Teilziele definieren: Man muss nicht alles auf einmal verstehen

Montag, 14. Mai 2012 | Autor/in:

Das Gehirn ist ein dankbares Studienobjekt für die Definition von Teilzielen, da sich diese nahezu aufdrängen (Substrukturen). Am ersten Tag des Mal- und Bastelkurses bekommen die Studierenden einen groben Überblick über das Gehirn und lernen die Substrukturen schonmal namentlich kennen.

An den folgenden Kurstagen nehmen wir uns dann jeweils eine der Substrukturen im Detail vor und besprechen deren Aufbau und Funktion. Dabei arbeiten wir uns einfach von unten (Rückenmark) nach oben (Cortex) vor. Schritt für Schritt. Die verschiedenen Gehirnteile ergeben am Ende das große Ganze und nehmen dem Lernstoff seine Komplexität. Dies ist wahrscheinlich nicht besonders innovativ, aber ich halte es für eine wichtige Lernmethode, die auch in anderen Zusammenhängen und anderen Fachbereichen einsetzbar ist.

Zu diesem Thema würde mich interessieren, ob dies auch lerntheoretisch fundiert ist und wie man dies eventuell noch stärker instrumentalisieren kann. Würde sich das als Basis für ein Lerntagebuch anbieten?

Übersicht Beitragsreihe „Mal- und Bastelkurs“:
  1. Endziel: Rohbau
  2. Lernen mit Spaß
  3. Teilziele definieren: man muss nicht alles auf einmal verstehen
  4. Multimodalität: Lernen mit allen Sinnen, aktiv sein
  5. Konzentration auf das Wesentliche
  6. Wiederholung: ja; Gebetsmühlen: nein
  7. Was nicht funktioniert…

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Thema: News & Ausschreibungen

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Ein Kommentar

  1. Liebe Frau Kirsch, liebe Leser/innen,

    dass Sie, Frau Kirsch, mit Ihrem hier beschriebenen schrittweisen Durcharbeiten der einzelnen Substrukturen erfolgreich sind, lässt sich erneut durch die hierarchische Struktur des menschlichen Wissens beschreiben. Sie, Frau Kirsch, geben zunächst einen Überblick, wodurch die gesamte, aufzubauende Struktur des neuen Wissens grob angelegt, d.h. von den Studierenden konstruiert werden kann. Durch das dann folgende Bearbeiten der einzelnen Substrukturen wird die neu aufgebaute, grobe Wissensstruktur dann Schritt für Schritt erweitert, indem die Studierenden die jeweils neuen Informationen an die passende Stelle in der zunächst grob aufgebauten Wissensstruktur anknüpfen können. Um hier auch eine Analogie zu bemühen: Wissenschaftliche Arbeiten gliedern wir zunächst auch, bevor wir ins Detail gehen und die einzelnen Kapitel beschreiben. Würden wir gleich losschreiben, so ist fraglich, ob das ganze später dann eine „runde Sache“ werden würde.
    Lerntheoretisch lässt sich der Erfolg dieses Vorgehens also gut erklären.
    Die Frage zu den Lerntagebüchern gebe ich gerne an Herrn Nückles weiter.

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