GPS-geführte Exkursionen: Geo-Caching als Lehrmethode

Mittwoch, 22. Mai 2013 | Autor/in:

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Im B. Sc. Biologie Studiengang sind Exkursionen erstmals im 4. Semester eingeplant, nämlich während des Moduls Ökologie. Dementsprechend glücklich sind die Studenten, wenn es dann zum ersten Mal mit einem kompetenten Tutor raus in die Natur geht und man das entdecken kann, was man davor nur theoretisch lernte. Nicht alle Studenten können, aufgrund der individuellen Stundenpläne, jedes Mal an diesen Exkursionen teilnehmen. Der Lehrstuhl Geobotanik hat sich dann, meiner Meinung nach, ein super Konzept als „Plan B“ einfallen lassen.

„Die zugrunde liegende Idee ist einfach: Anstatt eine verpasste Exkursion erst im Folgejahr nachzuholen, können die Studierenden eigenständig eine GPS-gestützte Exkursion noch im gleichen Semester absolvieren. Letztendlich dient das also der Flexibilisierung der Studienbedingungen. Die in Gruppen geführten „normalen“ Exkursionen sollen dadurch aber nicht ersetzt werden. Wichtig ist uns dabei auch, dass diese eigenständigen Touren Spaß machen… eben wie bei echtem Geocaching.“ Prof. Dr. Michael Scherer-Lorenzen

Mit Unterstützung durch den „Innovationsfond Lehre“, kann sich die Geobotanik nun mehrere GPS Geräte anschaffen und Hiwis anstellen, welche den Lehrstuhl bei der Erstellung der geeigneten Routen unterstützen. Diese Routen können die Studenten dann auf eigene Faust mit einem GPS Gerät ablaufen. Koordinaten sind gegeben und dazu Fragestellungen, die an den einzelnen Stationen beantwortet werden können. Die Routen sind in und um Freiburg, bspw. am Moosweiher, am Sternwald oder am Schönberg (hier eine vorläufige Version der Anleitung zur Kaiserstuhl-Exkursion). Dort wachsen bestimmte Pflanzen, welche man bestimmen oder deren spezifische Standortbedingungen man beschreiben soll. Der Lerneffekt bei solchen Exkursionen, die man auf eigene Faust beschreitet, ist meiner Meinung nach enorm. Man muss selbstständig und mit einer gewissen Eigenverantwortlichkeit das GPS bedienen lernen und die Routen bearbeiten. Das Beste an den Exkursionen ist, dass man mit der Zeit ein offenes Auge für die Natur erhält und lernt sie zu hinterfragen. Dies ist auch der didaktische Hintergrund dieser Exkursionen. So kommt das Interesse der Studenten, man sieht Dinge in der Natur und fragt sich, warum man niemals ganze Tannenzapfen auf dem Boden liegen findet, oder wie man Fichten und Tannen unterscheiden kann. Diese Fragen würden während einer Vorlesung niemals aufkommen. Diese Halbtagestouren werden vom Studenten protokolliert und die Fragen beantwortet. Das Protokoll wird danach von den Tutoren korrigiert.
Am 12. April ist Herr Prof. Dr. Scherer- Lorenzen mit uns eine „Pilotroute“ auf den Schlossberg per GPS-Gerät abgegangen (s. Fotos). Wir folgten den Koordinatenpunkten und er zeigte uns wie man Bäume und Sträucher anhand ihrer Rinde und Knospen im Winter bestimmt. Interessant fand ich, dass er auch plant wie beim „Geocaching“ evtl. auf der Route einen „geobotanischen Schatz“ miteinzubauen. Das weckt in jedem Studenten die Lust, sich mit dem GPS auf den Weg zu machen.
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Quelle Fotos: Sandra Meyndt

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