MediaeWiki: Wiki-Artikel statt Hausarbeit

Mittwoch, 20. Juni 2012 | Autor/in: und

194 Artikel werden derzeit im “MediaeWiki” gebündelt – einem Wiki für Inhalte der Mediävistik. Für dieses Lehrmodell, in dem Studierende online Texte schreiben und gegenseitig redigieren, erhielt Bent Gebert 2011 den Universitätslehrpreis. Ab heute stellt er sein Kurskonzept in der Impulswerkstatt Lehrqualität vor und gibt Hinweise, für welche Inhalte sich ein solches Kurskonzept eignet, wie hoch der Aufwand ist und wie erste Schritte der Umsetzung aussehen können.

Interview mit Bent Gebert

Herr Gebert, wie sind Sie auf die Idee gekommen mittelalterliche Literatur mit einer Web2.0-Technologie zu verbinden? (1:18 min)

Welche Chancen aber auch Grenzen haben Wikis in der Lehre? (2:22 min)

Warum ein Wiki für ein germanistisches Proseminar?

Lehren und Lernen in geistes- und kulturwissenschaftlichen Fächern bewegen sich auf stark veränderlichen und darum schwer organisierbaren Gegenstandsfeldern. Das vorgestellte Kurskonzept reagiert auf diese Spannungslage mit einem Modell des Blended Learning: In einem kollaborativen Prozess wird eine online zugängliche Lehr-Lern-Plattform aufgebaut bzw. genutzt, die einerseits die Komplexitäten von Lehrstoffen aufnimmt und Verknüpfungen herstellt, andererseits Reduktionen und Bündelungen von Wissen in Artikelform erlaubt, das in der Präsenz-Lehrveranstaltung gemeinsam erarbeitet wird. Das Kurskonzept kann in unterschiedlichen Fachkontexten eingesetzt werden und verfolgt allgemein folgende Ziele:

  • individuelle Erarbeitung, Organisation und Aufbereitung des Lehrstoffs
  • Entwicklung eines dynamisch erweiterbaren Wikis
  • Stärkung von Kooperation/Kollaboration als Formen des sozialen Lernens
  • Studienleistungen sichtbar und anschließbar machen
  • Einüben seriösen Online-Publizierens nach Maßgabe wissenschaftlicher Gütekriterien
  • Präsenz akademischer Lehre in der medialen Öffentlichkeit
  • Aufbau und Qualitätssicherung von Online-Wissensbeständen

Als Pilotversuch stellt MediaeWiki.org eine solche Lehr-Lern-Plattform bereit, die historisches, kulturelles und literaturwissenschaftliches Wissen zum Mittelalter bündelt. MediaeWiki bietet Studierenden eine Plattform, um Kenntnisse und Ergebnisse des Studiums zur Verfügung zu stellen –  ob zum gezielten Nachschlagen, zur Anregung oder zum neugierigen Stöbern. Aber auch Lehrende der Mediävistik sind eingeladen, das Wiki zu nutzen – für das Verfassen und Bearbeiten von Beiträgen ebenso wie für Rückmeldungen über Interessensschwerpunkte von Studierenden.

Mehr zu diesem Lehrkonzept erfahren Sie in den nächsten Wochen in der Impulswerkstatt Lehrqualität und in der aktuellen Ausgabe von uni’lernen.

Wo wird noch über Wikis in der Lehre diskutiert? Kennen Sie Artikel oder andere Weblogs mit interessanten Aspekten des Themas?

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Thema: News & Ausschreibungen

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3 Kommentare

  1. 1
    RT 

    Mit dem Hinweis auf dieses Lehrkonzept wird die Frage gestellt, wo noch über Wikis in der Lehre diskutiert oder es Beiträge zum Thema gibt. Erwähnenswert erscheint in diesem Zusammenhang etwa die Übersicht über Veranstaltungen und Projekte mit Einsatz Neuer Medien in der Lehre an der Universität Frankfurt http://www.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/pdb/listprojects/index.ph
    MfG

  2. Mit didaktischen Hintergründen des Einsatzes von Web 2.0-Tools im E-Learning sowie mit der konkreten Implementierung einer Lernumgebung mit diesen Tools und der Evaluation des Einsatzes in der Lehre befasst sich folgender Beitrag:
    Web 2.0 Learning Environment. Concept, Implementation Evaluation.
    http://www.pedocs.de/volltexte/2010/2633/pdf/web20_LE_blees_rittberger_2_D_A.pdf

  1. 3
    E-Learning (via Trackback)

    Wikis in der Lehre II: MediaeWiki…

    Mittelalterliche Literatur und das Web 2.0 liegen, so will man meinen, weit auseinander. Wie der Freiburger Mediävist Bent Gebert beides zusammenbringt und für seine Lehre fruchtbar macht, berichtet er auf der Seite der Impulswerkstatt Lernqualität d….

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