Blackbox Selbststudium

Mittwoch, 28. März 2012 | Autor/in: und 

Das universitäre Studium zeichnet sich traditionell durch einen hohen Anteil des Selbststudiums aus, welches somit eine große Bedeutung für den Studienerfolg hat. Die Bedeutung des Selbststudiums wurde durch die Einführung des Workload-Konzepts im Zuge von Bologna noch einmal betont, da in vielen Studiengängen nur ein kleiner Anteil der zu erbringenden Studienleistungen (ECTs) in Präsenz-veranstaltungen erbracht wird. Zugleich wissen Dozierende wenig darüber, wie Studierende ihr Selbststudium gestalten und welche Unterstützung sie benötigen.

Grafik vergrößern: Klick aufs Bild

Aus diesem Grund untersuchten wir, welche Stärken und Schwächen das Selbststudium in den modularisierten Studiengängen der forst- und umweltwissenschaftlichen Fakultät aufweist. Im Wintersemester 2011/ 2012 protokollierten 198 Studierende 19 Wochen lang wöchentlich ihre Lernziele, studiumsbezogene Tätigkeiten, Lernstrategien, Lernmotivation sowie erlebte Erfolge und Schwierigkeiten in einem webbasierten Lerntagebuch.
Die Ergebnisse zeigen, dass es Studierenden schwerfiel, sich motivierende Ziele zu setzen, frühzeitig mit dem Lernen zu beginnen und effektive Lernstrategien auszuwählen. Folge davon waren schlechtere Noten in den Klausuren.

Hochschuldozierende haben verschiedene Möglichkeiten die Selbstregulation der Studierenden hinsichtlich des regelmäßigen Lernens zu unterstützen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Studierenden ausschließlich fremdreguliert werden sollten. Vielmehr ist es auch ein Bildungsziel, Studierende zur Selbstregulation zu befähigen. Es zeigt sich jedoch insbesondere für den Übergang von der Schule zur Universität, dass Unterstützungsangebote fehlen. Die Unterstützungsangebote sollen Studierende dazu befähigen, eigene Lernprozesse zu regulieren. Die schrittweise Reduktion von Unterstützungsmaßnahmen bei gleichzeitiger Vermittlung von Lernstrategien erscheint hier ein sinnvolles Maßnahmenpaket zu sein.

In den nächsten Tagen besprechen wir daher in der Impulswerkstatt Lehrqualität:
  1. Welche Strukturierungshilfen die Dozierenden während des Semesters gegen Aufschiebeverhalten geben können
  2. Wie Studierende durch die Vermittlung von Lernstrategien dazu befähigt werden können ihre Lernprozesse besser zu regulieren

Hinweis: Wenn Sie die Folgebeiträge nicht verpassen wollen, können Sie sich per E-Mail informieren lassen oder den Artikel-Feed (RSS) abonnieren. Beide Optionen finden Sie in der rechten Navigationsleiste.

Trackback: Trackback-URL | Feed zum Beitrag: RSS 2.0
Thema: IDA-Projekte, Lesetipps

Diesen Beitrag kommentieren.

Ein Kommentar

  1. Die ausführlichen Ergebnisse der Studie finden Sie im Artikel „Diagnostik und Förderung selbstregulierten Lernens durch Self-Monitoring-Tagebücher“ der Zeitschrift für Hochschulentwicklung. Hier können Sie sich das PDF herunterladen: http://www.zfhe.at/index.php/zfhe/article/view/352

Kommentar abgeben