Wie viel Englisch in der Lehre darf oder muss es sein?
Mittwoch, 16. Mai 2012 | Autor/in: Heidi Ruhnke
Wo sind die Knackpunkte bei der Diskussion um Englisch in der Lehre? Für die aktuelle Ausgabe von uni’lernen hat Eva Opitz ein Gespräch mit Prof. Dr. Ulrich Deil, Prof. Dr. Ad Aertsen und zwei Studierenden der Fakultät für Biologie geführt, zu dem ich sie begleitet habe (Online-Ausgabe von uni’lernen).
Nach der Diskussion haben die vier Gesprächspartner aus der Biologie ihre jeweilige Position zusammengefasst:
Doch wie sieht es in anderen Fächern aus?
Welche Rolle spielt Englisch in der Lehre an der Uni allgemein? Klinken Sie sich in die Diskussion ein und sagen Sie uns, welche Rolle Englisch in der Lehre Ihrer Meinung nach spielen sollte:
Welche Chancen und Risiken sehen Sie? Welche Aspekte wurden in der Diskussion noch nicht beachtet? Schreiben Sie uns einen Kommentar!
Zusammenfassung der bisherigen Diskussion
Damit Sie sich einen Überblick über die bisherige Diskussion verschaffen können, habe ich die wichtigsten Themen und Standpunkte pro und kontra Englisch in der Lehre an der Fakultät für Biologie für Sie zusammengefasst:
Welche Wissenschaftssprache verwendet der Fachbereich und welche Auswirkungen auf die Lehre entstehen dadurch?
| Neurowissen-schaften: |
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| Ökologie: |
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Für welchen Arbeitsmarkt wird ausgebildet?
| Englisch nötig: |
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| Englisch unnötig: |
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Wie viel Englisch ist gut für ausländische Studierende?
| Nur Englisch: |
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| Auch Deutsch: |
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Wenn die Lehre auf Englisch ist, sind dann auch Klausuren auf Englisch sinnvoll?
| Nein: |
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| Ja: |
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Englischkurse für Lehrende
Nicht nur Studierende müssen die Sprache beherrschen, um einer englischen Vorlesung folgen zu können – auch für Lehrende ist es eine Herausfordung eine Vorlesung auf Englisch zu halten, Diskussionen anzuleiten und mit Fragen umzugehen. Um die Lehrenden zu unterstützen, bietet das SLI (Sprachlehrinstitut) der Uni Freiburg deshalb spezielle Kurse, Workshops und Coaching an (mehr Infos).
Es stellt sich die Frage, ob die wachsende Rolle des Englischen in der Lehre an deutschen Hochschulen eine positive bzw. erwünschte Entwicklung ist. Einerseits könnte diese Entwicklung für die Lehrenden zu dem Gefühl führen, dass ein Stück Kontrolle, Vermittlung von Fachwissen oder sogar Persönlichkeit verloren geht. Anderseits bietet diese Entwicklung und die entsprechende Unterstützung durch den EMI-Bereich eine Chance für Lehrende an der Universität Freiburg ihr Fachwissen an ein breiteres Publikum zu vermitteln und dadurch den Ruf der Universität zu festigen und sogar zu verbreiten. Selbstverständlich kommen andere Aspekte ins Spiel und dieses Blog dient dazu, dass Meinungen von interessierten Lehrenden und Studierenden ausgetauscht und berücksichtigt werden können. Durch diesen Austausch gewinnen nicht nur Mitglieder der Freiburger Universität mehr Einblick in dieses Thema, sondern auch die beiden EMI-Projekt-Verantwortlichen, was letztendlich zu einer optimalen Gestaltung der Unterstützung und Betreuung für die englischsprachige Lehre führt.
Mehr zu diesem Thema von dem SprachLehrInstitut (SLI) Fachbereich English Medium Instruction (EMI) können Sie im online Journal „Impulswerkstatt Lehrqualität“ am Mittwoch, den 23. Mai 2012 lesen.
„Dialogsprache Englisch?!“
Das Kriegsbeil wird nicht begraben, denn es ist so weit: wir leben in einer nicht-statischen internationalen Welt, mit Menschen die miteinander zu tun haben wollen und/oder müssen, die miteinander kommunizieren, sich austauschen und von einander lernen wollen. Wer dies nicht nachvollziehen möchte, verstellt sich unter Umständen den Zugang zur höheren Bildung, Forschung, internationale Kommunikation und dem Karrierenaufstieg.
Von den über 600 Sprachen auf dieser Welt hat Englisch seine Position als eine der wichtigsten Kommunikationssprachen gefunden. Diese Tatsache bedeutet, dass man beruflich und privat fast nicht ohne diese Sprache leben kann. Daher hat die Universität als Bildungsinstitution die Aufgabe ihre StudentInnen durch qualifizierte Lehrende die englische Sprache auch qualitativ exzellent weiterzuvermitteln – nicht nur in der Anglistik, sondern auch im pädagogischen, technischen, sozialen und kulturwissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Fachbereich. Studierende benötigen die englische Sprache als eine essenzielle kommunikative Kompetenz vor, nach und während ihrer Ausbildung.
Die englische Sprache ist zur Dialogsprache geworden. Englisch wird von Muttersprachlern und Nicht-Muttersprachlern auf der ganzen Welt verwendet. In dieser Welt auf Englisch effektiv und erfolgreich kommunizieren zu können, heißt, im internationalen (Arbeits-) umfeld mehr Möglichkeiten für sich zu eröffnen, ein größeres Selbstbewusstsein und eine größere Motivation zu erzielen, vielfache interkulturelle Beziehungen und ein erhöhter Kulturaustausch mit internationalen/interkulturellen Partnern zu erreichen, abgesehen davon, dass ein eigener innerer Gewinn durch eine andere Denkweise und Leitvorstellung entsteht. Kaum einer kann die Zeit nach dem Studium erleben ohne mit Englisch im (Arbeits-) alltag in Berührung zu kommen – außer man versteckt sich an einem winzigen unbekannten Ort.
In Zukunft auf Englisch kommunizieren zu müssen, heißt, darauf sehr gut vorbereitet zu sein. Folgerichtig wäre, deshalb einen Teil der Lehre an deutschen Universitäten auf Englisch anzubieten.
Mehr zu diesem Thema von dem SprachLehrInstitut (SLI) Fachbereich English Medium Instruction (EMI) können Sie im online Journal „Impulswerkstatt Lehrqualität“ am Mittwoch, den 23. Mai 2012 lesen.