Problemorientiertes Lernen: Hintergrund

Mittwoch, 25. Juli 2012 | Autor/in:

Heute startet die neue Beitragsreihe zum Thema „Problemorientiertes Lernen“ (POL) mit dem Hintergrund des didaktischen Konzepts. Die verschiedenen POL-Phasen kommen morgen an die Reihe und in den kommenden Wochen beschäftigen wir uns mit einigen Anwendungsbeispielen aus der Uni.

Haben Sie POL schon einmal ausprobiert? Schreiben Sie einen Kommentar mit Ihren Erfahrungen!

Kompetenzorientierung und Lernendenzentrierung

Die Kompetenzorientierung wurde zu einem Schlüsselbegriff in der Hochschullehre. Verknüpft ist damit, was in der Hochschuldidaktik als Perspektivwechsel „from teaching to learning“ bezeichnet wird. Hintergrund dieser sogenannten „Lernendenzentrierung“ ist ein Verständnis vom Lernen als ein individueller, aktiver und selbstgesteuerter Prozess der Wissenskonstruktion.
Lernen im Sinne von Aufbau und Anwendung von Wissen, das Hinterfragen von Theorien, der Transfer auf andere Kontexte, Aufwerfen neuer Fragen, Lösen von Problemen etc., das sind Fähigkeiten, die man als Lehrende/-r nicht „machen“, sondern nur durch eine größt mögliche Aktivität der Lernenden fördern kann. Daraus abgeleitet, ist es die Aufgabe der Lehrenden sowohl Lernumgebungen zu gestalten, die den Studierenden aktives Lernen ermöglichen, Materialien und Lernformen bereit zu stellen, die Interesse wecken und zur Erarbeitung und Auseinandersetzung mit dem Thema anregen, als auch Studierende im Lernprozess zu unterstützen, zu begleiten und zu beraten.

Welche Merkmale sollte eine aktivierende Lernumgebung haben?

Kriterien, die an solch eine Lernumgebung gestellt werden sind, (a) Authentizität und Situiertheit, indem anhand realistischer Probleme ein konkreter Anwendungsbezug hergestellt wird. Durch (b) multiple Kontexte werden Möglichkeiten geschaffen, das erworbene Wissen auf verschiedene Bezugsfelder zu übertragen, so dass das Wissen unter Berücksichtigung sich verändernden Bedingungen flexibilisiert wird. Die Flexibilisierung und komplexere Anwendung des Wissens werden zudem unterstützt, indem Studierende aus (c) verschiedenen Perspektiven einen Sachverhalt betrachten, Zusammenhänge herstellen und bewerten. Dabei sollte der (d) soziale Kontext berücksichtigt werden. In der Zusammenarbeit mit anderen Studierenden werden verschiedene, individuelle Wissenskonstruktionen deutlich, im Austausch die weitere Verarbeitung, Veränderung und Vertiefung des Wissens angeregt.

Diesen und den morgigen Beitrag (POL-Phasen) als PDF herunterladen.


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Thema: News & Ausschreibungen

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