Online oder Papier? Gretchen Frage in der Lehrevaluation…

Mittwoch, 5. Dezember 2012 | Autor/in:

…nein, eigentlich nicht. Die Antwort auf die Frage, ob Sie Ihre Lehrveranstaltungsevaluation online oder mit Papierbögen durchführen, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Mit der Online-Evaluation wird häufig der geringere Arbeitsaufwand verbunden – allerdings sind die Rücklaufquoten nicht befriedigend.

Eine Evaluation mit Papierbögen kann ohne größeren technischen Aufwand durchgeführt werden. Letztlich müssen Sie entscheiden, welche Form der Evaluation für Ihre Fakultät passt. Die Abteilung Lehrentwicklung berät Sie natürlich gerne, wenn Sie Ihr Verfahren von Papierbögen auf Online-Evaluation umstellen wollen. Außerdem habe ich hier für Sie ein paar Argumente gesammelt, die hilfreich sein könnten.

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Thema: Werkzeugkasten Lehrevaluation

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9 Kommentare

  1. 1
    TK 

    Warum verknüpft man nicht die Klausuranmeldungen, die ohnehin weitestgehend online ablaufen mit einer Online-Evaluation!?
    Während eines Auslandsaufenthaltes einer renommierten Universität habe ich dies selbst erlebt und keineswegs als störend empfungen: Um für eine Klausuranmeldung freigeschlatet zu werden, musste man zunächst einen Online-Evaluationsbogen ausfüllen.
    Die Rücklaufquote wäre 100& und Papier und manuelle Auswertungen hätte man sich auch gespart…
    Beste Grüße,
    TK

  2. Hallo TK!
    Ja, das kann man machen. Allerdings ist dann nur eine so genannte summative Evaluation am Ende des Semesters möglich. Es hat sich als durchaus sinnvoll erwiesen, dass die Studierenden in der Mitte des Semesters (formativ) Rückmeldung geben…dann können die Lehrenden auch noch Wünsche und Vorschläge der Studierenden in der weiteren Planung berücksichtigen und die Studierenden wissen auch, wofür sie evaluieren. Es ist letztlich eine Frage, mit welcher Zielsetzung die Lehrveranstaltungsevaluation durchgeführt wird – das wäre dann schon mal ein gutes Thema für einen weiteren Blogbeitrag. 😉
    Viele Grüße aus der Abteilung Lehrentwicklung.
    Maria Galda

  3. Der Antwort von TK könnte man das Argument der „Freiwilligkeit“ entgegenstellen. LV-Evaluation muss auf freiwilliger Basis erfolgen. Einen Zwang zur Evaluation durch eine Kopplung an die Prüfungsanmeldung herbeizuführen halte ich nicht für anstrebenswert – wenn eine Verknüpfung mit der Prüfungsanmeldung erfolgt dann gerne mit einem Link zum Evalbogen, aber ohne verpflichtenden Charakter.

    In der Tat bin ich aber auch der Meinung, dass man sich die Frage stellen muss, wie Online-Bögen direkter im studentischen „Online-Alltag“
    verankert werden könnten, so dass auch hier ein „schnelles“ Ausfüllen selbstverständlich wird. Die häufig angemerkte schlechtere Rücklaufquote für Online-Bögen ist meines Erachtens nach im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass meist unabhängige Webportale eingesetzt werden, die von den Studierenden separat aufgerufen werden müssen.
    Hier könnte ich mir alternativ eine Verlinkung aus dem elektronischen Vorlesungsverzeichnis oder aus der Lernplattform heraus sehr gut vorstellen. Dort, wo die Lernplattform bereits fest im Ablauf der Lehrveranstaltungen genutzt wird, ist es ein Leichtes einen Online-Evaluationsbogen zu integrieren – inklusive automatischer Erinnerungsmails, wenn Bögen noch nicht ausgefüllt wurden.

    Beim Blick auf den Aufwand sehe ich in der Online-Evaluation viele Vorteile. Bei einer konsequenten Online-Evaluierung hat man vermutlich zu Beginn einen etwas höheren Aufwand, die elektronischen Bögen zu erstellen und sich in eine neues Tool einzuarbeiten. Allerdings ist eine Wiederverwertung für folgende Veranstaltungen dann mit wenigen Mausklicks erledigt – die Auswertung ebenfalls.

    Die andere Frage, die sich vor allem die Fachbereiche und die Lehrenden selbst stellen müssen ist die Etablierung einer „Evaluationskultur“. Wie wird mit den Ergebnissen der Evaluation verfahren? Wie können die Ergebnisse an die Studierenden zeitnah rückgekoppelt werden, so dass die Motivation steigt, sich an der Evaluation zu beteiligen? Wenn es hier gelingt, ein Verfahren zu etablieren, mit dem die Studierenden sich identifizieren können und einen Mehrwert für Ihr eigenes Studium sehen, bin ich sehr optimistisch, dass diese sich zunehmend auch auf Online-Evaluationen einlassen werden.

    Viele Grüße,
    Nicole wöhrle

  4. Also, zur Etablierung einer Evaluationskultur gehört nach meinem Empfinden auch die Sichtbarkeit der Evaluation. Das Verteilen von Papierbögen, auch wenn das profan klingen mag, macht die Evaluation schon allein durch die physische Präsenz der Bögen sichtbar. Bei einer Online-Befragung ist die Evaluation dann wahrnehmbarer Teil, wenn die LV systematisch mit der Evaluation verknüpft wird. Ich stimme Nicole Wöhrle zu, dass die Lernplattform ein guter Ort dafür ist.

  5. Ein kleiner Tipp: Im Rahmen des E-Learning Zertifikats wird am 28.1.2013 ein Workshop für Lehrende zum Thema „Einsatz von Online-Evaluationen und webbasierten Prüfungsformen“ angeboten 😉

    Viele Grüße aus Servicestelle E-Learning
    Barbara Müller

  6. Ich kann diesen Kurs SEHR empfehlen:
    http://www.rz.uni-freiburg.de/services/elearning/e-quali#section-1

  7. 7
    TK 

    Ich bin persönlich kein Freund von Zwängen, aber ob man nun von einem System eine Evaluation erzwingt oder im Vorlesungsraum einen Bogen ausfüllt, um beim Dozenten nicht unangenehm aufzufallen, ist für mich kein großer Unterschied.

    Und ich sehe auch ein, dass Besserungsvorschläge während des Semesters sinnvoll sind. Aber das kann auch ohne Bögen durch ein Nachfragen des Dozenten oder Bemerkungen einzelner Studenten in der Veranstaltung, Sprechstunde oder per Mail erfolgen.
    Die Evaluation am Ende soll ja die Veranstaltung und Dozenten besser machen – eben auch für nachfolgende Semester. Diese profitieren schließlich auch davon.

    Und in einigen Universitäten ist es absolut normal, dass (a) alle Veranstaltungen standardisiert evaluiert werden (selbst Tutorate) und (b) zumindest die Ergebnisse von Professoren und anderen Dozenten veröffentlicht werden. Mir ist klar, dass das nicht jedermann wünscht, aber wenn es in anderen Unis klappt, warum nicht auch hier?

  8. Hallo TK!
    Quote: „[…]Besserungsvorschläge während des Semesters sinnvoll […]. Aber das kann auch ohne Bögen durch ein Nachfragen des Dozenten oder Bemerkungen einzelner Studenten in der Veranstaltung, Sprechstunde oder per Mail erfolgen.“
    Ja, das ist natürlich immer und unabhängig von einer institutionalisierten Lehrveranstaltungsevaluation möglich. Fraglich ist nur, wie offen und ehrlich Studierende Kritik und Verbesserungsvorschläge per Mail oder persönlich thematisieren, wenn sie in der übernächsten Woche ihre mündliche Prüfung bei genau der selben Lehrperson haben. Die Fragebögen gewährleisten Anonymität und bieten deshalb die Möglichkeit, auch kritische Punkte „geschützt“ zu äußern. Generell ist es bei der Evaluation ja so, dass sie als Teil einer, wie man so schön sagt, gelebten Feedback-Kultur einer Institution zu sehen ist. Dazu gehört dann z.B., dass Lehrpersonen persönliches Feedback von Studierenden bekommen und ferner eine Befragung zu formalen Kriterien der Lehr- und Veranstaltungsqualität.

    Quote: „Und in einigen Universitäten ist es absolut normal, dass (a) alle Veranstaltungen standardisiert evaluiert werden (selbst Tutorate) und (b) zumindest die Ergebnisse von Professoren und anderen Dozenten veröffentlicht werden. […]wenn es in anderen Unis klappt, warum nicht auch hier?“

    Die Uni Freiburg hat sich mit ihrer Evaluationsordnung, die ja von der akademischen Selbstverwaltung so gewollt und verabschiedet wurde, dazu entschieden, dass jede Fakultät ihre eigene Lehrveranstaltungsevaluation durchführt und zwar so, wie sie es für richtig erachtet. Eine Standardisierung, wie anderen Hochschulen, gibt es bei uns deshalb nicht.

  9. 9
    WR 

    „Gretchen Frage“ statt „Gretchenfrage“?

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