Instructional Development Award Preisträgerin Prof. Dr. Birgit Studt

Montag, 13. Februar 2012 | Autor/in: und 

Frau Prof. Dr. Birgit Studt wird hier am Mittwoch über ihr Projekt „Qualitätssicherung Tutorate“ berichten, für das Sie 2011 mit dem Instructional Development Award (IDA) der Uni Freiburg ausgezeichnet wurde. Vorab hat mir die Lehrstuhlinhaberin für Mittelalterliche Geschichte II am Historischen Seminar einige Fragen zum Projekt, ihrer Person und ihren Ansichten über universitäre Lehre beantwortet.

IDA Projekt

Frau Prof. Studt, was hat Sie zu der Projektidee „Qualitätssicherung Tutorate“ inspiriert?
Besonders von Seiten der Studierenden wurden wiederholt nach Sinn, Inhalt und Funktion der Tutorate gefragt und auf Seiten der Lehrenden bestand das Bedürfnis, die Inhalte der angebotenen Tutorate stärker aufeinander abzustimmen. Da die Tutorate in den Studiengängen des Historischen Seminars eine wichtige Rolle spielen (und auch viel Mittel dafür eingesetzt werden), bestand hier ein deutlicher Handlungsbedarf. Der konkrete Anstoß dazu kam von der Neukonzeption der Tutorate zur Einführungsveranstaltung „Einführung in die Geschichtswissenschaft“, die ab Herbst 2012 für die AnfängerInnen (derzeit über 500 Personen) aller Studiengänge des Historischen Seminars verbindlich ist. In diesen Tutoraten bearbeiten die Studierenden unter Anleitung unterschiedliche Aufgaben zur Einführungsvorlesung in Kleingruppen und werden frühzeitig zu selbständiger Einübung von grundlegenden wissenschaftlichen Arbeitstechniken angeleitet und zur intensiven Auseinandersetzung mit weiterführender Literatur motiviert.

Arbeitsgruppe "Qualitätssicherung Tutorate"

Woran merken Sie, dass sich durch das Projekt bereits etwas verändert hat?
Bei den beteiligten Gesprächs-partnern ist ein Bewusstsein dafür entstanden, dass ein Reform-projekt zu Qualitätssicherung der Lehre sehr tief an Fragen der Wahrnehmung von Rollenver-ständnissen ansetzt. Im Institut ist ein Kommunikations-prozess in Gang gesetzt worden, der im folgenden Semester aber auf einer breiteren Ebene noch fortgeführt werden muss.

Welche Rückmeldungen zum Projekt haben Sie bereits von Kollegen und Studierenden bekommen?

Gut, dass mit den Projektmitteln ein Rahmen geschaffen werden konnte, in dem verschiedene Ansätze für die von allen als notwendig erachtete Tutoratsreform nun endlich ein Ziel bekommen und eine realistische Chance für einem erfolgreiche Verwirklichung erhalten haben!

Was erhoffen Sie sich auf lange Sicht von Ihrem Projekt?
Einen Mentalitätswandel in der Wahrnehmung der Bedeutung von tutorierten studentischen Lerngruppen für die Entwicklung von Eigenständigkeit, kritischer Reflexion und persönlichem Engagement der Studierenden in ihrem Studium.

Welches Team steht bei dem IDA-Projekt hinter Ihnen? 

  • Dozierende: Pia Eckhart (Projektkoordination), Cornelia Brink, Peter Itzen, Jessika Nowak und Isabelle Deflers
  • TutorInnen: Alexander Schorpp, Philip Straub, Marius Niemann, Julian Happes und Eva Hezel
  • Fachschaft Geschichte: Yvonne Antoni und Anne Foerster (auch Tutorin)
Persönliches

Warum setzen Sie sich für die Lehrentwicklung ein?
Die eigene Lehrtätigkeit kann nur erfolgreich und persönlich befriedigend sein, wenn sie nicht an den Möglichkeiten und Bedürfnissen der Studierenden vorbeigeht. Die Lehrentwicklung sehe ich als Möglichkeit, um mehr über die Voraussetzungen und Interessen der Studierenden, aber auch über Einstellungen und Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen zu erfahren, um dies gezielt für die Verbesserung der Lehre nutzen zu können.

Was mögen Sie an der Lehre?
Die Entwicklung neuer Perspektiven im Seminargespräch.

Was begeistert Sie an Ihrem Fachbereich?
Ich arbeite mit sehr engagierten, wissenschaftlich außerordentlich kompetenten Kolleginnen und Kollegen zusammen, von denen die meisten ihre Forschungsfragen auch in der Lehre fruchtbar machen. Und die nicht nur Interesse an der Lehre haben, sondern sich auch persönlich engagieren und sich darin gegenseitig schätzen.

Hochschullehre

Wodurch zeichnet sich für Sie gute Hochschullehre aus?
Bezug zu aktuellen Forschungsfragen im Blick haben, Stärkung der Selbständigkeit und Selbstverantwortung der Studierenden, Offenheit für neue Lehr- und Übungsmethoden

Welche Entwicklungschancen sehen Sie in der Hochschullehre?
Durch neue Formen der Lehre können die Verbindungen zwischen Fachwissenschaft und Öffentlichkeit gestärkt und damit auch die Berufsperspektiven für erfolgreiche AbsolventInnen verbessert werden.

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Thema: IDA-Projekte

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