Instructional Development Award Preisträger Prof. Dr. Thorsten Friedrich

Freitag, 8. Juni 2012 | Autor/in: und 

Am Mittwoch hat Prof. Friedrich gemeinsam mit Prof. Kenkmann und Prof. Müller Tipps für die interdisziplinäre Studiengangsentwicklung gegeben, und zwar ganz konkret für die Zusammenlegung von Veranstaltungen unterschiedlicher Studiengänge. Den Blogbeitrag zu diesem Aspekt des IDA-Projekts der drei Kollegen finden Sie hier.
Heute bietet uns Prof. Friedrich einen Einblick in seinen Alltag, seine Hoffnungen und Sicht auf die Hochschullehre:

Persönliches

Herr Prof. Friedrich, was machen Sie morgens als erstes, wenn Sie zur Arbeit kommen?
Den PC und Kaffeemaschine an und genieße für einen Moment den genialen Blick aus dem Chemiehochhaus.

Was konnten Sie schon von Studierenden lernen?
Vor allem zwei Dinge: Man sollte nie aufhören, das zu hinterfragen, was man tut und dass es tatsächlich eine spannende Welt jenseits der Universität gibt.

Welche Vorbilder haben Sie im Bereich der Lehre?
Meinen Doktorvater, der klar gemacht hat, dass es nie langweilige Wissenschaft, sondern nur langweilige Wissenschaftler gibt.

Hochschullehre

Wodurch zeichnet sich für Sie gute Hochschullehre aus?
Durch enthusiastische Lehrende, die die Studierenden motivieren können, durch eine gute Absprache des Lehrangebots in einem Fach und zwischen benachbarten Fächern und vor allem dadurch, dass die Studierenden zu einer Selbstständigkeit geführt werden, auch wenn auf dem Weg dahin schon mal was schiefgeht.

Welche Problemfelder sehen Sie in der Hochschullehre?
Die Belastung der Mitarbeiter nimmt auf Grund wachsender administrativer Tätigkeiten ständig zu. Ich sehe die Gefahr, dass wir vor lauter Selbstverwaltung nicht mehr die Zeit haben werden, über neue Lehrkonzepte oder innovative Ansätze nachzudenken.

Wie könnte die Lehrentwicklung an der Universität weiter vorangetrieben werden?
Durch günstigere Betreuungszahlen von Studierenden pro Dozent/in, um individueller auf die Studierenden eingehen zu können.

IDA-Projekt

Warum setzen Sie sich für die Lehrentwicklung ein?
Die Hochschulen sind für die Ausbildung des akademischen Nachwuchses da. Damit dieser eine Chance auf dem sich ständig verändernden Arbeitsmarkt hat, muss die Lehre diesen Herausforderungen gerecht werden. Dabei geht es nicht darum, sich den Änderungen lediglich anzupassen, sondern vorausschauend grundsätzlich neue Strategien zu entwickeln.

Was hat Sie zu der Projektidee inspiriert?
Ich habe an einer Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät promoviert, in der Interdisziplinarität von den erfolgreichen Mitgliedern gelebt wurde. Wenn man den Bologna-Prozess ernst nimmt, stellt er eine gute Gelegenheit dar, interdisziplinäres Lernen in die Universitätslehre zu integrieren. Die Idee zu dem konkreten Projekt wurde im Beisein mehrerer Tassen Kaffee von den Studiendekanen unserer Fakultät entwickelt.

Was erhoffen Sie sich auf lange Sicht von Ihrem Projekt?
Ziel des Projektes ist es, die verschiedenen Studiengänge innerhalb einer Fakultät besser aufeinander abzustimmen, um zum einen ein interdisziplinäres Lernen zu ermöglichen, zum anderen aber auch um Kapazitäten freizusetzen, die dann für eine spezifische Ausbildung in den höheren Semestern verwendet werden können. Dadurch ist eine Fakultät unter Beibehaltung der Ressourcen in der Lage, ein größeres Spektrum von Veranstaltungen anzubieten.

Welchen Rat würden Sie Mitarbeitern an anderen Fakultäten geben, die ihre Studiengänge stärker verknüpfen möchten?
Öfter mal zusammen ein Glas Wein trinken gehen und dabei über die Dinge des akademischen Alltags reden. Die Schnittmengen ergeben sich dabei von alleine.


Würden auch Sie die Studiengänge an Ihrer Fakultät gerne stärker verknüpfen? Welche Erfahrungen haben Sie damit bereits gemacht? Welchen Problemen sehen Sie sich dabei gegenüber? Schreiben Sie uns einen Kommentar!

Tags »

Trackback: Trackback-URL | Feed zum Beitrag: RSS 2.0
Thema: IDA-Projekte

Diesen Beitrag kommentieren.

Kommentar abgeben