Häufige Wiederholung, aber keine Gebetsmühlen

Montag, 4. Juni 2012 | Autor/in:

Der Mal- und Bastelkurs enthält viele Elemente, durch die die Inhalte aus verschiedenen Blickrichtungen oder mit verschiedenen Herangehensweisen wiederholt werden, ohne ein reines Auswendiglernen zu sein:

  • Am Anfang eines Kurstages machen wir eine Zusammenfassung des vorhergehenden Kurstages.
  • Am Ende eines jeden Kurstages machen wir meist eine interaktive Zusammenfassung. Der Kreativität der Studierenden sind hier keine Grenzen gesetzt. Entweder in Form eines Quiz (mit Süßigkeiten für richtige Antworten), oder anderen Spielchen.
  • Die Studierenden nehmen ihre Knetmodelle mit nach Hause, wodurch sie sie immer wieder sehen und evtl. erklären müssen, wenn Besuch kommt.
  • Eingängige Alltagsbeispiele zur Funktion der Gehirnbereiche erinnern die Studierenden auch im täglichen Leben an die Inhalte. Beim Fahrradfahren erinnern sie sich z.B. daran, dass sie dafür ihr Kleinhirn benötigen.
  • Am letzten Kurstag gehen wir mit den Studierenden in das Institut für Neuroanatomie. Dort haben sie die Gelegenheit echte menschliche Gehirne zu sehen, sie zu schneiden und die gesamten Kursinhalte am echten Objekt zu wiederholen.
  • Neu im SS 2012: Am Ende des Skripts befindet sich ein Glossar, in dem die Fachbegriffe aus dem Skript alphabetisch aufgelistet sind. Als Hausaufgabe sollen die Studierenden die Fachbegriffe vom jeweiligen Kurstag kurz selber erläutern.

Ich vermute, dass der Aspekt des Wiederholens wohl die älteste Lernmethode ist, die die meisten von uns schon ab der Grundschule, aber spätestens beim Vokabellernen angewendet haben, bzw. anwenden mussten. Je häufiger man Inhalte wiederholt, desto besser werden sie memoriert, das erscheint irgendwie trivial.

Wie ist das aus lerntheoretischer Sicht? Stimmt das wirklich, oder kann man die einzelnen Wiederholungsphasen einfach effizienter gestalten und worauf sollte man dabei achten? Manchmal merken wir uns doch aber auch Inhalte nach einmaliger Konfrontation für immer. Wie kommt es dazu?

Übersicht Beitragsreihe „Mal- und Bastelkurs“:
  1. Endziel: Rohbau
  2. Lernen mit Spaß
  3. Teilziele definieren: man muss nicht alles auf einmal verstehen
  4. Multimodalität: Lernen mit allen Sinnen, aktiv sein
  5. Konzentration auf das Wesentliche
  6. Wiederholung: ja; Gebetsmühlen: nein
  7. Was nicht funktioniert…

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Thema: News & Ausschreibungen

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Ein Kommentar

  1. Liebe Frau Kirsch, liebe Leser/innen,

    wie ich in einem anderen Kommentar bereits angesprochen habe: Nachhaltiges Lernen erfolgt nicht durch einmal hören oder einmal eine Verknüpfung aufbauen; nachhaltiges Lernen bedarf der Wiederholung und der Übung, um die Verknüpfungen zu stabilisieren. Auch das Aufbauen von weiteren Verknüpfungen macht das spätere Abrufen des neuen Wissens leichter. Genau dies gelingt Ihnen, Frau Kirsch, durch Ihre Herangehensweise: Sie wiederholen und üben mit Ihren Studierenden, jedoch nicht immer auf dem gleichen Weg, sondern Sie gehen auch neue Wege, d.h. sie zeigen immer wieder auch andere Verknüpfungsmöglichkeiten auf. Auf diese Weise haben die Studierenden die Möglichkeit ihre Verknüpfungen erstens immer wieder zu überprüfen, sie zu stabilisieren und zusätzliche aufzubauen. Damit sichern Sie nachhaltiges Lernen.
    Was Sie, Frau Kirsch nicht tun, ist ein stupides Wiederholen und Auswendiglernen anzuregen. Das ist gut, denn dies fördert kein tiefergehendes Verständnis, wodurch der Abruf sehr schwer wird. Dadurch werden nämlich keine Wege zu diesen Wissensstrukturen aufgebaut. Es besteht vielmehr die Gefahr von trägem Wissen.

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