Gute Lehre soll Kreise ziehen: Ein Bericht vom IDA-Qualitätszirkel

Mittwoch, 21. Dezember 2011 | Autor/in:

Mitzuerleben, wie sich positive Veränderungen in solch einer großen und komplexen Organisation wie der Universität Freiburg durchsetzen, begeistert mich. Ein erster Einblick im Rahmen der Impulswerkstatt Lehrqualität bot sich mir dazu am 5. Dezember, als sich die diesjährigen IDA Preisträger/innen zu einem Qualitätszirkel im Haus zur lieben Hand trafen. Die Professorinnen und Professoren nutzen das Preisgeld des „Instructional Development Award“, um bestimmte Aspekte der Lehre in ihren Fachbereichen nachhaltig zu verbessern (aktuelle Ausschreibung der dritten Vergaberunde).

Mentor/innen für Tutor/innen?
Prof. Dr. Birgit Studt beschäftigt sich beispielsweise mit der Qualitätssicherung der Tutorate am Historischen Seminar. Gemeinsam mit allen Status-gruppen werden Missver-ständnisse zu Inhalten von Tutoraten und Anforderungen an Tutor/innen ausgeräumt. Silke Weiß vom Hochschuldidaktik-zentrum warf in der Diskussion die Idee auf, Mitarbeiter/innen im Fachbereich als Mentor/innen zu qualifizieren, die wiederum die große Anzahl an Tutor/innen (allein 20 für die Einführungsveranstaltung im 1. Semester) schulen. Wäre das nicht auch für andere Fächer eine interessante Variante?

FRIAS für die Lehre?
Die Studiendekane Prof. Dr. Friedrich, Prof. Dr. Kenkmann und Prof. Dr. Müller der Fakultät für Chemie, Pharmazie und Geowissenschaften möchten die Interdisziplinarität ihrer Fakultät stärker nutzen, stoßen dabei aber auch auf Herausforderungen: Wie kann nach dem „IDA-Jahr“ sichergestellt werden, dass die neuen Strukturen und Verknüpfungen zwischen den Studiengängen weiter umgesetzt werden, wenn das Preisgeld nicht mehr zur Verfügung steht? Könnte auf lange Sicht eine Art „FRIAS für die Lehre“ die Nachhaltigkeit solcher Projekte sichern?

Offener Austausch
Häufig denken viele das gleiche, aber keiner weiß es vom anderen. Wenn der offene Austausch, wie er an diesem Tag im Qualitätszirkel stattfand, auch in die Impulswerkstatt Lehrqualität Einzug hält, können durch die universitätsweite Diskussion Verbesserungen in der Lehre angetrieben werden, die über einzelne Fachbereiche und Fakultäten hinausgehen und der ganzen Universität dienen.

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Thema: IDA-Projekte

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Ein Kommentar

  1. Die Idee, in den einzelnen Fächern Mentor/innen für die Schulung von Tutor/innen auszubilden, finde ich besonders interessant! Dadurch dass Studierende, die Tutorate betreuen, ja notwendigerweise spätestens nach ein paar Jahren weechseln, ist es besonders wichtig, dass das Wissen, wie man ein Tutorat macht, was die relevanten Inhalte, aber auch die typischen Fehler als Tutor/in sind, auch innerhalb der Institute gesammelt und weitergegeben wird. Denn alle neuen Tutor/innen „extern“ (z.B. HDZ) schulen zu lassen ist nicht nur sehr aufwändig und entsprechend teuer, sondern die Fächer haben ja auch alle ihre Eigenheiten, so dass eine Schulung über Fächergrenzen hinweg auch wenig Sinn machen würde. Diese Expert/innen in den Fächern, die das Wissen weiter geben, könnten ja wiss. Mitarbeiter/innen sein, die selbst Tutorate geleitet haben und zusätzlich aber auch eine spezifische Schulung, etwa durch das Hochschuldidaktikzentrum, erhalten. Wenn man das noch sinnvoll mit elektronischen Möglichkeiten des Wissensmanagements ergänzt, etwa einem Wiki zu den typischen Inhalten, formalen Vorgaben und den wichtigsten Ressourcen, sollte man auch auffangen können, dass auch die als Mentoren fungierenden Menschen, die ja in aller Regel nur befristet an der Uni sind, irgendwann wechseln. Oder sehe ich das zu optimistisch?

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