Instructional Development Award Preisträger Prof. Dr. Gerhard Schneider

Dienstag, 25. September 2012 | Autor/in: und 

Mit dem IDA Projekt „E-Klausuren“ hat Professor Gerhard Schneider es sich zur Aufgabe gemacht, verschiedene Ansätze elektronischer Prüfungen für die Uni Freiburg zu testen und sinnvolle Lösungen zu finden. Im folgenden Interview erzählt der Direktor des Rechenzentrums und Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationssysteme u.a., warum er IT in der Lehre wichtig findet. Mehr über den aktuellen Stand des Projekts erfahren Sie morgen in der Impulswerkstatt.

IDA-Projekt

Rechenzentrum der Uni Freiburg

Herr Prof. Schneider, was hat Sie zu der Projektidee inspiriert?
Dank moderner IT-Geräte wie Tablets und Smartphones und Laptops sind die Studierenden gut mit IT-Bedienung vertraut – und sie leben in der digitalen Welt. Deshalb liegt es nahe, Aspekte des universitären Lebens – und da gehören Prüfungen nun mal mit dazu – ebenfalls zu digitalisieren. Und dann reizt sofort die übliche Fragestellung: was lässt sich realisieren, wie wirkt das Ergebnis auf die Nutzer – und: ist es sinnvoll?

Was erhoffen Sie sich auf lange Sicht von Ihrem Projekt?
Durch gut gemachte e-Klausuren können alle Beteiligten (Dozenten und Studierende) von zeitraubenden Routinetätigkeiten befreit werden. Vielleicht hilft es ja schon, dass man schneller weiß, dass man bestanden hat.

Woran merken Sie, dass sich durch das Projekt bereits etwas verändert hat?
Allein schon die Tatsache, dass viele offen und interessiert über e-Klausuren sprechen, zeigt, dass die Zeit reif ist für solche Neuerungen.

Welches Team steht hinter Ihnen?
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Servicestelle e-Learning sowie des Lehrstuhls – mit Ideen, Anregungen und vor allem auch mit Arbeitsleistung. Das IDA-Projekt setzt nicht nur Ideen des e-Learnings um, sondern braucht auch konzeptionelle Unterstützung vom Lehrstuhl. Schließlich müssen die Klausur-PCs leicht gewartet werden können und auch sicher sein. Das IDA-Projekt ist keine one-man-show, sondern läßt sich nur im Team mit verteilten Kompetenzen stemmen.

Hochschullehre

Warum setzen Sie sich für die Lehrentwicklung ein?
Die Welt entwickelt sich weiter und im IT-Sektor geschieht dies besonders schnell. Die Lehre sollte das berücksichtigen – sonst vermittelt man das Wissen nur noch in verstaubten Schachteln. Schließlich haben die Studierenden aufgrund ihres sonstigen digitalen Lebens auch Erwartungen an die Abläufe in der Universität. Wer täglich mit Kommilitonen die Termine elektronisch abstimmt, versteht nicht, warum man in einer Schlange stehen soll, um sich in eine Papierliste einzutragen. Und deshalb sollte man als Professor die neuen Wünsche als Ansporn sehen und von eigener Neugier getrieben neue Lösungen suchen – ehe falsche Propheten Patentrezepte verkünden.

Wodurch zeichnet sich für Sie gute Hochschullehre aus?
Gute Lehre heißt, dass die Studierenden Wissen besser und schneller erwerben als aus Büchern oder Filmen und vor allem dieses Wissen dann zielsicherer bei der Bewertung und Beurteilung von Fragestellungen selbständig einsetzen können. Dazu trägt auch bei, dass man all die Kleinigkeiten, die im Buchtext nicht aufgenommen werden können, aber für den Gesamtzusammenhang hilfreich sind, irgendwie mit vermittelt; sei es über einen Bezug zu aktuellen Ereignissen, über Gestik oder auch über einen Witz. Und wenn man einem Studierenden – vielleicht sogar unbewusst – die eine oder andere Hilfe für das spätere Leben mitgibt und so die Person ein klein wenig mit prägt, dann war die Lehrveranstaltung richtig gut. Jedenfalls ist gute Lehre mehr als die lustlose Anwendung des Nürnberger Trichters.

Persönliches

Was begeistert Sie an Ihrem Fachbereich?
Die rasante Entwicklung der Technologie – es wird einem nie langweilig; im Gegenteil, man muss aufpassen, dass man manche Neuerungen rechtzeitig erkennt und zu interpretieren vermag.

Was konnten Sie schon von Studierenden lernen?
Das andauernde Interesse an neuen Dingen – denn für alte Sachen interessieren sich Informatikstudierende eher wenig.

Was mögen Sie an der Lehre?
Der Zwang, all das Forschungswissen so aufzubereiten, dass man es anderen in einer kurzen Zeit erklären kann, führt einem gnadenlos vor Augen, was man selber noch nicht richtig zu Ende gedacht hat. Daher lernt man für jede Vorlesung selbst dazu.

Welche Vorbilder haben Sie im Bereich der Lehre?
Im Hauptstudium besuchte ich mit Lust die Vorlesungen zur algebraischen Zahlentheorie. Der Professor führte uns damals mit einer verblüffenden Leichtigkeit (und nur mit einem Spickzettel) durch die schwierigen Zusammenhänge und zumindest während der Vorlesung erschien alles klar zu sein. Erst später habe ich herausgefunden, dass er viel Zeit in die Vorbereitung jeder einzelnen Veranstaltung gesteckt hat.

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Thema: IDA-Projekte

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