Metastrategisches Wissen für eine effektivere Prüfungsvorbereitung

Montag, 2. April 2012 | Autor/in: und 

Studierende benutzen häufig ungeeignete Lernstrategien zur Prüfungsvorbereitung: Zu diesem Ergebnis kommt unsere Studie zum Selbststudium von Studierenden.

Obwohl tiefenorientierte Elaborationsstrategien (d.h. neue Informationen mit dem eigenen Vorwissen verbinden) das Erreichen selbst gesteckter Lernziele und den Lernerfolg in Klausuren besser unterstützen, haben Studierende in erster Linie oberflächenorientierte Wiederholungsstrategien (auswendig lernen) angewendet.
Angemessene Lernstrategien hingegen können Lernerfolge erleichtern und unterstützen die Selbstwirksamkeitserwartung, die ihrerseits wiederum die Tendenz zum Aufschiebeverhalten verringert. (Mehr zu Selbstwirksamkeitserwartung und Aufschiebeverhalten.)

Um abhängig vom angestrebten Lernziel geeignete Lernstrategien auswählen zu können, ist metastrategisches Wissen erforderlich.

Metastrategisches Wissen beinhaltet zum einen Wissen über sich selbst als Lernenden und zum anderen über adäquate Lernstrategien. Mit Hilfe dieses Wissens können Studierende entscheiden, welche Lernstrategien zur Erreichung eines bestimmten Zieles geeignet sind. Metastrategisches Wissen hilft daher, dass das Ziel, etwas zu verstehen, nicht mit einfachem Wiederholen verfolgt wird (Ich verstehe etwas nicht, also lese ich den Text nochmal und nochmal auf die gleiche Weise). Metastrategisches Wissen ermöglicht also adaptives Lernen. Studierende können den Lernprozess gezielt planen, den Lernfortschritt überwachen und das Ergebnis evaluieren und ggf. aus Fehlern lernen.

Die kognitiven Lernstrategien untergliedern sich in Elaborations-, Organisations- und Wiederholungsstrategien:

Grafik vergrößern: Klick aufs Bild

  • Organisationsstrategien helfen den Studierenden neue Inhalte zu ordnen

Beispiele: Erkennen und markieren zentraler Informationen in einem Text oder einer Vorlesung; Schreiben von Zusammenfassungen. Als besonders hilfreiche Strategie möchten wir auf das Concept-Mapping aufmerksam machen (Beispiel siehe Grafik). Dabei werden wichtige Konzepte erkannt und zueinander in Beziehung gesetzt.

  • Elaborationsstrategien verbinden neue Inhalte mit dem Vorwissen der Studierenden

Beispiele: Überlegen alltagsnaher Beispiele oder nachvollziehbarer Analogien für abstrakte Lerninhalte; eigene Fragen formulieren

  • Wiederholungsstrategien verfestigen das neuerworbene Wissen und erleichtern so dessen Abruf

Beispiel: Wiederholtes Beantworten von Fragen mit Karteikarten

Diese Beschreibungen verdeutlichen, dass diese Strategien alle eine wichtige Rolle im Lernprozess spielen sollten. Da Studierende in der Regel Wiederholungsstrategien bevorzugen, sollte durch aktivierende Lehre Elaboration und Organisation angeregt werden. Eine Aufforderung während der Vorlesung, sich kurz ein Beispiel zu überlegen oder mit einem Kommilitonen auszutauschen, erfordert wenig Zeit, aktiviert die Studierenden aber dazu, Inhalte tiefer zu verarbeiten. Desweiteren ist es sinnvoll, den Studierenden die Lehrziele transparent zu machen und sie dazu anzuregen, sich individuelle Lernziele zu setzen. Diese Ziele sind erforderlich, um Lernen adaptiv zu gestalten.

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Thema: IDA-Projekte

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