Premiere! Erste hochschulweite Befragung der Lehrenden an der Universität

Dienstag, 4. Juni 2013 | Autor/in:

Haben Sie sich als Dozentin oder Dozent schon mal gefragt, warum Studierende während des Studiums des Öfteren nach ihrer Meinung gefragt werden (Lehrveranstaltungsevaluationen, Studierendensurveys oder Absolvent/innenbefragung), Sie aber noch nie? Dabei sind Sie es doch, die nahezu täglich Lehre durchführen! Wir, die Abteilung Lehrentwicklung, finden diese Frage berechtigt, weshalb wir in diesem Jahr die erste Befragung der Lehrenden an der Universität durchführen. Selbstverständlich fragen wir nicht nur, um gefragt zu haben.

Logo_LEHWir sind überzeugt davon, dass viele wichtige Aspekte, die für die Gesamtbewertung des Lehr- und Studienangebots relevant sind, am besten aus der Perspektive der Lehrenden eingeschätzt werden können: Wo sehen Lehrende die Stärken und Schwächen der Lehre an der Universität? Wo wünschen sich Lehrende mehr oder bessere Unterstützung und an welchem Punkt wünschen Sie sich die viel zitierte „Freiheit von Forschung und Lehre“? Es geht also einerseits um die Arbeitssituation und Lehrpraxis Freiburger Dozenten (von der Professorin bis zum Lehrbeauftragten in der Promotionsphase), andererseits auch um wichtige Zukunftsthemen wie die Internationalisierung der Hochschule, eine immer heterogenere Studierendenschaft und den damit verbunden Anforderungen an die universitäre Lehre.

Damit betritt die Universität Neuland. Umfragen gibt es inzwischen zwar wie Sand am Meer und an verschiedenen Universitäten des Landes werden auch vereinzelt Umfragen unter Dozierenden durchgeführt, doch mit dieser ersten Befragung der Lehrenden möchte die Universität ausloten, ob dieses Instrument dauerhaft als Teil der Qualitätssicherung und -entwicklung sinnvoll ist.

Als wir im Herbst letzten Jahres mit der Vorbereitung der Befragung und der Erstellung des Fragebogens begannen, wurde unter anderem schnell klar, dass dieses Projekt auch auf Skepsis und Zweifel seitens der Befragten stoßen könnte: Kolleg/innen anderer wissenschaftlicher Einrichtungen und Universitäten berichteten von geringen Rücklaufquoten (Anzahl der ausgefüllten Fragebögen im Verhältnis zur Gesamtheit aller Befragten) und großen Bedenken bezüglich der Verwendung der Ergebnisse. Was, wenn ein Dozent sich die 20 min Zeit nimmt um den Fragebogen auszufüllen, um dann aufgrund der Ergebnisse zur Weiterbildung verpflichtet zu werden? Oder gar die geäußerte Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen zum Kündigungsgrund wird? Auch wenn es eigentlich unnötig sein sollte, das zu betonen: Solche Szenarien sind in keiner Weise Ziel der Befragung. Um solche Dinge sogar auszuschließen, hat sich die Uni für das Verfahren und den Inhalt des Fragebogens eindeutige Regeln und ein klares Konzept gegeben und dieses auch mit dem Personalrat abgestimmt. Einen essentiellen Bestandteil dessen bildet der Datenschutz.

FragebogenHPErstens werden die Ergebnisse ohnehin nur in aggregierter Form veröffentlicht und zweitens verzichten wir im Fragebogen bewusst auf Fragen, deren Antworten allzu einfach Rückschlüsse auf die Person zulassen. So wird z.B. nur nach der Fakultät gefragt, an der gelehrt wird, statt nach dem Lehrstuhl oder dem Institut. Mit diesem Kompromiss vermeiden wir zu geringe Fallzahlen und erheben weniger personenbezogene Daten zum Preis einer nicht ganz so detaillierten Auswertung. Neben der Datenvermeidung spielt auch die nachträgliche Anonymisierung eine große Rolle. Gibt eine befragte Person ihr Geschlecht (z.B. weiblich), ihren Titel (z.B. Professorin) und die Fakultät (z.B. Technische Fakultät) an, ist unter Umständen die Anonymität dahin, weil es schlicht nur eine begrenzte Zahl von weiblichen Professoren an der Fakultät gibt. Auf solche Fälle überprüft die Abteilung Lehrentwicklung den Datensatz unmittelbar nach der Befragung, unterlässt die Auswertung solcher Zusammenhänge und löscht gegebenenfalls die ‚indiskreten‘ Antworten.

Mit anderen Worten: Datensätze von Rohdaten, aus denen Rückschlüsse über Personen gezogen werden können, gelangen nicht in die Hände von Vorgesetzten oder an die Öffentlichkeit! Es wird aufgrund der Daten also weder eine personalisierte Auswertung geben, noch wird die Universität die Ergebnisse für die leistungsorientierte Vergabe von Mitteln oder den Vergleich der Fakultäten untereinander verwenden. Auch eine verpflichtende Teilnahme an hochschuldidaktischen Weiterbildungen liegt nicht im Interesse der zuständigen Stelle!

Drei Hoffnungen verbinden wir mit den Ergebnissen der Umfrage:

  • Ein umfassendes Meinungsbild über die Qualität der Lehre an der Freiburger Universität
  • Hinweise zur Ergänzung und Optimierung der Unterstützungsangebote jeder Art für Lehrende
  • Eine belastbare Analysegrundlage für die Evaluations- und Lehrberichte der Fakultäten, auf deren Grundlage sinnvolle Handlungsoptionen erarbeitet werden können

Wofür die anonymisierten Daten genutzt werden, was veröffentlicht wird und welche universitären Gremien die Daten weiterverarbeiten dürfen, entscheidet die Senatskommission Studium und Lehre sobald die Ergebnisse vorliegen.

Um möglichst aussagekräftige Daten zu erhalten, ist eine hohe Beteiligung unabdingbar. Denn die Uni Freiburg ist groß und vielfältig und je mehr Lehrende teilnehmen, desto klarer spiegelt sich diese Vielfalt in den Ergebnissen wieder.

Falls Sie noch Fragen zum Thema haben, schauen Sie auf unsere Website, in die Broschüre oder mailen Sie uns!

Und für alle Lehrenden unter den Leser/innen, die schon den Brief mit ihrem individuellen Teilnahme-Code erhalten haben: Hier geht’s zum Fragebogen!

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Thema: Werkzeugkasten Lehrevaluation

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