Instructional Development Award Preisträger Prof. Dr. Siegfried Fink

Montag, 26. März 2012 | Autor/in: und 

Ab Mittwoch wird der Forstbotaniker Prof. Dr. Siegfried Fink gemeinsam mit Prof. Dr. Matthias Nückles in der Beitragsreihe „Blackbox Selbststudium Erkenntnisse und praktische Schlussfolgerungen aus ihrem IDA-Projekt schildern. Um zu erfahren, warum sich ein Forstbotaniker und ein Erziehungswissenschaftler für dieses Projekt zusammengetan haben, habe ich den beiden Freiburger Professoren einige Fragen gestellt. Heute antwortet Prof. Fink:

IDA-Projekt

Sitz der Fakultät

Herr Prof. Fink, was hat Sie zu der Projektidee „Optimierung des Selbststudiums in den Studiengängen der Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften“ inspiriert?
Meine über 8-jährigen Erfahrungen als Studiendekan, die mich den „wirklichen“ Problemen der Studierenden näher gebracht haben. Zudem meine Erfahrungen in der Akkreditierung, wo häufig kritische Aspekte von Studienkonzepten gut herausgearbeitet werden (ich bin u.a. Mitglied in der Akkreditierunskommission von Acquin).

Was erhoffen Sie sich auf lange Sicht von Ihrem Projekt?
Eine bessere formelle Gestaltung des Studiums, damit die inhaltlichen Ideen auch optimal umgesetzt werden können. Insbesondere die Modularisierungskonzepte erscheinen uns als zentrales Instrument, um die Rahmenbedingungen für ein ausgeglichenes Lernverhalten der Studierenden über das Semester zu optimieren. Die Verleihung des 2. IDA-Preises nach zwei Jahren auf Basis der Ergebnisse des 1. Projektes hat uns in dieser Richtung natürlich bestätigt.

Welches Team steht hinter Ihnen?

  • Prof. Nückles (Institut für Erziehungswissenschaften) bringt mit seinem Team die nötige fachliche Kompetenz ein, um unsere zunächst vielleicht „laienhaften“ Ideen aus der Praxis wissenschaftlich zu begleiten und die Ergebnisse der Studien korrekt auszuwerten
  • Meine Institutsmitarbeiter/innen halten mir insbesondere in Verwaltung und Lehre so weit wie möglich den Rücken frei, damit ich mich als (ja nebenamtlicher) Studiendekan mit diesen eher „außerfachlichen“ Themen beschäftigen kann
  • Die gesamte Fakultät, da die Ergebnisse für Alle interessant und wichtig sind. Sowohl die Dozenten/innen als auch die Studierenden sehen in den beiden Projekten wichtige Hilfestellungen zur Optimierung des Studienverlaufes
Persönliches

Ist Ihnen eine Vorlesung schon einmal komplett missglückt? Was ist passiert?

Vor einiger Zeit war in einem Hörsaal auch nach einer halben Stunde der Beamer nicht in Gang zu bringen. Daraufhin behalf ich mir mit Tafel und Kreide. Irritiert war ich danach, als mir einige Studierende ihre Begeisterung über diese Vorlesung mitteilten…

Warum setzen Sie sich für die Lehrentwicklung ein?
Die Zukunftsfähigkeit einer Fakultät hängt von ihrer Attraktivität für Studierende ab. Nur wenn langfristig viele gute Studierende kommen, kann eine Fakultät wachsen und sich weiterentwickeln. Diesbezügliches Engagement scheint sich auch auszuzahlen, denn unsere Fakultät ist mit einer Auslastung der Lehrkapazität von 162% die aktuell am stärksten von Studierenden nachgefragte Fakultät der gesamten Universität.

Hochschullehre

Wodurch zeichnet sich für Sie gute Hochschullehre aus?
Die Wünsche und Besorgnisse der Studierenden müssen einerseits ernst genommen werden, andererseits müssen von Seiten der Dozierenden auch ständig selbst aktiv neue Anreize zur Verbesserung der Lehre eingebracht werden. Die traditionell übliche Priorität der Forschung muss einer Gleichberechtigung mit der Lehre weichen.

Welche Entwicklungen sehen Sie in der Hochschullehre?
Im Prinzip wird die Schere zwischen den Themen der Lehre und den Themen einer zunehmend spezialisierten Forschung immer weiter auseinanderklaffen. Um gerade die grundständige, noch eher forschungsferne Lehre im Bachelor auf sehr gutem Niveau garantieren zu können, sollte man die Konzepte von Lehrprofessuren und „Lecturers“ weiter entwickeln.

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Thema: IDA-Projekte

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