Lehrerausbildung plus

Montag, 8. April 2013 | Autor/in:

Während das Max Planck Institut für Bildungsforschung vor Jahren bestätigte, dass die Lehrer in Baden-Württemberg besonders wegen der Qualität ihrer fachwissenschaftlichen Ausbildung gut seien, wird dies in der Lehrerfortbildung kaum abgebildet. Faktisch ist die fachwissenschaftliche Ausbildung mit dem Ersten Staatsexamen mehr oder weniger beendet.

Die Grundidee des IDA-Projekts „Kombination von Lehrveranstaltungen der universitären Lehrerausbildung für Studierende am Englischen Seminar mit Fortbildungen für Lehrende an Gymnasien“ war deshalb eine stärkere Einbindung der Universitäten und Pädagogischen Hochschulen in die Lehrerfortbildung, und zwar nicht als zusätzliches oder extrauniversitäres Angebot, sondern in einer in die erste Phase der Lehramtsausbildung integrierten Form.

Aus Sicht der Studierenden sollte eine integrative Behandlung von Lehrerfortbildung und Lehramtsausbildung ebenfalls Vorteile haben. An den aus dem Praxissemester an die Universität zurückkehrenden Studierenden ist zu beobachten, dass sie zwar einerseits im Bezug auf das an den Universitäten bisher wenig berücksichtigte pädagogische und didaktische Wissen Zugewinne gemacht haben, dass sie aber fachwissenschaftlich und methodisch umgekehrt eher negativ beeinflusst worden sind und zum Examen mit Leselisten und Themengebieten aufwarten, die so auch schon vor dreißig Jahren in Umlauf waren. Vernetzung, Transdisziplinarität, Intermedialität und Fragestellungen, die z. B. für den bilingualen Sachfachunterricht sinnvoll wären, werden so nicht gefördert. Die Schüler, die diese Lehramtskandidaten einmal unterrichten sollen, sind aber wiederum die Studierenden von morgen – dass sie weiterhin von Lehrenden mit einem Fachwissensstand von vorgestern unterrichtet werden sollen, ist weder einzusehen noch letztlich im Hinblick auf die Zukunftschancen der Schüler zu verantworten. Fachwissenschaftliche Fortbildung liegt also im Interesse der Lehramtsstudierenden wie der bereits in der Schule etablierten Lehrer.

Bedingungen einer solchen Einbindung mussten sein:

  •  inhaltliche integrale Anbindung an das Studium
  • Sicherung universitärer Qualitätsanforderungen
  • Raum- / zeitliche Integration
  • Abstimmung der Lehr- / Lernmethoden
  • Aufwertung der fachdidaktischen Anteile in der Fachlehre

In mehreren Projektseminaren wurden diverse Interaktions- und Kooperationsformen (Blockformat, Seminarhaus, Wiki, Campus Online, EduPad) experimentell eingesetzt. Alison Nagel und Kai Woodfin (Englisches Seminar) erzählen am Mittwoch im Videointerview von ihren Erfahrungen mit einem dieser Projektseminare.
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Thema: IDA-Projekte

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