Pilotfächer für E-Klausuren an der Uni Freiburg gesucht!

Mittwoch, 11. April 2012 | Autor/in: und 

Klausuren mit 500 Teilnehmenden korrigieren sich von selbst,  kein umständliches Entziffern von Handschriften mehr und die Ergebnisse der Studierenden werden auf Knopfdruck als Prüfungsergebnisse verbucht. Eine Wunschvorstellung vieler Dozierenden und Tutoren und von daher vielleicht etwas utopisch? Nicht unbedingt. Elektronische Prüfungen gewinnen durch den Bologna-Prozess und dem dadurch gestiegenen Prüfungsaufkommen immer mehr an Attraktivität. Beim IDA-Kooperationsprojekt „E-Klausuren“ unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Gerhard Schneider, Direktor des Rechenzentrums und Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationssysteme, sollen die Chancen und Herausforderungen von elektronischen Prüfungen anhand von Klausuren in einigen Pilotfächern untersucht werden.

E-Klausuren in der Praxis

Quelle: IQul GmbH

Chancen und Herausforderungen von E-Klausuren

Vor allem die fachspezifischen Anforderungen und Fragen zur Rechtssicherheit der Prüfungsverfahren sind von Interesse und natürlich werden auch die Vor- und Nachteile gegenüber traditionellen Prüfungen durchleuchtet. Die Vorteile liegen auf der Hand. Zum Beispiel können die Ergebnisse schneller rückgemeldet werden, der Korrekturaufwand verringert sich, es können multimediale Inhalte (Video, Audio, interaktive Bilder etc.) eingebunden werden und eine Anzeige der Fragen per Zufallsprinzip verringert das Täuschungsrisiko. Es gilt aber auch herauszufinden, wo die Grenzen der Nutzbarkeit liegen und für welche Fachbereiche der Universität Freiburg sich der Einsatz von E-Klausuren überhaupt eignet. Aber selbst in Fächern, deren Klausuren nur aus Aufgaben mit Freitextantworten bestehen, bleibt der Vorteil der besseren Lesbarkeit. Nicht zuletzt ist auch der Vergleich des Kosten-/Nutzenverhältnisses von entscheidender Bedeutung, das ebenfalls analysiert werden wird.

Eine der größten Herausforderungen bei E-Klausuren ist die Bereitstellung einer geeigneten technischen Infrastruktur. Mit Hilfe der Probeklausuren im Wintersemester 2012/2013 soll verglichen werden, ob eine universitätsintern bereitgestellte Infrastruktur mit speziellen virtualisierten Prüfungsumgebungen für E-Klausuren genutzt werden kann oder ob sich im Vergleich dazu die Kooperation mit einem externen Dienstleister, der eine eigene mobile Infrastruktur bereitstellt, als bessere Alternative herausstellt.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auch im Blogbeitrag E-Prüfungen an der Uni Freiburg – eine Alternative zu den etablierten Prüfungsverfahren?

Interessierte Pilotpartner aus unterschiedlichen Fachbereichen gesucht

Um im Projekt „E-Klausuren“ möglichst viele Variablen untersuchen zu können, benötigen wir Ihre Mithilfe. Kooperationspartner für die Durchführung von Massenprüfungen sind bereits das Historische Seminar, die Sportwissenschaften und die Medizin (Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie) mit Teilnehmerzahlen zwischen 100 und 500 Prüflingen. Um im Rahmen des Projekts ein möglichst breites Fächerspektrum abdecken zu können, suchen wir noch weitere Kooperationspartner, die Interesse am Thema E-Klausuren für den eigenen Fachbereich haben. Vor allem Prüfungen mit Teilnehmerzahlen zwischen 30 und 100 Studierenden wären für die Durchführung des Projektes eine Bereicherung.

Die Koordination des Projektes übernimmt die Servicestelle E-Learning, die technische Infrastruktur für die beiden zu untersuchenden Durchführungs-möglichkeiten wird einerseits durch den Dienstleister IQuL und andererseits durch das Rechenzentrum und den Lehrstuhl für Kommunikationssysteme konfiguriert und bereitgestellt. Alle Pilotfächer werden hierbei umfassend in der Erstellung und der Durchführung der Klausuren unterstützt.

Kontaktieren Sie uns

Wenn Sie oder Ihre Kollegen Interesse haben und bereit sind, eine Prüfung im Wintersemester 2012/13 einmal auf elektronischem Wege durchzuführen, nehmen Sie zeitnah mit uns Kontakt auf.

Sven Slotosch
Servicestelle E-Learning im Rechenzentrum
sven.slotosch@rz.uni-freiburg.de
Tel: 0761 – 203 – 4697


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Thema: IDA-Projekte, News & Ausschreibungen

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4 Kommentare

  1. Klassicher Weise denkt man bei E-Klausuren vor allem an Multiple Choice Tests – zumindest geht das mir so. Denn hier ist die technische Umsetzung vergleichsweise simpel und die Zeitersparnis bei der Korrektur hoch. Nun lassen sich Wissen bzw. Kompetenzen aber nur begrenzt sinnvoll in MC-Tests überprüfen. Ob sich daher E-Klausuren im größeren Maße durchsetzen werden, hängt meiner Meinung nach auch davon ab, als wie praktikabel es von Studierenden wie Dozierenden empfunden wird, Fließtext-Antworten sowohl am Rechner zu verfassen bzw. zu korrigieren.
    Dies ist insbesondere relevant, weil hier der Unterschied im Korrekturaufwand zu einer klassischen Papier-Klausur deutlich geringer ausfallen dürfte. Lesbarkeit ist sicherlich ein gutes Argument, gerade bei Handschriften wie meiner eigenen. Aber reicht das?
    Denn wie leistungsfähig (und sicher) automatisierte Verfahren zur Textauswertung sind (Erkennung von Stichworten oder gar ganzen Aussagen), muss sich erst noch zeigen. Somit dürften die zusätzlichen Kosten für die eigene oder geliehene IT-Infrastruktur kaum durch geringere Korrekturzeiten kompensiert werden.
    Aber das ist alles nur Spekulation! Gerade daher finde ich es wichtig, dass dies systematisch erhoben wird und Erfahrungen gesammelt werden. Und vielleicht steht am Ende des Projekts ja fest, dass es sich um eine wirklich lohnende Investition für die ganze Uni handelt!

  2. Ich hoffe, E-Klausuren bringen nicht nur auf der auswertenden Seite Vorteile sondern auch unmittelbar für die Studierenden in der Prüfungssituation.

    Nicht mit der eigenen Handschrift hadern zu müssen ist da nur ein Punkt. Formulierungen können schnell optimiert werden ohne platzraubendes Durchstreichen.

    In der Aufgabenstellung können voraussichtlich sehr leicht Farbdarstellungen, Animationen oder auch Audio-Elemente eingesetzt werden.

    Und: sogar interaktive Aufgaben können mir da einfallen (Kombinationen von Reglern, Checkboxen, Radiobuttons, Drag&Drop-Objekten, Malfunktionen usw.), die ganz weit vom drögen Multiple-Choice weg sind und dennoch eine automatisierte Auswertung erlauben.

    Ob am Ende der Aufwand für die Durchführung von Klausuren sinkt oder nur sinnvoller eingesetzt wird, wird hoffentlich ein spannendes Ergebnis der Untersuchungen sein.

  3. 3
    Sebastian Diekmann 

    Ich halte den Einsatz von E-Klausuren durchaus für sinnvoll! Doch ich kann mir vorstellen, dass es viele Studenten gibt die doch sehr gerne halb liegend Ihre Klausur schreiben (So wie ich).

    Gruß
    Sebastian

  4. 4
    Johann Pixner 

    In Hessen gibt es ja ein umfangreiches Projekt, welches sich mit dem Thema e-Klausuren beschäftigt:

    http://eklausur.de/wiki/index.php?title=Hauptseite

    http://cms.uni-kassel.de/unicms/fileadmin/groups/w_430000/Download/E-Klausuren-an-Hochschulen.pdf

    Spannend wäre es, die durch e-Klausuren realisierbaren Effizienzgewinne (ich bin da ganz optimistisch, dass diese möglich sind) in eine didaktische Weiterentwicklung der Klausuren zu reinvestieren. Oder durch die Auseinandersetzung mit diesem Thema vielleicht gänzlich neue Wege zu gehen, und stärker Dinge wie Blog-Beiträge oder gemeinsam erstellte Wikis als Leistungen seitens der Studierenden anzuerkennen. Zur praktischen Abwicklung gibt es im Netz auch ganz spannende Ansätze, wie z.B. die Initiativen rund um „Open Badges“ (http://www.golem.de/1109/86509.html).

    Viele Grüße an die Uni!

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