Mein ILIAS-Tagebuch (4) – Kollaboratives Arbeiten mit Foren

Donnerstag, 25. April 2013 | Autor/in:

Dr. Kristin Kupfer hat als eine von mehreren Pilottestern die Lernplattform ILIAS im Wintersemester 2012/3 für ihre Lehrveranstaltung „Protest und Widerstand in der VR China“ genutzt. Hier berichtet sie von ihren Erfahrungen.

Das Thema meiner Lehrveranstaltung „Protest und Widerstand in der VR China“ ist im wahrsten Sinne des Wortes brandaktuell: nahezu jeden Tag findet irgendwo in China eine Protest- oder Widerstandsaktion statt. Nicht nur ausländische Medien, sondern auch chinesische Internetnutzer machen diese publik. Aktuelle Medienberichte zu einem Thema analysieren und beurteilen können, ist aus meiner Sicht eine wichtige Kompetenz für Studierende. Wie kann ich diese sinnvoll in meine Veranstaltung einbinden? Dafür kommen nach einer wie immer kompetenten Beratung mit Marko Glaubitz von der Servicestelle E-Learning des Rechenzentrums zwei Objekte der ILIAS-Elemente in Frage: das Element „Blog“ und das Element „Forum“. Bei einem Blog steht der Hauptbeitrag und nicht so sehr die Diskussion über diesen im Mittelpunkt. Der Beitrag kann wie eine ILIAS-Textbaustein-Seite bearbeitet und gestaltet werden – auch im für alle anderen nicht sichtbaren Entwurfsmodus. Das Kommentarfenster erlaubt dagegen nur einfache Texteingabe. Aus mehreren Kommentaren kann natürlich auch ein Dialog oder eine Diskussion entstehen (s. Screenshot 1).

Screenshot 1: Kommentar im Blog

Screenshot 1: Kommentar im Blog

Das Element „Forum“ ist interaktiver angelegt. Deutlich wird dies schon in den „Einstellungen“ (s. Screenshot 2).

Screenshot 2: Einstellungen im Forum

Screenshot 2: Einstellungen im Forum

Mir ging es um diesen interaktiven Aspekt: die Studierenden sollten keine eigenen Beiträge verfassen – dann hätte ich wohl eher das Blog-Element gewählt – sondern zum Thema erschienene Medienbeiträge als Beitrag posten und dann über diesen diskutieren. Jede/r Studierende hatte die Aufgabe pro Woche einen Medienbeitrag zu posten und mindestens einen anderen Beitrag zu kommentieren, sei es mit einer Frage oder einer Aussage. Um eine gewisse Qualität der ausgewählten Beiträge zu garantieren, einigte ich mich mit den Studierenden auf einen Pool von Quellen, der allerdings keine deutschen, sondern nur englisch- und chinesischsprachige Zeitungen bzw. deren Webseiten umfasste. So konnten die Teilnehmer ihre Lesefähigkeit in den beiden Sprachen verbessern und sich auch mit den wichtigsten Tageszeitungen für die China-Berichterstattung vertraut machen. 

Die Forumsübersicht zeigt neben dem Beitragstitel und dem Autor bzw. gegebenenfalls Pseudonym, noch einige weitere, Interaktion signalisierende Informationen (s. Screenshot 3).

Screenshot 3: Forumsübersicht

Screenshot 3: Forumsübersicht

Da es noch keine Tag-Funktion für einzelne Beiträge gibt, einigten wir uns auf ein Verschlagwortungssystem für die Beiträge. Moderatorenbeiträge können farbig hervorgehoben und auch ganz oben in der Beitragsliste fixiert werden. Da meine ersten Beiträge grundsätzliche Informationen enthielten (u.a. zum Erstellen eines Beitrags und zu den Quellen), hat sich das bewehrt.

Ich hatte mir zum Ziel gesetzt jeden Studierendenbeitrag ebenfalls zu kommentieren um Diskussionen anzuregen. Über manche Beiträge haben wir uns dann fast hitzig ausgetauscht (s. Screenshot 4).

Screenshot 4: Diskussion im Forum

Screenshot 4: Diskussion im Forum

Damit man keinen Beitrag überliest oder auch nur überfliegt, gibt es das rote Wörtchen „ungelesen“  (s. Screenshot 3). Dies verschwindet nicht, wenn der Beitrag einfach nur angeklickt worden ist. Es bedarf eines weiteren Klicks im Beitrag auf das Feld „Alle auf gelesen setzen“. Leider ist dieses Feld über und nicht unter dem Textfeld mit dem Beitrag.

So viele  Wünsche und Verbesserungsvorschläge wie für das Element „Forum“ äußerten die Studierenden bei keinem anderen Element von ILIAS. Am meisten vermissten sie eine Suchfunktion  nach den ebenfalls noch einzubauenden Tags für Einzelbeiträge. Jedoch hat es aus meiner Sicht auch Vorteile, wenn man sich auf der Suche nach einem Beitrag durch das halbe oder ganze Forum klicken muss. Man sieht was man schon alles geschafft hat und findet auf dem Weg zum vermeintlichen Ziel so manche vergessene Schätze.

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