E-Prüfungen an der Uni Freiburg – eine Alternative zu den etablierten Prüfungsverfahren?

Mittwoch, 18. Januar 2012 | Autor/in:

Die Durchführung von E-Tests bzw. E-Klausuren gewinnt an deutschen Universitäten zunehmend an Bedeutung, insbesondere zur Durchführung von standardisierten Massenprüfungen stehen sie zur Diskussion. Der Sammelbegriff E-Assessment wird vielfach als Überbegriff unterschiedlicher Technologien und Instrumente, wie Online-Assessment, E-Tests oder auch E-Evaluation verwendet.

Korrekturaufwand und Qualitätssicherung
Eine Konsequenz der Bolognareform ist ein erhöhter Prüfungsbedarf in der Lehre. Gleichermaßen ist die Qualität der Prüfungen und der damit verbundenen Abläufe zu sichern. Der Einsatz von E-Tests / E-Klausuren verspricht einerseits Arbeitserleichterungen hinsichtlich des Korrekturaufwands mit gleichzeitiger Qualitätssicherung der Prüfungsitems.

Worin unterscheiden sich E-Tests von herkömmlichen Tests?
Die E-Tests werden vor Ort in den Hochschulräumen mit PCs, Notebooks oder auch Tablets zu einem festgelegten Zeitpunkt durchgeführt. Was sie von herkömmlichen Tests und Klausuren unterscheidet, ist das Arbeitsgerät und die dem Arbeitsgerät angepasste Form der Fragestellungen, die eine IT-gestützte Auswertung erlauben.

Die mit E-Testverfahren verbundenen Vorteile bestehen u.a. in

  • der relativ schnellen Rückmeldung der Testergebnisse an die Studierenden;
  • der Vereinfachung der Testbearbeitung für Studierende durch auf die Testsituation abgestimmte IT-Funktionalitäten (z.B. können unsichere Antworten zur späteren Bearbeitung markiert und automatisch wiedergefunden werden, Bilder und Grafiken können vergrößert werden)
  • der Objektivität bei der Beurteilung der Studienleistungen;
  • der Erweiterung der Qualitätssicherungsoptionen von Tests für die Lehrpersonen, durch den Aufbau von Test(-fragen)-Datenbanken und der Bereitstellung einer Datengrundlage für ein systematisches Prüfungsdesign, in Form differenzierter Item-Analysen nach durchgeführten Prüfungen;
  • einem geringeren Korrekturaufwand als bei herkömmlichen Prüfungen;
  • der Vereinfachung der Lehrevaluationen, indem sie an die Prüfungen geknüpft werden;
  • der Zuverlässigkeit und Reproduzierbarkeit der Test-Auswertungen;
  • der verbesserten Sicherheit vor Täuschung, indem die Fragen in der Prüfung nach dem Zufallsprinzip angezeigt werden;
  • einer größeren Transparenz durch Standardisierung des Prüfungsverfahrens;
  • einer Kostenersparnis (nach einer Amortisationszeit);
  • der Option zum Einsatz flexibler mobiler Testzentren

Grenzen von E-Assessments
Vor allem das durch die notwendige Standardisierung der Fragestellungen eingeschränkte Anwendungspotential

von E-Tests zur Prüfung von Lerninhalten ist als Nachteil zu bewerten: Die im Studium zu erwerbenden komplexen Lerninhalte und Argumentationsstrukturen können nicht per E-Test abgefragt werden. Der Einsatz von E-Tests kann also nur teilweise als Ersatz bzw. als Ergänzung zu herkömmlichen Prüfungsszenarien in Erwägung gezogen werden. So ist z.B. der Einsatz zur Prüfung von Standardwissen zu Studienbeginn denkbar.

Hintergrundinformationen
Grundlegende Informationen zum Thema E-Assessment sind auf den Seiten von www.e-teaching.org zusammengefasst.
Die 7. Ausgabe des „Hamburger eLMagazin“ vom Dezember 2011 befasst sich aktuell mit dem Thema E-Assessment. pdf-Version des Hamburger eLMagazins #07

Terminankündigung zum Thema
Am 07.02.1011, von 15-17 Uhr, ist im Rechenzentrum der Uni Freiburg die IQul GmbH (aka Codiplan) zu Gast, um die Prüfungsadministrationsplattform Q[kju:] zu präsentieren. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Freiburg sowie interessierte Gäste sind herzlich dazu eingeladen.
Weitere Informationen zum Termin und zur Anmeldung

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Thema: News & Ausschreibungen

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