nora Bergner)

In dem Projekt „Wissen im Prozess“ beschäftigen wir uns mit kollaborativ erstellten Artikeln von Studierenden, die in eine Online-Publikation münden sollen. Virtuelle Kollaborationswerkzeuge wie z.B. Wikis bieten neue Arbeitsformen auch für die Hochschullehre an, deren Fokus auf der gemeinsamen Leistung eines Personenkreises – in unserem Fall Studierenden – liegt. Diese Leistungen landen hierbei nach Abschluss des Seminars nicht irgendwo in einer Schublade, sondern sollen im Internet für definierte Personenkreise, unter Umständen auch für die gesamte Welt, zugänglich sein. Daraus ergibt sich ein ganz besonderer Anreiz für die Studierenden, sich aktiv an den Erarbeitungs- und Schreibprojekten zu beteiligen. Dies bedeutet aber auch, dass das  gemeinsam erarbeitete Wissen gesichert, bewertet und ggfs. weiterentwickelt werden muss, um den wissenschaftlichen Kriterien einer Online-Publikation zu genügen.

Projekt-Wiki der Germanistik (SoSe 2013)

Projekt-Wiki der Germanistik (SoSe 2013)

Wir verfolgen in unserem Projekt demnach mehrere Fragen. Zum einen interessiert uns, welche Auswirkungen der Einsatz von virtuellen Kollaborationswerkzeugen auf das didaktische Konzept einer Lehrveranstaltung hat. Wie binde ich beispielsweise die Arbeit in einem Wiki gewinnbringend in meine Seminarplanung ein? Werden kollaborative Arbeiten in der Leistungsbeurteilung berücksichtigt, wenn ja, wie? Zum anderen stellt sich die Frage, welche Kriterien ein Text bzw. ein Artikel erfüllen muss, um der Wissenschaftlichkeit gerecht zu werden, die sich je nach Fachkontext in verschiedenen Standards bzw. Gewichtungen ausprägt. Und daran anschließend die Frage, wer die Bewertung der Texte in welcher Form vornimmt. Schließlich müssen wir aus technischer Sicht klären, welche Plattform/Software sich für die Arbeit in den Seminaren, aber auch als Publikationsformat eignet.

Einsatz des Etherpads in der Kunstgeschichte (SoSe 2013)

Einsatz des Etherpads in der Kunstgeschichte (SoSe 2013)

Das Projekt möchte also Chancen und Möglichkeiten, aber auch Grenzen von virtuellen Kollaborationstools für die Nutzung im Lehrkontext erörtern. Hierfür werden in der Kunstgeschichte und in der Germanistik in insgesamt vier verschiedenen Seminaren Wikis und weitere Kollaborationstools, z.B. das Etherpad, eingesetzt. Die Erfahrungen mit den verschiedenen Kollaborationswerkzeugen sowie mit den Lehr-/Lernkonzepten werden gesammelt, ausgewertet und schlussendlich in Form von Tutorials und Leitfäden für interessierte Lehrende bereitgestellt. Ausgehend von diesem Tutorial wird Prof. Dr. Hans W. Hubert im kommenden Sommersemester ein Seminar mit kollaborativen Arbeitsformen der Studierenden veranstalten. Darüber hinaus möchten wir mit diesen Leitfäden Lehrenden aus allen Fachbereichen, die ebenfalls mit kollaborativen Werkzeugen in der Lehre arbeiten möchten, eine praxisnahe Orientierungshilfe bereitstellen.

Ein kurzer Beitrag in der 10. Ausgabe des eLearning Magazins aus Hamburg hält schriftlich die Ziele/Ambitionen des Projektes fest. Den Beitrag können Sie hier online nachlesen (der Beitrag startet auf S. 13 des Magazins).

Blogbeiträge zur Nutzung von Wikis und Etherpad in Lehrveranstaltungen

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Thema: IDA-Projekte

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