Wikis in der Lehre: Zeitlicher Aufwand

Donnerstag, 5. Juli 2012 | Autor/in: und 

Letzte Woche haben wir über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Wikis in der Lehre gesprochen. Stehen diese Vorteile aber auch im Verhältnis zum Aufwand, den man betreiben muss, um in einer Lehrveranstaltung mit einem Wiki arbeiten zu können?

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Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Haben Sie Fragen oder Bedenken, was den technischen und organisatorischen Aufwand angeht? Schreiben Sie einen Kommentar!

Beispiel MediaeWiki: Interview mit Bent Gebert

Neben der eigenen Einarbeitung in das System, gilt es auch die Studierenden mit dem Wiki vertraut zu machen.  Herr Gebert, bringen die Studierenden genügend Vorwissen mit, um mit dem Wiki arbeiten zu können? (00:58 min)

Ist es nicht ein enormer zeitlicher Aufwand sicherzustellen, dass die von studentischen Autoren geschriebenen und gegenseitig korrigierten Artikel ein angemessenes wissenschaftliches Niveau haben? Wie wird die Qualität der Wiki Artikel gewährleistet? (01:26 min)

Wie groß ist der technische und organisatorische Aufwand insgesamt im Vergleich zu einem ‚normalen‘ Seminar?

Ohne Frage – das Kurskonzept verlangt eine höhere Einarbeitungszeit als gewöhnliche Seminare, weil zuerst ein Wiki installiert und ggf. an die eigenen Kursziele mittels Erweiterungen angepasst werden muss (z.B. können Feedbackleisten, Diagnosefunktionen zu Benutzung und Zusammenarbeit u.a.m. hinzugefügt werden). Auch im Seminarverlauf ist für die Lernbegleitung weitere Zeit erfordert, idealerweise ca. 1 Stunde pro Woche, um entstehende Texte und Diskussionen zu lesen, Fragen zu beantworten und gezielte Tips zu geben. Dies wird jedoch mit außergewöhnlichen Lernleistungen belohnt, die sich dank der hervorragenden Diagnosefunktionen von Wikis leicht mitverfolgen lassen (z.B. über Benachrichtigungen und Feeds bei Artikeländerungen, Bearbeitungsstatistiken für Artikel und Benutzer). Wenn Ziele und Entwicklungsschritte mit den Teilnehmern/innen zu Beginn gemeinsam vereinbart werden, reduziert sich der organisatorische Aufwand im Semesterverlauf dann erheblich: Die Organisation von Artikelstrukturen, die Bewertung, Korrektur und Verbesserung von Texten liegt nun ganz in der Verantwortung der Teilnehmer/innen, die positiv aufeinander angewiesen sind. Nach meiner Erfahrung mit dem Kurskonzept ist es gerade diese Stärkung der Selbstverantwortung der Lernenden, die Lehrende von Organisations- und Korrekturaufgaben erheblich entlastet. Die technische Einarbeitung ist daher als einmalige Investition zu betrachten, die schon nach wenigen Wochen selbsttragend wird – und sich besonders dann auszahlt, wenn man ein Wiki durch geeignete thematische Ausrichtung auch längerfristig weiternutzen kann.

In den kommenden Wochen beschäftigen wir uns in dieser Beitragsreihe mit Erfolgsfaktoren und den ersten Schritten der Umsetzung. Hier finden Sie die bereits bestehenden Artikel der Beitragsreihe.


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Thema: News & Ausschreibungen

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Ein Kommentar

  1. 1
    Oliver Tacke 

    Ich habe bereits mehrfach Wikis in der Lehre eingesetzt. Es gab bei erstmaliger Verwendung zeitlichen Mehraufwand, da die Umgebung aufgesetzt werden musste, doch dieser war beim wiederholen Einsatz vernachlässigbar – der (gefühlte) Nutzen war dafür groß.

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